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Hören  7. August 2004
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Vorfreude

Blood, Sweat And Tears: "Child Is Father To The Man" (1968)
Das beste, was 1968 passieren konnte

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"Child Is Father To The Man" von Blood, Sweat And Tears ist ein Jahrhundert-Orkan der Popmusik, ein Wirbelsturm des Pathos, der seine Intensität nur einer Sache verdankt: den Bläsern. Und Al Kooper.

Von Philipp Albrecht.

Die Idee Al Koopers, Bläsersätze aus Jazz und Funk mit den herkömmlichen Mitteln der Popmusik im Jahre 1967 (Gitarre, Bass, Schlagzeug, Hammond-Orgel) zu vereinen, stiess anfangs nur auf Ablehnung. Der geniale Produzent und Songwriter, der sich zu dieser Zeit einen Namen als Studiomusiker für Bob Dylan und Jimi Hendrix machte, versuchte verzweifelt die finanziellen Mittel für eine Studiosession mit einem anständigen Bläsersatz aufzutreiben. Zusammen mit dem Gitarristen Steve Katz, dem Schlagzeuger Bob Colomby und dem Bassgitarristen Jim Fielder gründete er 1967 Blood, Sweat And Tears (nach einem Churchill-Zitat: "Ich habe nichts zu bieten als Blut, Schweiss und Tränen"). Durch ein Zeitungsinserat konnten bald schon vier Bläser verpflichtet werden, die zusammen mit dem Produzenten von Simon & Garfunkel Kooper seinem Traum näher brachten.

Nachdem Al Kooper mit dem Saxofonisten Fred Lipsus die Bläser-Arrangement geschrieben hatte, wurde das kleine Wunderding in gerade mal zwei Wochen im Dezember ´67 eingespielt. Das Produkt, das im Februar ´68 erschien, mutierte zum "besten im Rock'n'Roll, was 1968 geschehen konnte" (Rolling Stone). Die völlig neuartige Fusion von Pop mit jazzigen Bläsern rief jedoch bei den Konsumenten erstmal nur Verwirrung hervor. Das Album erreichte nur gerade Platz 47 der Billboard Charts. Dabei gilt CIFTTM heute als eines der wegweisensten Alben der Popgeschichte. Nach der "Overture", das eine Art psychedelische Summierung des Albums darstellt, stimmt Al Kooper zur schönsten Ballade der Popgeschichte an: "I Love You More Than You'll Ever Know" ("I could be president of General Motors, Baby"). Das anschliessende Tim-Buckley-Cover "Morning Glory" singt Steve Katz dessen Stimme im Bläserschwall fast untergeht. Die auffälligsten Songs auf CIFTTM stammen aus Koopers Feder. "My Days Are Numbered" und "I Can't Quit Her" sind pathetische Hymnen mit antreibenden Taktwechsel und Bläser-Outros. Die weiteren Covers, Randy Newmans "Just One Smile" und Harry Nilsonns "Without Her", sind mehr als nur Füller. Al Kooper modelte sie zu herzzerreissenden Liebeserklärungen mit - wie könnte es anders sein - imposanten Bläsereinsätzen um.

Nach einem Streit trennte sich nach einer kleinen Promotour Kooper von der Band. Es folgten der Sänger David Clayton-Thomas und zwei, drei neue Bläser und 3,8 Millionen verkaufte Exemplare des zweiten Albums "Blood, Sweat And Tears" (1969). Erfolgreich übernahmen zahlreiche Bands wie Chigaco oder Sly die von Kooper ins Leben gerufene Fusion aus Pop, Jazz und Funk.

www.rdrop.com/users/rickert/bst.html

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