Übersicht
Leitartikel
Festival-Special >
Interviews
Kolumnen
Meilensteine
Neuheiten
Vorfreude |
 |
Berichte:
MJF:
Archive & Mono
MJF: PJ Harvey
MJF: Orchestra Baobab >
Gurtenfestival
Gurtenfestival:
Placebo-Extra
Paléo
Festival Nyon
Stimmen Festival
Lörrach (D)
Blue Balls Festival:
Keziah Jones, Buddy Guy
Vorschau:
Heitere
Open Air
Musikfestwochen
|
 |
Orchestra Baobab | Montreux Jazz
Festival: 4. Juli 2004
Beglückendes Afrika
Sie waren Wegbereiter
des Kuba-Hype und Türöffner für die Verbreitung
des traditionellen senegalesischen Wolof-Gesangs: Nun hat das
1970 gegründete Orchestra Baobab ihre alten Lieder zwischen
Son, Jazz, Balla und Wolof noch einmal eingespielt und auf Welttournee
mitgenommen.
Von Gregor Frei.
Montreux, Sonntagabend: Irgendwo
am See, wo sich normalerweise Rolex-Uhr mit Armani-Brille trifft.
Afrikaner in Boubous-Gewänden schlendern an Salsa Tanzenden
und südamerikanischen Musikern vorbei in Richtung Kongresszentrum.
Dort wartet auch schon des Rätsels Lösung: Zehn ältere
Herren, bis auf einen alle in schwarzen Anzügen gekleidet,
die beglückende Musik machen und sich Orchestra Baobab nennen.
Elegant und abgeklärt stehen sie da, spielen ihre Instrumente
aber mit unvergleichbarem Engagement und liebevoller Hingabe.
Wie ein angenehmes Summen verteilen sich die unbeschwerten Melodien
im Saal. Das Publikum wird eingehüllt in einen Schleier
maximaler Harmonie. Die Lieder pendeln zwischen feiner Leichtfüssigkeit
und rauer afrikanischer Bodenständigkeit. Und das Schönste:
Sie sind abseits von Struktur und Berechnung. Jedes Stück
ertönt wieder mit der wundersamen Art einer aufgehenden
Sonne: Djembé-Trommeln leiten den Tag ein, die ersten
aufstehenden Leute fügen den Trommel-Rhythmen Gesang bei,
und dann ist die Entwicklung so überraschend wie die Natur
selbst: Dialoge zwischen Saxofon und Gitarre wechseln sich ab
mit solchen zwischen Mund und Djembé, gefolgt von Schlagzeug-Solis
in Rhythmen, die irgendwo zwischen Dakar und Havanna anzusiedeln,
auf jeden Fall absolut tanzbar sind. Schnell vergisst man seine
eigene Herkunft und bekommt das Gefühl, das ganze Publikum
bestehe nur noch aus wild tanzenden Afrikanern in Boubous-Kleidern.
Heute scheint die Sonne besonders lang. Und Rokia Traoré
und Oumou Sangaré, zwei der bedeutendsten Musikerinnen
der neuen afrikanischer Generation, liessen sie danach noch lange
weiterscheinen.
www.montreuxjazz.com
www.orchestrabaobab.co.uk
zur
nächsten Seite | nach
oben
|