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Highlights des Monats:
- Archive
- Modest Mouse
- Division of Laura Lee

Das heisseste Brötchen des Monats:
- The Icarus Line

Neuheiten:
- Adem
- Bonnie Prince Billy
- 46664
- Devine Comedy
- Jérôme Minière
- Kaito
- Kaizers Orchestra
- Mika
- Mum
- Nada Surf (2x)
- Naoki Kenji
- N.E.R.D.
- Portobello
- Roman Fischer
- Rumplestitchkin
- The Eagles of Death Metal
- The Mendoza Line
- The Young Gods
- The Zutons
- Tomasz Stanko
- Tortoise
- Whysome

News aus dem Rock-Epizentrum:
- Magicrays
- Pendleton
- Gentlemen Sampler 2004

Kurzkritiken:
- Eskobar
- Kane
- Schandmaul

In anderen Rubriken:
- Sportfreunde Stiller


HIGHTLIGHTS DES MONATS


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Archive: "Noise", Rock (Warner)
Love & Hate

Archive veröffentlichte vorletztes Jahr ein Album, dass sich gleichzeitig beim Trip Hop ihrer früheren Tage bediente, wie auch bei Pink Floyd und ähnlichem Prog-Rock aus den 70ern.

Von Basil Schneider.

Herausgekommen ist damals nicht, wie anhand der Zusammensetzung zu erwarten wäre, ein bombastangehäuftes Album mit kitschigen Techno-Einlagen, sondern wunderschöne Songs - allen voran Again - die einen in andere Dimensionen abdriften liessen. Again ist wohl heute noch die Hymne der Liebesgequälten, in 17 Minuten steigert sich das Stück in ein Inferno aus Sehnsucht, Hoffnung und Melancholie.

Wer jetzt jedoch ein zweites Again erwartet oder gar erhofft, der kennt Archive schlecht. Während andere Bands an solchen Erfolgen zugrunde gehen und sich ihr Musikmachen auf das Kopieren eines ehemaligen Hits reduziert, so tun Archive das einzig richtige: Sie ändern einmal mehr ihren Stil - auch wenn die Weiterentwicklung auf diesem Album nicht so gross ausgefallen ist, wie dazumals von Take my head zu You all look the same to me.

Die elektronischen Klänge wurden weiter reduziert, Archive heute noch als Trip Hop zu bezeichnen, würde ihrer Stilvielfalt gar nicht gerecht werden. Noise erinnert musikalisch am ehesten an Radiohead zu OK Computer-Zeiten. Jedoch ist Noise sehr eigenständig. Was die beiden einzigartigen Bands verbindet ist diese authentische Melancholie, die trotz all ihrer Traurigkeit ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern vermag.

Textlich geht es diesmal weniger um Liebe, als vielmehr um Hass: "There's a look on your face I would like to knock out" oder "Pray to god I can think of a nice thing to say, but I don't think I can, so fuck you anyway". Ein Album zum alleine sein: "Cause I don't like you looking at me". Ein Album zum immer wieder hören.

Web: www.archivemusic.net

 


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Modest Mouse: "Good News for People who Love bad News" (Sony)
Von Menschen und Mäusen

Modest Mouse mausern sich mit "Good News for People who Love bad News" zu einer der ideenreichsten und dynamischsten Indie- Rock Bands unserer Zeit. Definitiver Anwärter auf bestes Album des Jahres.

Von Mathias Menzl.

Seit elf Jahren musizieren Modest Mouse auf höchstem Niveau und endliche werfen ihre Mühen Ertrag ab. Nicht nur, weil sie seit vier Jahren als eine der letzten Indie- Rock Bands auf einem Major sind und damit immer noch vom grossen Indie- Rock- Boom Mitte der 1990er Jahre profitieren, sondern auch, weil sie kürzlich ihren Song "Gravity Rides Everything" für einen Autowerbespot hergaben und somit endlich an die grosse Kohle kommen. Dass es sich für Bands womöglich doch lohnt bei einem grossen Label sein Geld zu verdienen, zeigt sich bei Modest Mouse exemplarisch, nicht nur in musikalisch- kreativer Hinsicht - welche andere Band hat schon vier Jahr Zeit zwischen zwei Alben -, sondern halt auch in pekuniären Belangen, denn ihr Album, wird nicht nur im Fernsehen rauf und runter laufen - bzw. fahren -, sondern erhält momentan auch bei US-amerikanischen Radiostationen gewaltig Airplay, nicht zuletzt eben durch die Unterstützung eines grossen Majors.
Seit "Moon & Antarctica" hat sich bandintern etwas getan. Gründungsmitglied Jeremiah Green wurde durch Benjamin Weikel am Schlagzeug ersetzt, doch gross ins Gewicht fällt dies nicht. "Good News for People who Love bad News" steht für kompakte, in sich absolut agile und durch Einfallsreichtum gekennzeichnete Indie- Rock Songs. Isaac Brocks Organ zeigt sich so versiert wie nie zuvor, ob schreiend wie Screamin' Jay Hawkins ("Bury me With it", "Dance Hall"), nasal nuschelnd wie Doug Martsch von Built to Spill ("The World at Large") oder disco-groovy (The View). Nicht minder abwechslungsreich sind die Songs und ihr Eigenleben, doch das sind wir uns ja schon fast gewohnt von den Mäusen. Modest Mouse schafften es ihre eigene kleine Nische zwischen den Flaming Lips und Ween zu finden. Erstere sind nicht so schräg und abgedreht wie die Mäuse und Letztere weniger harmonisch, detail- verliebt sind sie alle drei gleichermassen. Übrigens: Dave Friedman und The Flaming Lips hatten das Vergnügen auf dem letzten Track "The Good Times are Killing me" mitzutun und so erstaunlich wie bedauerlich ist diese Kollaboration auch der Schwachpunkt des Albums.
Narrativ zeigt sich Isaac Brocks einmal mehr von seiner morbiden Seite aber auch gewohnt provokativ auf der einen, sowie ironisch auf der anderen Seite. So zum Beispiel bei "Dancehall": "I could give myself a shot, I could get myself a pill, I'm gonna go a try to buy a little more time to kill", oder in "Satin in a Coffin" bemerkt er lakonisch: "Yeah, everybody is talking about death" und fügt blasbhemisch hinzu: "God, I sure hope you are dead". Klar, Hyperinterpretationen sind auch hier fehl am Platz. Zumindest kann man sich schmunzelnd durch die Texte lesen und entzückt den Hits am Laufmeter lauschen.

Web: www.modestmousemusic.com

 


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Divison of Laura Lee: "Das Not Compute" (Phonag)
Oasis covern Muse und sagen Franz Ferdinand goodbye

Alle sprechen von Franz Ferdinand - sie sind ja ach so genial - oder trauern noch immer Oasis nach - sie waren ja mal ach so genial - dabei gibt es bessere Alternativen: Division of Laura Lee aus Schweden zum Beispiel.

Von David Bauer.

Alter Schwede, schon wieder zeigen die Skandinavier uns und den Briten wie es geht! Gerade erst haben Mando Diao (Interview in Plebs 4/04) mit ihrem fulminanten Debutalbum die britischen Rock ,n' Roll Kollegen gehörig das Fürchten gelernt. Kaum haben sich diese vom ersten Schock erholt, holen Division of Laura Lee mit Das Not Compute zum nächsten Schlag aus.
Erster Song, "Does Compute". Man glaubt, die Platten vertauscht zu haben. So stark klingt dies nach Franz Ferdinand. Kein bisschen schlechter, und dazu noch nicht so verbraucht. Schnelle verzerrte Gitarren, eine gehörige Portion Retro und Vocals zwischen Rock, Punk und Pop. Gibt es in Schweden auch Kunsthochschulen? Im gleichen Stil und Tempo geht es weiter, die vier Schweden lassen es krachen und swingen und sorgen für hinunterklappende Unterkiefer. Franz Ferdinand können wir getrost vergessen.
Dritter Song, "Endless Factories". So würden Oasis klingen, wenn sie noch immer gut wären und Muse covern würden. Mehr gibt es da nicht zu sagen. Sechster Song, "Loveless". Ein weiteres Highlight. Psychedelischer Post-Punk mit Gitarrenwänden im XXL Format. So geht es weiter und fort. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus und fühlt sich wieder und wieder an den Rock der 90er erinnert.
Wer Division of Laura Lee nun aber als abkupfernde Trendverpasser abstempelt, begeht ein Kapitalverbrechen. Division of Laura Lee haben zwar die jüngere Rockgeschichte ordentlich geplündert, doch gelingt es ihnen im Gegensatz zu vielen anderen, etwas innovatives, eigenes entstehen zu lassen. Diese Platte ist ein echtes Juwel. Dieser Sound bringt den Elch zum Tanzen.

Web:
www.divisionoflauralee.com
www.phonag.ch

Reinhören:
www.burningheart.com/bands/index.php?id=188

 

VERLOSUNG

Wir verlosen wie immer unsere Highlights. Schreibt uns, welche Rubrik im Hören Ressort wir weiter stärken sollen an gewinnenplebs.ch mit dem entsprechenden Betreff (siehe unten). Die ausführlichsten Feedbacks werden mit einer Platte prämiert. Wie immer gilt: komplette Adresse nicht vergessen.

3 x Archive (Betreff: Archive)
3 x Modest Mouse (Betreff: Mouse)

Vollständige Teilnahmebedingungen unter Gewinnen.

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DAS HEISSESTE BRÖTCHEN DES MONATS


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The Icarus Line: "The Penance Soirée" (TBA)
Hart aber herzlich

Waren die nicht mal härter, fragt man sich nach den ersten paar Songs von "The Penance Soirée". Die Antwort lautet ja. The Icarus Line sind zugänglich geworden, und wie. Trotzdem muss man sich "The Penance Soirée" mehrmals anhören bis es ,klick' macht.

Von Mathias Menzl.

Zuerst schepperts krakeelts, dröhnts und rumpelts nur gewaltig aus den Boxen. Nach zwei, drei Durchgängen stellt sich jedoch der Wiedererkennungseffekt ein und die Songs wachsen und wachsen. Zweiter Tipp: Lautstärke aufdrehen, denn "The Penance Soirée" ist vielschichtig und einzelne Facetten geben sich erst bei genauerem Hinhören zu erkennen. Irgendwie überlagern sich hier mehrere Musikgenres auf einmal: Ein bisschen Retro/Garage/Psychedelica- Rock à la Black Rebel Motorcycle Club, eine Prise Abgedrehtheit aber gleichzeitig auch experimentelle Raffinesse von The Blood Brothers, dann noch die Dröhnung pur mittels Hellacopters- Schweinerock und zu guter Letzt sind auch deutliche Reminiszenzen an Alice in Chains mit ihrer Mischung von Grunge und Heavy Metal hörbar. Im Endeffekt schaut dann eines der fettesten Alben im Rock- Bereich - oder ist das bereits Post- Schweinerock?- in diesem Jahr heraus. Und aufgepasst: Das Album wächst und wächst und wächst - und im Hintergrund knirschts, quitschts und rauschts immer noch unaufhörlich.

Web: www.theicarusline.com

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Adem: "Homesongs" Singer/Songwriter (RecRec)
Frühlingsgefühle

Alle spüren den Frühling und dann kommt da einer daher, der Herbstmusik macht, wie es nicht herbstlicher ginge. Adem heisst der Herr, der sich in den Jahreszeiten verirrt hat. Hörenswert ist sein Debut allemal.

Von David Bauer.

Obwohl Homesongs sein Debutalbum ist - ein gänzlich unbekannter ist Adem Ilham nicht. Zusammen mit Four Tet ist er Fridge, ein experimentelles und daher gänzlich anderes Projekt als sein Soloprojekt. Homesongs zeigt Adem als talentierten Singer/Songwriter mit viel Folk im Blut.
Er kann damit dem derzeit stark aufkommenden Anti-Folk zugeordnet werden, wenngleich sein Ansatz der Tradition des Folk stärker verbunden ist als etwa Adam Green, eines der Aushängeschilder dieser neuen Bewegung. So gesehen steht er David Gray näher, vor allem dem frühen, prä-poppigen David Gray. Adem könnte sich aber auch nicht beklagen, wenn man ihn in die New Acoustic Ecke stellen würde. Turin Brakes sind (abgesehen von der Stimme) nicht weit entfernt. Doch wie so oft greifen Vergleiche, so beliebt sie sein mögen, zu kurz.
Ich würde allen, die beim Anblick der genannten Namen nicht direkt rückwärts vom Stuhl fallen, empfehlen sich Adems Homesongs zu Gemüte zu führen. Nicht weil ich überzeugt bin, dass sie jedem gefallen werden. Weil ich überzeugt bin, dass sich einige in die Songs verlieben werden. Womit wir doch wieder beim Frühling wären.

VERLOSUNG

Wir verlosen das Album von Adem 3 Mal. Schreibt uns, was wir im Plebs noch besser machen könnten an gewinnenplebs.ch (Betreff: Adem). Die drei ausführlichsten Feedbacks werden mit der Platte prämiert. Wie immer gilt: komplette Adresse nicht vergessen.

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Bonnie "Prince" Billy Sings Great Palace Music (RecRec)
Don't cry for me Will Oldham!

Palace, Will Oldham, Bonnie "Prince" Billy, alles der gleiche Mann: Ein bärtiger Melancholiker aus Louisville/Kenntucky, ein Genie der Klänge für traurige Stunden. Wieder einer, der mit Amerikanischer Musik in Europa grössere Erfolge feiert als Zuhause.

Von Philipp Albrecht.

Nun singt Will Oldham als Bonnie "Prince" Billy alte Palace-Songs. Das darf er ja auch, weil's seine eigenen sind. Das Problem ist nur: Es ist praktisch die reinste Form traditioneller Countrymusic, die nun entstanden ist. Das mag einige abschrecken. Pfui! Dolly Parton und so Scheiss! Taucht man aber mal so richtig ein und lässt Steel Gituar Steel Guitar sein, stolpert man über so manche Ironie. Zum Beispiel You Will Miss Me When I Burn. Irgendwie wird man hier das Gefühl nicht los, dass sich Will Oldham selbst ein bisschen veräppelt. Einerseits ist die Stimmung himmeltraurig ("Wenn du niemanden hast, kannst du auch von niemandem verletzt werden") andererseits kokettiert er mit solch ironischen Titeln.

Egal. Fakt ist: Es ist Country. Lagerfeuerstimmung, jaulende Steel Guitar, schleppendes Piano, krächzende Stimme. Da hilft auch die Tatsache nichts mehr, dass Oldham (der alte Schinken...) in der von grossen Plattenfirmen unabhängigen Musikszene Amerikas, die zur Zeit in Europa grosse Erfolge feiert, ein angesehener Mann ist. Es ist einfach zu viel Country. Punkt.

Web: www.dominorecordco.com/artist.php?artist=39

VERLOSUNG

Wir verlosen das Album von Bonnie Prince Billy 3 Mal. Schreibt uns, was wir im Plebs noch besser machen könnten an gewinnenplebs.ch (Betreff: Bonnie). Die drei ausführlichsten Feedbacks werden mit der Platte prämiert. Wie immer gilt: komplette Adresse nicht vergessen.

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"Aids is no longer just a disease, it's a human right issue"
46664 gegen die Pandemie

Samstag, 29. November 2003. Green Point Stadium in Cape Town, Südafrika. Mit einem riesigen Benefizkonzert wird eine weltweite Kampagne zur HIV/AIDS Aufklärung von Nelson Mandela lanciert. Die Musik ist dabei zweirangig.

Von David Bauer.




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Bono und The Edge von U2. Peter Gabriel. Youssou N'Dour. Queen. Anastacia. Jimmy Cliff. Angelique Kidjo. Euryhmics. Ms Dynamite. Bob Geldorf. Beyonce. The Corrs. Die Liste der anwesenden Weltstars ist lang und könnte noch weiter fortgeführt werden. Sie alle sind Nelson Mandelas Einladung gefolgt und haben dem Kampf gegen AIDS ihre Stimme gegeben. 46664 war Nelson Mandelas Gefangenenummer während seiner 18 Jahre, die er im Gefängnis verbringen musste. 46664 ist nun der Name der weltweiten Kampagne, die Mandela ins Leben gerufen hat. Sie soll all denjenigen Leuten helfen, die durch ihre Infektion mit dem HI-Virus zu einer Nummer reduziert werden, genauso wie Mandela damals selber zu einer Nummer reduziert wurde. Und sie soll mithelfen, das Bewusstsein für die grosse Bedrohung der Krankheit zu stärken. Symbolisch für die weltweite Zusammenarbeit, die für das Erreichen dieser Ziele notwendig ist, haben sich die Musikgrössen aus der ganzen Welt nicht nur in Südafrika zusammengefunden, sondern geben viele Songs in multinationaler und multikultureller Besetzung wieder.
Das Konzert von Cape Town ist nun auf DVD sowie als 3 Cd Set erschienen. All diejenigen, die nicht zu den 2 Milliarden (!) Leuten gehörten, welche das Konzert live via Fernsehen, Internet oder Radio mitverfolgt haben, haben nun also ebenfalls die Gelegenheit, sich diese teils unkonventionellen musikalischen Kooperationen anzuhören. Natürlich ist es ein schlechter Witz, wenn Anastacia mit Queen zusammen "We will rock you" performt, doch darum geht es für einmal nicht. Musikalisch mögen die Platten eher ein Flop sein, der Event hingegen war ein Riesenerfolg und das ist auch wichtig und gut so.

CD und DVD sind unter dem Titel 46664 bei Warner Music erschienen.

Web: www.46664.com

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Divine Comedy: 'Absent Freinds', Pop
Romantischer Brite

Seit Anfang der Neunziger veröffentlicht Neil Hammon unter dem Namen Divine Comedy Alben. Mit 'Absent Friends' erschien das neunte Opus des romantischen Briten.

Von Patrick Müller.

Wenn du dir Divine Comedy anhören willst, ohne dich dabei wie ein lausiger Nichtsnutz zu fühlen, muss du dir beim Hören schon den richtigen Rahmen schaffen. Das heisst, du solltest es dir in einem antiken Fauteuille gemütlich machen und eine sauteure und vor allem steinalte Flasche Wein trinken. Vor dir stehen Schachfiguren aus Elfenbein auf einem Brett, auf dem du am Nachmittag die entscheidende Partie der Weltmeisterschaften '96 nachgespielt hast. Auf der Lehne aus Mahagoni liegt das aufgefaltete Booklet, denn mindestens so gut wie Kasparow die spanische Eröffnung beherrscht, textet Neill Hammon, der seit Anfang Neunziger Platten unter dem Namen Divine Comedy Alben veröffentlicht.
Auf dem aktuellen Album 'Absent Friends' sind elf Gedichte zu monströsen Popsongs vertont. Wie so viele andere singt auch Neill Hammon von den kleinen Alltäglichkeiten, die so unglaublich gross werden können. Seine Texte sind melancholisch, sehr intellektuell und immer mit einem kleinen Augenzwinkern. Leider werden die lyrischen Perlen von einer unglaublichen Üppigkeit der der Streicher- und Bläserarrangements völlig zugeschüttet. Durch die Überproduktion der Musik verlieren die Songs extrem stark an Zugänglichkeit und Intimität. Das Ganze hört sich an wie Titelmelodien von lächerlichen TV-Shows aus den Neunziger.
Also, wer nicht auf orchestrales Intellektuellengesülze steht und sowieso findet, dass man süsse Elefanten nicht töten sollte, nur um aus ihren Stosszähnen Schachfiguren zu schnitzen, der lässt es mit Divine Comedy besser bleiben.

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Jérôme Minière: "Petit Cosmonaute", Nouvelle Chanson (Le Pop Musik)
Schwerelos

Wahrhaft ein kleiner Kosmonaut dieser Jérôme Minière. Auf seinem endlich auch hierzulande erschienenen Album "Petit Cosmonaute" bewegt er sich trotz allem Schwermut völlig schwerelos durch 14 Songuniversen.

Von Ralph Hofbauer.

Ganz allein ist der im wahrsten Sinne des Wortes franco-kanadische, weil von Frankreich nach Kanada ausgewanderte Kosmonaut in seinem Raumschiff unterwegs. Die Langeweile vertreibt er mit elektronischen Klangbasteleien, seiner Gitarre und anderen Instrumenten, die sich an Bord befinden. Auf einigen Planeten besucht er Seelenverwandte, die Schlagzeug oder Trompete spielen. Er berichtet ihnen von seiner Welt, nicht ohne zu betonen, dass es ihm grosse Mühe bereite, diese zu fassen. Er erzählt von der Luft auf dem blauen Planeten, dessen Bewohnern und - darin ist er ganz Franzose geblieben - seinen Schwierigkeiten mit der menschlichen Existenz.
Neben den philosophischen Sedimenten hat seine ursprüngliche Heimat auch in der Musik Spuren hinterlassen, allerdings bleiben dies stets marginale Rückstände. Minère bedient sich zwar der Chanson-, wie der Popgeschichte überhaupt, die oberflächlich traditionellen Songs werden aber stets durch (oft abstrakte) Elektronika unterminiert. Dem Filmschulabgänger sind raffinierte Ideen wichtiger als Gainsbourg-Posen und so findet der kleine Kosmonaut schliesslich seinen eigenen Stern. Auf dem ist alles leicht ohne seicht zu sein, schwebend vielmehr. Die lauernde Schwere der unerträglichen Leichtigkeit des Seins scheint überwunden, wie auch der Protagonist des letzten Stücks lernt, das Gewicht der Welt nicht mehr auf seinen Schultern zu tragen.
Einen weiteren Stern hat Minière unter dem Pseudonym Harry Kopter mit noch grösserem elektronischen Aufwand erkundet. Es bleibt zu hoffen, dass die Raketenbasis von Le Pop uns Aufnahmen davon in Bälde zugänglich macht. (Frankreichspecial in Plebs 2/04). Schade, dass man Musik wie diese erst mit zwei Jahren Verspätung bei uns veröffentlicht, während eine Unmenge an fragwürdigen Informationen täglich ohne Verzögerung global kommuniziert wird.

Web: www.jeromeminiere.com

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Kaito: "Band Red", Indie-Rock (Musikvertrieb)
Giztef - Rückwärts für fetzig!

Kaito machen Popmusik mit ein wenig Geschrammel, Gekreische und Getobe. Jedoch in einer erfrischenden Einstimmigkeit, die einen nicht nur gut fühlen, sondern auch gut aussehen lässt!

Von Daniela Valentino.

Bei Kaito wird elektrisierend in die Saiten geschlagen, vibrierend ins Mikrofon gegellt - dennoch hat alles seine Melodie. Eine trashige "Schrammel-Band". Frau am Mikrofon ist Nikki Colk und sorgt mit ihrer hellen, quirligen Stimme für mächtig Trubel.

Bei den ersten Stücken der CD stehen einem wirklich die Haare zu Berg, doch nur zu gut! Kaito haben eine ereifernde Wirkung, so dass man irgendwie die Lust verspürt, die Wände hochzurennen. Spätestens bei Stück Nummer vier würde man sich jedoch gnadenlos den Kopf am Boden anstossen - denn die "band red" kann auch mal ein paar Gänge runterschalten und das zu unser aller Genugtuung. Schade, dass von diesen ruhigeren Klängen nicht viel mehr auf dem Album vertreten sind, womit der Rest der CD jedoch keinesfalls unterbewertet werden soll. Denn es sind wahrlich alles regelrechte Kracher, wenn man dem so sagen kann. Nun gut, Benennungen wie "trashige Schrammel-Band" und "Kracher" werden dem Potential dieser CD nicht wirklich gerecht, denn hier wird nicht nur drauflos gekracht. Es liegt zwar kein Zweifel daran, dass die Töne stattlich aus den Boxen dröhnen und gesanglich hünenhaft gebrüllt wird, doch alles in einem ausgereiften Wohlklang.

Band Red ist das zweite Album der vier - paarweise beiden Geschlechts - Engländer. Formiert haben sie sich in Norwich/Brighton, der Stadt am Meer, im Jahre 1998. Der Sprung über den grossen Teich ist ihnen bereits mit dem ersten Album You've seen us... You must have seen us gelungen. Mit dem aktuellen Album gehen sie sogar noch einen gewagten Schritt weiter, denn man sollte sie nicht nur gesehen, sondern vor allem auch gehört haben! Kann man also getrost in die oberen Ränge des CD-Regals stellen!

Web:
www.kaito.co.uk

Reinhören:
www.boces.demon.co.uk/avframet.htm

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Kaizers Orchestra: "Evig Pint", Polka-Rock (Muve)
Gipsy-Finale

Gut ein halbes Jahr ist es her, als mich die Veröffentlichung des Debut-Albums vom Kaizers Orchestra aus den Socken haute - ein breites Grinsen war gewiss, wenn diese CD gespielt wurde. Jetzt gibt's bereits den Nachfolger: Evig Pint.

Von Basil Schneider.

Ihr zweites Album wurde bereits letztes Jahr in Norwegen veröffentlich; nachdem die "ewige Verdammnis" - so der Titel auf norwegisch - in Norwegen Platin-Status erreichte, gibt es das Album endlich auch in der Schweiz zu kaufen, natürlich wieder mit der englischen Übersetzung der norwegischen Texte im Booklet. Reinschauen lohnt sich!

Der Vorgänger, Ompa Til du dør war bei uns letzten Oktober Platte des Monats. Zurecht, wie ich noch betonen möchte, doch jetzt, ein halbes Jahr und 2 Live-Auftritte später, ist die Euphorie ein wenig verflogen und vor allem der Überraschungseffekt ist jetzt nicht mehr auf der Seite der Norweger. So spielt zwar Evig Pint in der gleichen Liga, jedoch nicht mehr als Aufsteiger und Favoritenschreck - sondern eher als etablierte Grösse.

Web: www.kaizers.no

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Mika: "Right Place, Right Time", Electronica
Ein modernes Märchen

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, ist eine Kunst die kaum jemand beherrscht. Mika auch nicht so ganz, da hätten sie mit ihrer elektronisch-poppigen Mischung schon um einiges früher kommen müssen, um für Aufsehen zu sorgen.

Von Basil Schneider.

Zugegeben, die leicht verdaubaren Songs machen gute Laune und laden zu einem Spaziergang im sommerlichen Wetter um den See ein. Bei der gemütlichen Runde um das Lagerfeuer mit akustischer Gitarre und tiefgreifenderer Musik dürften sie aber kaum eine Chance haben. Zu eingängig das ganze auf Dauer und somit stellt sich leider (zu) schnell Langeweile ein.

Dabei hat doch alles so gut begonnen: Im Märchenwald haben sich die beiden Österreicher getroffen, im Playmobilzimmer haben sie ihre ersten musikalischen Gehversuche unternommen - doch jetzt, jetzt hat es sie alle in die grosse weite Welt verschlagen, Wien, Graz, London. Die Distanzen zwischen diesen Städten und somit das Album mussten deshalb zuerst "erreist" werden, wie Mika selber sagen. Dabei gäbe es doch grad auf diesen Reisen genügend Zeit, um Ideen zu haben.

Web: www.mikaella.org

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Múm: "Summer make good", Electronica (Muve)
Sommer gut, alles gut

Hoch im Norden, wo noch Trolle und Elfen leben, wo warme Quellen aus den Felsen sprudeln, wo die tektonische Meeresplatte über den Meeresspiegel gedrückt wurde, wo teilweise noch unberührte Natur herrscht, da kommen sie her: Múm aus Island.

Von Basil Schneider.

Ihre Herkunft wollen und können die vier Isländer nicht verbergen. Wer bereits bei Björk einen eigenen, unverkennbaren Stil heraushörte und diesen bei Bands wie Gus Gus oder Sigur Rós trotz aller Verschiedenheit wieder ausmachen konnte, der wird dieses spezielle Etwas auch bei Múm wiederfinden. Dieses Etwas vermag elektronischen Klängen so viel Seele einzuhauchen - Gänsehaut garantiert.

So war es zumindest auf Yesterday was dramatic - today is OK. Ein Album voller ambienten Klängen, die sich derart ins Gehör und ums Herz schmiegten, dass man dieses Gefühl nie mehr loswerden wollte. Auch auf Finally we are no one war diese einzigartige Stimmung herauszuhören, trotz der Spur Kitsch, die sich auf dem Album eingeschlichen hat.

Der Leser möchte jetzt wohl wissen wie Summer make good ausgefallen ist. Schwierig zu sagen. Die Musik ist nicht mehr derart minimalistisch wie (zumindest teilweise) auf den beiden Vorgängern. Der Gesang wurde mehr in den Vordergrund gestellt und ja, die Spur Kitsch vom Vorgängeralbum hat sich leider noch etwas verbreitert. Wie sich das Album entwickeln wird, muss die Zeit zeigen, denn diese braucht es in jedem Fall zur Genüge bei Múm.

Web: www.randomsummer.com

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Nada Surf: "Live aux Eurockéennes de Belfort - 06.07.2003" (DVD, EMI), "Live in Brussels" (CD, EMI)
"Quand la batterie entre, il faut qu'on devient tous des mouches."

Nada Surf sind ein Sympathisantenpaket. Da stehen sie auf der Bühne und verbreiten gute Laune - einfach so. Keine Spur von aufgesetztem Lächeln oder einstudierten Witzeleien, die drei New Yorker versprühen ungetrübte Natürlichkeit.

Von Daniela Valentino.

Letztes Jahr durfte geschwitzt werden. Bei brütender Hitze durften Nada Surf ihre Livefähigkeiten an den verschiedensten Festivals unter Beweis stellen. Die Palette reichte von gigantisch (Glastonbury Festival) bis familiär (umgebauter Swimmingpool in Österreich). Die Herren hatten sichtlich Spass daran und waren nicht abgeneigt, beim legendären Paléo Festival gleich ein Doppelkonzert zu spielen. Ja, man kam so richtig auf die Kosten. Und heute wurde für die unersättliche Anhängerschaft der Wonnemonat um gut 31 Tage vorverschoben: Emi vertreiben nämlich zur Freude aller eine Live-CD vom letztjährigen Aufrtitt am Ancien Belgique. Damit noch nicht genug: Eine Live-DVD vom Konzert am Eurockéennes packen sie noch obendrauf.


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Die CD ist eine ziemlich gute Darstellung von dem, was Nada Surf letztes Jahr alles auf Tour gespielt haben. Über den Sinn solcher Live-CDs wird ja oft und gern gestritten - einerseits können sie niemals die wirklichen Livequalitäten rüberbringen, andererseits sind sie dennoch eine hübsche Erinnerung an ein besuchtes Konzert. Gezänk hin oder her, wir freuen uns über ein bisschen nada-surfesque Liveatmosphäre in der Stube.

Das einzig verwunderliche an dieser CD ist die Benennung des üblichen Stalemate. Wie man hier auf ein nichtssagendes Stacemate kommen kann, scheint ziemlich fragwürdig, zumal die Buchstaben c und l sich nun wirklich nicht in unmittelbarer Nähe befinden.

Das Konzert selbst ging am 31. März 2003 über die Bühne und blieb den Herren, den Worten im Booklet zufolge, in äusserst schöner Erinnerung: "One really can't ask for anything more." So ist es denn auch in Wirklichkeit mit uns Besuchern - was kann man sich mehr Wünschen als annehmliche Gänsehaut bei Songs wie 80 Windows, Killians Red oder Amateur, sich selbstständig machende Tanzfüsse bei Hispeed Soul oder schunkelnde Hüften bei Inside of Love? Vielleicht noch eine zusätzliche Live-DVD? Et voilà!


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Die DVD zeigt den Liveauftritt an den Eurockéennes de Belfort, vom 06. Juli 2003. Die Songauswahl ist wiederum eine Mischung aus all ihren Alben, allen voran jedoch aus ihrem neuesten Werk Let Go.

Immerwieder hübsch anzusehen ist die zierliche Dame im Hintergrund, die mal hier, mal da einen Finger am Keyboard rührt. Ihre eigentliche Aufgabe scheint nicht wirklich geklärt, da sich ihre körperlichen Anstrengungen lediglich auf diese eine Tätigkeit und gelegentliches, ausschwingendes Klatschen beschränken.

Desweitern sind wir jedoch froh um eines Rätsels Lösung: Mit auf der DVD ist nämlich der gern gespielte und stets mit lautem Gejole begleitete Song L'Aventurier von Indochine. Ein Lied, dass sie bisher nur an französisch sprechenden Orten zum Besten gaben, und einen als unwissenden, deutschen Schweizerländer ganz schön ahnungslos da stehen liess, währenddem das Lied bei den Franzosen eine regelrechte Massenhysterie auslöste. Mittlerweile scheint jedoch sogar eine Mini-Singleauskopplung daraus geworden zu sein. Die CD enthält zum einen den Song L'Aventurier und zum anderen Inside of Love. Ein kleines Presswerk, wofür man jedoch stattliche CHF 8.90 hinblättern muss.

Alles in allem hat diese DVD eine überaus beglückende Wirkung. Man kann sagen, dass selbst über den Bildschirm der Funke dieser erfrischenden Band überspringt. Umso mehr freuen wir uns auf deren Konzert am 30. Mai in der Schüür in Luzern. On y va!

Web:
www.nadasurf.com

Reinhören:
www.nadasurf.com/songs.shtml

Live:
30.05.2004 - Schüür, Luzern

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Naoki Kenji: "Ecoustic", Electronica (Disctrade)
Müesli-Mix

Ecoustic ist bereits das fünfte Album von Naoki Kenji. Erfahrung hat der Japaner also genügend, doch was man daraus macht, ist jeweils eine andere Frage.

Von Basil Schneider.

Das Cover täuscht, doch der Name auch: Auf Ecoustic sind weder elektronisch abgefahrene Spielereien zu hören, in deren Mittelpunkt eindeutig der DJ steht, so wie einem das Cover glauben machen könnte, noch sind wirklich akustische Songs zu hören, wie man aufgrund des Album-Titels glauben möchte.

Nein, auf Ecoustic gibt's Jazz zum Tanzen, oder Funk im Elektronikgewand oder Trip Hop mit einer Note Soul. Was auch immer: Naoki Kenji befindet sich irgendwo zwischen den Stühlen, ohne dabei gross aufzufallen. Das Album dümpelt mit seinen eingängigen Grooves so vor sich hin, doch wirklich berauschende Momente gibt es leider keine.

Web: www.naokikenji.com

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N.E.R.D.: 'Fly or Die', Hip Pop (Sony)
Too sexy for my Stereoanlage

Wenn dein bester Freund, dem du eigentlich einen guten Musikgeschmack bescheinigst, den neuen Britney Spears Song gar nicht mal so schlecht findet, waren bestimmt Pharell Williams und Chad Hugo alias Neptunes am Werk. Jetzt liefern sie uns unter dem Namen N.E.R.D. mit 'Fly or Die' ihr zweites eigenes Werk. Ein viel beachtetes und mit unzähligen Vorschuss-Lorbeeren übersätes Album.

Von Patrick Müller.

N.E.R.D. sind Pharell Williams, Chad Hugo und Shae. Die beiden erstgenannten produzieren unter dem Namen Neptunes Musik für so bekannte Acts wie Busta Rhymes, Babyface, Usher, Justin Timberlake oder No Doubt. Neptunes sind der absolute heisse Scheiss und jedes Sternchen am Pophimmel, das nicht mindestens ein Lied mit ihnen gemacht hat, kann sich seine Coolness grad mal in den Arsch schieben.
Irgendwie haben sich N.E.R.D und Neptunes eine unglaubliche Streetcredibility ergaunert. An allen Ecken trifft man Leute, die das, was die machen, unglaublich lässig finden. Man muss ihnen attestieren, dass sie frischen Wind in das abgeschlaffte und monotone R&B, Hip Hop-, Popbusiness gebracht haben. Darum gerade von Revolution und dem besten seit Qunicy Jones zu sprechen, finde ich nicht nur übertrieben sondern geradezu anmassend.
Auf 'Fly or Die' sind zwar zwölf nette Songs, die schon unglaublich gut geeignet sind, mit einem hübschen Hintern dazu zu wackeln. Doch auch nicht viel mehr. Und dieses Gerede von Titten und Ärschen ist doch einfach nur pubertär. Obwohl Pharell Williams bei den Frauen scheinbar unglaublich viel 'Play' hat, und die ganze Männerwelt ihn darum beneidet, wird er nie die Brillanz eines Hugh Hefners erreichen, dafür hat er leider zu wenig Stil.
Nichtsdestotrotz, 'Fly or Die' ist ein Album, das man sich bei heissem Wetter im Garten beim Kartenspielen gut anhören kann, aber für Kopfhörer und lange Zugreisen ist es nicht geeignet.

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Portobello: "Face the Music" (11.p.m. Records / Helvetic Production)
Face It - es könnte sich lohnen

Wieder eine junge und vielversprechende Indie-Band aus Luzern. Portobello orientiert sich dabei primär an Bands wie Placebo oder The Notwist.

Von David Bauer.

Es waren einmal zwei junge Menschen. Und diese jungen Menschen spazierten durch London. Genauer gesagt, durch Portobello. Und sie unterhielten sich. Sie unterhielten sich über ihre Projekte. Der eine war ein Künstler, der andere kannte sich in organisatiorischen Dingen aus. Und dann trennten sie sich wieder.
Die beiden Menschen sind Markus Burri und Peter Bucher. Mittlerweile ist der erste der musikalische Kopf, der andere der Manager von Portobello. Irgendwann hatten sich die beiden an ihr Gespräch in Portobello/London erinnert und beschlossen, gemeinsame Sache zu machen. Mit dem Namen huldigen sie dem Ursprung der Inspiration.
Beim Hören des Debutalbums Face the Music kommt einem schnell Placebo als Referenz in den Sinn. Vor allem die Stimme von Markus Burri ist derjenigen von Brian Molko sehr ähnlich. Aber auch die Gitarren werden teils sehr ähnlich eingesetzt und erzeugen den speziellen Placebo Stil. Besonders deutlich wird dies etwa bei "Chase The Dragon" (sogar textlich eine Anleihe von Placebo) oder "I'm Not Gold". Auch Einflüsse von The Notwist sind von Zeit zu Zeit klar auszumachen.
Es gilt also fest zu halten: wer Placebo und The Notwist nicht mag, dürfte auch mit Portobello Mühe haben. Der Umkehrschluss gilt allerdings genauso: wer Placebo und/oder The Notwist mag, dem wird Portobello ebenfalls gefallen. Denn Markus Burri macht seine Sache gut. Face the Music klingt musikalisch sehr ausgereift und spielt schön mit unterschiedlichen Stimmungen. Mal direkt und down to earth, dann wieder verspielt elektronisch. Face the Music ist auf jeden Fall eine der Platten, die man gerne immer mal wieder aus dem Regal holt...

Web:
www.portobello-music.ch

Reinhören:
www.portobello-music.ch >>Cd Face the Music >> Songs

Live:
30.05.04 - Schüür Luzern (Support von Nada Surf)

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Roman Fischer: "Bigger than now", Indiepop (Blickpunkt Pop)
Wunderkind wider Willen

Das Münchener Label Blickpunkt Pop ist vor allem bekannt durch Bands wie die Sportfreunde Stiller oder Readymade. Jetzt haben sie das Album des 18-jährigen Multiinstrumentalisten Roman Fischer veröffentlicht.

Von Stephan Knepper.

Wunderkind ist ein Begriff der gerne verwendet wird, wenn junge Menschen etwas schaffen wozu sie eigentlich noch zu jung zu sein scheinen. Obwohl er das nicht gerne hört, wurde Roman Fischer auch schon oft als Wunderkind gepriesen. Kein Wunder, er ist gerade mal 18 Jahre alt und hat jetzt seine erste Platte veröffentlicht, auf der er noch dazu alle Instrumente selber einspielte. Bei der Musik handelt es sich um seichten und sehr einfühlsamen Indiepop. Erinnert ein bisschen an Weezer ohne Rock, Radiohead in Zeitlupe oder Placebo auf Valium.
Der Singer/Songwriter Fischer sieht seine Einflüsse aber eher bei seinem Eltern. Die Mutter ist Leiterin einer Musikschule, der Vater spielt im Orchester des Bayrischen Rundfunks. In seiner Jugend hörte Roman Fischer erst Punk, dann Hip-Hop und landete schließlich bei Tocotronic und Miles. Zum Glück, wie er selber zugibt. Glück, das er mit uns in Form seiner Debüt CD teilen will. Dafür sollte man ihm danken. Denn die CD ist wirklich schön anzuhören.

Web: www.romanfischermusic.de

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Rumplestitchkin: "Small-Time Hero" (Petrol/Saiko)
Belgiens kleine Helden

Rumplestitchkin kommen aus Belgien und haben mit "Small- Time Hero" ein erfrischendes Indie- Pop/Rock Album aufgenommen, das praktisch nur aus Hits besteht.

Von Mathias Menzl.

Couleur 3 hatte wieder mal einen guten Riecher. Nicht umsonst wurde "Small- Time Hero als Album der Woche propagiert, denn Rumplestitchkin aus Brüssel sind gut, sehr gut. Ob "Vodoo Smile" fröhlich disco- rockend, an Noir Désir erinnernden Grunge Rock zelebrierend wie mit "Big Bag Slide" oder mit einer simplen Indie- Pop- Melodie ("Harsh", "Stairs") das Herz zum schmelzen bringen. Erstaunlicherweise mag das Debüt denn auch keinen Tiefpunkt aufweisen und das trotz sage und schreibe 14 Songs. Das macht ihnen so schnell keiner nach. Rumplestitchkin vermögen nicht durch Innovationen überzeugen, sondern durch ihre Schnörkellosigkeit. Allerdings muss dieser euphorischen Laudatio relativierend beigefügt werden, dass die Belgier schon ziemlich lange zusammen musizieren, seit 1997 und somit ist dieser Wurf auch nicht aus dem Nichts kommt. "Small- Time Hero" ist in Belgien schon letztes Jahr erschienen und wurde dort ziemlich abgefeiert, doch die Platte als "alt" zu bezeichnen wäre schlicht fahrlässig, denn Indie- Pop in diesem Format ist zeitlos.

Web: www.rumplestitchkin.com

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The Eagles of Death Metal: "Peace, Love and Death Metal" (Irascible)
"Sex- Rock- Shock- Welle"

Josh Homme tanzt wieder mal auf einer anderen Hochzeit. Diesmal eine ganz unbefleckte.

Von Mathias Menzl.

Mit Jugendfreund Jesse ,Devil' Hughes geht's ab Richtung abgedrehten Country- Rock. Das tönt jetzt völlig unzumutbar, ist aber nicht so. Trotz den für Fans von Hommeschem Schaffen vielleicht etwas ungeübten Ohren für Slide- Gitarren. Gospel, Hillbilly und Blues, sollte dieses Album mächtig zünden. Zumindest vielleicht bei jenen, die mit den Desert Session schon so einige kreative Windungen von Josh Homme mitmachen durften. Sänger und eigentlicher Frontmann der Eagles of Death Metal, Jesse ,Devil' Hughes - Josh Homme spielt Schlagzeug -, hat denn auch schon bei den Desert Sessions 3&4 mitmachen dürfen. Gepriesen wird das Album als eine "kultivierte, Sex- Rock- Schock- Welle". Das lassen wir hier mal so stehen.

Web: www.southern.com

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The Mendoza Line: "Fortune" (Musikvertrieb)
Das Schreiben ist Mendozas Lust

The Mendoza Line haben sich nach dem mexikanischen Leistungs-Baseballspieler Mario Mendoza benannt. Sie selbst sind aber keine Schlägertypen, sondern eher ein melodiöses und dichterisches Schreibersextett.

Von Daniela Valentino.

Mendoza Lines neuestes Werk handelt vom Reisen. Vom Reisen in fremde Länder, von Immigration und Emigration. Spannend sind die Erzählungen vom Songwriter Dreigestirn, die unter anderem auch beim American Book Congress ihre selbsterfassten Geschichten publizieren.

Fortune lebt vom Country, Pop, Rock und sich abwechselnder Frauen- und Männerstimme. Es ist das fünfte Album, seit sich das Brooklyner Sextett 1995 zusammengefunden hat, mit dem Ziel vor Augen, keinen Einheitsbrei zu komponieren. Die Vielschichtigkeit spricht durchaus für diese CD, irgendwie ist für jeden etwas dabei. Wer kein grosser Freund von Countrygitarren ist, dem werden die raffinierteren Popmelodien gefallen, alle anderen werden sich am ausgeklügelten Songwriting laben. Die Songtexte erzählen Geschichten und sind kein Gebräu von vierzeiligen, sich reimenden Textabsätzen, die wiederum von sich wiederholenden Refrains umrahmt werden.

Die Texte besitzen eine scharfe Beobachtungsgabe und paaren sich in Einklang mit melancholischer Heiterkeit. Man sollte dem Album wirklich Zeit geben, denn was am Anfang als (beschwipste) Trallalala-Musik rüber kommt, entpuppt sich nach mehrmaligem Hören in eine interessante Stimmigkeit.

Web: www.mendozaline.com

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The Young Gods: "Music for Artificial Clouds", Ambient (RecRec)
Klangwelten

Ganz so jung sind sie nicht mehr - Götter sind sie aber zweifellos geblieben: The Young Gods aus Genf. Die Rock Pioniere der Schweiz auf ganz neuen Pfaden...

Von David Bauer.

Mike Patton hat sie einst als eine seiner prägendsten Einflüsse bezeichnet. Dies alleine verdeutlicht, dass The Young Gods nicht irgendwer sind. Mit ihrem neuesten Werk Music for Artificial Clouds leisten sie wieder Pionierarbeit und geben sich für einmal ganz leise und entspannt.
Ganz neu sind die Klänge allerdings nicht. Denn mit der Artificial Cloud im Albumtitel ist die Arteplage in Yverdon gemeint, eine der wenigen wirklichen Highlights der kulturellen Steuerschleuder mit EXPOnentiell gestiegenen Kosten im Jahre 2002. Die Klänge, die den Besucher in der Wolke begleitet haben, veröffentlichen The Young Gods nun als Platte. Wer es nicht gewusst hat, staunt nicht schlecht, dass die sonst rockigen Young Gods hinter diesem Projekt stecken.
Music for Artificial Clouds ist Musik zum Entspannen. Musik, die entführt. Musik die gleichzeitig da ist und trotzdem nur unterbewusst wahrgenommen wird. Inspiriert sind die Kompositionen von einer Amazonienreise des Young God Franz Treichler, zahlreiche Geräusche von dieser fernen Welt sind in die Musik eingeflossen. So entsteht eine neue, computererzeugte Welt mit zig verschiedenen Geräusche und Klängen, in die man gut und gerne eine Stunde eintauchen kann um danach völlig entspannt wieder zurück zu kommen.

Web:
www.theyounggods.com

Reinhören:
www.theyounggods.com/cms/front_content.php?idcat=45

Live:
Amazonas Ambient Project (eine von den Young Gods instrumentierte Lesung des Anthropologen Jeremy Narby), weitere Daten werden bekanntgegeben

VERLOSUNG

Wir verlosen das Album der Young Gods gleich 3 Mal. Schreibt uns, was wir im Plebs noch besser machen könnten an gewinnenplebs.ch (Betreff: Young Gods). Die drei ausführlichsten Feedbacks werden mit der Platte prämiert. Wie immer gilt: komplette Adresse nicht vergessen.

Vollständige Teilnahmebedingungen unter Gewinnen.

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The Zutons: "Who killed the Zutons", Sony
Was für ein Hörerlebnis

The Zutons kommen aus Liverpool und sind The Coral nicht unähnlich. The Zutons sind ein Hörerlebnis, ob auf Party, Drogen oder nüchtern zu Hause auf dem Sofa. Nicht nur in England als der Geheimtipp schlechthin gehandelt.

Von Mathias Menzl.

Vielleicht wisst ihrs schon: Hier fallen gleich drei Referenzen ins Auge beziehungsweise ins Ohr: Erstens: Ihr Album erinnert stark an The Raveonettes' Cover- Künste. Und siehe da, The Raveonettes minus Punk und wir haben einen Sound der ganz nahe an The Zutons rankommt. Aber dann vergessen wir dies gleich ganz schnell wieder. Zwei weitere Dinge zeichnen The Zutons aus: der obercoole Bandname und die Parallelen zu The Coral. Auch hier sass Ian Broudie hinter den Reglern und auch The Zutons behilflich auf ihrem Streifzug durch die ältere Musikgeschichte. Auf diesem Sommerspaziergang, denn ein Sommeralbum ist "Who Killed the Zutons" auf alle Fälle, streifen sie so manches Hippie- Fest, bringen aber auf jedes dieser Feten ihr Bläserensemble, ein paar Streicher, Slide- Gitarren und eine Rumpelkiste voll anderen Querverweisen an die 60er und 70er Jahre mit, u.a. auch The Grateful Dead. Was sie vor einem gröberen Absturz in psychedelische Gefilde bewahrt, ist ihr Pep (Pop), den sie schnurstracks und ohne Übermittlungsverluste auf den Hörer übertragen können. In der Folge schwingt die Hüfte und zappelt das Tanzbein und wenn's ruhiger zu und her geht, dann wird halt mit einem sonnigen Grinsen auf den Lippen mitgeschunkelt und den imaginären Lichtkäfern in Slowmotion nachgetänzelt. Was für ein Hörerlebnis.

Web: www.thezutons.co.uk

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Tomasz Stanko Quartett: "Suspended Night", Jazz (ECM)
Kind of blue

Die polnische Legende Tomasz Stanko scheint seiner Trompete nicht müde zu werden und veröffentlicht zwei Jahre nach dem vielumjubelten "Soul of Things" ein neues Album, das seine Vormachtstellung als einer der besten europäischen Jazzmusiker untermauert.

Von Ralph Hofbauer.

Jazz ist in diesem Magazin eine Ausnahmeerscheinung und zugegeben, der kultivierte, harmlose Feuilleton-Jazz, der so manchem DRS2-Hörer den Sonntagmorgen versüsst, ist ja schnell mal langweilig oder weckt Assoziationen, die man lieber schlummern lässt. Jazz hat die aufbegehrende Aura längst verloren, die ihn Mitte des letzten Jahrhunderts noch umgab, und ist heute für das gutsituierte Bürgertum das, was damals noch Klassik war: schöne, intelligente, unaufdringliche Musik. Auch der Jazz von Tomasz Stanko plätschert in der lieblichen Manier von Miles Davis' "Kind of Blue" aus den Boxen - und ist trotzdem oder gerade deshalb hörenswert.
Zu sagen, Stanko sei dem grossen Miles ebenbürtig, wäre wohl Blasphemie, aber gar nicht so verfehlt, denn der Pole meditiert auf seinem Instrument ähnlich introspektiv-lyrisch wie der Urvater des Jazz. Trotzdem ist "Suspended Night" keine Blaupause der angesprochenen Phase der Karriere von Miles Davis. Stanko schwelgt vielmehr in einer ureigenen Melancholie, die stärker in der slawischen Mentalität verhaftet scheint, als im Blues der Südstaaten. Begleitet wird er von Klavier, Bass und Drums, gespielt von Musikern, die seine Söhne sein könnten. Stanko hat die drei jungen Polen bereits vor zehn Jahren unter seine Fittiche genommen und so erstaunt es nicht, dass das Quartett harmoniert. Es gelingt den Vieren über 70 Minuten eine elegische Atmosphäre aufrechtzuerhalten, deren Spannung sich bisweilen entlädt, um sich mit neuer Intensität wieder aufzubauen. Obwohl Raum genug für Improvisation bleibt, verliert sich das Quartett dabei nicht in egomanischen Soli. So macht Downbeat-Jazz auch heute noch Sinn und versüsst auch meinen Sonntagmorgen.

Web: www.ecmrecords.com

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Tortoise: "It's all Around you" (RecRec)
Klangreiches Utopia

Die Wasserschildkröte ist zurück - gewohnt stilsicher und post-rockig. Felsenfest halten die fünf Jazz-Rocker die Fahne "Post- Rock aus Chicago" aufrecht im Wind.

Von Mathias Menzl.

"Tortoise are using rock- instruments for non-rock purposes". So wurden die fünf Nordamerikaner in ihren Anfangstagen definiert. An die Zauberformel "Post-Rock" haben sich Tortoise auch bei "It's all Around you" gehalten. Eine Veränderung zum Vorgänger "Standards" ist aber dennoch auszumachen. Tortoise sind sanfter geworden, mit noch mehr Detailversessenheit. Die Klänge fliessen vor sich hin, begleitet durch eine sanfte Beschwingtheit. Alles fügt sich harmonisch zusammen, Ecken und Kanten werde zu Rundungen und man darf vor sich hinträumen von Utopia oder Mittelerde wie es das Cover evoziert. Die Stromgitarre bleibt gänzlich aus, das Xylophon nimmt seine dominante Stellung in gewohnter Manier ein. So schaffen es Tortoise auch auf ihrem mittlerweile fünften Werk mit Melodien zu verzaubern, die das geistige Auge Luftsprünge vollbringen lässt, ob den Eindrücken, welche die Musik vor selbiges transportiert.

Web: www.thrilljockey.com/bandpage.html?artistnum=1

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Whysome: "of the need to wait", Indie-Rock (Namskeio)
Die Notwendigkeit des Wartens

Dass in Basel viele Bands ziemlich britisch klingen, dürfte weit herum bekannt sein. Dass es dabei bessere und (viele) schlechtere gibt, dürfte ebenfalls klar sein. Und dass Whysome zu ersteren gehören, ist ja keine Frage!

Von David Bauer.

Whysome haben eine schwierige Phase hinter sich gebracht. Whysome waren früher mal Bent und in vielen Basler Musikköpfen als eben diese abgespeichert. Es folgte der juristisch bedingte Namenswechsel und die langwierige, mühselige Übergangsphase in der Whysome als neuer Name einer eben nicht neuen Band etabliert werden musste. Mittlerweile kennt man Whysome (wieder) und die durch den Namenswechsel verlorenen Anhänger wurden durch neu dazu gewonnene längst überkompensiert. Das Warten hat sich für die Band also gelohnt.
of the need to wait ist streng genommen das Debutalbum von Whysome, das erste Album haben sie noch als Bent veröffentlicht, als Whysome bisher erst eine EP (not even close to what it was ment to be, 2002). Diesmal tragen sie dick auf: üppig instrumentierte Pop-Rock Hymnen, üppig produziert. Whysome leben ihre Affinität zu den grossen Melodien und schöpfen ihr Potential und ihre Möglichkeiten mit Tom Jackson (Eat No Fish, Guano Apes) als Produzenten voll aus. Leider fallen zwei der markantesten Elemente von Whysome diesen imposanten Gitarren- und Effektwänden etwas zum Opfer: Victor Hofstetters aussergewöhnliches Stimmorgan und die Violinenarrangements, mit denen sich Whysome vom Indie-Rock-Mainstream abheben. Bei beiden hätten Whysome gut daran getan, sie etwas mehr hervor zu heben. Nichtsdestotrotz ist ihnen mit der neuen Platte die bisher professionellste und auch beste gelungen und of the need to wait können wir ja wörtlich verstehen. Wir warten auf das nächste Konzert und lassen uns live (Daten siehe unten) überzeugen. On Stage sind Whysome Spitzenklasse - garantiert!

Web:
www.whysome.com

Reinhören:
www.whysome.com >> whysome world >> sounds

Live:
15.05.04 - börömpömpöm Oberentfelden
19.05.04 - Musikaserne Basel (siehe unten)
20.05.04 - Bierhübeli Bern
21.05.04 - Schüür Luzern

PLATTENTAUFE

19. Mai 2004, Musikaserne Basel, Whysome Plattentaufe mit Special Guests

Whysome geniesst in Basel einen hervorragenden Ruf als Live-Band. Und dies völlig zu recht. Whysome live, das ist grundsolider Indie-Rock, grosse raumfüllende Melodien, eine einzigartige Violine und die Gänsehautstimme von Victor Hofstetter. Whysome gehören damit klar zu den Lieblingen des Basler Musikpublikums. Es ist allerdings bereits eine Weile her, seit man Whysome in Basel live sehen konnte und entsprechend gespannt darf man auf die Plattentaufe in der Kaserne sein. Das neue Songmaterial ist um einiges massiver als frühere Songs und dürfte live noch besser zur Geltung kommen als auf Cd. Wenn Whysome ihr Potential ausspielen - und das werden sie bei diesem Heimspiel - dann darf man einen energiegeladenen Auftritt mit einigen Überraschungen erwarten. Vor lauter Vorfreude sollte man allerdings nicht vergessen, sich rechtzeitig Tickets zu besorgen. (dba)

Web:
www.musikaserne.ch
www.ticketcorner.ch

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NEWS AUS DEM ROCK EPIZENTRUM

Magicrays: "On the Shoreline"
Pendleton: "Grounded for a Year" (Re-release)
v.a.: "Gentlemen Sampler 2004"
News aus dem Rock-Epizentrum

Lausanne liefert wieder einmal kreativen Output. Diesmal gibt es Zinedine Zidane auf Platte, einen Rückblick auf ein ganzes Jahr sowie eine all-in-one Lösung. Ja wenn das kein verlockendes Angebot ist...

Von David Bauer.


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Wem Favez zu energiegeladen sind, Honey for Petzi zu minimalistisch und Toboggan zu verspielt, der findet in den Magicrays die perfekte Mischung. Ihnen gelingt eine Synthese der Stärken der genannten Bands, wobei sie die Ecken und Kanten weglassen. Damit sind die Magicrays bestimmt um einiges mehr mainstream als es die restlichen Bands aus Lausanne sind. Sie als durchschnittlich zu bezeichnen, wäre von der Wahrheit dennoch Meilen entfernt. Wie alle Bands des (nicht mehr ganz so) geheimen Rock-Epizentrums der Schweiz haben sie dieses gewisse Je-ne-sais-quoi, das die Musik so charmant wie Montmartre, so bekömmlich wie ein gereifter Bordeaux und so geschmeidig wie Zinedine Zidane macht. Der Rest ist Hören!


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Pendleton an sich ist nicht allzu vielen Leuten ein Begriff. Wenn man aber den Künstler, der hinter diesem Projekt steht, nennt, werden bereits einige aufhorchen: Greg Wicky. Und wenn man dann noch bemerkt, dass dieser der Frontmann der mittlerweile aufgelösten Chewy war, ja spätestens dann dürfte zumindest das Interesse geweckt sein.
Wie sein Bruder Chris - seines Zeichens Favez Frontmann und als The Sad Riders hin und wieder solo unterwegs - hat auch Greg ein Soloprojekt, bei dem er seine eher ruhigere Seite auslebt. Nach dem Ende von Chewy ist Pendleton nun zu Gregs Hauptprojekt geworden. Bevor im Mai die neue Platte von Pendleton kommt, wird das Debutalbum Grounded for a Year (1999) nochmals veröffentlicht. Quasi um in Erinnerung zu rufen, dass da neben Chewy noch etwas anderes war...
Grounded for a Year besteht aus 12 Songs, wovon jeder nach einem Monat benannt ist. Darunter findet sich mit "December" auch ein Song, der später auf einem Chewy Album etwas üppiger instrumentiert veröffentlicht wurde. Wem Greg Wickys Stimme gefällt, der wird gerne seine Reise durch die Monate mitmachen. Frisch, entspannend, humorvoll, deprimierend, energetisch - wie das Jahr halt so ist...wir sind gespannt auf das neue Album (geplanter Release im Mai)


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Wer erst gerade daran ist, Lausanne als Herkunftsstadt erstklassiger Musik zu entdecken, ist mit den Sampler des Gentlemen Labels gut bedient. Bei Gentlemen laufen die Fäden zusammen, von hier aus gehen die Bands und Platten in die Schweiz hinaus (grosse Reportage in Plebs 6/03, http://www.netzmagazin.ch/magazin/2003/juni/hoeren1.html VERLINKEN UND VERSTECKEN). Viele Lausanner Bands sind bei Gentlemen unter Vertrag (Honey for Petzi, Toboggan, Houston Swing Engine, A Season Drive, u.a.), zudem vertreibt das Label internationale Acts (The Appleseed Cast, at the close of every day, u.a.) in der Schweiz. Der Sampler bietet die ausgezeichnete Gelegenheit, diese kennen zu lernen.

Web:
www.magicrays.com
www.pendleton.ch (under construction)
www.gentlemen.ch

Magicrays Live:
20.04.04 - PTR (L'Usine) Genève
25.04.04 - Fri-Son Fribourg
28.04.04 - ISC Bern
21.05.04 - Kiff, Aarau
11.06.04 - Caribana Festival, Crans/Céligny

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KURZKRITIKEN

Eskobar: "A Thousand Last Chances" (TBA)
Leichtgewichtig
Wirklich relevant waren Eskobar nie. Ihre Musik war anspruchsloser Pop, der gerade darin seine gewissen Reize hatte. Musik zum sich leicht fühlen. Mit dem neuesten Album sind Eskobar nun aber definitiv selber zum Leichtgewicht geworden. So langsam aber sicher dämmert es uns, dass Eskobar nicht bewusst die Musik gemacht haben, die sie bisher gemacht haben, sondern dass mehr einfach nicht drin lag. A Thousand Last Chances legt dies schonungslos bloss.

Kane: "What If", Pop-Rock (BMG)
Frühlingsgefühle?
Der Frühling ist endlich da und mit ihm die Sonne. Zeit also für Frühlingsmusik. Kane kommen da gerade richtig. Das holländische Quartett, in den Niederlanden bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, macht Pop-Rock ohne grosse Ansprüche mit eingängigen Melodien. Ganz im US-amerikanischen Stile von 3 Doors Down, Lifehouse und Konsorten. Nicht besser, aber auch nicht schlechter. Durchschnittlich eben.

Schandmaul: "Wie Pech & Schwefel" (Musikvertrieb/BMG)
Geiselnahme
Was passiert, wenn Rammstein einen Troubadours als Geisel nehmen und ihn zwingen, mit ihnen Musik zu machen? Richtig: Schandmaul! Wobei diese Musik weder die Härte von Rammstein, noch die lyrische Qualität eines Troubadours hat. Offenbar sind Rammstein mit ihrer Geisel nicht zufrieden und das Stockholm Syndrom will nicht wirklich greifen. Wollen wir hoffen, dass diese Geiselnahme bald ein glimpfliches Ende findet...

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