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Roskilde-Festival
| Roskilde (DK) | 26. - 29. Juni 2003
Vier Tage im Norden
Vier Tage voller Konzerte und DJs, vier
Tage tanzen und schwitzen; vier Tage dänisches Bier und
auf dem Gaskocher zubereitete Teigwaren, vier Tage unter 100'000
Leuten, die alle das gleiche wollten: Nämlich ein Festival
feiern. Das Roskilde-Festival.
Von basil.schneider
plebs.ch.
Die Reise
Mittwoch, 25. Juni 2003, 13:00, Zürich HB: Die Reise beginnt.
Das Roskilde-Festival hat die Tore zum Zeltplatz zwar längst
geöffnet, der offizielle Start ist aber erst in 28 Stunden.
23 Stunden sollte unsere Reise in den Norden in Anspruch nehmen.
Mit dem Zug geht es zuerst nach Stuttgart, wo ein Car von den
Cool-Tours auf uns wartet. Cool-Tours ist ein junges Reiseunternehmen,
welches sich vor allem auf Festivals und sonstige Reisen für
Junge und Junggebliebene spezialisiert hat. Um das Eintrittsbillet
und Platz auf dem Zeltplatz müssen wir uns nicht kümmern,
das ist alles im Preis inbegriffen.
Dieses Jahr sind 27 Leute mit von der Partie,
ein bunt durchgewürfeltes Team. Unterwegs entspannt man
sich, trinkt ein Bier oder liest ein Buch. Das Schlafen fällt
im Reisebus zwar etwas schwer, doch nach mehreren Stunden Fahrt
inklusive Überschiffung mit einer Fähre über die
Ostsee, ist man in Roskilde angelangt. Das erfahrene Cool-Tours-Team
gibt einem noch ein paar Tipps mit auf den Weg, dann kann das
Festival beginnen.
Die Rückreise verlief dann nicht ganz
so reibungslos. Etwa auf halber Strecke gab der Reisebus den
Geist auf. Zylinderkopfdichtung und noch vieles mehr im Eimer,
so lautete das Urteil. Doch das Cool-Tours-Team blieb ihrem Namen
treu und dementsprechend cool und organisierte in kurzer Zeit
einen Ersatz-Bus, mit dem dann die Reise fortgesetzt werden konnte.
Das Festival
Das Roskilde-Festival, nahe der dänischen Hauptstadt Kopenhagen,
existiert nun bereits seit 1971. Zu diesem Zeitpunkt besuchten
10'000 Leute das Festival. Heuer sind es 75'000 zahlende Besucher.
Dazu kommen 23'000 Helfer, somit befinden sich bis zu 100'000
Menschen auf dem Festival-Gelände. Platz ist aber genug
für alle da, denn alleine das Gelände, auf welchem
die Konzerte stattfinden, also ohne Zeltplatz oder VIP-Bereiche,
misst über 33 Hektaren.
Auf 6 Bühnen treten an den 4 Festivaltagen
über 150 Bands auf. Hinzu kommt eine Bühne auf dem
Zeltplatz, auf welcher bereits 3 Tage vor dem offiziellen Festivalbeginn
Konzerte stattfinden. Ebenfalls gibt es eine Bühne, welche
exklusiv für Spoken-Words-Auftritte reserviert ist und ein
Kino, in dem täglich 6 Filme laufen. Mit diesen Fakten im
Rücken dürfen die Festival-Veranstalter durchaus behaupten,
eines der grössten Festivals überhaupt auf die Beine
zu stellen. Und sicherlich auch eines der wohltätigsten.
Den Profit, der jährlich durch das
Roskilde-Festival entsteht wird jeweils an humanitäre Zwecke
gespendet. Letztes Jahr gingen die Gewinne an die weltweiten
Opfer von Landminen. Dieses Jahr profitiert das Projekt "Hello,
Peace", welches den Dialog zwischen Israelis und Palästinensern
forciert, um zusammen zu einer Lösung ohne Waffengewalt
im Jahrzehnte alten Konflikt zu gelangen.
Die Leute
Am Roskilde-Festival trifft man Leute aus verschiedensten Nationen
an: Engländer hat es ebenso wie Isländer oder eben
auch Schweizer. Hauptteil des Publikums kommt aber natürlich
aus Skandinavien und Deutschland. Doch die Nationalität
ist an einem Festival ja sowieso Nebensache; geredet wird dänisch
oder alternativ englisch, welches die Skandinavier meistens besser
beherrschen als die deutschsprachigen Festivalbesucher.
Die Stimmung unter den Leuten ist sehr
locker und ausgelassen, man ist offen für alles; auf dem
Festivalgelände, wie auch auf dem Zeltplatz. Durch verschiedene
von der Festival-Leitung ins Leben gerufene Aktionen wird versucht
die Kriminalität auf ein Minimum zu reduzieren. Denn grosse
Festivals haben natürlich auch immer mit Gesindel zu kämpfen.
Wir erlebten auf jeden Fall eine rundum friedliche Woche, ohne
dass wir unser Zelt stets bewachen mussten oder von Drogenangeboten
überhäuft worden wären.
Ob das Roskilde-Festival 2003 wirklich
für alle so friedlich verlief, liess sich kurz nach Ende
des Festivals noch nicht sagen, doch ein Statement zur Festival-Ausgabe
2002 lässt nur Gutes hoffen: "Das Roskilde Festival
2002 war sehr friedlich, wenn man in Betracht zieht, dass das
Festival mit seinen 100'000 Besuchern die gleiche Grösse
wie eine Dänische Grossstadt in der Provinz besitzt. So
verlief die Festival-Woche um einiges friedlicher als das Leben
in einer solchen Stadt während einer üblichen Woche.
Es bereitet uns eine grosse Freude, dass unsere Zuschauer zueinander
und zum Festival Sorge tragen."
Das Bier
Wie bei vielen der grösseren Festivals ist auch am Roskilde-Festival
ein Bier der Hauptsponsor: Tuborg. Und das nicht ohne Grund:
Das Bier fliesst reichlich und sorgt für ausgelassene Stimmung,
hin und wieder aber auch für machohaftes Rumgeprolle. Ganz
so hoch wie bei einigen deutschen Festivals ist der Bierkonsum
allerdings nicht, man fällt auf jeden Fall nicht auf, wenn
man während eines Konzertes kein Bier in der Hand hält.
Andere Drogen wurden gemieden - zumindest
so weit ersichtlich. Hin und wieder sieht man einen Joint zirkulieren.
Der Konsum der weichen Droge wird am Festival toleriert. Diese
Gegebenheit wird allerdings nicht derart ausgereizt wie das in
der Schweiz der Fall ist. An dieser Stelle sei der Schweizer
Hanf-Freund gewarnt: Am dänischen Zoll beobachteten wir
vom Reisebus aus vier Aargauer, welche bis auf die Unterhosen
durchsucht wurden.
Die Bands
Die Gleichung ein Headliner pro Festivaltag geht beim Roskilde
nicht auf. Der Donnerstag gehört zwar klar den Altrockern
Metallica, aber bereits am Freitag war die Frage nach dem Headliner
nicht mehr ganz so offensichtlich zu beantworten. Iron Maiden
oder Coldplay? Wer auch immer Hauptact an diesem Abend gewesen
sein mag, beide Bands zogen viele Zuschauer an. Am Samstag waren
dann Skank, Fu Manchu, Blur und die Cardigans auf der Hauptbühne
zu hören. Dabei fiel auf, dass gerade zum Beispiel die Cardigans
aus Schweden hier im Norden viel mehr begeisterte Fans zu haben
scheinen, als in der Schweiz. Allgemein werden viele skandinavische
Künstler unterstützt, aber ohne dass eine Übersättigung
stattfindet. Am Sonntag teilten sich dann die Hauptbühne
nebst anderen Acts die Queens Of The Stone Age und Björk,
welche als Abschluss mit einer fantastischen Bühnenshow
und jede Menge Feuerwerk die Zuschauer in ihren Bann ziehen konnte.
Doch Spannendes spielt sich auch (oder
vor allem?) auf den vielen Nebenbühnen ab. In Sachen Hip
Hop waren die Protagonisten De La Soul, sowie die allseits umjubelten
Neulinge von The Streets zu sehen und zu hören. Rock gab
es natürlich nicht nur auf der Hauptbühne, sondern
auch nebenan mit den Doves oder den Melvins oder Stone Sour.
Ruhigere Klänge spielten Beth Gibbons & Rustin Man oder
Sigur Rós an, Tanzbares gab es von Dirty Vegas oder Squarepusher.
Kurzum: Am Roskilde-Festival ist für jeden etwas dabei.
Vom längst etablierten Top-Act bis zum noch unbekannten
Geheimtipp ist hier die komplette Bandbreite zu finden.
Im Gegensatz zu vielen anderen Festivals
haben am Roskilde-Festival die Bands keine vorgegebene Zeitspanne
zur Verfügung. So hatten einige Bands über 2 Stunden
zur Verfügung und konnten auch mehrere Zugaben spielen,
ohne dass die nächste Band bereits hinter der Bühne
auf ihren Auftritt wartete. Oftmals sind Festival-Konzerte ja
relativ kurz, doch hier gilt das nicht, am Roskilde-Festival
nimmt man sich noch Zeit. Die Auftritte stehen gewöhnlichen
Club-Gigs in nichts nach. Nur die Besucher-Zahl ist natürlich
immens höher. Spitzenwerte von 60'000 Zuschauern für
Metallica oder Iron Maiden meldeten die Veranstalter. Das kann
dann natürlich trotz des grossen Areals eng werden. Schlimme
Erinnerungen an das Roskilde-Festival 2000 werden wach...
Die Sicherheit
Das Roskilde-Festival darf sicherlich stolz von sich verkünden,
das sicherste Festival auf der Welt zu sein, trotz des grossen
Besucheransturms. Dass die Sicherheit eine derart hohe Priorität
geniesst hat vor allem einen, traurigen Grund. Eine Rückblende:
30. Juni 2000, das Roskilde-Festival ist voll im Gange, organisatorisch
läuft alles wie geplant. Pearl Jam treten gerade auf der
Hauptbühne auf, als plötzlich die Boxen im hinteren
Zuschauerbereich ausfallen. Die hinteren Zuschauer drücken
nach vorne, wollen die Musik hören. Ein Gedränge entsteht,
dann Panik. Die traurige Bilanz nach diesem Abend: 9 junge Männer
starben an diesem Konzert. Heute erinnert eine Skulptur an dieses
tragische Ereignis. Sie soll uns auch daran erinnern, "...wie
zerbrechlich wir sind...".
Das erklärt auch die hohe Zahl der
Helfer: Sogar bei den kleinen Bühnen stehen immer jeweils
mehrere Sicherheits-Leute bereit, die die Zuschauer mit Wasser
versorgen, einzelnen Personen bei Bedarf aus der Menge helfen
oder im Notfall das Konzert sofort abbrechen könnten. Die
grossen Bühnen werden von sogenannten Wellenbrechern in
mehrere Bereiche unterteilt, um die grosse Menge etwas voneinander
zu trennen. So kann man auch Konzerte in den vorderen Reihen
geniessen, ohne ein mühsames Gedrängel ertragen zu
müssen.
Crowdsurfen ist nicht erlaubt, ebenso das
Sitzen auf den Schultern von einem anderen Zuschauer. Übertriebene
Sicherheit? Gut möglich - aber die unglücklichen Geschehnisse
vor drei Jahren rechtfertigen diese allemal. Einzig die Ohren
werden am Roskilde-Festival nicht verschont. Die Musik ist manchmal
übertrieben laut und Ohrenstöpsel gibt es nur gegen
Bares.
Das Wetter
Letztes Jahr war es windig, es regnete oft und da Dänemark
nun Mal im Norden liegt war es auch dementsprechend kälter.
Dieses Jahr hält sich aber das Wetter sowieso nicht an die
Normen. Zuerst war es heiss und nur vereinzelt zogen Wolken vorbei.
Erst am Sonntag Nachmittag gab es dann den erfrischenden Regen,
welcher schliesslich an jedes Festival gehört.
Da das Roskilde-Festival kurz nach der
Sommersonnenwende stattfindet und die Tage dann besonders im
Norden länger sind, fanden die meisten Konzerte bei Tageslicht
statt. Die Dämmerung setzte erst etwa gegen halb zehn ein,
richtig dunkel wurde es aber erst nach Mitternacht.
Das Fazit
Metallica rockten in alter Frische. Iron Maiden gaben ihre Klassiker
zum besten. Coldplay überzeugten live mit etwas mehr Pepp
als auf Platte. Blur und die Cardigans spielten beide ein konstant
gutes Set, wenn auch ohne grosse Überraschungen. Die Queens
Of The Stone Age langweilten sich und spielten ihr Programm runter.
Und Björk überzeugte mir ihrer feenhaften Darbietung.
An den Bands gab es nichts auszusetzen
und auch sonst sind keine Negativpunkte zu vermerken. Das Roskilde-Festival
ist und bleibt ein rundum geniessbares Festival. Die Organisation
ist top, ohne Frage. Die Leute waren nett und es gab jede Menge
kurioses rund um den Zeltplatz zu sehen.
Nächstes Jahr sind wir ganz sicher
wieder dabei.
Web:
www.roskilde-festival.dk
www.cool-tours.de

Openair St. Gallen, 27.-29.6.
Ganz grosse Namen fehlten
Wieder mal ein Jahr ohne Schlamm und
ohne einen einzigen Regentropfen: Das Openair St.Gallen erfreute
sich dieses Mal viel Sonnenschein und tropischer Temperaturen.
Schweizer Acts wie "Lovebugs" oder Stress begeisterten,
klaren Heimvorteil genoss aber die junge St. Galler Band "Posh".
Von stephan.sigg@plebs.ch. Wie zu erwarten war,
stiess das Dosenverbot, das das Organisationsteam in diesem
Jahr zum ersten Mal verhängt hatte, auf wenig Gegenliebe.
Mit der Cleverness zahlreicher Openair-Fans hatte aber niemand
gerechnet: So vergruben zahlreiche Openair-Besucher schon Wochen
vor Beginn des Festivals ganze Arsenale an Bierdosen und anderen
Getränken in der Erde des Sittertobels. Das neue Abfallkonzept
sorgte für einen deutlich besseren Zustand des Geländes
als in den vergangenen Jahren. Auf jeden Fall hatte der Dosenverbot
keinen Einfluss auf die Besucherzahlen. Mit rund 30'000 Eintritten
pro Tag war das 27. St. Galler Openair ausverkauft. Als eine
der ersten "heissen" Acts begeisterte die Ostschweizer
Band "Posh" am Freitagabend das Publikum und brachte
mit ihrer aktuellen Single "damn sexy" die Fans zum
Kochen. Ostschweizer wissen eben, was einem Ostschweizer gefällt.
Die neuen Songs vom bald erscheinenden Album "What's wrong
with being..?" kamen super an. Die junge Band bewies, dass
sie das Zeug für eine nationale, wenn nicht sogar internationale
Karriere hat.
Doch auch die anderen Bands brachten Stimmung
in das Sittertobel. So zum Beispiel die "Lovebugs"
oder die amerikanischen "Fun Lovin Criminals". Hip-Hop-Freunde
kamen bei "Stress" auf ihre Kosten, der sich bei seinem
Auftritt beinahe in Exstase rappte. Auch die Westschweizer Band
"Zorg" wird bei ihrem Auftritt am Samstagnachmittag
ihren Fankreis beachtlich erweitert haben. Von seiner melancholischer
Seite zeigte sich der deutsche Soul/R&B-Star Patrice und
lieferte mit seiner bluesigen Stimme die passende Atmosphäre
für die Sommernacht. Für Überraschung sorgte die
österreichische Gruppe "Bauchklang". Von dieser
A-Capella-Band wird man in Zukunft bestimmt noch einiges hören.
Als einer der Hauptacts und vielleicht
auch als Publikumsmagnet waren "The Stereophonics"
engagiert worden, die mit ihrem melodiösen Gitarren-Rock/Pop
die Openair-Fans in Wallungen brachten. Da hatten es die "Turbonegros"
aus Norwegegen, die als Nachfolgeband der "Stereophonics"
auf der Sitterbühne spielten, nicht mehr so leicht, die
Leistungen ihrer "Vorband" zu übertreffen. Mit
der passenden Ferienstimmung im Gepäck überzeugte Reggae-Künstler
Gentleman aus Deutschland. "The Roots", die amerikanische
Ausnahmeerscheinung im kommerziellen Hip-Hop-Bereich, zeigten,
wie spannend und einzigartig Sprechgesang klingen kann, wenn
man ihn mit "richtigen" Instrumenten begleitet.
Auf Friedensbotschaft und Weltkritik in
Soul-Reggae-Gewand setzte der Kalifornier Michael Franti mit
der Band "Spearhead". Auf viel Begeisterung stiess
der speziell eingerichtete "Danceclub", in dem bekannte
Namen wie DJ Antoine feat. Claude Bravi & Maurizio Dottore,
Ivan Dal Santo (FCSG) feat. Antonia C. (FCSG), Mike Levan und
Rolf Imhof am Werk waren.
Gab es auch zahlreiche Highlights, Traumwetter
und tolle Stimmung, die richtig grossen Namen fehlten. Seien
wir gespannt, wie es im nächsten Jahr aussieht...
Web: www.openairsg.ch

Southside Festival | Neuhausen
ob Eck (D) | 20. bis 22. Juni 2003
Kleine Enttäuschungen,
grosse Überraschungen
Mit Mega-Festivals ist das ja so eine
Sache: Bei den vielen grossen Namen gehen die weniger grossen
Namen unter. Man freut sich auf die Überartisten und vergisst
fast die Kleinen. Tückisch, wie man am Southside 2003 erfahren
musste. Schade?
Von rinaldo.kalbermatter
plebs.ch.
Zunächst aber etwas ganz anderes. Beeindruckend, wie einwandfrei
die Infrastruktur, Organisation und Sicherheit bei fast 40'000
Leuten gewährleistet wurde: überall Food-Stände
mit riesiger Auswahl und zu fairem Preis, überall Getränke-Ausschank
- und nicht zuletzt: überall Klos. Egal, wo man sich auf
dem riesigen, weiten Campingfeld einquartiert und eingerichtet
hat, man hatte ein Klo in unmittelbarer Nähe. Auch Platz
war zur Genüge vorhanden. Kein Vergleich zum Schweizer Gedränge.
Eingzig für fliessendes Wasser gabs nur eine Zapfstelle.
Morgens ( - der Begriff ist dehnbar -) kaum wieder auf den Beinen,
musste man da schon mal ein Viertelstündchen aufs Zähneputzen
oder Duschen warten.
Aber zurück zum Lineup. Kurz: Die
Grossen haben leicht enttäuscht. Allen voran Radiohead.
Warens die unpassend hüpfenden Leute? Wars der lange Tag?
Oder die Band selbst? Vielleicht ist Radiohead - entgegen allen
gegenteiligen Behauptungen - einfach keine Live-Band. (Vielleicht
lassen wir sie einfach Götter des CD-Players sein.) Dafür
aber überraschte am Freitag eine ganz andere Band: Underworld.
Sie läutete das Festival des Siegs der Kleinen ein. Schon
volle 20 Minuten, bevor sie eigentlich hätten beginnen sollen,
standen Karl Hyde und Rick Smith auf der Bühne und begannen
zu spielen - hinter einem massiven Altar an Elektronik. Mit einem
fulminaten und langen Auftritt (man musste sie mehrmals daran
erinnern, dass ihre Zeit quasi abgelaufen war) machten sie es
Radiohead, die gleich nach Underworld auf der Hauptbühne
spielten, alles andere als leicht. Ists wegen dieses intensiven
Konzerts, dass man bei Radiohead nicht mehr so richtig mochte?
Wie auch immer: Radiohead bleiben ein Rätsel...
Auch am Samstag gings nach gleichem Motto
weiter: Man stand wesentlich lieber bei GusGus oder Goldfrapp
vor der Bühne also beispielsweise bei Coldplay oder den
Guano Apes. Abräumer des Tages waren einmal mehr die 2 Jungs
von Röyksopp. Es war das einzige Mal, das die Zeltbühne
so richtig ins Wackeln kam. Electronic rock at its best! Den
Tagesabschluss bildete das melancholische, intensive Konzert
von Sigur Ros und Amina.
Und dann war da noch der Sonntag. Skin
ist ohne ihre Skunk Anansie etwas blutleer. Oder ehrlich: auch
eine Enttäuschung. Dafür rockten aber gleich nach ihr
die vier Finnen von Apocalyptica bei brütender Hitze und
spritzenden Feuerwehrschläuchen mächtig den Laden.
Diese Cellisten sind und bleiben auch nach Jahren spannend und
in Top-Form. Mitreissend! Danach hätte man sich weitere
Enttäuschungen ansehen können - oder man blieb ganz
einfach im Zelt, am Food- oder Getränke-Stand und wartete
geduldig auf den Festival-Abschluss: Massive Attack. Natürlich
hatte man ganz dem Festival-Verlauf entsprechend böse Vorahnungen.
Doch nicht mit Massive Attack! Mit ihrer hinreissenden Bühnenshow,
mit der sie bereits in Paris (Plebs berichtete) und auch in Zürich
aufgetreten sind, und dem legendären Bristol-Sound (eine
gelungene Mischung aus alten und neuen Massive-Werken) hatte
man keine andere Wahl, als zu staunen und sich einlullen zu lassen.
Ein gelungener Festivalabschluss.
Zusammengefasst: Leichte Enttäuschungen,
grosse positive Überraschungen. Leider? Zum Glück...
Web: www.southside.de

Bad
Bonn Kilbi, Düdingen, 12. - 14.6.
1800 Liter Bier, ein Vollmond
und zwei Dorfpolizisten
Tatort: Bad Bonn Kilbi, Düdingen,
12.6. - 14.6. 2003: Verbrechen: Bestes Open Air der Schweiz.
Ja, auch deswegen kann man angeklagt werden, denn ein Verbrechen
bleibt nun mal ein Regelverstoss gegen die Konformität.
Und die Bad Bonn Kilbi hat ein Schwerverbrechen begannen, denn
es war wieder mal alles anders als auf anderen Festivals.
Von mathias.menzl
plebs.ch.
Ungefähr 2000 Leute haben der diesjährigen Kilbi ihre
Aufwartung gemacht und zusammen 1800 Liter Bier getrunken, davon
zwei alkoholfreie. Damit ist die Kilbi wohl das Festival mit
dem geringsten alkoholfreien "Bierverschleiss" und
auch das Festival, welches bei hochkarätigen und jungen,
vielversprechenden Bands, die geringst Zuschauerzahl zu verzeichnen
hat. Dieser Punkt ist allerdings ein grosser Pluspunkt, denn
jeder, der sich vom Kilbi-Charme in den Kilbi-Bann ziehen lässt,
der erlebt Jahr für Jahr, sein persönliches Festival-Highlight
ohne sich vor Warteschlangen fast in die Hosen zu machen, ohne
Schlange stehen zu müssen um ein Bier zu bekommen, ohne
sich über gesalzene Preise von fadem Festivalessen aufregen
zu müssen und ohne in glütender Hitze dahin schmachten
zu müssen, denn ein kühlendes und erlösendes Bad
im See liegt ein Katzensprung vom Festival-Gelände entfernt.
Der
Donnerstag Abend begann mit einem Donnerwetter. Nicht auf der
Bühne, aber Petrus beschenkte die Kilbi mit einer netten
Abkühlung. Pünktlich zur Türöffnung war die
Front aber wieder abgezogen und der Stille Haas (im Bild links:
Sänger Endo Anaconda) konnte somit seine gewöhnlich
energiegeladene Show in schönem Abendrot vollziehen. Die
Kilbigäste waren zahlreich erschienen und freuten sich nach
dem Berner- Mundart- Tausendsassa auf ein weiteres Donnerwetter.
Dasjenige von vier Wüstensöhnen aus dem sonnigen Kalifornien.
Fu Manchu sollten dafür sorgen, dass die verbliebenen Kilbi-Besucher
nochmals richtig aktiv wurden. Die einen packten ihre Luftgitarren
aus, andere begaben sich gleich in den Moshpit, aber keiner konnte
ruhig bleiben, zumindest ein anteilnehmendes Fusswippen konnte
niemand verwehren.
Ähnliche (Vor)Freude
herrschte am folgenden Tag vor dem Auftritt von Drogenberserker
Al Jourgensen und Ministry. Das Industrial-Urgestein sollte sich
seiner Aufgabe bewusst sein und brachte am Freitag dem 13. die
Wölfe zum Heulen und schreckte die Füchse und Hasen
im Freiburger Hinterland wieder aus dem Schlaf. Aber nicht nur
die Tierwelt wurde ob der Dezibel- Stärke mancher Live-Acts
aus dem Alltagstrott gerissen. Auch zwei Dorfpolizisten statteten
der Kilbi einen Besuch ab, denn die Musik sei bis nach Freiburg
zu hören gewesen, klagten sie. Nach kurzer Unterredung machten
sie sich allerdings wieder davon. Allerdings wäre damit
wahrscheinlich die Frage geklärt, an wen die beiden alkoholfreien
Biere verkauft worden sind.
Doch das Highlight der Bad Bonn Kilbi war
zweifelsohne der Samstag mit Acts wie Chewy, der Deutschland-Connection
rund um Barbara Morgenstern, Kante und den bayrischen Rockern
von Slut. Alle boten den Kilbi- Besuchern tollste Unterhaltung
und brachten das Volk zum Tanzen. Nebenbei boten auf der zweiten
Bühne im Bad Bonn Headquarter zahlreiche Elektro- Tüftler
ihr Gepipse unter die staunenden und ab so viel Avantgarde verzückten
Menschen.
Fazit: auch die mittlerweile 13. Austragung
der Bad Bonn Kilbi war ihre Reise an den Schiffenensee wieder
mal mehr als Wert und man freut sich auch jetzt schon wieder
auf die nächste Runde.
Web: www.badbonn.ch

Previews
Gurtenfestival,
18. - 20. Juli 2003 | Gurten / Bern
Tanti auguri Gurten
Zum 20. Geburtstag wartet das Gurtenfestival
mit einer Reihe hochkarätiger Gäste auf. Unter anderen
mit dabei: Alanis Morisette, Massive Attack, Skin und Moloko.
Von tumasch.claluena
plebs.ch.
Noch liegt der Gurten friedlich über Bern. Wo sich vom 18.
bis zum 20. Juli die Menschenmassen drängen werden, tummeln
sich heute, gut einen Monat zuvor, einzig einige Sonntagsausflügler.
Dies wird sich ändern, wenn am Freitagmorgen punkt 8 Uhr
die Tore zur "Sleeping Zone" aufgehen. Wer nicht am
Hang schlafen will, ist am Besten früh vor Ort, Reservationen
gibt es keine. Um 12 Uhr wird das Gelände geöffnet,
das erste Konzert ist Open Season um 13.45 auf der Zeltbühne.
Dort und auf der Hauptbühne werden sich während drei
Tagen die insgesamt 28 Bands abwechslungsweise präsentieren.
Daneben laden die Bamboo Bar und die Lovezone zum Verweilen ein.
Auch M-Lounge, Food Court und Yellow.Lounge werden wieder am
gewohnten Ort zu finden sein.
Neu werden dieses Jahr alle Getränke in Polypropylen Bechern
gegen ein Depot von 2.- abgegeben. Die Initiative zu dieser Aktion
ging vom Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL)
aus, das damit in Sachen Abfallentsorgung einen neuen Weg geht.
Versuche bei kleineren Veranstaltungen sind bis anhin sehr positiv
verlaufen.
Zusätzlich zu diesen Massnahmen, werden auch am Gurten die
"Trash Heros" unterwegs sein. Unterstützt von
der Migros verhindern diese "Helden des Abfalls", dass
sich der Gurten in eine gewaltige Abfallhalde verwandelt. Geht
das Konzept auf und kommen alle Bands (Billy Corgans Zwan haben
bereits abgesagt), dann beschert sich das Gurtenfestival einen
Geburtstag der Superlative und alle feiern mit.
Freitag
Der Freitag beginnt wie gesagt mit "Open Season",
Ska und Rocksteady aus der Schweiz.
Es folgt "Smartship Friday" um 15.00 auf der Hauptbühne.
Die Berner Trip-Hop Crew hat gerade ihre dritte CD "Red
Universe" veröffentlich. Um 16.15 geht es auf der Zeltbühne
weiter mit Ska, die "Skatalites", mittlerweile ältere
Herren, werden das Zelt erstmal zum kochen bringen.Auf der Hauptbühne
geht es dann besinnlich weiter. "Patrice", seit seinem
Debüt "How do you call it" immer wieder mit Ben
Harper verglichen, spielt sich vom Blues bis zum Roots Reggea,
ein Deutscher auf Jamaika. Von dort geht es eine Insel weiter,
wenn um 19.00 "Orishas" mit ihrem Latin Hip Hop einheizen.
Keiner der dabei war wird das legendäre Konzert vor drei
Jahren vergessen, als ihr "A lo cubano" rund um die
Welt ging.
Bleiben wir bei moderner Worldmusic. Die "Asian Dub Foundation"
braucht wohl nicht vorgestellt zu werden. Das englische Kollektiv
hat noch bei jedem Konzert für Begeisterungsstürme
gesorgt, unter anderem auch vor drei Jahren, als die Feuchtigkeit
im Zelt in dicken Tropfen von den Plachen hing. "13 Songs
with a view" heisst das neue Album der "Lovebugs",
rockiger, rotziger und verspielter, so wie früher eben und
immer noch eine geniale Live-Band.
Wer danach auf der Hauptbühne spielen wird, ist bis jetzt
noch nicht klar. Vorgesehen waren "Zwan", die neue
Band des "Smashing Pumpkins" Mastermind Billy Corgan.
Aus familiären Gründen mussten sie jedoch die ganze
Europa Tour absagen. Die Organisatoren versprechen jedoch auf
der Homepage "hochkarätigen Ersatz". Kurz nach
Redaktionsschluss war schliesslich bekannt, wer Zwan ersetzt:
die Fantastischen 4 mit ihrer Unplugged-Show! Den Abschluss macht
dann "Tricky". Trip-Hop vom feinsten und unglaublich
produktiv, sein neues Werk. heisst "Vulnerable".
Samstag
Der Tag beginnt mit einem gewaltigen
Knall. 12.15 "Saybia" aus Dänemark. Wer diese
Band einmal gehört hat, wird sie nicht mehr vergessen .
Grosse, epische Rocksongs und ein Sänger, der sich mit den
ganz grossen vergleichen kann. Davor spielt Greis - Berner Hip
Hop mit diversen Gästen - zum Aufwachen auf der Zeltbühne.
Dort folgt um 13.45 die "Saïan Supa Crew" aus
Frankreich, Partysounds zum Abwinken. Ohrenstöpsel (gesponsert
von Euro <26) braucht es danach bei "Hell is for Heroes"
ganz bestimmt. Ein Pflichttermin für die Anhänger der
härteren Musik. Im Anschluss folgen "The Cardigans"
im Zelt. Pop aus Schweden, kürzlich erschienen "Long
gone before Daylight". Laut geht es um 17.45 auf der Hauptbühne
weiter. Während "Skunk Anansie" nach einem gewaltigen
Tour Marathon eine lange Pause einlegen, schafft es deren Frontfrau
"Skin" anscheinend nicht, ruhig irgendwo zu sitzen
und sich auszuruhen. Kein Wunder bei der Power.
Leicht und beschwingt präsentieren sich anschliessend "Moloko".
Auf ihrer neusten CD "Statues" zeigen sie wieder einmal,
wie unglaublich tanzbar ihr unterkühlter Sound ist. "Starsailor"
nennt sich der nächste Act auf der Hauptbühne. Ruhiger
Pop, aber nicht zu ruhig, ganz nach dem Motto: "Quiet is
the new loud".
Letztes Jahr war "die beste Band der Welt" auf dem
Gurten. Dieses Jahr kommt "Farin Urlaub" allein mit
seinem "Racing Team". Viel anders als "die Ärzte"
hört sich das ganze zwar nicht an, für eine überraschende
Bühnenshow und viel Power ist aber auf jedenfallgesorgt.
Den Schluss auf der Hauptbühne machen diesmal "Massive
Attack". Gerüchten zufolge wird ein ganzer Trupp arabischen
Geiger mit von der Partie sein. Wir sind gespannt. Als letztes
Konzert des Abends kommen dann "Röyksopp" aus
Norwegen. Verregneter Electro mit Hitpotential.
Sonntag
Der Sonntag beginnt wie der Samstag mit Schweizer Hip Hop.
"Stress" aus Lausanne gibt sich die Ehre. Man darf
gespannt sein, wen er alles mitbringt, nachedem er auf seiner
letzten CD diverse nationale und internationale Stars uaftreen
liess.
Die Hauptbühne sieht als erstes "Shirley Grimes".
Irische Folsongs, mit charismatischer Stimme vorgetragen. Volles
Rohr heisst es um 12.45 im Zelt. "Danko Jones" lassen
es krachen und wie. Canadischer Rock'n Roll ohne Kompromisse.
Etwas sanfter gibt sich um 14.00 "Anouk". Die zarte
Holländerin hat allerdings schon so manchem alten Rocker
gezeigt, was Energie heisst. Beeindruckend ihre Vielfältigkeit.
Genauso beeindruckend ist der Deutsche Hip Hop der "Beginner".
Letztes Jahr noch allein, hat Jan Delay dieses Jahr die ganze
Gruppe mitgebracht und dazu ihre neue Platte, frisch von der
Presse. Kein Gurten ohne Jimmy Cliff. Dem Jamaikaner muss es
unglaublich gut gefallen, kommt er doch fast jedes Jahr. Und
wieder wird es ein grosses Erlebnis sein. Zurück in die
siebziger geht es um 18.15 mit "The Earth Wind and Fire
Experience". Als einziges Gründungsmitglied ist noch
Gitarrist Al MCKay übrig geblieben. Der bleibt auf jeden
Fall seinem Stil treu und präsentiert sein neues Album "Al
dente". Endlich "Alanis Morisette". 19.30 Hauptbühne.
Selten hat eine Musikerin einen derart eigenen Stil entwickelt,
dass man einen ihrer Songs auf Anhieb erkennt. Sie hat es geschafft
und wird mit Sicherheit für Begeisterungsstürme über
Bern sorgen. Das letzte Konzert am Gurten 2003 gehört "Elvis
Spectacular". Eine Tribute Show für den King of Rock'n
Roll und unbedingt ein Grund, die langen Wartezeiten bei der
Gurtenbahn in Kauf zu nehmen.
Web: www.gurtenfestival.ch

Blue
Balls Festival 03 | KKL, Open-Air-Pavillon, Schweizerhof, Luzern
| 18.-26. Juli 2003
Neun Tage lang Weltstars
in Luzern
Mitte Juli wird die 11. Luzerner Blues
Session über die Bühne gehen. Einmal mehr lässt
eine geballte Ladung Konzerte nicht nur die Herzen von Blues
Fans höher schlagen.
Von oswald.iten
plebs.ch
und cyrill.lim
plebs.ch.
Bereits zum elften Mal steht Luzern neun Tagen ganz im Zeichen
des Blues. Ein Blick auf das vollgestopfte Programm zeigt, dass
der Musikstil wiederum erfreulich weit gefasst wurde.
Vor allem die grosse Anzahl Weltstars lässt
ein ereignisreiches Festival erwarten. Da wären zum Beispiel
am Eröffnungstag Randy Newman solo am Piano und die Blues
Brothers Band mit dem Soulcrooner Eddie Floyd als Frontmann.
Es werden jeweils zwei Konzerte pro Abend im KKL gegeben, um
20:30 Uhr im Konzert- und um 22:15 Uhr im Luzerner Saal. Die
Tickets für den Konzertsaal sind immer für beide Konzerte
gültig und kosten zwischen Fr. 59.- und 145.-. In dieser
Reihe treten unter anderem auch Van Morrison, Cassandra Wilson,
Herbie Hancock, Solomon Burke, sowie der in der Schweiz immer
wieder gerne gesehene Maceo Parker auf. Daneben fällt auf,
dass dem Reggae (mit der Legende Jimmy Cliff) relativ viel Platz
eingeräumt wird. Der Abend des 21. Juli steht dann ganz
im Zeichen der italienischen Musik mit Gianna Nannini und den
Newcomern Le Vibrazioni.
Parallel dazu lädt der Open-Air-Pavillon
direkt am See zu einer musikalischen Weltreise ein, wo die weniger
bekannten, jedoch ebenso interessanten acts auftreten.
Dort sind zum Beispiel die Moondog Show, Yvonne Moore oder die
Belgraderin Ana Popovic unter freiem Himmel zu geniessen.
Wer sich lieber kulinarisch verwöhnen
lassen will, hat die Auswahl zwischen der Schweizerhof-Piazza,
sowie Terrasse, Piazza und Seebar des KKL, wo ebenfalls für
die passende musikalische Live-Untermalung gesorgt ist.
Für all jene, die dann noch nicht
genug von den bluenotes haben, steigt anschliessend im
Club des Hotel Schweizerhof bis vier Uhr morgens noch eine Party.
Bequem erreichbar (das KKL befindet sich
ja genau neben dem Bahnhof) und im unvergleichlichen Ambiente
der Luzerner Seepromenade wird auch die 11. Blues Session zu
einem Highlight des diesjährigen Festivalsommers werden.
Web:
www.blueballs.ch
www.ticketcorner.ch

Paléo-Festival | 22. -
27. Juli 2003 | Nyon
Bamboulé
Bereits zum 28. Mal wird das grösste
aller Festivals in der Schweiz ausgetragen. Die Rede ist vom
Paléo-Festival in Nyon am Genfersee. Auf insgesamt 5 Bühnen
treten in den 6 Festivaltagen über 100 Interpreten auf.
Von
basil.schneider
plebs.ch.
Darunter sind solch illustere Namen wie Massive Attack, Alanis
Morissette, Patrick Bruel, Travis oder R.E.M. Doch was das Paléo
ausmacht, sind nicht nur die grossen Namen, sondern vor allem
auch die kleinen. Auch dieses Jahr sind wieder Top-Acts aus dem
Untergrund mit dabei. So dürften zum Beispiel Nada Surf
oder The Coral für Konzerte mit lauten Gitarren sorgen.
Mit den Magicrays oder Brazen sind auch Schweizer Nachwuchshoffnungen
mit von der Partie. Wer es gerne elektronisch mag, der dürfte
bei Luomo, Miss Kittin oder Luke Slater seinen Spass haben. Des
weiteren ist auch jede Menge Jazz, Chanson, Reggae, Ska, Hip
Hop und World Music vertreten. Kurz gesagt: Das Paléo-Festival
bietet für jeden etwas. Und für alle die nicht mit
Scheuklappen an ein Festival gehen, gibt es jede Menge Neues
zu entdecken.
Doch nicht nur das Festival hat einiges
zu bieten, sondern auch der Zeltplatz. Hier wird rund um die
Uhr musiziert und der Paléo-Schlachtruf "Bamboulé"
macht alle paar Minuten die Runde. War der Zeltplatz vor drei
Jahren noch frei passierbar, ohne dass ein Eintrittsticket verlangt
wurde, so hat sich hier die Situation aufgrund der steigenden
Kriminalität geändert. Vor zwei Jahren schlug der erste
Versuch fehl, nur noch Festival-Gänger auf das Gelände
zu lassen, da die Standbetreiber sich über zu wenig Verkäufe
beklagten. Letztes Jahr jedoch wurden die Stände und der
Zeltplatz voneinander getrennt, was zur Folge hat, dass die Stände
nun für jedermann offen sind, der Zeltplatz jedoch nur für
diejenigen, die auch ein Eintrittsticket besitzen. Eine weise
Entscheidung, denn so kann sich jeder das Tummeln rund um den
Zeltplatz ansehen. Und da gibt es oftmals spektakuläres
zu sehen. Neben vielen Künstlern ist hier auch die FMR-Bühne
zu finden, welche für alle Besucher frei zugänglich
ist, und in welcher es hin und wieder mehr abgeht als auf dem
Festivalgelände. Man kann durchaus behaupten, dass sich
das spezielle am Paléo-Festival eher neben dem Gelände
abspielt.
Das Festival ist so gut wie jedes Jahr
ausverkauft. Dieses Jahr lief der Vorverkauf sogar noch besser:
Bei Redaktionsschluss gab es nur noch wenige Eintritte für
die ersten beiden Tage. Wer also dieses unvergessliche Festival
nicht verpassen möchte, hat nicht mehr viel Zeit um sich
einen Eintritt zu ergattern; oder muss die horrenden Preise auf
dem Schwarzmarkt bezahlen.
Web: www.paleo.ch

Poolbar Festival, 2. Juli bis 10. August
2003, Feldkirch (A)
Heisse Bands - kühle
Getränke
Kaum zu glauben aber das Poolbar Festival
in Feldkirch startet dieses Jahr bereits in die 10. Runde! Plebs
gratuliert dem Jubilar und stellt bei dieser Gelegenheit das
kleine, feine Festival gleich vor.
Von tamara.frommelt
plebs.ch.
Poolbar klingt nach Sommer, Erfrischung, gute Laune und Party
und genau das ist es was das Festival auch bietet. Sechs Wochen
lang verwöhnt es Kulturbegeisterte aller Art mit einem satten
und äusserst vielfältigen Programm das sich besonders
aber nicht nur um den musikalischen Genuss kümmert. Bands,
DJs, Performances aber auch Film und Theater gibt es zu erleben.
Wer einen Blick auf das Programm wirft, wird schnell feststellen
dass für jeden etwas dabei ist: Jazzbrunch, Poetry-Slam,
Nada Surf oder der Kultfilm "Memento" sind nur ein
kleiner Auszug aus dem grossen Angebot. Ein Beispiel für
Bands in den letzten Jahren: K's choice, H-Blockx und auch Blumfeld
fanden bereits den Weg nach Feldkirch. Viele junge oder auch
ältere Leute können den Sommer jeweils kaum abwarten
wenn das alte Hallenbad in Feldkirch wieder seine Pforten öffnet.
Für die meisten vergehen die sechs Wochen sowieso zu schnell.
Ein
Fest für alle
Auch wenn das Festival, zu dem auch das Wiener Kultradio
FM4 regelmässig Beiträge liefert, eher bei Alternativen
bekannt ist, so haben sich die Organisatoren doch stets um ein
buntes Programm bemüht. Regionale Auftritte werden dabei
genauso berücksichtigt wie Publikumslieblinge. Auch die
Tatsache dass nicht nur diverse Bands spielen sondern auch Filme
und Theaterstücke etc. gezeigt werden, trägt zu einem
grossen und treuen Publikum bei. Nicht nur Feldkircher sondern
auch viele aus der näheren (FL) und ferneren (A, CH, D)
Umgebung lassen sich die Highlights im alten Hallenbad nicht
entgehen. Dies ist übrigens ein idealer Ort für die
verschiedenen Anlässe. Das "Wohnzimmer" bietet
sich zum chillen an, an der grossen Bar gibt es kühle Getränke
und Pommes zur Stärkung. Auf der Terrasse davor kann man
letzte Sonnenstrahlen vor der Abenddämmerung geniessen.
Im "Pool" (ja, da war früher das Schwimmbecken)
spielen die kleineren Acts und oben in der Halle die etwas grösseren.
Eine sehr besondere Location für besondere Happenings. Das
Gebäude liegt übrigens im Reichenfeldpark und ist nur
durch die Ill von der schönen Feldkircher Altstadt getrennt.
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Programm-Highlights:
Sportfreunde Stiller (3. Jul 2003, 22.00
Uhr)
Jazzbrunch (6. Jul 2003, 11.00 Uhr)
Projekttheater Vorarlberg: Die Präsidentinnen (6. Jul 2003
20.30 Uhr)
Nada Surf (8. Jul 2003, 22.00 Uhr)
poolbar-Design-Release-Party (18. Jul 2003, 18.00 Uhr)
The Go-Between (20. Jul 2003, 21.00 Uhr)
Kino: Amores perros (22. Jul 2003, 20.30 Uhr)
Support your local scene (30. Jul 2003, 21.00 Uhr)
FM4 Tribe Vibes (2. Aug 2003, 21.00 Uhr)
Poetry Slam (3. Aug 2003, 20.30 Uhr)
Kino: Memento (5. Aug 2003, 20.30 Uhr)
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Web: www.poolbar.at

For
Noise Festival, Lausanne-Pully, 7.-9. August 2003
For Noise - Forever -
steuerfrei
Der August gehört den Romands, will
heissen den Festivals, die in der Westschweiz stattfinden. Ende
Juli (ok, nicht im August) das Paléo Festival in Nyon,
Mitte August das Rock oz'Arènes in Avenches und eine Woche
vorher vom 7. bis zum 9. August findet das noch mehr oder weniger
unbekannte For Noise Festival in Pully statt. Die mittlerweile
siebte Ausgabe präsentiert einerseits vielversprechende
Acts für die Zukunft, wie den Elektro- Tüftler Avril,
als auch renommierte Bands wie Lamb (Bild) oder Slut, die Alternative
Rocker aus Bayern. Daneben reihen sich Brazen, eine sehr empfehlenswerte
Post-Hardcore Band aus Genf, Schneider TM, seines Zeichens ebenfalls
der elektronischen Musik zugetan, Randy, die sozialkritischen
Punk-Rocker aus Schweden, Isolation Years, ebenfalls aus dem
Land der Elche und die Westschweizer Aushängeschilder in
Sachen Pop-Rock Chewy, in die illustre Liste der Bands ein, die
am For Noise ihren Auftritt geben werden.
Ein
kleines aber feines Open Air, das durch seinen Charme und seinen
atmosphärischen Standort in der Nähe des Westschweizer
Meeres (Genfersee), eine optimale Location gefunden hat. Ein
Geheimtipp für Leute, die eigentlich keine Festivals mögen,
weil sie erstens zu überlaufen, zweitens zu fest an Mallorca
erinnern, drittens keine guten Verpflegungsmöglichkeiten
anbieten und viertens neuerdings mit restriktiven Einlassregeln
aufwarten, wie zum Beispiel das Büchsenverbot am Open Air
in St. Gallen. Als weiterer Pluspunkt seien noch die recht moderaten
Eintrittspreise erwähnt: Der Donnerstag Abend kostet 20
Franken (!), der Freitag und Samstag 30 Franken und ein Dreitagesticket
schlappe 65 Franken. Also, wer das etwas andere Festival-Erlebnis
sucht, mit Bands jenseits von Mainstream und "Chiwauwa",
dem sei, das For Noise wärmstens ans Herz gelegt. Und zum
Anlass der innerschweizerischen Völkerverständigung,
täte wohl jedem reisemüden "Flachland-Schwyzer"
eine Musik- Bildungsreise in die Westschweiz gut. Das könnte
man dann auch ganz légère von den Steuern abziehen.
Weitere Informationen zum Programm, Tickets
und Anreise findet Ihr auf www.fornoise.ch.