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Inhalt dieser Seite:
über Priaten: "Peter
Pan"
übers Pfeifen: "La vida es
silbar"
über heisse Nächte: "Out
cold" (Eiskalt)
über Stephen King: "Misery"
"Peter Pan 2 - Neue Abenteuer
in Nimmerland" | Walt Disney Meisterwerke | Musik: Nena
Feen, Piraten und ewige
Jugend
Der Walt Disney Klassiker Peter Pan
von 1953 wurde fortgesetzt. Endlich hat man sich in der Traumfabrik
an das Sequel herangewagt.
Die
Geschichte ist eigentlich immer noch die gleiche. Peter Pan und
seine verlorenen Jungs weigern sich standhaft gross oder sonstwie
erwachsen zu werden. Immer noch spielen sie auf ihrer Insel,
die recht schwierig für Normalssterbliche zu erreichen ist.
Die Wegbeschreibung lautet: Am zweiten Stern rechts vorbei und
dann immer geradeaus bis zu Morgendämmerung. Diesen Weg
kann man freilich nur gehen, wenn man fliegen kann. Jedenfalls
sind auch Cäpt'n Hook und seine getreuen (naja, mehr oder
weniger jedenfalls) Mannen immer noch auf Nimmerland. Hook sucht
noch immer seinen Schatz, den Peter Pan und seine Jungs ihm damals
vor der Nase weggeschnappt haben.
Auf Nimmerland ist die Zeit stehen geblieben.
Nicht so auf der Erde. Wo Wendy, Peters Freundin, inzwischen
erwachsen geworden ist. Sie hat geheiratet und zwei Kinder bekommen:
Jane und Danny. Wendy hat sich einen Teil ihrer Kindheit bewahrt.
Sie glaubt immer noch fest an Peter Pan und erzählt ihren
Kindern von seinen Abenteuern. Doch als der zweite Weltkrieg
in Europa ausbricht, der Vater von Jane und Danny eingezogen
wird und die Welt ringsherum sich verändert, scheint es
für Jane keinen Platz mehr für Peter Pan zu geben.
Sie hört auf an ihn zu glauben, in einem Streit mit ihrem
kleinen Bruder erzählt sie ihm sogar, dass die Geschichten
nur erfunden seien.
Just in der Nacht nach diesem Streit wird
sie allerdings von Cäpt'n Hook und auf seinem fliegenden
Piratenschiff entführt und ins Nimmerland gebracht. Dort
muss sie dann zusammen mit Peter Pan einige Abenteuer erleben,
bevor sie sich wieder in unsere Welt aufmacht, um die Botschaft
von Peter Pan weiter zu erzählen: dass mit Glaube, Vertrauen
und ein wenig Feenstaub alles möglich ist. Schliesslich
wurde Jane sogar in die verschworene Truppe der verwunschenen
Jungs aufgenommen. Als allererstes Mädchen. Sozusagen die
Geburtsstunde einer Petra Pan? Oder Walt Disney's erste Schritte
in eine emanzipierte Welt?
Jedenfalls ist die neue Geschichte um Peter
Pan kurzweilig, die Figuren sind in Disneyhafter Manier zauberhaft
gezeichnet. Alles in allem ein grosser Spass für die Kleinen.
Vor allem die Szenen mit dem Riesenkraken, der Jagd auf den bösen
Hook macht, sind zum schreien. Aber auch für Erwachsene,
die sich einen kleinen Teil von Kindlichkeit erhalten haben,
können sich gut mit diesem Film amüsieren...
Erhältlich
auf DVD und Video.
Web: disney.go.com/disneypictures/neverland

"La vida es silbar"
von Fernando Pérez | mit Luis Alberto Garcia, Coralia
Valoz, Claudia Rojas | Drama
Kuba. Leben. Pfeifen.
Der kubanische Film von Fernando Pérez
(Kuba, 1998) ist ein Film über das Pfeifen und ein Film
über das Glück. Ein surrealistisches Portrait Kubas
und eine ironische Satire über ein marodes System.
Von
daniel.kulle
plebs.ch.
"In meiner Klasse ist es nicht erlaubt zu pfeifen",
sagt uns unmissverständlich die Lehrerin zu Beginn des Filmes.
Und wie sind wir froh, dass wir sie den ganzen Film über
nicht wiedersehen werden. Denn das Pfeifen, das ist die Lust
am Leben, die Lust zu tanzen und Fische zu fangen an der Promenade
von Habana, das ist die Lust, Männer mit Blicken auszuziehen
und Schnecken- wettrennen zu veranstalten.
Von drei Menschen erzählt uns der
Film und von der Suche nach Glück im Kuba der neunziger
Jahre: Da ist der Fischer Elpidio (Luis Alberto García),
den seine Mutter Cuba (!) verlassen hat, da er nicht ihren Vorstellungen
entsprach. Und nun kniet er täglich vor seiner Santeria-Götze
und wartet auf ein Zeichen seiner Mutter. Erst die Biologin aus
den fernen USA, die mit einem Greenpeace-Ballon direkt vor seinen
Füßen landet, und in die er sich verliebt, lässt
ihn langsam Abschied nehmen von einer Mutter, die nicht zurückkommen
wird.
Und da ist Julia (Coralia Veloz), Pflegerin
in einem Altersheim, die von plötzlichen Gähnattacken
heimgesucht wird und jedes Mal in Ohnmacht fällt, wenn sie
das Wort "Sex" hört. Ein Psychiater wird ihr schließlich
helfen, eine schreckliche Vergangenheit aufzuarbeiten, die sie
verdrängt. Und in einer der amüsantesten Szenen des
Films wird er ihr zeigen, dass sie mit dieser Verdrängung
nicht allein ist: Er wird über die Strasse rennen und Worte
schreien wie "Freiheit", "Opportunismus"
oder "Doppelmoral", während um ihn herum die Leute
scharenweise in Ohnmacht fallen.
Und schließlich ist da noch die hübsche
Tänzerin Mariana (Claudia Rojas), die den Männern nicht
abgeneigt ist und ihr Leben und das Ballett genießt. Doch
um die Hauptrolle in einem neuen Stück spielen zu können,
legt sie ein lebenslanges Keuschheitsgelübte ab. Natürlich
wird sie sich kurz darauf unsterblich verlieben.
Der Film lebt von geradezu typisch kubanischer
Musikalität - die der Klischeelastigkeit eines ,Buena Vista
Social Club' gekonnt ausweicht - und einer meisterhaften, surrealistischen
Fotografie. Nicht zuletzt ist Magritte hier ganz bewusst Vorbild
gewesen. Doch die überbordende Symbolik, die den Film durchzieht,
mag manchem Zuschauer sicherlich zu viel erscheinen: Nichts in
diesem Film steht einfach nur für sich, alles ist Anspielung,
Allegorie oder verschmitzte Ironie. Die gute Fee (Bebé
Pérez), die ihre Zuschauer an die Hand nimmt und durch
den Film führt, die ihre Figuren genauso bevormundet und
ihnen per Dekret Glückseligkeit verordnet, wirkt genauso:
aufgesetzt und doch sympathisch. Ihre Bevormundung mag stören,
doch das ist Programm: Die Fee, das ist Kuba, genauso wie Elpidio,
Julia und Mariana. Und sie alle machen den Film zu dem was er
ist: ein surrealistisches, beizeiten holpriges, beizeiten überfrachtetes,
aber immer wieder amüsantes, schönes Werk. Ein Film
über Kuba. Ein Film über das Leben. Das Leben, ein
einziges Pfeifen.
Erhältlich
auf DVD und Video.

"Out cold" (Eis kalt)
von Brendan und Emmett Malloy | Komödie
Snowboard-Komödie
Die Sportkomödie handelt nicht
nur vom Snowboarden, von Alaska oder wilden Eisbären. Es
geht auch um (heisse und kalte) Nächte, Liebe und Geld,
viel Geld. Eine Gruppe Chaoten angeführt vom verhältnismässig
"normalen" Rick (Jason London) führt zusammen
einen kleinen Snow-Resort in Alaska, Bull Mountain. Der verträumte
Ort wurde vor vielen Jahren von einer Ski-Ikone (Papa Muntz)
gegründet.
Eines
Tages erscheint Mr. Majors (glänzend gespielt durch Lee
Majors, auch bekannt als Sechs Millionen Dollar Mann) und kauft
zusammen mit seinen Investoren das ganze Gebiet. Was zuvor ein
verträumter, ruhiger und abgelegener Ort war, soll zum Mekka
der Reichen und Schönen werden. Majors Plan ist es, die
verstaubte Landschaft zum Starbucks und Tofu-Resort umzubauen.
Majors kam nicht alleine. Er brachte seine zwei Töchter
mit. Inga, die heisse Schweizerin (Victoria Silvstedt) und die
alte Liebe von Rick, Anna.
Der Hummer-Cowboy Majors ernennt Rick zum
neuen Manager und will am Jahresfest den Ort seinen Partnern
und Investoren vorstellen. Doch Rick ist inzwischen nicht mehr
überzeugt, ob es richtig ist, Bull Mountain völlig
umzubauen und zum Jet-Set-Ort zu machen, denn nach dem Drogentest
wurden alle seine Freunde entlassen und beschliessen, dem neuen
Snownook den Rücken zu kehren. Rick kann die Situation gerade
noch im letzten Moment retten. Zusammen mit Anthony, Pig Penn,
Lance, Luke und Jenny machen sie sich zum entscheidenden Ride
auf den Berg - let's do this Papa Muntz style.
Eine heimelige Schnee-Komödie in eine
Liebesgeschichte gepackt mit wunderbaren Snowboardszenen und
herrlichem Humor.
Erhältlich
auf DVD und Video.
Sehr zu empfehlen ist auch der Soundtrack u.a. mit Eve 6, Sum
41 und den Foo Fighters.

"Misery" (DVD Special Edition)
von Rob Reiner | mit James Kaan, Kathy Bates | Thriller
Der Bestsellerautor Paul Sheldon gerät
nach einem Autounfall in einer verschneiten Einöde Amerikas,
die er willentlich als Exil fernab urbaner Zivilisation aufgesucht
hat, um sein neustes Werk fertigzustellen, in die behutsamen
Fänge einer zu geistigen "Epilepsieanfälle"
neigenden Krankenschwester, die sich dazu auch noch als sein
grösster Fan entpuppt...
So präsentiert
sich die asketische, kammerspielartige Ausgangslage des anfangs
90er von Rob Reiner nach dem gleichnamigen Roman von Stephen
King adaptierten Psychothrillers. Die filmische Umsetzung des
literarischen Stoffes besticht nicht nur durch die gelungene
und konstante Erzeugung klaustrophobischer Atmosphäre, dem
raffiniert angelegten Handlungsbogen und der den Werken des Grossmeisters
Hitchcock entlehnten Suspense, sondern vorallem durch die doppelte
Lesart, die dem Zuschauer angeboten wird (was in Anbetracht der
hollywoodianischen Mainstreamfilmtradition gar als exotische
Qualität gwertet werden darf): Nebst dem konventionell vorgetragenen
Duell zweier ungleicher Kontrahenten, kann der Film auch als
Parabel auf den qualvollen Prozess der Kreativitätsgebärung
seitens einer Autorenperson (als "pars pro toto") und
der Exorzierung seiner eigenen existentiellen, künstlerischen
Selbstzweifel durch die komplette Loslösung von jeglichen
Leserschaftserwartungen verstanden werden. Aeusserst sehenswert
sind auch die in einem kontrapunktischen, wie auch komplementären
Wechselspiel zueinander stehenden Darbietungen der beiden Protagonisten,
die stets sich neu definierende Abhängigkeits-und Machtverhältnisse
entstehen lassen, welche durch eine bemerkenswert suggestive
Kameraführung vortrefflich visualisiert werden.
In technischer Hinsicht weist die DVD von
MGM einen makellosen Bildtransfer und einen ebenso herausragenden
Audiosound auf und darf sich zweifelsohne, bestückt mit
vielseitigem Bonusmaterial, das unteranderem nebst einer Dokumentation,
die als Reflektion über den Film und die zentralen Charaktere
gedacht ist, auch noch einen aufschlussreichen Audiokommentar
des Regisseurs zu bieten hat, zurecht als "Special Edition"
bezeichnen.
Dies bedeutet für den potentiellen
Konsumenten: Hoher Kaufpflichtsfaktor. (bob)
Erhältlich
auf DVD.