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Kulturmagazin April 2003 (Nr. 60)

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CD- und DVD-Neuheiten

Highlights des Monats:
Jesse Malin: "The Fine Art of Self Destruction"
Placebo: "Sleeping With Ghosts"
The Throwing Muses: "The Throwing Muses"
& Kristin Hersh: "The Grotto"

Weitere Neuerscheinungen im Ueberblick (nach Alphabet):
Anthrax
Ben Harper
Bianchi
Big Brovaz
Celso Fonseca

Definitiv 2
Easyworld
Eric Clapton (DVD)
Good Charlotte
Gotthard
Hell Is For Heroes
Hertz
HIM
Ibrahim Ferrer
James Taylor
Joni Mitchell
Lorien
Lou Reed
Magic Malik
Matchbox 20
Moonbuggy
Nick Cave and The Bad Seeds
Ry Cooder / Manuel Galban
Skolvan
Sonny Landreth
The Go-Betweens

The Minus5
Tom McRae
Tracy Chapman
Turin Brakes
Zwan

Jesse Malin: "The Fine Art of Self Destruction" (Singer/Songwriter)
Der Soundtrack einer anderen Welt

Mein herzliches Beileid an Jesse Malin. Wenn er irgendwann in ein, zwei Jahren sein zweites Album vorzulegen gedenkt, wird er riesigen Erwartungen stand halten müssen. Zu gut ist sein Debut "The Fine Art of Self Destruction".

Von david.bauerplebs.ch. Für einmal sind sich die Kritiker einig: da hat jemand ein Debutalbum vorgelegt, das schlicht umwerfend ist. Dieser jemand heisst Jesse Malin, kommt aus New York und ist die derzeit heisseste Entdeckung seines Genres. Entdeckt hat ihn kein geringerer als Ryan Adams, der "The Fine Art of Self Destruction" für Malin produzierte. Es scheint, als habe sich Adams seinen inskünftig härtesten Konkurrenten gleich selber ausgesucht.

Zweifelsohne eine gute Wahl, Adams kann nur schwärmen: "His Songs are so good, they hurt my feelings". Auch andere Berufskollegen sind voll des Lobes und schon werden Vergleiche mit Ikonen wie Neil Young, Lou Reed oder Lenny Bruce angestellt. Mich erinnert Malin mit teils starken Country / Folk Einschlägen stark an die besten Zeiten der Counting Crows. Andere bemühen sich um gewagtere Vergleiche: "His music sounds like something Kurt Cobain would have written if he had a chance to jam with George Harrison" (Campus Circle). So abwegig ist dieser Gedanke nicht einmal...

Doch nun zum Album selber. "The Fine Art of Self Destruction" ist ein typisches Singer / Songwriter Werk und tönt richtig schön nach New York City; aber nicht nach der alltäglichen Hektik, sondern nach etwas höherem. Es ist, als reichte Malin einem die Hand um einen in eine andere Welt zu führen. Und Malin's Musik ist der Soundtrack dieser Welt. Schwungvoll begleitet die akkustische Gitarre die eher Folk-mässigen Songs, dynamisch führt die elektrische durch die Songs, die dem Rock 'n' Roll fröhnen. So richtig einzigartig macht Malin jedoch erst seine rauhe Stimme. Sie ist vielfältig und vor allem in allen Lagen unglaublich präsent.

Besonders schön kommt dies bei "Solitaire" zur Geltung - mein Anspieltip Nummer 1. Eine sanfte Nummer, Malins leidend schwermütiger Gesang wird bloss von einer akkustischen Gitarre und Piano begleitet und kommt so besonders gut zur Geltung.

Ebenfalls herausragend sind der Opener "Queen of the Underworld" und der Titelsong "The Fine Art of Self Destruction". Was jedoch in keinem Falle die restlichen Songs geringschätzen soll. Es sind bloss herausragende Stücke eines insgesamt herausragenden Albums.

Adam Duritz von den Counting Crows bezeichnete Malins Werk als "das beste Album das jemand im letzten Jahr gemacht hat". Dem kann ich nur zustimmen.

Web: www.jessemalin.com

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Placebo: "Sleeping with Ghosts" (Pop-Rock)
"Don't forget to be the way you are"

Mit "Black Market Music" haben Placebo vor drei Jahren ihr bis zu diesem Zeitpunkt bestes Album abgeliefert. Die Erwartungen an "Sleeping with Ghosts" sind dementsprechend hoch.

Von tamara.frommeltplebs.ch. Placebo. Cooler Name für eine coole Band die ihren Bekanntheitsgrad nicht nur ihren extravaganten Shows sondern viel mehr auch ihrem extravaganten Sänger zu verdanken hat: Brian Molko überrascht immer wieder mit seinem androgynen Auftreten, noch viel mehr aber begeistert er die Fans mit seiner aussergewöhnlichen Stimme. Um diese Stimme arrangierten Placebo seither kraftvolle aber auch wunderschöne Songs mit teils recht heftigen Texten. Wer die Jungs letztes Jahr am Open Air St. Gallen bewundern durfte oder dieses Jahr das Glück hat, sie im Zürcher Volkshaus zu sehen, der wird wissen, wie einfach es ist, von ihnen in den Bann gezogen zu werden. Die Musik ist wie eine Droge, nur eben: Placebo.

Das nun mehr vierte Studioalbum der drei Barden bietet im Prinzip nicht viel Neues. Dank Produzent Jim Abbiss (Björk) machen Placebo zwar einen kleinen Ausflug in die Welt der elektronischen Klänge, im Grossen und Ganzen aber bleiben sie sich treu. Und das ist auch gut so. Sleeping with Ghosts mag vielleicht nicht an Black Market Music herankommen bietet aber mit Songs wie This Picture, Special Needs oder The Bitter End wieder ein paar melancholisch-bannende Perlen die man nicht missen möchte. Insgesamt zeigt sich "Sleeping with Ghosts" sehr bodenständig und reif. Noch mögen Placebo mit den Geistern der vergangenen Alben schlafen, vielleicht aber lösen sich diese bald in Luft auf und die drei Briten wagen sich auf neues Terrain. Und wenn nicht, dann werden es ihnen die Fans auch nicht übel nehmen denn die Geister die sie riefen, die sind gut.

Web: www.placeboworld.co.uk

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The Throwing Muses: "The Throwing Muses" (Indie-Rock)
Kristin Hersh: "The Grotto" (Indie-Pop)
Zwei auf einen Streich

Nach sieben Jahren Pause veröffentlichen "The throwing muses" wieder einmal ein Album. Doch damit nicht genug. Ebenfalls am 17. März wurde das neue Solo-Album von Kristin Hersh, Sängerin und Gitarristin der "Muses", veröffentlicht.

Von basil.schneiderplebs.ch. Wer jedoch zwei gleichklingende Alben erwartet, wird hier eines Besseren belehrt. Was die beiden Alben verbindet ist die leidende Stimme Kristin Hershs, sowie der melancholische Grundton. Ansonsten sind sie kaum zu vergleichen. Während "The Grotto" ruhig und spärlich instrumentiert daher kommt, so wird auf dem selbstbetitelten Album der "Throwing Muses" richtig gerockt.

"The Grotto" ist wieder eines dieser Werke, die man nicht mehr aus dem Player herausnehmen möchte. Die Songs erzählen vom Leben, lassen einen an den Weltuntergang denken, lassen einen einfach nicht mehr los. Oftmals ist ausser der wunderschönen Stimme Kristin Hershs nur eine akkustische Gitarre zu hören, manchmal gesellen sich einige andere Instrumente dazu, das Album ist aber komplett spärlich instrumentiert, oftmals werden sogar Akkorde mit der Gitarre vermieden.

Kristin Hersh mit Band allerdings weiss durchaus noch zu rocken. Mit eingängigen Songs erinnern sie an ihre eigenen Erfolge anfangs der Neunziger. Im Gegensatz zum Solo-Album sind die Songs nicht ganz so düster, auch wenn hier der melancholische Grundton weiterhin vorhanden ist.

Welches Album ist nun zu empfehlen? Für alle die es ganz ruhig mögen, Kristin Hersh. Wer gerne guten Indie-Rock hört, dem sei das Album der "Throwing Muses" empfohlen. Und für alle Freunde guter Musik, werden beide Alben ans Herz gelegt.

Web: www.throwingmusic.com

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Anthrax: "We've Come For You All", Metal
"We're not changing our name"

Mit Anthrax hat wohl niemand mehr gerechnet, ausser vielleicht ein paar in den 1980er Jahren versumpfte Heavy-ianer. Tja, besser kann man wohl seine Kritiker nicht zum Schweigen bringen. Und aufgepasst: Nicht von der diskreditierten Affiché "Metal" täuschen lassen. Alle die was mit harter Gitarrenmusik am Hut haben, sollten mal ein Ohr voll hiervon nehmen.

Von mathias.menzlplebs.ch. Mit Anthrax hat es ja folgendes auf sich: Sie tragen unverkennbar einen Namen, mit dem sie heuer wohl nicht umhin kommen, mit vorwurfsvollen und blöden Sprüchen traktiert zu werden. Anthrax ist ja auch das ominöse weisse Pulver, das die "bösen Araber" überall hinschicken um "liebe Christen" zu schädigen. Dem geben die fünf alten Hasen klipp und klar die Antwort: "We're not changing our name". Dieses weltbewegende Statement kann man im Inlay ihrer neuen CD "We've come for you all" nachsehen. Zurecht, denn Anthrax als Band gab es ja auch schon, als Georgie-Boy noch an seiner Jack Daniels Flasche nuckelte.

Nun gut. Zum Glück hat sich dieses Aufhebens nicht negativ auf die Qualität niedergeschlagen. Anthrax zaubern einen astreinen Knüller aufs musikalische Parkett. Seit ihren Glannzzeiten mit "Persistence of Time" oder "Attack of the Killer B's" haben sie nicht mehr so energiegeladen musiziert. Sie beweisen das gewisse Händchen für Melodien und eine ausgeprägte Liebe zum Detail. Vielleicht hat die letzte Konsequenz bei ihren letzten zwei Alben ein bisschen gefehlt. Denn wenn man diese auf den Punkt gebracht erklären will, dann liegt man mit dem Wort Katastrophe wohl ziemlich nahe.

"Schon beim Opener "What doesn't die" und dem Double-Bass Wirbel wird dem Hörer klar: Anthrax haben die Kurve gekriegt. Auch "Nobody knows anything" zeichnet sich durch eine atemberaubende Schlagzeug-Arbeit aus, bei der sich wahrscheinlich alle Schlagzeug-Heroen von Dave Grohl bis Lars Ullrich die Augen und Ohren Wund reiben. Mit "Safe Home" ist den fünf US- Amerikaner zudem eine Metal- Hymne der Extraklasse gelungen. Was "We've com for you all" jedoch zu einem wirklich überzeugenden Album macht, ist die Tatsache, dass die restlichen Songs nicht wirklich weit von diesen Höhepunkten abfallen. Vielleicht kann man ihnen vorwerfen, dass sie bezüglich Songwriting in gewissen Phasen immer noch in ihrem, heutzutage pubertierend anmutenden, Heavy-Metal-Jargon der 80er Jahre stecken geblieben sind.

Wie bereits erwähnt sollte man Anthrax nicht in die Metal-Ecke stellen, denn dort würden sie versauern, obwohl sie ja als die Erfinder von Trash-Metal gelten. Heute sind sie noch genauso viel Metal wie zum Beispiel Machine Head, System of a down oder all die New-Rock Bands, die sich gegenseitig auf den Füssen stehen. Was sie indessen von der großen Masse unterscheidet ist, dass die wenigsten von diesen dermassen viel Power generieren können, was sie wohl ihrer Speed-Metal Vergangenheit zu verdanken haben. Kompliment, wer nach 22 Jahren Sex, Drugs and Rock`N Roll noch dermassen abgeht, hat unsere Huldigung verdient.

Web: www.anthrax.com

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Ben Harper: "Diamonds on the Inside", Funk
Der bessere Lenny

Ben Harper ist natürlich kein unbekannter. Ein richtig grosser ist er aber auch nicht. Eigentlich unverständlich, denn nicht erst mit dem aktuellen Album liefert er der Welt den Funk.

Von david.bauerplebs.ch. Wie Recht hat doch die Weltwoche, wenn sie schreibt, dass Ben Harper im Prinzip die bessere Version von Lenny Kravitz sei. Seine Stimme ist kräftiger, seine Musik vielfältiger, sein Auftreten weniger klicheehaft. Kurzum, er macht alles, was Lenny macht, einfach eine Prise besser und funkiger. Ob er nun genauso sexy ist wie sein weitaus bekannteres Pendant, ist in einer Musikkritik müssig zu beurteilen. Schlecht sieht jedenfalls auch Ben Harper nicht aus.

Musikalisch hält Ben Harper an seinem bewährten Stil fest. Er kombiniert je nach Gusto Reggae, Pop und Soul scheinbar spielend mit bestem Funk, seine markante Stimme passt ohnehin zu jedem Stil. Bei jedem der Songs auf "Diamonds on the Inside" ist die Mischung etwas anders gemacht, einmal tönt er ausgesprochen nach Bob Marley, dann wieder sehr soulig. Trotzdem passen die einzelnen Teile gut zusammen, ergeben ein stimmiges Gesamtbild.

Ganz kommt er an seine eigenen früheren Platten nicht heran, es fehlen ein, zwei herausragende Tracks. Trotzdem muss man sagen, dass es Ben Harper einmal mehr geschafft hat, den Funk auf eine CD zu bringen und ihn fast wie live klingen zu lassen.

Web: www.benharper.net

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Bianchi: "Inside", Rock
Ein Mainstream-Album mit zahlreichen Facetten

Der Bon Jovi der Schweiz: Bianchi will mit seinem Debütalbum "Inside" die Schweizer Charts aufmischen. Dabei setzt er auf seine Stimme und ins Ohr gehende Rockmelodien.

Von stephan.siggplebs.ch. Bianchi hat bereits im Alter von 14 Jahren begonnen, Musik zu machen und sich seither ständig weiterentwickelt. Nachdem der Schweizer Songwriter und Musiker mit verschiedenen Bands unterwegs war, will er jetzt seine Solo-Karriere starten. "INSIDE" heisst sein Debütalbum, mit er die Schweizer Charts stürmen will. Seine Vorabsingle "I'm leaving", eine fetzige Rocknummer mit Ohrwurmcharakter, klingt vielversprechend. Aber auch die anderen 12 Songs können sich hören lassen. Schnelle, partylastige Songs sind ebenso zu finden wie nachdenkliche, tiefsinnige Balladen, zum Beispiel "Don't you cry". Sehr ehrlich zeigt sich Bianchi im Song "Daddy", mit dem er den Suizid seines Vaters verarbeitet. Bianchis rauchige Stimme hat Ausstrahlung und erinnert an Bon Jovi. Dennoch liefert er eigenständige Songs und ist weit davon entfernt eine billige Kopie zu sein.

"Inside" könnte den Sprung in die Charts schaffen - bleibt zu hoffen, dass sich die Käufer nicht vom etwas irritierenden CD-Cover ablenken lassen.

Web: www.bianchimusic.ch

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Big Brovaz: "Nu Flow", Hip-Hop/Soul/R&B
Outkast aus England?

Als ich den Clip zu Nu Flow (der lief oft) das erste mal sah, dachte ich nur, hat Outkast wieder einen neuen Clip draussen? Nö, dem war nicht so. Es waren Big Brovaz aus England.

Von christian.luediplebs.ch. Das Album bestätigte dann aber, dass es sich definitiv nicht um Outkast handelt. Man kann zwar gewisse ähnlichkeiten durch das ganze Album hören. Zudem aber sind vermehrt auch relative langsame und ruhige Tracks vorhanden. Das Album ist an und für sich doch recht abwechslungsreich. Darum auch das Genre Hip-Hop und Soul. Die 3 Frauen (Nadia, Cherise und Dion) in der 6-köpfigen Crew bringen mit ihren Gesangseinlagen den souligen Beitrag, wobei die 3 Jungs (J-Rock, Randy und Flawless) sich aufs Rappen konzentrieren. Schade ist, das die Beats ausser den verschiedenen Rhytmen kaum unterschiedlich klingen, es werden immer wieder ähnliche Samples verwendet, und dementsprechend langweilig wird das Album dann zu Ende auch.

Zu den Lyrics. So wie die Tracks heissen (ok, this music, find a way, summertime, baby boy, i know you are there,...), ist auch deren Inhalt: normal, unspektakulär und somit auch ein bisschen langweilig,denn das von den neuen coolen Musikern, von ihrenChicks, und das mit dem eigenen neuerfundenen Style kennen wir ja zu genüge, siehe viva swizz...

Eine kurze Anmerkung noch zu Ihrem Namen. Sie nennen sich so, weil sie gemeinsam ein Haus in South London bewohnen, und gerne denn Leuten auf der Strasse zuschauen - kann ich nur sagen, seeeeeehr originell dieser Name, oder doch nicht...?

Mein Fazit, ab und zu ein Track an einer Party ist durchaus tanzbar (nicht unbedingt der Rock Remix am Schluss), ich empfehle aber nicht unbedingt, das Album zu kaufen. Denn dieses Geld lässt sich auch anders ganz gut investieren.

Web: www.bigbrovaz.com

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Celso Fonseca: "Natural", New Jazz
New jazz do brazil

Die meisten Musiker Südamerikas, welchen es möglich ist unsere Ohren zu erreichen, haben alle eines gemeinsam: Ihre Musik ist zum größten Teil "para bailar la salsa", temperamentvoll, leidenschaftlich. Celso Fonseca macht die Ausnahme. Noch.

Von patricia.gavilanoplebs.ch. Die Leidenschaft ist bei ihm nicht weniger vorhanden, drückt sie jedoch ein völlig anderes Lebensgefühl aus, das auch für hier in den eher kälteren Regionen momentan gut nachvollziehbar ist: Dieses Genießerische am Ende einen warmen Sommertages, der Duft des Wasser, der noch in der Luft hängt, Frische, Stimmungen, leises Lachen, und das alles zum Ausdruck gebracht mit New Jazz, das dem Lounge Sound sehr nahe kommt, jedoch durch Instrumente und Stimmen viel gefühlsnaher und melodischer klingt. Und obwohl wir hier nicht wissen können, was eine carinoca ist, fällt es nicht schwer, die Aussage zu erkennen: sei, fühle, liebe. Natural. Celso Fonseca hat auf seinem Debütalbum (international) "Natural" nicht nur Größen wie Gilberto Gil und Marisa Monte zusammengebracht, auch hat er Platz für weniger bekannte Stimmen, wie die von Cybelle, gelassen. Anscheinend die richtige Mischung!

Web: www.crammed.be

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Diverse Interpreten: "Definitiv 2", Pop/Rock
Alles wird gut

Vor 17 Jahren war es definitiv. "Definitiv", das Album, welches versuchte die Zürcher Punk-, Wave- und Rock-Szene zusammenzufassen. Dieses wahrlich schwere Unterfangen glückte jedoch vollends. So ist nun das zweite Album dieser Serie am Start.

Von basil.schneiderplebs.ch. Wieder mit beinahe vierzig Songs gibt es zwei volle CDs welche die Jahre 1987 - 1997 umfasst. Mit vertreten sind bekannte Namen wie Yello oder Stephan Eicher, ebenso wie Insider-Bands. Ein derart liebevoll gestaltetes Booklet findet man ausserdem selten. Nebst diversen Bildern und Texten zu allen Interpreten wird auch das gesellschaftliche Leben in dieser Zeitspanne ins Rampenlicht gestellt.

"Definitiv 2 - Alles wird gut - Zürich 1987 - 1997" ist die ideale Scheibe um mit all den Vorurteilen über Schweizer Musik aufzuräumen. Da wäre zum Beispiel die Meinung, das Musik aus der Schweiz nicht mit der ausländischen Konkurrenz mithalten könne. Was für ein Schwachsinn. Man höre sich nur einmal die 150 minütige Doppel-CD an und werde eines Besseren belehrt. Auch das Vorurteil, es gäbe in Zürich keine Mundart-Musik wird weggeräumt - teilweise zumindest. Im Gegensatz zu den Berner Kollegen meiden die Zürcher das Schweizerdeutsche und weichen oft auf Englisch aus. Doch nicht erst der Hip Hop hat Mundart-Songs in Zürich populär gemacht.

Natürlich findet bei der Auswahl von einigen Songs aus 10 Jahren Musikgeschichte eine starke Selektion statt. So wurde zum Beispiel der Techno-Bewegung in Zürich nicht Rechnung getragen, die Hip-Hop-Bewegung wurde da schon mehr berücksichtigt, Fokus liegt aber auf dem Pop-/Rock-Bereich. Um aber auch die Bands zu berücksichtigen, welche auf dem Doppelalbum keinen Platz gefunden haben, gibt es unter www.definitiv-zh.ch eine interessante Webseite. Da sind Geschichten von Bands und von Konzertlokalen ebenso zu finden, wie eine Bandliste und einige Songs zum Anhören. Die optimale Ergänzung zur CD.

Web: www.definitiv-zh.ch

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Easyworld: "This Is Where I Stand", Brit-Rock
Genau so muss Brit-Rock klingen

Einmal mehr eine junge Band aus Grossbritannien, die ein beeindruckendes Debutalbum vorlegt. Easyworld zeigen mit "This Is Where I Stand", dass man sich um die Zukunft des Brit-Rock weissgott keine Sorgen machen muss.

Von david.bauerplebs.ch. Was im Intro musikalisch noch an Oasis in frühen Zeiten erinnert, tönt danach musikalisch wie stimmlich vor allem stark nach JJ72. Tatsächlich machen Easyworld erfrischenden, direkten Brit-Rock mit vielen Finessen und verspielten Melodien, wie man es eben von JJ72 kennt. Dies mit denselben einfachen Mitteln: Sänger mit Gitarre plus Bassist und Drummerin - mehr als drei Personen braucht es für guten Brit-Rock nicht. Die Stimme von Frontsänger Dav Ford ist nicht ganz so hoch und ausufernd wie diejenige seines Pendants Mark Greaney - die einen mag das enttäuschen, andere werden erleichtert aufatmen -, dafür sind Easyworld doch noch eine Spur druckvoller als JJ72.

Von spezieller Güte ist der Titelsong "This Is Where I Stand", der ganz auf Fords Stimme ausgelegt ist und ähnlich eindrücklich daherkommt wie Gavin Rossdales "Glycerine" (Bush). Ebenfalls hörenswert sind "A Stain to Never Fade", eine druckvolle, melodiöse Nummer mit guten Tempowechseln und "You & Me", einer rockig schönen Ballade.

Unbedingt reinhören!

Web: www.easyworldinfo.co.uk

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Eric Clapton: "Live on Tour 2001 - One More Car, One More Rider" (DVD), Rock/Pop
Aufwärmübungen

Einige Jahre nach seinem vielgelobten Unplugged-Album beglückt uns Eric Clapton mit einem gemässigten Live-Spaziergang durch seine Hits. Schon das Cover macht den Eindruck einer halbherzigen Imitation, was sich als symptomatisch erweist für das Album.

Von oswald.itenplebs.ch. "One More Car, One More Rider" ist beileibe nicht das erste Live-Album von Eric Clapton und wohl auch nicht das letzte. Es ist meiner Meinung nach jedoch das mittelmässigste. Und das ist in der ganzen Härte dieses Begriffs gemeint.

Der Abend des 18. Augusts 2001 im Staples Center in Los Angeles ist in drei Sets und zwei Zugaben aufgeteilt. Solo mit akustischer Gitarre legt Clapton mit "Key to the Highway" einen recht verheissungsvollen Auftakt hin. Doch bereits in diesem Stück macht sich eine gewisse Zurückhaltung bemerkbar, die für diesen ersten halbakustischen Teil und eigentlich das ganze Konzert symptomatisch ist. Der saubere geschliffene Sound wird sich für den Rest des Abends nicht mehr gross verändern, vom ehemaligen Bluesrock ist nur noch Pop übriggeblieben.

Nach sechs Songs greift der Meister dann zur (leider ziemlich farbigen) Stratocaster, um ein paar aktuellere Stücke zum besten zu geben. Dabei fällt er auf seine alte Vorliebe zurück, die Songs mit ausladenden Soli endlos zu dehnen.

Im letzten Drittel nimmt er sich dann doch noch die alten Blues und Rockstücke vor, die zu hören das Publikum gekommen ist. Sie werden zwar nicht einfach heruntergeleiert, doch über die gepflegte Wiedergabe kommt selbst ein Stück wie "Have You Ever Loved a Woman?" nicht hinaus. "Layla" wird nun wieder in der alten elektrischen Version gespielt, allerdings reichlich uninspiriert.

Bei aller Spielfreude und technischen Perfektion, fehlt es der Band immer am zündenden Funken. Bei den Zugaben darf dann Billy Preston hinter seiner Hammondorgan hervortreten und endlich auch ein Lied singen. Zum Schluss versucht sich Clapton noch mit einer alten Jazzgitarre an "Over the Rainbow", seinem Beitrag zur "Great-American-Songbook"-Welle des beginnenden Jahrzehnts.

Alles in allem ein gleichförmiges, routiniertes Konzert, das bestenfalls alte Glanzlichter aufwärmt. Von beinahe jedem Song hat Clapton aber schon druckvollere und überzeugendere Versionen aufgenommen, sowohl live als auch im Studio.

Die Ausstattung der DVD ist mässig bis mangelhaft. Zwar sind Bild- und Ton tadellos in Ordnung, ausser Untertiteln zu den Songs sind aber keine special features vorhanden.

Wie es sich für eine DVD gehört, wurden die akustischen Möglichkeiten des Formats voll ausgeschöpft. Neben der 2-Kanal-Stereo- und der 6-Kanal-Dolby-Digital-Fassung ist erfreulicherweise auch eine unkomprimierte dts-Spur vorhanden. Es öffnet sich ein grosser Klangraum, die Atmosphäre einer riesigen Halle wird deutlich spürbar. Der Hörer befindet sich etwa in der Mitte der Halle, so dass das Publikum von rundherum zu hören ist. Der Klang ist sehr klar, die Stimme gut verständlich und doch ohne aus dem Klangbild herausgelöst zu wirken.

Bei der Bildspur handelt es sich um einen konventionellen Konzertmitschnitt nach TV-Standards ohne schnelle Schnitte oder sonstige Extravaganzen. Das Bildformat ist 16:9 anamorph, wobei der Kontrast beleuchtungsbedingt etwas zu hoch ist, so dass helle Flächen ausbluten und dunkle Details im schwarz ertrinken.

Alles ist mehr oder weniger gut, nichts aber grossartig. Eine DVD also, die höchstens für Neulinge im Clapton-Universum als Best of - Zusammenstellung interessant sein mag.

Web: www.claptononline.com

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Good Charlotte: "The Young and the Hopeless", Pop-Punk
MTV war gestern

Wer erinnert sich noch an Green Day? Damals bekräftigten die "wahren Punks": Viel tiefer kann Punk-Musik nicht mehr sinken. Schuld war MTV. Zehn Jahre später trauen sich die wahren Punks wohl gar nicht mehr zu einer äusserung: Kein Wunder, wenn Good Charlotte damit assoziiert werden. Schuld ist VIVA.

Ganz kurz: Good Charlotte sind unnötig, Verschwendung pur. Attitüde wird grösser geschrieben als musikalische Qualität. Punk-Boy-Group à la Blink 182. Diese waren indessen noch annähernd witzig und brachten ihr lächerliches Produkt mit viel Selbsironie an den Mann. Good Charlotte wollen dasselbe ernsthaft vertreten. Da lacht ja ein Pferd. Lifestyle-Punker mit Glimmer im Haar, die sich ihre Irokesen-Frisur beim gerade angesagtesten Hairstyler erstehen und mittlerweile wahrscheinlich eine eigene Visagisten auf Tour mitnehmen müssen; das braucht die Welt nun wirklich nicht. Das dürfen nur "Kiss", aber die spielen in einer anderen Liga. (maz)

Web: www.goodcharlotte.com

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Gotthard: "Human Zoo", Rock
Rocker mit Herz

Wie aus dem viel zitierten Pressetext zu erfahren war, scheinen die Musiker von Gotthard sich über die Welt Gedanken zu machen. Diese Gedanken haben sie in dieses Album gepackt.

Von tamara.frommeltplebs.ch. Der grösste Schweizer Rockmusik-Export hat mit der ersten Single-Auskopplung "What I like", die man fast schon Bon Jovi zugeordnet hätte, nicht nur die Fans überzeugt. Ein rockiger Ohrwurm mit viel Gefühl. Was bietet das neue Album noch? Der Opener "Human Zoo" weist die Richtung des nun schon achten Studioalbums von Gotthard: Es wird wieder etwas rockig. Dennoch dürfen auch Balladen nicht fehlen, denn, wie Gotthard auf ihrem letzten Album gezeigt haben, gehört auch dies zu ihren Stärken.

Als neuen Produzenten konnten Gotthard übrigens Mark Tanner dazugewinnen, der sich unter anderem für den Soundtrack des Films "Armageddon" auszeichnete und, so Steve Lee, "frischen Wind" ins Bandlager brachte. Wo wir schon bei der Band sind, Gotthard sind übrigens eine Seltenheit, was Zusammenhalt und Konstanz betrifft: Die Gruppe spielt seit ihren Anfängen in der gleichen Zusammensetzung.

Dass diese Kombination funktioniert, zeigt auch der Erfolg der Band: Weltweit mehr als eine Million verkaufter Platten, sechs Mal Gold und Platin, zwei Mal Doppel-, ein Mal Tripelplatin und die vergoldete Single "Heaven". "Human Zoo" wird nicht weniger gut ankommen denn mit Songs wie "Have a little faith" oder "One in a million" spricht das Album nicht nur Fans an sondern auch jeden der auf den natürlichen und bodenständigen, nie übertriebenen Rock steht den Gotthard seit Jahren erfolgreich pflegen.

Web: www.gotthard.com

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Hell is for Heroes: "The Neon Handshake", Emo-Rock
Die Hölle steht ihnen gut

Aus England kommen Brit-Pop Bands, Trip-Hop Bands, gute DJ's, Boy Groups und Punk Bands. Als Herkunftsland von emotionalem Hardcore war England bis anhin genauso bekannt wie Grönland für Cricket. Das könnte sich ändern.

Von mathias.menzlplebs.ch. Hell is for Heroes ist zugegebenermassen ein ziemlich beschissener Name. Doch Nomen ist in diesem Fall zum Glück nicht Omen. Die fünf Engländer angelten sich mit den Produzenten Pelle Henricsson und Eskil Lövström zwei Koryphäen auf ihrem Gebiet. Die beiden Schweden haben schon mit Refused zusammengearbeitet, eine der wohl massgebendsten Post-Hardcore Bands in der Geschichte dieses Genres. Hell is for heroes ist jedoch nicht vergleichbar mit Post-Hardcore geschweige denn mit Refused. Eher könnte man sie in eine Reihe mit ihren Landsmännern Biffy Clyro mit Rival Schools oder prä-Elite-Fireside stellen.

Hell is for Heroes schaffen es auf ihrem Debut das Level konstant hoch zu halten. Das Album erreicht sogar fast jene Qualität die man sonst nur bei ganz aussergewöhnlichen Bands erleben kann: Man hört sich die CD zwar regelmässig an, die Melodien laufen einem aber nie nach, trotzdem glaubt man beim Hören, dass es sich doch eigentlich um unglaubliche Ohrwürmer handelt. Aber wenn man im Nachhinein sich daran zu erinnern versucht, fällt einem keine einzige Melodie mehr ein. Tönt doch alles "bene"? Ist es aber nicht.

Die ersten beiden Songs "Five Kids go" und "Out of sight" überzeugen durch Emo-lastige Atmosphäre. Im weiteren Verlauf schalten die fünf Engländer ein, zwei Gänge zurück, die Power geht aber nicht verloren. Trotzdem beschleicht einem ein mulmiges Gefühl, irgendwas scheint zu fehlen, das Salz in der Suppe, die Confiture auf dem Butterbrot, die Zigarette zum Bier. Mehr und mehr klingen die Songs immer klinischer und steriler. Das Schlagzeug tönt zu sehr nach Drum-Computer, die Rauheit schwindet dahin. Die Englische Noblesse halt, könnte man denken. Das dreckige und punkige Element geht mehr und mehr verloren und damit auch das Rebellische und damit faszinierende "Je-ne-sais-quoi". Nichtsdestotrotz haben Hell is for Heroes mit "The neon handshake" ein überzeugendes Rock-Album zustande gebracht - aber das grösste Ding in Sachen Rock-Musik seit langem, wie uns die englische Musikpresse weiss machen will sind sie mitnichten. Aber ein gutes Fundament wäre gelegt. Wir lassen uns gerne überraschen.

Web: www.hellisforheroes.net

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Hertz: "Eine Auswahl", CH-Pop
Die beste Schweizer Schallplatte?!

Die Biographie eine SP-Bundesrates (Willy Ritschard) als Pop-Song? Das konnte nur eine Band, nämlich "Hertz" und die legen mit "Eine Auswahl" eine spannende Zusammenfassung ihres kurzen aber intensiven musikalischen Schaffens vor.

Von roger.zumkellerplebs.ch. Es ist ja nicht so, dass früher partout alles besser war, aber was die Musik anbelangt trifft diese Binsenwahrheit leider häufig ins Schwarze. Im speziellen wenn es dabei um schweizerisches Musikschaffen geht, wie hier im Falle der neuen Hertz-CD. Schon das Cover lässt es einem heiss und kalt den Rücken herunterlaufen. In Riesenpixeln prangt der weisse Hertz-Schriftzug auf dem Schwarzen Grund. Die Achtziger sind zurück. Das Vorwort im Booklet, aus der Feder vom brillianten Weltwoche-Schreiberling Albert Kuhn, setzt die Messlatte gefährlich hoch indem behauptet wird, es handle sich hierbei um die beste Schweizer Schallplatte(!). Das klingt aufs Erste ein wenig anmassend, ist es aber nicht. Hertz waren nicht einfach eine Schweizer Band, Hertz war ein Spiegel dieses kleinen Landes. Mit viel Humor zeichneten sie ein musikalisches Bild der Schweiz, wie es danach niemandem mehr gelang. Musikalisch und zeitlich irgendwo zwischen Post-Punk, New-Wave und Neuer Deutscher Welle angesiedelt, sind Hertz ein wichtiges Stück Musikgeschichte. Dazu ihr irrer Witz, das Liebäugeln mit dem Dadaismus und das freche und kantige der New-Wave Bewegung und es entsteht ein wahnsinniger Mix, der seinesgleichen sucht. Diese Mischung aus Kabarett und Musical zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte CD. Der Schweizer Alltag, das bürgerliche und biedere, aber auch das Vergnügen findet alles Platz auf dieser Scheibe. So schmunzelt man sich während 23 Songs durch die Schweiz, lacht über die Enge, die ach so häufig in Engstirnigkeit mündet, um bei Track 24 die Absolution zu erlangen. Mit dem Blick vom "Berge" herab entlassen uns Hertz zurück in den soeben besungenen Alltag, der mit einem Male um einiges freundlicher und lockerer scheint. "Eine Auswahl" ist nicht bloss eine "Best of" unter vielen, sondern ein Stück Schweizer Geschichte und Gegenwart.

Web: www.csr-records.ch

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HIM: "Love Metal", Gothic-Rock
Komm auf die dunkle Seite der Liebe

Die düsteren Finnen um den melancholisch wirkenden Sänger Ville Valo präsentieren ihr viertes Album.

Von tamara.frommeltplebs.ch. Mit dem Song "Join me" haben His Infernal Majesty, so der ganze Name der Band, vor 4 Jahren eine riesige Fangemeinde erschaffen. Die Fangemeinde besteht wahrscheinlich vor allem aus kreischenden jungen Mädels die an Konzerten BHs auf die Bühne werfen und dann umfallen wenn Ville ihnen ein Lächeln schenkt. "Richtig" harte Jungs nämlich lachen mehrheitlich über HIM weil ihre Songs zwar mit den Instrumenten des Heavy Metal gespielt, aber mit den Texten und der sehnsüchtigen Stimme eines äusserst attraktiven und mystisch-geheimnisvollen Schnulzensängers kombiniert werden, gemischt mit einer nicht zu kleinen Prise schwarzer Magie. Die Mischung aber funktioniert. HIM sind die neuen Meister der musikalischen Alchemie. Sie haben sogar ihr eigenes Symbol entwickelt: Das sogenannte "heartagram" das auch auf dem neuen Album zu sehen ist und den Stil von HIM, Love Metal, passend verkörpert.

Wer schon die früheren Alben von HIM gekauft und geliebt hat, der wird auf Love Metal nicht verzichten können. Plebs konnte sich bereits ein paar Kostproben anhören. An eingängigen Melodien fehlt es nicht. Schon die Titel zeigen fast schon etwas zu klischeehaft, worüber HIM singen. Keinem Song fehlt es an Gefühl oder pathetischen Gitarrenklängen - Love Metal zeigt HIM in ihrer reinsten Form. Was einzig fehlt, ist das Quäntchen Pep das in den früheren Alben immer zwei, drei Songs besonders heraushob, einen Song den man auswendig können wird, ein Kracher. Love Metal ist nicht mehr so auffällig, aber deshalb nicht schlechter als seine Vorgänger. Im Gegenteil: "Buried alive by love" oder "The funeral of hearts" sind nur zwei Beispiele für perfekt arrangierte gotisch angehauchte Liebeshymnen. Ein Album das man immer wieder gerne hören wird, besonders Nachts, wenn alles dunkel ist und man sich richtig vorstellen kann wie Ville Valo aus seinem Sarg auf die Bühne steigt und dem Seelenschmerz mit klagender Stimme Ausdruck verleiht.

Web: www.heartagram.com

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Ibrahim Ferrer: "Buenos Hermanos", Son-Musik
Nostalgisches Sahnehäubchen

Der Uralt-Kubaner Ibrahim Ferrer, durch Wim Wenders Film "Bueno Vista Social Club" auch hierzulande ein Begriff geworden, darf nun endlich einmal seine Solostücke einbringen. Die handeln von Lebensfreude und Alltagsgeschehen, sind manchmal leicht verschwommen; und aus dem Schaukelstuhl betrachtet, lieb gewonnene Perspektiven - ideal für den Traditionalisten Ferrer.

Von peter.doeberlplebs.ch. Zugegeben - Hardrocker schreien auf, wenn kubanische Guarachas oder Boleros gespielt werden. Pop-Puristen wähnen sich irgendwo in den 50er Jahren, verwechseln sehr schnell mal Tangos mit den Sones und ächzen ob ihrer Unfähigkeit, Lebensfreude auch mal in kubanischer Urform zu geniessen. Ferrer greift auf seiner neuen CD in die Vollen: Freund Ry Cooder spielt auch mit und viele der Kollegen aus dem Bueno Vista Club helfen musikalisch aus - dabei entstand zwar keineswegs ein Meisterwerk, aber gute, handwerklich perfekte, in die Beine düsende Unterhaltungsmusik, die bewusst den Tiefgang vermissen lässt, weil der eben nicht zur Unterhaltung gehört. Eine durchaus gefällige Scheibe eines alten Mannes, die sich aufgrund der Originalität von all den "Machen wir auf Kuba"-Songs abhebt, die dieser Tage wieder angekündigt werden und uns den Sommer auf den Balearen schmackhaft machen sollen.

Verstehen muss man Ferrer nicht - zuhören reicht. Zuhören, das Zucken in den Beinen spüren, tanzen. Viel mehr will die Platte nicht - und das sie bereits in allen Charts aufgetaucht ist, muss nicht heissen, dass die Musik Schrott ist: es ist derzeit halt eben "in" Na denn, Spass macht es alleweil, etwa auch im Zürcher Volkshaus am 12. Mai - Ferrer live.

Web: www.afrocubaweb.com/ibrahimferrer.html

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James Taylor: "October Road", Singer - Songwriter
Die Ikone kann es nicht lassen

James Taylor meldet sich zurück und tönt nicht viel anders als vor 35 Jahren: Er besingt immer noch die gleiche Thematik von Liebe und Glück und vermisst den Frieden in Glasgow und auf der Welt. So gesehen eher eine weitere Wiederholung.

Von peter.doeberlplebs.ch. Als grosser Fan des Songwriters war ich zuerst einmal enttäuscht: Das Doppelalbum mit ein paar Minuten Videocut und der bekannt gläsernen Gitarre, Taylors ungewolltes Näseln, Songaufbau und Songfinale, nichts Neues eigentlich, und vom Text her eher ein bisschen sehr brav. Da war der Taylor der Siebzigerjahre noch frecher.

Taylor legt eine Doppel-CD vor, die nicht unbedingt in meine Sammlung gehört, aber: Dreimal, viermal reingehört und schon sieht die Sache anders aus. James T. scheut keine Experimente, er nimmt sich frech auch Ry Cooder in den Titelsong als Gitarrenpartner, ahmt auf der zweiten CD selbst Mark Knopfler nach. Trotzdem scheint Taylor immer noch die gleichen musikalischen Schuhe zu tragen wie vor zehn, zwanzig und dreissig Jahren - er lamentiert gegen eine scheinbar böse Welt ohne zu erklären, was denn diese Welt so böse macht. Er beweint und beklagt und er hat selbst so wenig Freude an der ganzen Sache, dass man die Platte eigentlich doch wegstecken sollte, wären da nicht Lieder wie "Whenever You're Ready", wo Taylor in den typischen brasilianischen Sambasound versinkt und sich sogar Mühe gibt, den Bläsern auf der Gitarre Paroli zu bieten. So bleibt nur: Nochmals hören und vielleicht, ja vielleicht, findet sich eine Perle unter Balladen, Liebesgeflüster und sanftem Protest. Die Doppel-CD samt Video muss man nicht haben - aber sie macht sich gut, wenn mal wieder Besuch aus der guten, alten Zeit angesagt ist.

Web: www.james-taylor.com

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Joni Mitchell: "Travelogue", Singer - Songwriter
Vom Folk zum Jazz und wieder zurück

Die Stimme ist unverkennbar geblieben, die Liedtexte ebenfalls. Joni Mitchell, dieses Jahr schon 60 Jahre jung, blickt mit einem Doppelalbum zurück, zieht Bilanz und stellt irgendwo fest, dass sich nichts, auch gar nichts geändert seit damals, als ihr Name neben Joan Baez, Janis Joplins genannt wurde. "Travelogue" ist eine Art Vermächtnis, auf Büttenpapier geschrieben, mit orchestralem Umschlag versehen und auf zwei Silberscheiben dem Nachlassverwalter zu Füssen gelegt.

Von peter.doeberlplebs.ch. Es gibt Lieder, die vergisst man nicht: So etwa "Cherokee Louise", ein beinahe uralter Song, oder "Woodstock", ebenfalls bereits in den höheren Sphären des Rockhimmels geparkt. Joni Mitchell hat diesen und weiteren 20 Liedern neue Kleider verliehen, Sonntagskleider, könnte man meinen, mal leicht luftig und jazzig, mal dick vermummende Soundmäntel aus dem Orchestergraben. Man mische sich also seinen eigenen Cocktail und zünde das Kaminfeuer an, lege die neue Mitchell auf, und schwelge dahin.

Die Mitchell hat sich nie in den Mittelpunkt gedrängt, war auch nie scharf auf einen Grammy oder einen anderen Generalsorden der Musikbranche; trotzdem wird sie wohl als eine von ganz wenigen Powerfrauen im Rockolymp ihren Platz finden und den Geschichtsbüchern erhalten bleiben. Mitchell mied den gemanagten Rock- und Pop-Zirkus ebenso wie die grossen Tourneen zwecks Promotion der jeweils neuen Platten: Mitchell will gehört und gelesen werden. Sie ist Musikerin, aber auch Dichterin, sie strahlt eine zerbrechliche Gelassenheit aus, ohne daran zu verzweifeln. Ihre Stimme, nicht die einer Rockröhre, haucht "The last time I saw Richard " immer noch filigran ins Mikrofon, jazzt sich in "Be Cool" in die Nähe von Patti Smith und spielt in "Borderline" auf der Tränendrüsen-Leier.

Das 60 Jahre auch an einer an sich solide lebenden Lady nicht spurlos vorbei gehen, merkt man der CD-Box nicht an, im Gegenteil - ich hätte die Mitchell eigentlich lieber ohne das ganze Begleitspektakel gehört, ohne die breiten Streicher im Hintergrund, die manchmal an Moody Blues erinnern, ohne die prallen Bläser, die da zwischendurch schnell zu einem Kurzsolo ansetzen. Die Stimme macht es, der Text macht es auch, und natürlich auch die Vertrautheit, all das macht es aus, dass ich diese Box empfehlen möchte. Mitchell hat sich damit wohl ihr ureigenes Denkmal gleich selbst gebaut - Neuerscheinungen werden sich an diesem Doppelalbum messen lassen müssen. Zu beachten ist auch das beigelegte Songbook - für alle, die lieber lesen denn hören

Web: www.jonimitchell.com

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Lorien: "Under The Waves", Island Pop
Isländisch und doch zugänglich...

Wenn man an Isländische Musik denkt, dann kommt einem als erstes Sigur Ros oder Björk in den Sinn. Das ist richtig so und darf ruhig so bleiben. Doch gibt es da noch eine weitere Band, die Beachtung redlich verdient.

Für koninentaleuropäische Verhältnisse tönen Lorien - wie (fast) alle Bands aus dem höchsten Norden - gespenstisch und spärisch. Für Isländische Verhältnisse jedoch sind Lorien ausserordentlich bodenständig, ja die Musik könnte gar leicht zugänglich genannt werden. So gesehen müsste "Under The Waves" eigentlich alle ansprechen, die an Sigur Ros gescheitert sind oder an deren Verworrenheit keinen Gefallen finden können. Doch als einer, der Sigur Ros liebt, meine ich, dass Lorien mehr als nur eine abgeschwächte Variante von ebendiesen sind.

Die Balladen der Isländer klingen nach Herzschmerz und Sehnsucht und vermögen wohl dennoch jedes unterkühlte Herz zu erwärmen. Schöne Melodien, weiche Rhythmen und eine zauberhafte Stimme sorgen für eine ausgesprochen angenehme, freundliche Atmosphäre, in die man sich nur zu gerne verliert. Für alle Liebhaber Skandinavischer Musik ist diese CD ein absolutes Must, für alle anderen lohnt es sich bestimmt, einmal Probe zu hören. (dba)

Web: www.lorien-music.com

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Lou Reed: "The Raven", Underground
Alter Meister auf dem E.A.P Trip

Wer Lou sagt, muss Reed denken - das war schon immer so. Egozentrisch, schräg, geprägt durch Exzesse, Abstürze, und nie in den Hitparadencharts - so ein Typ halt, den sich keine Mutter als Schwiegersohn wünschen würde - auch heute nicht, mehr als 30 Jahre nach Reeds erstem Angriff auf die kommerziellen Bastionen der Radiostationen. "The Raven" ist eine logische Fortsetzung.

Von peter.doeberlplebs.ch. Edgar Allan Poe, der amerikanische Meister des surrealen Grauens, schrieb vor mehr als 150 Jahre sein Rabengedicht, horrorschwanger, selbstzerstörend, verwirrt und zugedröhnt von Alkohol in all seinen gebräuchlichen und ungebräuchlichen Formen. Die Fragen nach dem Leben, nach dem Sein, nach der eigenen Existenz stehen im Mittelpunkt von Poes Werken - irgendwelche Parallelen zu Lou Reed möge der Leser selbst ausmachen.

Otto Normalhörer wird um die neue Doppel-CD, die wunderschön gruftig gemacht daher kommt, einen ebenso grossen Bogen schlagen, wie um Reeds frühere Werke - den meisten Lesern sagt der Begriff "Lou Reed" schon mal gar nichts. Oder vielleicht erinnert sich jemand an "Cocain"? So ganz weit hinten? Vielleicht als Coverversion wenigstens? Von Halbgott Clapton? Oder erinnert der Kunstbegriff "Lou Reed" vielleicht an Laurie Anderson? Das ist Reeds Lebenspartnerin, eine ebenso schräge Persönlichkeit, die nicht auf den normalen Plattenteller passt und auch nur sehr selten in den Musiktauschbörsen als MP3-File auftaucht. Und auch sie mischt bei der Raben-Platte mit.

Reed ist auch mit seiner Adaption des Poe-Gedichtes sich selbst geblieben, er nuschelt, schreit, kotzt raus, was ihn und Poe plagt. Das wunderschöne Lied "The Bed", gefolgt von einem fantastischen "Perfect Day", das geht unter die Haut, andere Passagen auf den Scheiben erinnern eher an morbide Untergangslust. Reed ist weiterhin der Meister der überraschungen, er hat sich kaum geändert, ist einfach älter geworden und die Musik noch reifer. Reed hat sich neben Laurie Anderson auch David Bowie, The Blind Boys of Alabama und Ornette Coleman (Altsax) ins Rabenboot geholt. Die Platte ist sehr wohl gewöhnungsbedürftig und sicher völlig ungeeignet für ein Waldhüttenfest oder ein Openair. Aber es gibt immer wieder Stunden im Leben zum reinen Hören - ein Gefühl in uns, das meist schon abgestorben ist und nur noch eine unbewusste Wahrnehmung ist. So wird Lou Reed auch mit seinem neuesten Werk nie in den Hitparaden auftauchen. Das ist weiter nicht sehr schlimm - man werfe keine Perlen vor die Säue

Web:
www.loureed.org/new/index_lou.html
www.edgarallanpoe.de/flash.html

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Magic Malik: "00-237", Modern France Jazz mit New Age Anlehnung
Gas geben und weg

Einmal mehr auf de Autobahn - der Franzose Malik im Wechsler, recht aggressiv, recht heavy, ich drücke aufs Gas, überhole da ein paar Schleicher, schlängle mich der Musik folgend wieder ein, krieche dahin, lauschend, und zähle die Mittelstreifen, die so schön regelmässig unterbrochen sind.

Bisschen arabisch tönt Herr Malik, und bisschen Mingus-ähnlich auch. Bisschen was von gestern ist dabei, bisschen was von heute auch, schön jazzig, wild jazzig, manchmal fremd auch. Wird sicher nie unter den Kuschelrocks auftauchen, auch nicht bei mir neben Miles gestellt, wird schön brav noch ein paar Wochen luftgetrocknet im CD-Wechsler liegen bleiben, tief hinten im Auto, und wenn dann mal einer mitfährt, den ich gerne loswerden möchte, lasse ich den Malik laufen - laut, bei offenem Schiebedach. (doe)

Web: www.label-bleu.com/artist.php?artist_id=30

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Matchbox 20: "More Than You Think You Are", Pop-Rock
Wenig überraschendes von Rob Thomas und Co.

Aller guten Dinge sind drei - genau dabei ist die Band um Rob Thomas mittlerweile angelangt. Mit beschwingtem Pop-Rock kommen sie nach wie vor gut an, etwas Innovation würde allerdings nicht schaden...

Die Single "Disease" läuft seit Wochen auf allen Radiostationen und der farbenfrohe Clip dazu auf den Musiksendern im TV. Es ist ein mehr als typischer Matchbox20 Song: man erkennt die Musik der beiden Vorgängeralben "Yourself Or Someone Like You" und "Mad Season" sofort wieder und auch als Repräsentant für das neuste Werk "More Than You Think You Are" taugt er hervorragend.
Matchbox20 machen Pop-Rock der angenehmeren und auch anspruchsvolleren Art, wenngleich die wirklich spezielle Note fehlt. Dafür sind auch die Texte schlicht zu wenig aussagekräftig. Dennoch werden Matchbox20 weiter ihren bereits jetzt sehr erfolgreichen Weg gehen, bloss muss man sich eben auch in Erinnerung rufen, dass Erfolg kein zuverlässiger Massstab für Qualität ist. (dba)

Web: www.matchboxtwenty.com

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Moonbuggy: "Plant Lupo", Hip-Trance a la Française
So ziemlich neben den Schuhen

Vangelis ist ein Begriff. Kitaro wohl auch. Moonbuggy hingegen wird nie in diese Höhen aufsteigen - der simple Synthie, das dumpfe Bum, bum, bum und die wenigen Versuche, dem Hörer wenigstens ein Highlight zu gönnen, das dann leider auch schon wieder mit der kreischenden Synthie-Stimme ein Ende findet - das macht noch lange keinen Sphärenklang, der mich liebevoll in den Schlaf wiegt. Ob die Musik für den Fahrstuhl zwischen der Foodetage im Tiefgeschoss und der Elektronikabteilung im 48. Stock meines Lieblingswarenhauses geeignet ist, bleibt auch abzuwarten: Derzeit sind dort noch keine Behälter angebracht, die Beutel für eventuelle übelkeit spendieren könnten.

Tatsächlich - ich bin einmal mehr enttäuscht: Was Moonbuggy da mit 68er Cover auf den Markt schmeissen will, ist, weder Can, noch Weather Report, ist, kein Gandalf und hat nichts mit Django Reinhard zu tun, auch wenn die Anlehnungsversuche derart penetrant sind, dass mir das mein Gymnasiallehrer auf die Finger geklopft hätte: "Abschreiben gilt nicht". Aber eben - andere spielen solche Sachen seit Jahren in den übungslokalen und haben selbst gemerkt, dass damit noch keine verkaufsfähige CD entstehen kann. Moonbuggy ist, so ziemlich das Schlimmste, was da auf den Konsumenten losgelassen werden kann - ein Sampler von Clayderman wäre vielleicht damit noch zu vergleichen. Mehr gibt es nicht zu schreiben - 13 Stücke Langeweile pur. (doe)

Web: www.doxa.de/moonbuggy_press.htm

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Nick Cave and the Bad Seeds: "Nocturama", Pop Noir - Songwriter
Hör mir zu und schweige

Einmal mehr verdanke ich eine Platte meinem uralten Freund CHE von den BRO-Records in Olten. Er kennt mein Feeling, weiss meist, was mir genau auf den Brain geschrieben ist, und: Der Mann weiss mehr über Musik (damit meine ich nicht die Hitparade) als sonst einer in der Schweiz. Hier also mein Danke für eine der besten Platten, die in den letzten Monaten erschienen sind.

Von peter.doeberlplebs.ch. Musik ist, auch die Lehre des Hörens, des Ertastens, des Fühlens. Nick Cave ist, darin ein Meister - er wagt sich auf Gefühlsrichtungen vor, läst den Zuhörer ins Grübeln versinken, spielt sich frei und singt sich den Frust aus der Brust. Das tut gut. Der "Dunkle Prinz ", wie Nick Cave bei Amazon genannt wird - und für einmal haben die Freunde von Amazon sogar richtig getippt und nicht nur abgeschrieben, was die Plattenfirma schon vorgekaut hat. Denn da kommt Weltanschauung ebenso in den Text wie das persönliche Feeling, da sind "Still in Love" rein zufällig Liebesballaden vorhanden, da ist, Musik zum Hören da, nicht zum Stampfen, nicht zum Schweigen. Aussagen statt Phrasen, Denkmusik, Denkanstösse, das Allerlei des Tages wird geschüttelt und geprüft, so etwa in "Rock of Gibraltar" - neben dem "She passed by my window" so ziemlich all das in einem Song, was Cave über die Dekaden retten will. Nahe am Kommerz, dieses Stück, vielleicht zu schmusevoll wegen der Streicher, vielleicht zu brutal wegen des verschleierten Textes, vielleicht einfach Cave, der nicht einfach Musik machen will. Nick Cave und seine wunderschöne Begleitgruppe, die Bad Seeds, die sich dem Sänger, Komponisten und Texter anpassen, ihn sanft untermalen. Und dann der lange, typische Cave-Song: "Babe, I'm on fire" - da kribbelt die Haut. Ein absolutes Muss - aber für DRS 3 Hörer und Viva-Teens wohl eher schon klassisch. Mir gefällt Cave, sehr gut sogar.

Web: www.nick-cave.com

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Ry Cooder/Manuel Galban: "Mambo Sinuendo", Retro-Mambo
Mit Reizen nicht geizen

Der Mambo der Fünfzigerjahre erlebt eine unerahnte Renaissance. Ry Cooder, derzeit an allen Fronten aktiv, hat sich mit dem Kubaner Manuel Galban (Bueno Vista) den idealen Companero genagelt und legt eine Platte auf, die entweder in den siebten Himmel gelobt werden kann oder zumindest als prunkvolles "So klang es auch mal" abgehalftert werden darf.

Von peter.doeberlplebs.ch. Mambo mal anders: Ry Cooder, wer kennt ihn nicht, zieht Register aus den 50er Jahren, schummelt die Noten aus seiner Improvisation hervor, holt sich ein paar neue, extrem schlagkräftige Perkussionisten, nimmt sich mit Manuel Galban einen Oldie der Son-Szene dazu und schon steht eine Platte, die vor vierzig, fünfzig Jahren zum Repertoire einer gehobenen Tanzschule für lateinamerikanische Beinverdrehungen gehört hätte. Fetziger Sound quer durch alle rillen, kein musikalisches AHA, sondern einfach das Nicken mit dem Kopf, das Klicken mit Daumen und Finger, das Stampfen auf dem Boden - Mambo und einfach Mambo. Cooder in Hochform, Galban als Vollblutmusiker, die Zutaten gehören dazu, auch wenn sie meist nur als Hintergrund funktionieren.

Die beiden Vollblutmusiker sorgen für Stimmung - trotz der Tatsache, dass sich reine Instrumentals heute eher schlecht denn recht verkaufen lassen. So trifft sich hier vertrauter Sound mit recht ungewöhnlicher Perkussion, die nicht frei improvisiert, sondern jenen harten Beat schlägt und trommelt und zaubert, der bei Santana immer wieder mal den Schweiss auf die Stirne trieb. Kultgitarrist Cooder schiebt die Tradition für einmal in den Hintergrund und experimentiert wohlgefällig im Rahmen seiner Trommelfreunde, bordet nicht über und verhilft so sogar der Oma zu einem Tänzchen, bisschen neben dem Takt, aber was soll es - die Musik fährt ein. Freund Eugen Bänziger, der verstorbene Maler und zu Lebzeiten absoluter Fan aller Klänge, die nicht nach westlichem Kommerz tönten, würde sagen: "Avoid hangover. Stay drunken". Und ich erlaube mir den Meister der Stahlfeder zu ergänzen: Zuhören, wegschmelzen, mittanzen. Denn das Gefühl ist, urplötzlich wieder da und die Beine wollen wieder. Nichts zum Nachdenken, nur zum Tanzen, hören, flirten. Durchaus jugendfrei.

Web: www.rylanders.free-online.co.uk

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Skolvan: "Cheñchet'n eus an amzer", Bretonen-Celtic
Neues Liedgut aus der Bretagne

Manchmal wundere ich mich ob der technokratischen Arroganz der deutschsprachigen Musiksender: Da wird die Hitparade rauf und runter gejodelt und dabei ganz vergessen, dass es auch gute Musik gibt. Musik, die aus dem Bauch kommt und nicht im Synthesizer gezeugt wurde. Skolvan ist eine Gruppe, die bretonisch-keltische Musik der ersten Güte macht. Im Radio wird man sie bei uns wohl nie hören.

Von peter.doeberlplebs.ch. Die Bretonen sind geschichtlich mit den Kelten verbunden - kein Wunder, tönt bretonische Musik häufig wie jene aus Irland, deren Sound hierzulande als "Celtic" bekannt ist. Skolvan hat sich in mehr als 16 Jahren zu dieser "Heimatmusik" bekannt, hat aus traditionellem Liedgut neue Melodien geschaffen, die nicht nur, aber speziell, das Tanzbein herausfordern - lüpfig, interessant, neu und doch uralt und vertraut. Skolvan darf nun aber nicht mit einem "Hansi Hinterseer" oder den "Urchigen Lederhosen aus der Steiermark" verglichen werden - die bretonische Gruppe hat die Heimatmusik revolutioniert, hat ihr neue Impulse eingehaucht und bewirkt, dass nun auch wieder die Jugend an die "Fest-Noz" kommt.

Was ist ein Fest-Noz? Fest-Noz bedeutet auf Bretonisch Nacht-Fest (Fest=Fest, Noz=Nacht). Das Fest-Noz - so sagt mir das Internet - ist das traditionelle bretonische Tanzfest. Zum Tanz aufgespielt wird von einer oder mehreren Bands, sowie Musiker- und/oder Sänger-Duos, die abwechselnd auftreten. Charakteristisch für die heutigen Fest-Noz ist, dass das Durchschnittsalter der Teilnehmer immer weiter gesunken ist. Tatsächlich findet in der Bretagne nach vielen Jahren der Schmähung von allem, was auch nur entfernt an bretonische Traditionen grenzte, eine Rückbesinnung auf die Wurzeln statt.

Daran sind auch Gruppen wie "Skolvan" mitschuldig: Sie lösen sich nur bedingt aus der Verankerung der bretonischen Musik, behalten Rhythmus und die alten Instrumente bei oder erfinden einfach neue Klangkörper dazu. Der Rhythmus ist vielleicht ein bisschen schneller geworden, das Schlagzeug ersetzt die Pauke, die Klampfe wurde durch E-Gitarren ersetzt. Und die Feste sind besser besucht denn je zu vor.

Skolvan stellt auf der neuen CD 19 recht kurze Stücke vor, teils Eigenkompositionen, teils modernisierte Fassungen alter bretonischer Lieder. Und wer dazu die Augen schliessen kann, der wird mitgerissen in weite, vom Sturm gepeitschte Ebenen, an brodelnde Strände, lässt die Seele baumeln und verspürt die Lust zu tanzen. Sei es ein Tanz der Dankbarkeit, der Trauer, des Lächelns - oder auch nur der Freude. Für mich ist Skolvan Pflichtmusik an der Aare; immer dann, wenn meine Würmer baden statt Fische zu locken, immer dann, wenn sich der Kopf aus dem Alltagszwangsdenken befreien möchte, und auch immer dann, wenn mich Wehmut befällt und ich diese gar nicht wahrnehmen möchte. Wer nicht gerne hitparadenlautstark in eine Ecke gedröhnt werden will, sollte sich die neue Platte einmal anhören. Leise, sanft, vielleicht alleine. Und plötzlich sieht das Leben wieder anders aus

Web: www.arbedkeltiek.com/saozneg/music/skolvan.htm#band

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Sonny Landreth: "The road we are on", Bluesrock
Slide-Guitar und der Bluesman

Reinhören. Reinkriechen. Reinschmelzen. Landreth neustes Werk, das schon ein paar Wochen im CD-Player liegt und etwa gleich lang zu den Favoriten der Facts-Redaktion (vielleicht auch noch beim Erscheinen dieses Plebs) zählte, ist, genau das, was einst John Mayall versuchte: Den Blues als die Wurzel aller späteren Musikströmungen zu verstehen.

Von peter.doeberlplebs.ch. Blues, Regale voll, Biografien, Tonbänder, Raritäten, Bootlegs, Zeitungsausschnitte, Konzertmitschnitte, einfach Blues, und die Erinnerung an eine Hütte bei Ascona, vor 40 Jahren, Jugendlager, Blues ist, die Musik der Unterdrückten. Deshalb ist, Blues aber nicht nur, obwohl meist, traurig, deshalb ist, Sonny Landreth aber nicht nur, aber oft, traurig in seinen Liedern. Der passende Sound für eine Autobahnfahrt von Zaragossa nach Lissabon. Oder ins Verzasca-Tal, im Spätherbst, touristenfrei, serpentinenreich, statt Bomben fallen Kastanien aufs Autodach, die Heimat liegt irgendwo zwischen den Bergen, der Weinkrug auf dem Hintersitz, je härter die Riffs, desto länger die Schluchten. Und es zieht und zieht und zieht sich - der Blues. Landreth reiht sich ein in die Liste der wahren Blueskings. Richtig, viele gibt es ja nicht mehr. Diesen Landreth muss man haben - kommt ja auch vom CHE...

Web: www.sonnylandreth.com/sonnyframes.html

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The Go-Betweens: "Bright Yellow Bright Orange", Pop
Mit einfachen Mitteln zu schöner Musik

"Da war doch mal was" war mein erster Gedanke, als ich den Namen dieser Band las und mir das Album zur Rezension empfohlen wurde.

Von tamara.frommeltplebs.ch. Und tatsächlich: Schon beim ersten Reinhören fühle ich mich wie zuhause, als ob ich mit dieser Musik aufgewachsen wäre. Der Name kommt mir auch so bekannt vor, vielleicht weil ich ihn im Zusammenhang mit dem vielleicht einzigen Lied das all die Hit-Radios von ihnen ins Repertoire nahmen, gehört habe: Streets of your town. "Bright Yellow Bright Orange" klingt aber anders. Es klingt nach Ohrensessel, heisser Schokolade und Geborgenheit. Dabei kommt es nicht drauf an ob es draussen regnet, so wie auf dem Cover, oder ob eine Familie am Sonntag am Baggersee trivialisiert. Die schlichten, unaufdringlichen aber eingängigen Melodien graben sich sogleich in die Gehörgänge und lassen einen nicht mehr los. Anspieltipps? 1,2,3,4,5,... jeder einzelne Song ist empfehlenswert.

Web: www.go-betweens.net

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The Minus 5: "Down with Wilco", Alternative Pop
Es war einmal...

Man nehme die Beatles, die frühen REM, addiere Wilco und man erhält: Das neunte Album "Down with Wilco" von The Minus 5, ein süffiger Mix.

Von tamara.frommeltplebs.ch. The Minus 5? Wer ist das. Minus 5 sind keine Band im herkömmlichen Sinne, es ist ein 1993 gegründetes Bandprojekt mit Jeff Tweedy (Wilco), Peter Buck (R.E.M.) und Scott McCaughey (Young Fresh Fellows). Auf diesem Album finden sich dann auch nicht 13 Tracks sondern 3 Akte mit seltsamen Titeln. Und genauso seltsam muss man wohl selbst sein um den teilweise recht entrückten Sound (besonders im zweiten Akt) zu mögen. Dabei fängt es ganz gut an. Szene I, "The Days of Wine and Booze" wurde vielleicht tatsächlich nach einem dionysischen Gelage geschrieben, es kommt ruhig und etwas beschwipst daher, hat aber Stil. Szene 2, "Retrieval of you"; könnte ein richtiger Sommerklassiker werden, passt auf jeden Fall zum langsam ansteigenden Frühlingsgefühl, klingt nach Picknick mit Freunden und fröhlichen Blumenkindern aus den frühen 70ern. Mein Liebling. Im dritten Akt wird es wieder ruhiger, das Album geht zu Ende. Hier noch mal ein Anspieltipp: "I'm not bitter".

Fazit: Das 2003 hinten auf der CD ist irgendwie fehl am Platz. Auch die CD überhaupt, denn eigentlich müsste ich hier eine Vinyl-Scheibe in Händen halten. Irgendwie muss sie durch die Zeit gereist sein. Ein Glück dass sie uns in die Hände fiel.

Web: www.minus5.com

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Tom McRae: "Just Like Blood", Singer/Songwriter
Geschichtenerzähler

Singer/Songwriter konnten in letzter Zeit wieder etwas Aufwind gewinnen. Gab es sie in den 60ern noch wie Sand am Meer, verschwanden sie zeitweise fast komplett von der kommerziell erfolgreichen Musikszene. Natürlich lebte aber auch dieses Genre weiter.

Tom McRae veröffentlichte im Jahre 2000 sein selbstbetiteltes Debut-Album, wurde hierzulande aber kaum beachtet. Nun ist sein Zweitling draussen, und dieser dürfte angesichts des anhaltenden Trends mehr Beachtung finden. Zumindest versteht er es, ruhige, melancholische Songs zu schreiben. Was ihn aber von der Masse der Songwriter abhebt, ist die Instrumentierung. So scheut er sich nicht, im gleichen Song Sitar, Cello, Percussion oder Banjo einzusetzen. "Falling feels like flying, until you hit the ground." Natürlich muss sich Tom McRae als Geschichtenerzähler auch an seinen Texten messen lassen. Da dürfte er aber anderen Songwritern in nichts hinterherhinken. Die bitterbösen Texte hat er auf jeden Fall drauf: "Pull me close, look into my eyes, smile at me, when you stick in the knife." (bas)

Web: www.tommcrae.com

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Tracy Chapman: "Let it rain", Soul
Müde Kämpferin

Dass Tracy Chapman als eine der stärksten Sängerinnen, stimmlich wie auch ausdrucksstark, unserer Zeit gilt, bezweifelt niemand. Trotzdem scheint sie sich entschieden zu haben nur noch für die schon eingefleischten Fans zu singen.

Von patricia.gavilanoplebs.ch. Vorbei sind die Tage, als sie noch "Revolution" sang, voller Tatendrang die Welt zu verändern, zu verbessern, gegen die Unrechte zu kämpfen. Die Zeit hat sie eingeholt, und mit ihr ihre Kreativität. Ihr neustes Album " Let it rain" ist kaum von seinen Vorgängern unterscheidbar, ein bisschen unbeschwerter, doch scheint die Sängerin hoffnungsloser, trauriger. Nichtsdestotrotz ist es ein gelungenes Album, wieder einmal zeigt uns Chapman was alles allein durch die Stimme vermittelbar ist, und sie spielt damit, erreicht, dass wir ihr glauben. Liebe und Politik sind immer noch die entscheidenden Themen, doch wenn man Tracy Chapman nicht schon kennt oder aber vernarrt ist in ihre Musik, wird der inhaltliche Wert ihrer Lyriks leider durch das Gefühl einer alten Begegnung abgewertet.

Web:
www.tracychapman.com
www.elektra.com/tracychapman

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Turin Brakes: "Ether Song", Acoustic-Pop
Dieselben wunderschönen Klänge

Zwei Gitarren, eine Stimme - das tönt nicht sonderlich spektakluär. In der Tat sind Turin Brakes alles andere als spektakulär.Vielmehr liegt bei ihnen in der Ruhe und Bescheidenheit die Kraft.

Von david.bauerplebs.ch. Um es gleich vorweg zu nehmen: die Stimme von Olly Knights, der singenden Hälfte von Turin Brakes, ist gewöhnungsbedürftig. Und wem sie nicht gefällt, der sollte vielleicht am besten gleich die Finger und Ohren von der CD lassen. Wer sich jedoch daran gewöhnt hat oder sich gleich zu Beginn in sie verliebt hat - die Gefahr besteht! - dem öffnet sich die zauberhafte Welt von Turin Brakes.

Die beiden Briten haben im Jahre 2001 mit ihrem Debutalbum "The Optimist Lp" einen rasanten Einstieg in die New Acoustic Bewegung der Insel geschafft und sich dort als Neulinge schnell etabliert. Folglich wird von "Ether Song" einiges erwartet. Turin Brakes knüpfen quasi nahtlos an den Vorgänger an und stützen sich auf bewährtes: die beiden Akkustischen Gitarren bringen wunderschöne Balladenmelodien hervor, von einem Schlagzeug dezent unterstützt, teils durch Pianoklänge ergänzt.

Fast zwangsweise tönen die beiden Briten daher nicht besonders neu, jeder der neuen Songs hätte ebenso gut auf die alten Platte gepasst. Es ist also ein Abwägen, ob man den Kauf als lohnenswert einstuft. Wer "The Optimist Lp" nicht besitzt und die Musik von Turin Brakes mag, der kann nicht viel falsch machen. Wer das Debutalbum jedoch bereits besitzt, muss sich überlegen, ob er gerne weitere zwölf Songs in ähnlichem Stil möchte, oder ob er sich mit einem Album zufrieden gibt. Aber am einfachsten haben es natürlich diejenigen, welche Turin Brakes gar nicht erst mögen. Wobei dies nicht allzu viele sein dürften...

Web: www.turinbrakes.com

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Zwan: "Mary Star of the Sea", Rock
Friede, Freude, Eierkuchen

Eine Mischung zwischen "Yellow Submarine" und 70ies- Glamour-Pomp wird uns auf dem Cover des Zwan- Debuts präsentiert. Der Inhalt geriert sich als leichtfüssiger vorgetragener, melodischer Rock, für Corgansche Verhältnisse völlig unmelancholisch.

Von mathias.menzlplebs.ch. Schon beim Opener Lyric wird dem Hörer bewusst: Billy will nicht mehr traurig sein. Als "Arena-Folk-Metal-Punk" bezeichnet die Plattenfirma Billy's jüngstes Baby. Selbstverständlich ist das Ganze relative zu sehen. Für gewisse Leute tönt "Mary star of the sea" womöglich immer noch nach mächtig viel Schwermut. Aber eine Abkehr von Pumpkinschem Seelenkatarrh ist nicht von der Hand zu weisen, sonst würde Mastermind Corgan wohl auch nicht mit Namen Billy Burke im Booklet auftauchen. Es hat sich also was getan. Allerdings nichts wodurch die Welt anders erscheint. Ein Vergleich mit einer anderen kürzlich neu-konzipierten Super- Band, Audioslave, bietet sich an. Genauso wie Audioslave bestehen Zwan aus durchaus renommierten Künstlern; Paz Lenchantin (A Perfect Circle), Matt Sweeney (Chavez) Jimmy Chamberlain (Ehemal Smashing Pumpkins) und David Pajo (Wilco). Doch genauso wie Audioslave können auch Zwan keine Bäume ausreissen. Corgan allerdings, hat sich zu einem Team-Musiker entwickelt. Geradezu demokratische Strukturen scheinen sich etabliert zu haben. So war nicht mehr er alleine für alle Kompositionen zuständig, sondern "Mary star of the sea" ist ein Produkt der ganzen Band.

Kurzum, wer "Smashing Pumpkins light" mag, also ungezuckert und vielleicht ab und zu sogar ohne Koffein, dem wird Zwan zusagen. Zum Schluss wir eines klar: Billy ist glücklich. Freuen wir uns doch mit.

Web: www.zwan.com

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