Nr. 59 · März 2003
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Teil 2: Zürich und Umgebung

Bisher erschienen: Bern und Umgebung

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Zürich
Winterthur

Zürich

Zürich, selbst ernannte Metropole der Schweiz, Hochburg des Nachtlebens, ein Muss für Partygänger und andere Dunkelheitsfanatiker ­ doch wohin zieht es denn den gestressten Zürcher? Das Angebot ist groß, unübersichtlich und leicht verwirrend für ein ungeübtes Auge ­ es sei denn, man gehört zu den Insidern...

Hier ein paar kleine Tipps zur Vorbeugung des "Wo bin ich den hier gelandet"-Syndroms:

Abart (www.abart.ch)
Ein ganz Kleiner unter den Grossen, aber ein ganz Feiner für all diejenigen, welche etwas Alternatives zum uniformierten Soundprogramm Zürichs (so à la "Shake your ass!") suchen. Inzwischen feiert das Abart an der Manessenstrasse (ganz in der Nähe der Lessingstrasse ­ Insidertipp für alle Ragga-Liebhaber!) bereits sein 5-jähriges Bestehen und scheint immer mehr Erfolg mit seinem Programm, einer Mischung aus Rock, Punk, Grunge, Trash, Indie & Elektropop zu haben. Auch das Line-up kann sich sehen lassen: A, Placebo, Nada Surf, Porcupine Tree, nur um ein paar wenige Leckerbissen aufzuzählen. Aber nicht nur die Grossen kommen zum Zug, sondern auch jene Bands, die es noch werden wollen, können sich im alljährlichen "Contest", welcher vom Abart durchgeführt wird unter Beweis stellen. Dem Sieger winkt ein Plattenvertrag!
Die Einrichtung des Clubs selber ist ziemlich schlicht, doch trotzdem heimelig, wenn auch ein bisschen düster. Zur Lage ist noch zu sagen: Im Sommer, wenn man um x Uhr morgens nach Hause latschen will oder muss, okay, aber im Winter? Nie wieder!

Kaufleuten (www.kaufleuten.ch)
Das krasse Gegenteil des Abarts: Hier trifft sich die Nachwuchs-High-Society Zürichs oder die, die es zu sein meinen, um sich und ihr Wesen (aber bestimmt nicht ihren Geist!) zu feiern. Mitten im Herzen Zürichs, an der Pelikanstrasse, liegt der wohl bekannteste (und von manchen auch verpönteste) Club der Stadt samt Bar und Lounge (welche wirklich edel ist, geräumig, Designersofas und Chill-Out-Sound!). Der Club selber ist seinen Gästen stylemässig angepasst: große (bequeme) Königsofas, geile Lichteffekte und eine große Tanzfläche, damit man auch wirklich alles(!) zu R&B, Soul, House oder Disco wippen kann. Aber eines muss man dem Kaufleuten lassen: Die Acts, welche sie aufbieten, sind die Crème de la Crème, unübertreffbar, besonders für Soul-Artists scheint der Organisator ein glückliches Händchen zu haben, denken wir nur einmal an Joy Denalane oder Indie.arie. Aber auch die neu eingeführten UK-Nights versprechen wilde Nächte, nächsten Monat mit den Appletons und den Sugarbabes.
Wer also einfach Party haben und schöne Menschen sehen will, der gehe in den Kaufleuten, denn dort läuft man nie die Gefahr auf "tote Hose" zu treffen. Zwei Tipps zum Schluss: Wer nicht Member ist, sollte sich früh genug aufmachen, wenn er nicht eine Stunde vor dem Club warten will. Und an die Herren: Nie ohne eine Lady!

x-tra (www.x-tra.ch)
Im Palais haben wohl alle angefangen! Samstag Abend am Limmatplatz rumgehangen, und gehofft, wenn nicht gar gebangt, dass der Tütsteher Erbarmen hat und einen reinlässt, denn man ist ja noch keine 18 (vielleicht nicht einmal 16?), aber man will doch wissen, wie das so ist im Ausgang. Einmal drin befindet man sich sozusagen auf einem riesigen Spielplatz, viel wird mit Farblichtern und -feldern gearbeitet, wohl um eine heitere Atmosphäre zu schaffen. Ueber der Tanzfläche schwebt eine riesige Discokugel, wie es sich gehört, um die Leute in Stimmung zu bringen. Nützt wohl, denn um 11 Uhr ist alles am bouncen, für eine Stunde zumindest, bis dann der letzte Zug fährt...
Unter der Woche wird das ganze viel easier angegangen, Cool Monday, für viele ein Muss, der den Wochenanfang zu versüßen vermag, More Than More am Mittwoch und am Donnerstag Salsamania, wo man wirkliches Tanzen sehen kann (wer hätte das gedacht?). Auch das x-tra scheint Budget-mässig keine Sorgen zu haben, nur schon in den nächsten zwei Monaten sind Stress, Gentleman, die Guano Apes, Samy Deluxe und Afrob im Haus (ja, der Hip-Hop scheint Erfolge im PALAIS zu verbuchen). Wems gefällt!

Dynamo/ Rote Fabrik (www.rotefabrik.ch)
Zu guter Letzt unsere 2 Kulturschuppen, welche durch ihr vielschichtiges und -seitiges Angebot fast für jeden etwas bieten, dass das Herz höher schlagen lässt. Sowohl das Dynamo (Bild rechts) an der Wasserwektstrasse wie auch "diä Root" an der Seestrasse beim Wollishofen besteht aus mehreren Räumen/ Hallen, welche leicht schmuddelig wirken, was aber überhaupt nicht ins Gewicht fällt, da die Happenings und Acts alles übertreffen. Wer einmal an einem Konzert in der Roten war, weiß, was es heißt, so richtig abzugehen. Vormerken sollte man sich auf jeden fall den 9. März (Asian Dub Foundation) und den 26. März (The Roots). Das kleinere und vielleicht auch weniger Kommerz-orientierte Dynamo bringt Africa Tropic Nights, Hip-Hop und Punk (z.B. Anti-Flag) problemlos in einem Raum unter.
An beiden Orten wird tagsüber und am frühen Abend ein Alternativprogramm geboten, Theater und div. Tanzkurse, Videowerkstätte, Fotografieausstellungen und Trommelabende. Auf jeden Fall sollte man nach "was-auch-immer" im Ziegel bei der Roten einkehren um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen, oder aber ihm ein richtiges Warm-up zu verpassen!

Wie man sieht birgt das Nachtleben der Zürcher eine Vielfalt an Möglichkeiten, die Wahl fällt den meisten jedoch nicht schwer, denn man schubladisiert sich ja gern selber durch das "iih, da würde ich nie hingehen!", doch vielleicht sollte man etwas Neues wagen, seinen "style" für einen Abend vergessen und in neue Welten eintauchen! Wäre auf jeden Fall interessant, einen Punk im Kaufleuten anzutreffen... Who knows?!

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Winterthur

Wer in Zürich das treffende Konzertlokal nicht gefunden hat, der könnte möglicherweise in Winterthur fündig werden, auch wenn die Auswahl nicht allzu gross ist.

Von basil.schneiderplebs.ch. Zwar ist Winterthur an ihren Einwohnern gemessen die sechstgrösste Stadt in der Schweiz. Doch was den Ausgang betrifft, leidet sie aber doch sehr unter ihrer Nähe zu der Ausgangs-Metropole Zürich.

Dafür aber gibt es in Winterthur die "Winterthurer Musikfestwochen", welche jeweils Ende August/Anfang September stattfinden. Dieses Festival ist Anlass für einen grossen Besucher-Ansturm in der ganzen Stadt und die Konzerte finden jeweils in einzigartiger Ambiente in der Altstadt statt. Abgedeckt wird dabei beinahe das komplette Musik-Spektrum, und wer sich etwas umsieht, findet sicherlich auch etwas nach seinem Geschmack, in den Bars in und rund um Winterthur, welche zu dieser Zeit stets volles Partyprogramm haben.

Was Clubs anbelangt, so ist sicherlich das Salzhaus, gleich in der Nähe des Bahnhofs, erwähnenswert. Oftmals legen DJs auf, hin und wieder gibt es auch einige Konzerte im schön gestalteten und dekorierten Salzhaus.

Ebenfalls für kleinere Anlässe zuständig ist das Albani, welches neben unzähligen kleinen Konzerten sogar ein preisgünstiges Hotel anbietet und somit auch der ideale Veranstaltungsort ist für Gäste, welche einen weiten Weg auf sich genommen haben. Ungefähr 150 Konzerte finden jährlich im kleinen Albani statt, welches nun schon auf bald 15 Jahre Erfahrung zurückblicken kann.

Ausgangstreffpunkt Nummer eins in Winterthur bleibt aber wohl das Gaswerk. Noch vor gut einem Jahr war die Zukunft des Gaswerks ungewiss, wollte doch die SVP die Subventionierungen der Stadt Winterthur an das Kulturlokal Gaswerk stoppen. Da das Gaswerk sich der experimentellen und stets nicht-kommerziellen Seite der Musik verschrieben hat, wäre dieser Beschluss das Aus für den feinen Club gewesen. Doch das Stimmvolk von Winterthur entschied sich für das Gaswerk und somit für ein alternatives Konzertlokal für die Jugend von Winterthur. Auffallend bei den Konzerten im Gaswerk ist das oftmals feine Gespür für die richtigen Bands, so ist hin und wieder bei Konzert-Anlässen in Zürich folgender Ausspruch zu hören: "Diese Band habe ich bereits vor zwei Jahren in kleinem Rahmen im Gaswerk in Winterthur gesehen."

Web:
www.musikfestwochen.ch
www.salzhaus.ch
www.albani.ch
www.gaswerk.ch

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