Plebs Magazin Nr. 58 | Februar 2003
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Teil 1: Bern

Nichts mit gemütliche Berner

Wer denkt, dass die Berner etwas gemütlich und langsam sind, der wird seine These noch etwas hinterfragen müssen. Denn in Sachen Konzertlokale und Nachtleben hat die Hauptstadt und ihre Umgebung einige Juwele zu bieten. Wir stellen Ihnen nun also die zur Zeit wohl besten Konzertlokale Berns vor.

Von rinaldo.kalbermatterplebs.ch. Beginnen wir etwas ausserhalb. In Hunziken nämlich. (Wo ist Hunziken???) Homebase der sogenannten "Mühle Hunziken". Um nicht in einem riesigen Abschnitt auszuarten, ganz kurz: fernab vom Stadtgetümmel, einmalige Location mit Figuren, Pflanzen, Skulpturen, Galerien und und und. Und das Programm? Zuletzt Asita Hamidi mit einer umwerfenden Performance. Oder Polo Hofer und seine Rasselbande mit dem definitiven Abschiedskonzert. Oder demnächst Popa Chubby oder Stiller Has. Alles in einer heimeligen, ja fast familiären Atmosphäre. Die Mühle Hunziken ist einen Abstecher mehr als wert!

Von Hunziken gehts über Wabern am Fuss des Gurten mit der Gurtenbahn auf das Dach Berns. Dort finden wir das "UPtown". Der Club wurde bisher von den gleichen Leuten organisiert, die auch das Gurten-Festival alljährlich auf die Beine stellen. Geboten werden dort oben regelmässige Konzerte von ausgewählten Artisten sowie ebenso ausgewählte, qualitative Clubnights. Neben dem hochstehenden Programm sprechen natürlich auch die Lage und die Aussicht auf das nächtliche Bern sowie ein spezielles, grossräumiges Interieur für das Lokal auf dem Gurten.

Dann endlich gehts in die "City", und zwar direkt zum politischen und gesellschaftlichen Streitpunkt Nr. 1: zur berühmt-berüchtigten Reitschule, dem eigentlichen Treffpunkt der links-alternativen Szene. Neben einem Theaterraum und einem Kinosaal finden sich dort einige Clubräume, wie z.B. der Frauenraum, die grosse Halle oder der "Dachstock". Ebendieser Dachstock, vor kurzem umgebaut und aufgemöbelt, ist DER Hort für musikalische Leckerbissen! Young Gods, Leftfield sowie einige Ninja-Tune-Artisten (um nur ein paar weinge zu nennen) haben sich hier verausgabt. Oder vor Kurzem die Queens of the stone age, die mit einem unangekündigten Zusatzkonzert überraschten. Doch es sind neben den grossen vorallem die kleineren Namen, die den Club ausmachen. Zudem hostet der "Dachstock" einige der wohl besten Partyreihen Berns. In der "Grossen Halle" der Reitschule finden hie und da einige Grossanlässe statt, vorallem im elektronischen Bereich. Nennenswert ist in diesem Zuammenhang wohl der Auftritt der Chemical Brothers vor ein paar Jährchen.

Und zu guter Letzt muss man hier wohl noch das "Bierhübeli" - unweit der Reitschule - erwähnen. In einer wunderschönen Location (mit Galerie, Stuckaturen und antiquirierten Leuchtern) findet sich ein durch und durch solides Programm an grossen Namen und kleineren Gigs. Im "Bierhübeli" finden zudem einige der beliebtesten und meistbesuchten Partyreihen statt.

Nichts mit gemütliche Berner also. Bern kann sich zwar nicht ganz Hauptstadt der Konzerte nennen, hat aber in diesen Bereich eine grosse Unabhängigkeit und Selbständigkeit, mit der man ein selbstbewusstes Programm zusammenstellen und gute Artisten in die Stadt holen kann. Nicht zu vergessen: die Berner Konzertgänger, die mehr als auf alles andere auf Qualität setzten. Und von der hat es in Bern beileibe genug.

Websites:
www.muehlehunziken.ch
www.uptown.ch
www.dachstock.ch
www.bierhuebeli.ch

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