Kultur November 2002

Aus dem Inhalt

Wo wir waren
Irish Folk Festival
Stomp
Aqua Hair Show

 

 

 

Wo wir waren

Irish Folk Festival | Live: 17. Oktober 2002 (Casiono, Herisau)
Fussball ist nicht alles

Vier Irische Bands traten am Irish Folk Festival in Herisau auf und sorgten für grosse Stimmung

Von david.bauer@plebs.ch. Tags zuvor hatte die Schweiz in Dublin Irland mit 2:1 geschlagen. Nun trafen die beiden Länder quasi schon wieder aufeinander: Das "Irish Folk Festival" gastierte am 17. Oktober im Casino Herisau. Während sich der Schweizer Fussball derzeit durchaus mit dem Irischen messen kann, so muss man von der Volksmusik definitiv anderes behaupten. Was in der Schweiz etwas vom Jämmerlichsten ist, das je erfunden wurde, und das eigentlich sämtliche negativen Klichees bedient und Vorurteile bestätigt, ist in Irland Musikkultur mit höchstem Unterhaltungswert und wahrer Klasse.

Wir können wirklich von Glück reden, dass diese Iren uns von Zeit zu Zeit einen Besuch abstatten. Das "Irish Folk Festival" bewies eindrücklich, dass Irischer Folk auch ausserhalb der Grünen Insel die Massen zu begeistern vermag.

Das Casino in Herisau war schon bei der ersten von insgesamt vier Bands praktisch ganz gefüllt. "Jake Walton & Eric Liorzou" und auch die darauffolgende "Alan Kelly Band" gaben schöne, traditionelle Irische Musik zum besten. Ihre eher sanfte, ruhige Musik war wohl eher nach dem Geschmack derjenigen, die auf den Sitzplätzen auf dem Balkon Platz genommen hatten. Die grosse Menge der vor der Bühne Stehenden jedoch liess sich noch nicht richtig mitreissen. Nach der Pause schaffte dann das "Urgestein" Geraldine MacGowan mit ihrer Band als dritte den Durchbruch. Die eingängigen Melodien, begleitet von einer unglaublich ausdrucksstarken Stimme, brachten langsam aber sicher auch das Blut der Stehenden in Wallung. Mit ihrer sehr eigenen Art gelang es Geraldine MacGowan mühelos, das Publikum einzubeziehen, so dass dann auch gleich der erste "Sing Along"-Versuch glückte. Das einzig wirklich negative an diesem Auftritt war, dass er nach einer guten halben Stunde schon beendet war. Doch auch dies hatte gute Gründe. Denn noch wartete die Hauptattraktion des Abends auf das Publikum.

Die vier Herren von "Slide" legten ohne grosse Umschweife gleich mächtig los. Von Beginn weg gelang es ihnen, das Publikum mit ihrer energiegeladenen und vor Spielfreude strotzenden Performance mitzureissen. Ob instrumental oder mit Gesang, Slide überzeugten auf der ganzen Linie und verwandelten so die Fläche vor der Bühne in eine reine Tanzfläche. Bis auf die Damen und Herren auf dem Balkon, denen diese Art von Musik scheinbar nicht ganz geheuer war, konnte sich niemand im Casino der Euphorie des jungen Quartetts entziehen. In dem insgesamt äusserst harmonischen und kompakten Gesamtwerk ragte vor allem Daire Bracken als Fiddle-Spieler heraus. Er hüpfte über die Bühne, machte Stimmung und holte ­ als wär's ein Kinderspiel ­ alles aus seiner Geige heraus, was diese hergab. Sein zum Schluss ziemlich zerfetzter Geigenbogen war denn quasi ein Sinnbild für den Auftritt von Slide. Sie haben alles gegeben und eine grossartige Show geboten ­ so manch einer im Publikum musste nach der Zugabe einmal richtig durchatmen.

Doch viel Zeit zum Durchatmen gab es eigentlich gar nicht. Noch stand der eigentliche Höhepunkt und zugleich Abschluss des Festivals aus: die Jamsession, die schliesslich alle 13 Künstler auf der Bühne vereinte. Ein letztes Mal wurde dem Publikum gehörig eingeheizt, welches schnell die Erschöpfung nach dem Slide-Auftritt vergass und sich nochmals voll und ganz der Energie und Freude des Irish Folk hingab.

Als die letzten Töne der Zugabe ausklangen, war es schwierig, im Publikum unzufriedene Gesichter auszumachen. Die Iren haben uns einmal mehr gezeigt, wie man Volksmusik richtig macht. Müde, aber beschwingt gehen wir nach Hause.

Website: www.irishfolkfestival.de / www.dominoevent.ch

zurück zum Inhaltsverzeichnis
ganz nach oben

 

 

Stomp | Live: 30. August 2002 (Festhalle, Bern)
Gestampfter und gedroschener Rhytmus

Stomp war wieder in der Schweiz. Und zwar in altbewährter Manier: Da wurde etwa gestampft, gesteppt, geklopft, getrommelt, geschnippst, getanzt, gelacht, geklettert, gehämmert, gezwickt, getatscht, geräuspert, geschraubt, geschrubbt, geklimmpert, gewischt, geschrubbt, und und und. Und das alles im Chor. Schade nur, dass man wegen der enormen Lautstärke mit einem halben Ohrenschaden entlassen wurde. Es hätte auch ohne gewirkt. (muh!)

Website: www.stomponline.com / www.soundsproduction.ch

zurück zum Inhaltsverzeichnis
ganz nach oben

 

 

Aqua Hair Show | Live: 8. September 2002 (Maag Music-Hall, Zürich)
Hair- und Mode-Trends

Schwarzkopf lud die Hairstylistinnen und Hairstylisten des Landes zu einer grossen Show ein: Während fast 2 Stunden wurden Ausschnitte aus dem Musical Deep gezeigt, die neuesten Schwarzkopf-Produkte vorgeführt und Hair-Trends vorgestellt, sowie eine grosse Modeschau insziniert. Für noch mehr Abwechslung sorgten die TEARs. Trotz kleineren Pannen ein hübscher Abend mit viel Apéro, Sushi und Werbegeschenkchen. (Schwarzkopf-Produkte gibts in Ihrer Coiffure.) (muh!)

Website: www.schwarzkopf.ch / www.musicaldeep.ch

zurück zum Inhaltsverzeichnis
ganz nach oben