Kino November 2002
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Aus dem Inhalt
Neu
Harry Potter
Aktuell
Blood Work
Soundtracks
Peter Pan
- Return to Neverland
DVD & Video
Vanilla Sky
Sexy Beast
Heaven - 1. Meinung
Heaven - 2. Meinung
John Q.
Riding in Cars whit Boys
Royal Tenenbaums
Der Stellvertreter
Swing
Neu
Fantasy-Abenteur | "Harry
Potter and the Chamber of Secrets" von Chris Columbus |
mit Daniel Radcliffe
Vollgas ins Abenteuer
Wurde im ersten Potter-Film noch viel
Zeit für Einführung und Erklärung verwendet, so
steigt Columbus in "Chamber of Secrets" von der ersten
Minute an in die Handlung ein. Es ist ihm damit gelungen, J.K.
Rowlings zweites, handlungsbetonteres Buch um den berühmten
Zauberschüler in einen amüsanten Actionfilm zu übersetzen,
der einige Fallstricke des ersten Films erfolgreich vermeidet.
Von oswald.iten
plebs.ch.
Von weit oben gleitet die Kamera langsam durch die Wolken hinab
in eine Einfamilienhäuschenwüste englischer Prägung,
direkt in ein Zimmer im oberen Stock des stolzen Heimes der Familie
Dursley am "Privet Drive". Dort sehnt sich der bei
der Familie seines Onkels lebende Harry (Daniel Radcliffe) mehr
denn je nach seinen Freunden und seinem wahren Zuhause, der Schule
Hogwarts. Doch erst einmal sieht es schlecht aus für den
einsamen Zauberlehrling. Denn just als Harrys Onkel Vernon (Richard
Griffiths) ein entscheidendes Geschäft abschliessen will,
platzt der glubschäugige "Dobby" in die angespannte
häusliche Atmosphäre. Er will mit allen Mitteln verhindern,
dass Harry Potter zurück nach Hogwarts geht. Nach einem
verpassten Zuganschluss versuchen Harry und sein bester Freund
Ron (Rupert Grint) mit dem fliegenden Ford Anglia von Rons Vater
zur Schule zu fliegen, wofür sie fast von derselben verwiesen
werden. Schon bald wird klar, dass aber noch viel grössere
Gefahren lauern, denn die legendäre Kammer des Schreckens
soll geöffnet worden sein.
Wiederum ist der Aufmarsch an grossartigen
englischen Schauspielern kaum zu überbieten, wobei die Garde
um Maggie Smith (Minerva McGonagall) und Alan Rickman (Severus
Snape) diesmal von Kenneth Branagh in der Rolle des narzisstischen
Gilderoy "magical me" Lockhart unterstützt wird.
Man kann sich schlecht eine bessere Besetzung für den neuen
Lehrer für "Verteidigung gegen die dunklen Künste"
vorstellen. Doch leider kommt auch Branagh nicht voll zum Zug.
Dies ist ein generelles Problem des Filmes, da Rowlings Vorlagen
einfach zu viele Charaktere enthalten und diese im Film meist
auf für die Handlung essentielle Schlüsselmomente reduziert
werden mussten. Ebenfalls neu ins Zentrum gerückt ist Lucius
Malfoy (Dracos Vater), der von Jason Isaacs so richtig schmierig
dargestellt wird.
Nachdem Harry selbst in "...the Philosopher's
Stone" noch mehrheitlich staunend und passiv durch die Szenerie
gestolpert ist, wirkt er nun im zweiten Teil aktiver und selbstbewusster.
Gleichzeitig beweist der ganze Film im Vergleich zum Vorgänger
mehr Eigenständigkeit. Die Hochglanzbilder wirken merklich
düsterer in ihrer Beleuchtung, auch wenn weiterhin warme
Gelb- und Brauntöne vorherrschen, die im klaren Kontrast
stehen zu den eher stahlblauen Szenen ausserhalb der Einflusssphäre
des guten Zauberers Albus Dumbledore (Richard Harris in seiner
letzten Rolle). Als Farbtupfer wurden gekonnt die bunten Gewänder
Lockharts verwendet. Mit komplexen Kamerabewegungen und zunehmend
schiefen Blickwinkeln hat der neue Kameramann Roger Pratt ("Brazil",
"Twelve Monkeys") zum speziellen Look des Filmes beigetragen.
Die Ausstattung ist wieder eine Mischung aus überladenem
Prunk und nostalgisch wirkenden Gegenständen wie dem altmodischen
Fotoapparat oder dem Ford Anglia. Die Verfilmung versteht es
also, Rowlings Welt so zu zeigen, wie man sie sich bei der Lektüre
vorstellt, wobei sich die Bücher selbst auf kollektive Erinnerungen
und Vorstellungen stützen.
Bei einer möglichst originalgetreuen
Verfilmung ergeben sich natürlich dramaturgische Probleme.
So bleibt neben der vielen Handlung keine Zeit, um die Personen
und Hintergründe näher zu beleuchten. Auch inhaltliche
Streichungen sind nicht zu vermeiden. Aufgrund des hohen Erzähltempos
hat man nie das Gefühl, dass die Kinder in ernsthaften Schwierigkeiten
stecken, weil die Rettung jeweils innert kürzester Zeit
in Sicht ist. Das Drehbuch von Steven Kloves konzentriert sich
vor allem auf die Detektivarbeit von Ron, Hermione und Harry.
So bleibt auch die Magie der Vorlage etwas auf der Strecke.
"Harry Potter and the Chamber of Secrets"
ist wiederum ein Film geworden, der eher als Illustration der
Lektüre überzeugt, denn als Ersatz dafür (die
Bilder schafften es nicht, diejenigen meiner Phantasie zu verdrängen).
Es ist aber auch ein höchst vergnüglicher Actionfilm
geworden, bei dem man das Gefühl hat, er sei trotz seiner
161 Minuten zu schnell vorbei. Columbus verwendet diesmal zahlreiche
Elemente des Horror- und Monsterfilms. Was beim Lesen Schauer
auslöst, ist hier in Überlebensgrösse zu sehen.
Dies sollte man bedenken, wenn man den Film mit Kindern schauen
will.
Es lohnt sich aber auf jeden Fall, in die
Welt von Harry Potter einzutauchen, zumal dies die letzte Verfilmung
durch Chris Columbus ist. Nachdem der Mexikaner Alfonso Cuarón
("Y tu mamá también") als Regisseur für
den nächsten Film feststeht, sind hohe Erwartungen an einen
persönlicheren Stil geweckt. J.K. Rowling meldete allerdings
vor Kurzem Bedenken an, ob ein anderer als Columbus ihre Vision
der Filme gleichermassen teilen würde.
Website:
www.harrrypotter.de
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Aktuell
Thriller | "Blood Work"
von Clint Eastwood | mit Clint Eastwood
Auf dem besten Weg zum
Herzinfarkt
Alles dreht sich in diesem Film um Terry
McCaleb, Clint Eastwoods neuester Inkarnation seiner Lieblingsrolle,
seines Zeichens erfolgreicher FBI-Profiler auf dem besten Weg
zum Herzinfarkt. Einen solchen erleidet er dann auch schon nach
wenigen Minuten, als er den sogenannten Code-Killer, einen Serienmörder
mit Hang zu Vexierspielen, verfolgt.
Von oswald.iten
plebs.ch.
Zwei Jahre und eine Herztransplantation später wird McCaleb
auf seinem Hausboot unverhofft von einer Latina namens Graciella
Rivers (Wanda DeJesús) besucht, die ihn aus seinem von
der Ärztin (Anjelica Huston) verordneten Ruhestand holen
will, um den Mörder ihrer Schwester zu finden. Da die Wahrscheinlichkeit
gross ist, dass McCalebs neues Herz einst dieser ermordeten Frau
gehört hat, lässt er sich darauf ein und macht sich
ohne gültige Detektiv-Lizenz dafür mit Hilfe seines
in den Tag hineinlebenden Nachbarn Buddy (Jeff Daniels) auf,
den Fall zu lösen. Dass er dabei mit einen ehemaligen Mitstreitern
von der Polizei in Konflikt gerät, ist vorprogrammiert.
Bei seinen Ermittlungen entdeckt er, dass er tiefer in dieser
Geschichte drin steckt, als irgendjemand annehmen konnte. Der
Fall wird für ihn, wie das Presseheft so schön schreibt,
zu einer "Herzensangelegenheit".
So weit so gut. Wer nun einen typischen
Clint Eastwood-Film erwartet, liegt so falsch nicht. Der mittlerweile
72-Jährige schafft es immer wieder, Rollen zu finden, die
seinem Alter angepasst sind (vgl. "Space Cowboys" oder
"Unforgiven"). In seiner 23. Regiearbeit überzeugt
er einmal mehr als Rächer der Gerechtigkeit, oder in Terry
McCalebs eigenen Worten als "lone ranger". So ist es
dann auch die Charakterstudie des ehemaligen FBI-Profilers, dessen
Herz ihn so verletzlich macht, die in erster Linie überzeugt.
Mit Terry McCaleb ist Clint Eastwood seiner Rolle treu geblieben,
hat sie gar um ein paar Facetten erweitert. Auch wenn noch immer
etwas von der Persönlichkeit seines Harry Calahan ("Dirty
Harry") mitschwingt, nämlich die Obsession, niemanden
ungestraft davonkommen zu lassen, so ist dieses Alterswerk doch
keine Selbstjustiz-Orgie geworden.
Trotz der Aufmachung als Thriller nimmt
sich "Blood Work" Zeit für seine Figuren. Wer
bei einem Drehbuch von Brian Helgeland ("L.A. Confidential")
nach dem Roman von Michael Connelly allerdings an einen ambivalenten
film noir denkt, wird feststellen, dass auch ein Ex-Cop ohne
Lizenz nicht verdorben sein muss, schon gar nicht wenn er von
Clint Eastwood verkörpert wird. Es handelt sich also getreu
der Vorlage eher um ein klassisches, um nicht zu sagen altmodisches,
Whodunit, das keine losen Enden übrig lässt.
Wie schon bei seinem vorletzten thematisch
sehr ähnlich gelagerten Film "True Crime" (1999)
lockert Eastwood die Ernsthaftigkeit der Verbrecherjagd immer
wieder durch unterhaltsame Dialoge auf. Er verfolgt mit diesem
Ansatz eine Filmsprache, die seit den ironisierten, nihilistischen
Thrillern der Neunziger Jahre aus dem Kino auf den Fernsehschirm
verbannt scheint. Neben einem konstanten Output und der ständigen
Auseinandersetzung mit seinem eigenen Rollenbild hat Eastwood
einen sehr ökonomischen Produktionsstil entwickelt, bei
dem er sich ganz auf seine langjährigen Mitarbeiter verlassen
kann. Dadurch wird er immer wieder mit Woody Allen verglichen,
wenn sich die beiden auch thematisch erheblich unterscheiden.
Mit "Blood Work" nun hat er erneut
einen unspektakulären Film gedreht, der seine Spannung aus
Figuren und Mordgeschichte bezieht und dem Zuschauer Zeit lässt,
selbst am Rätselraten teilzuhaben.
Dabei hatte er wie immer gute Schauspieler zur Hand, aus denen
zum Teil allerdings mehr herauszuholen gewesen wäre (zum
Beispiel Anjelica Huston). Wohltuend ausserdem die Musik von
Lennie Niehaus ("Unforgiven"), die gewohnt dezent,
jedoch nie mehr als funktional eingesetzt ist. Interessant ist
dabei der Umgang mit den Umgebungsgeräuschen zur Spannungserzeugung.
Den musikalischen Rahmen bildet wie meist bei Eastwoods Regiearbeiten
ein Jazz-Standard, der die gelöste kalifornische Atmosphäre
auf den Punkt bringt.
Von den verschiedenen Erzählsträngen
überzeugt die Liebesgeschichte mit Graciella Rivers am wenigsten.
Wenn die gesundheitlichen Probleme und das Alter von McCaleb
bis dahin glaubhaft dargestellt waren, so erscheint die Bettszene
in der zweiten Hälfte des Films wie ein Bruch, der die aufgebaute
Atmosphäre zerstört. Als weiterer Schwachpunkt ist
anzuführen, dass die bis dahin hochgehaltene Spannung nach
der Enttarnung des Code-Killers gar arg nachlässt. Der durchaus
aufwendig gedrehte Showdown verliert so jede Kraft und der Schluss
zieht sich in die Länge.
Trotz aller routinierten Meisterschaft der Beteiligten ist "Blood
Work" selten mehr als ein solide inszeniertes Whodunit,
wenn auch einiges eleganter als diejenigen im Fernsehen. Ein
Film also, der einem nicht nachläuft, aber bestens unterhält,
lässt man sich auf den altmodischen Krimirhythmus ein. Eines
ist klar, Clint Eastwood erfindet den Film mit "Blood Work"
nicht neu, sondern fügt seinem Werk lediglich eine durchschnittliche
Produktion hinzu.
Website:
www.bloodworkmovie.com
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Soundtracks
Original Soundtrack | "O.S.T.
Return to Neverland"
Es bleibt Vieles beim
Alten im Nimmerland und überzeugt trotzdem
Mit "Return to Neverland"
ist dem einstigen TV-Routinier Joel McNeely ein stimmiges Album
gelungen, das allerdings mehr von handwerklichem Können
als von Originalität geprägt ist. Soweit die Parallelen
zum dazugehörigen Zeichentrickfilm, einer lauen Fortsetzung
des auf dem Kinderbuchklassiker Peter Pan beruhenden Disney-Trickfilmes
von 1953.
Von oswald.iten
plebs.ch.
Die im Vergleich zu anderen Disneyfilmen wenigen Songs sind meiner
Meinung nach gut im Score integriert und zeitgemäss arrangiert.
Neben einer filigranen Neuaufnahme von "Second star to the
right" durch die Singer-Songwriterin Jonatha Brooke wird
vor allem der von Brooke geschriebene und interpretierte Song
"I'll Try" zu einem Hauptthema des Soundtracks. Die
beiden übrigen Songs ("Here we go another plan"
von Randy Rogel, auf dessen Konto die Musik zur TV-Serie "Animaniacs"
geht und "So to be one of us..." aus der Feder der
Truppe They Might Be Giants und interpretiert von der Cast) stehen
in der Tradition der klassischen Musical- und Filmsongs, die
sich der Erzählung unterordnen und nicht auf eine spezielle
Marktplatzierung ausgerichtet sind. Auffällig ist, dass
sich sowohl der Film als auch die Songs eher wieder auf die Zielgruppe
der Kinder und ihrer Eltern zurückbesinnen, während
die grossen amerikanischen Animationsfilme des letzten Jahrzehnts
vor allem das Segment der Teenager im Visier hatten. Im Gegensatz
zum Film, der alles in allem nur einen leicht modernisierten
Neuaufguss des Originals bietet, nimmt der Score von Joel McNeely
zwar alle Originalthemen in einer Ouverture nach klassischem
Beispiel auf, verarbeitet aber in der Folge nur noch "Second
star to the right" und das Leitmotiv von Peter Pan. In Orchestrierung
und Durchführung der Motive fällt McNeelys grosse Affinität
zu John Williams auf. Erinnerungen an "Indiana Jones and
the last crusade" sowie an "Harry Potter and the philosopher's
stone" und "Home alone" sind nicht ganz zufällig.
Dass Joel McNeely mit grosser Treffsicherheit den Stil des Altmeisters
beherrscht, bezeugen unter anderem seine Soundtracks zur TV-Serie
"Young Indiana Jones" und die Vertonung des Starwars-Spinoff
"Shadows of the empire".
Alles in allem ein stimmungsvolles wenn
auch hochkonventionelles Album, das durch seine geschlossenen
im spätromantischen Idiom gehaltenen Kompositionen durchaus
ohne die Bilder zu bestehen vermag. Die Wahl des TV-Komponisten
Joel McNeely geht bestimmt auf den Plan zurück, "Return
to Neverland" ursprünglich als direct-to-video-sequel
zu vermarkten. Obwohl McNeely ein guter Handwerker ist, wäre
ihm eine eigene Handschrift und etwas mehr Mut zur Originalität
zu wünschen.
Negativ herauszuheben ist einzig die unnötige
und überflüssige Coverversion des Lovin' Spoonful Klassikers
"Do you believe in magic" von 1965, mit der BBMAK munter
das Album eröffnen.
Fazit: Wo der Film am Versuch der Fortsetzung
eines Klassikers scheitert, bietet die Musik genug Eigenständigkeit
im Bezug auf das Original und hinterlässt einen recht überzeugenden
Gesamteindruck. Keine CD für Freunde innovativer Filmmusik
also, aber für Fans von John Williams und dergleichen eine
stilsichere Platte mit leichter Musik zum Träumen.
Anspieltips: Tracks 2, 5, 7, 10, 12, 14,
16, 21, 23
Website:
disney.go.com/disneypictures/neverland/
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DVD
& Video
Drama | "Vanilla Sky"
von Cameron Crowe | mit Tom Cruise, Penelope Cruz
Unglaublich
Auf der verzweifelten Suche nach seiner
längst verlorenen Liebe, begleiten wir David durch die Hölle
im Himmel, durch Traum und Realität, deren Grenzen ineinander
verlaufen. Doch endet alles in einem Kreislauf. Leben und Sterben.
Sterben um zu leben. Was ist Glück? Langsam finden die Pinselstriche
einander und ein Bild voller Traurigkeit, Wut, Angst, Verlockung,
Sehnsucht, Verzweiflung und Liebe entsteht. Eine Reise ins Ich.
Ein vollbrachtes Werk. Unglaublich. (mil)
Website:
www.vanillasky.com
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Drama |
"Riding in Cars with Boys" von Penny Marshall | mit
Drew Barrymore
American Way of Life
Der "American Way of Life"
"Riding with boys in cars" muss nicht immer positiv
verlaufen, wie uns dieser Film zeigt.
Von daniel.mitze@plebs.ch. Der
"American Way of Life" oder "Vom Tellerwäscher
zum Millionär", wie ihn sich viele erhoffen, ist selten
der Weg, den die Menschen in Wirklichkeit gehen. So geht es auch der
jungen Beverly (Drew Barrymore). Sie ist begabt, sie ist jung, aber
sie wird mit 15 schwanger.
Dies ist für Beverly der Abstieg in
ihrem Leben. Aus ihrem guten Elternhaus raus und mit ihrem Freund
zusammengezogen wird schnell deutlich, dass ihr zukünftiges
Leben am sozialen Abgrund stattfinden wird. In einer Armengegend
wohnend, ist sie nicht in der Lage eine gute Mutter zu sein und
ihr Mann wird zunehmend abhängiger von Drogen. Zudem wird
sie noch von ihrem Vater eingeengt, wodurch es zu einem Bruch
in der Familie kommt. So steht sie dann auf eigenen Beinen, aber
Chancen auf einen sozialen Aufstieg gibts nicht. Mit 36 ist sie
dann geschieden und muss alleine ihr Kind erziehen. Nun muss
sie zusehen, wie sie ihr Leben weiterführt und welche Wege
sie gehen muss.
Drew Barrymore zeigt sich hier in einer
sehr ernsthaften Rolle, wohl ihrer besten bis jetzt, was dem
Film allerdings keine Pluspunkte einbringt. Er ist zwar gut gemacht,
wirkt sehr ernsthaft und regt zum Nachdenken an, jedoch wirkt
er teiweise zu schnulzig. An manchen Stellen wird er dann unfreiwillig
komisch. Zusammenfassend ein durchschnittlicher Film, der mal
nicht nur zum Schauen, sondern auch zum Denken ist.
Website:
www.unterwegs-mit-jungs.de
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Thriller
| "Sexy Beast" von Jonathan Glazer | Ray Winstone,
Ben Kingsley
Eine kleine Perle
Der Film beginnt heiss. Mit dem brillantesten
Song des Soundtracks wird dem Zuschauer die Hauptfigur vorgestellt:
Gary Dove (Ray Winstone), Ganove im Ruhestand, Traumvilla in
Spanien, wo er seit einiger Zeit mit seiner Frau Deedee, Ex-Pornostar,
das Leben in vollen Zügen geniesst.
Von tamara.frommelt@plebs.ch.
Bis er fast von einem überdimensionalen Steinfelsen getötet
wird, der ungebremst seinen Pool zerstört. Es geht nicht mehr
lange und das Unheil beginnt: Don Logan, einer der verrücktesten
Gestalten der Filmgeschichte (brillant verkörpert von Ben Kingsley),
kreuzt in Spanien auf, fest entschlossen seinen Gaunerkollegen zu
einem letzten grossen Coup nach London zu schleppen. Doch der Irre
stösst auf Widerstand, denn Gary will sein Schokoladenleben in
Spanien auf keinen Fall aufs Spiel setzen. Mit allerhand Ausreden
und Widersprüchen versucht er Don abzuwimmeln. Aber so einfach
ist das nicht. "Nur über meine Leiche" wird etwas zu
wörtlich genommen und Don liegt bald mit eingeschlagenem Schädel
auf der Veranda. Nun muss Gary den Weg nach London wagen, denn der
Tod Dons soll wenn möglich vorerst noch nicht öffentlich
werden. Der letzte Coup gelingt, doch Garys Beute beschränkt
sich auf zwei Ohrstecker für seine Frau. Immerhin etwas erwartet
man nicht an diesem Film: Er hat ein Happy End.
Die Story alleine macht den Debütstreifen
des Werbefilmers John Glazer denn auch nicht sehenswert. Aber
die Ästhetik und vor allem natürlich das unvergleichliche
Spiel der Akteure machen diesen Film zu einer kleinen Perle.
Die zwei Hauptdarsteller sind perfekt aufeinander eingespielt.
Der Ex-Boxer Ray Winstone gefällt in der Rolle des etwas
unsicheren, alternden Lebemannes mit Bauchansatz und Don Logan
möchte man wahrlich auf der Strasse nicht begegnen. Ben
Kingsley ("Gandhi") nimmt man das unberechenbare Ekel
sofort ab. Schon wegen ihm loht es sich also, den verregneten
Abend vor dem Fernseher zu verbringen.
Website: www.sexybeast-derfilm.de
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Drama |
"Heaven" von Tom Tykwer | mit Cate Blanchett, Giovanni
Ribisi
Tykwers Unvermögen
Ein neuer Film von Tom Tykwer nach einem
Drehbuch von den beiden Krzystof's Kieslowski und Piesiewicz.
Ko-produziert von unter anderen Anthony Minghella, Harvey Weinstein
und Sydney Pollack, mit Cate Blanchett und Giovanni Ribisi in
den Hauptrollen. Ein Fest für Filminteressierte und Namedropper,
so scheint es.
Von andi.haegler
plebs.ch.
Wie sich herausstellt werden nur letztere auf ihre Kosten kommen.
Turin in der Gegenwart. Cate Blanchett mimt die 29-jährige
Englischlehrerin Philippa, die genug hat von der Ungerechtigkeit
in der Welt und deshalb zur Tat schreitet sie will einen
Heroindealer umbringen, der ihren verschiedenen Mann und viele
Kinder an ihrer Schule abhängig gemacht hat. Der Dealer
agiert im Alltag als Geschäftsmann. Philippa platziert eine
Bombe im Abfalleimer seines Büros, wobei sie nicht mit der
Putzfrau gerechnet hat. Diese befördert den Abfalleimer
samt Bombe seelenruhig, da unwissend, in den Fahrstuhl, in welchem
sich ein Vater mit seinen beiden Töchtern aufhält.
Die Bombe explodiert und vier unschuldige Menschen müssen
sterben. Philippa wird gefasst und über die unglückliche
Situation aufgeklärt, worauf sie zusammenbricht. Der 21-jährige
Filippo (Giovanni Ribisi) empfindet Mitleid mit der vom Schicksal
getroffenen Philippa. Er verliebt sich in sie und verhilft ihr
zur Flucht zum Himmel.
Heaven zeigt zu eindeutig, was er zu sein
versucht ein philosophisches Stück über Glaube,
Hoffnung und die alles überwindende Liebe. Ein Feel-good-Movie
für Intellektuelle. Und dennoch wirkt er unentschieden.
Am Ende des Films fragt man sich, ob die einführende Geschichte
überhaupt nötig gewesen wäre Philippas Terroranschlag
als Racheakt, der Ausbruch aus dem Polizeipräsidium. Diese
Spannungselemente, sowie die stereotypisierten Italiener (kettenrauchende
Polizisten, temperamentvolle, tratschende Putzfrauen) als comic
relief harmonisieren nicht mit der verträumten zweiten Hälfte
des Films. Rhythmisch und visuell nimmt Heaven eine dezidiertere
Haltung ein, doch Tykwers Unvermögen, sich gänzlich
von einer narrativen Struktur (der es auch zu verdanken ist,
dass einem Zeilen wie "I believe there will be something,
and it will be beautiful" aus der redseligen ersten
Hälfte noch bis zur letzten verstrichenen Sekunde des Films
nachhallen) zu lösen, wirkt störend. Der permanente
Schlafzimmerblick der beiden Hauptdarsteller unterstreicht die
prätentiöse Art zusätzlich und man wünscht
sich am Ende nichts mehr, als dass Tykwer sein Wort halten und
sich die anderen beiden Projekte in Kieslowskis geplanter Trilogie
"Heaven, Hell, Purgatory" nicht vornehmen wird.
Website: www.heaven-derfilm.de
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Drama |
"Heaven" von Tom Tykwer | mit Cate Blanchett, Giovanni
Ribisi
Meditativ
Ein im Allgemeinen sehr ruhiges und
bedachtes, ja fast meditatives Bild zeichnet uns Tom Tykwer hier.
Puristisch die Inszenierung, brilliant
die Schauspieler, kommen die Akteure doch so schnörkellos
präsentiert am besten zur Geltung. Philippa (Cate Blanchett;
"LOTR", "The Gift", "Bandits")
ist Witwe. Der Mann der jungen Englischlehrerin starb an einer
Überdosis. Ein Studienkollege belieferte sowohl ihn als
auch ihre Schüler und wahrscheinlich überhaupt halb
Turin mit Drogen. Das Elend lange genug vor den Augen plant sie
einen Bombenanschlag, um Vendice, den kalten Dealer, ins Jenseits
zu befördern, - damit endlich Schluss ist mit weinenden
Eltern, die mit ansehen müssen wie ihr Kind langsam den
Drogentod stirbt. Doch Philippa hat Pech. Als sie sich widerstandslos
von der Polizei abführen lässt, weiss sie noch nicht,
dass anstatt Vendices vier andere Menschen den Tod fanden. Filippo,
ein blutjunger Carabinieri, verliebt sich in das verzweifelte
Gesicht Philippas und hilft ihr, aus der U-Haft zu entkommen,
damit sie ihr gescheitertes Vorhaben durchführen kann. Doch
beiden ist klar, dass jetzt alles zu Ende ist. Der Film endet
wo er anfing: im Himmel. Ein bezauberndes und doch trauriges
Werk hat hier Tykwer geschaffen: unvollendete Liebe und versagte
Gerechtigkeit stehen im Zentrum. Tykwer spielt mit dem Publikum:
Philippa und Filippo, - zwei, die sich finden mussten, die sich
am Ende kaum mehr voneinander unterscheiden lassen. Eindrücklich
auch das Bild der Todesstrafe, die keine ist. Und seit wann spricht
Cate Blanchett fliessend italienisch?
Website: www.heaven-derfilm.de
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Drama | "John
Q." von Nick Cassavetes | mit Denzel Washington, Anne Heche,
James Woods
Typsich amerikanisch
John Q. Archibald (Denzel Washington)
ist Fabrikarbeiter und lebt ein einfaches, aber schönes
Leben mit seiner Frau und seinem Sohn. Als entdeckt wird, dass
sein Sohn an einem schweren Herzfehler leidet, und eine Herztransplantation
seine einzige Rettung ist, bricht für ihn die Welt zusammen.
Von fabienne.glardon@plebs.ch.
Er kann sich die Operation nicht leisten. Die Versicherung kommt nicht
für die Kosten auf und das Krankenhaus setzt sich nur in geringem
Masse für sie ein. John Q. hat keine Wahl, er nimmt die Sache
selber in die Hand und greift zu unvorstellbaren Mitteln, um das Leben
seines Sohnes zu retten. Wobei er zu einer Art Held der Nation wird.
Ein Film, der die ungelösten Probleme
des Versicherungs- und Krankenkassensystems der USA aufzeigt,
der zeigt, wie gross die Kluft zwischen arm und reich ist und
wie unerbittlich mit dem Leben von Menschen gehandelt wird. Eigentlich
ein gut inszenierter und rührender Film, wenn da nicht diese
schwerfällige amerikanische Moral von Gut und Böse
und "jeder Mensch hat sowohl eine gut wie auch eine schlecht
Seite" wäre. Ein typisch amerikanisches Drama mit unvermeintlichem
Happy End, das jedoch durch die hervorragende schauspielerische
Leistung von Denzel Washington (wir sind es ja nicht anders gewohnt)
aufgewertet wird.
Website:
www.john-q.de
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Drama | "The Royal Tenenbaums"
von Wes Anderson | mit Gene Hackman, Gwyneth Paltrow, Ben Stiller
Genial
Mit "The Royal Tenenbaums"
kam unbestritten ein wahres Juwel in unsere Kinos. Wes Anderson
inszenierte mit viel Herz und Gefühl die Geschichte der
Familie Tenenbaum in New York.
Von tamara.frommelt@plebs.ch.
Keine gewöhnliche Familie sind sie, Vater Royal (Gene Hackman),
seine Frau Etheline (Anjelica Huston) und die drei Kinder. Chas (Ben
Stiller) ist schon ein Finanzgenie, bevor er seinen Stimmbruch bekommt.
Sein kleiner Bruder Richie (Luke Wilson) gewinnt Tennisspiel um Tennisspiel,
und Adoptivschwester Margot (Gwyneth Paltrow) lässt sich als
Autorin feiern, bevor sie aufs Gymnasium kommt. Nicht zu vergessen
Nachbarsjunge Eli (Owen Wilson), der gerne ein Tenenbaum wäre,
auch ständig bei ihnen rumhängt, es aber trotz Erfolgsroman
und guten Noten nicht ist. Und dann verlässt der Advokat Royal
seine Familie, um über zwanzig Jahre in einem Hotel zu wohnen.
Seine nun erwachsenen Kinder sind kaum mehr wiederzuerkennen: Chas
und seine zwei Jungs verbringen die Tage im roten Adidas-Einheitsdress
und die Nächte mit Feueralarmübungen, nachdem seine Frau
bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Margot ist zum zweiten Mal
verheiratet und hat eine Affäre mit dem nun zum erfolglosen Junkie
gewordenen Eli. Ansonsten sitzt sie stundenlang in ihrem Bad und pflegt
ihre Geheimnisse, die niemand kennt (raucht, seit sie 12 Jahre alt
war). Richie schmiss mit 26 den Tennisschläger und somit seine
Karriere hin, als Margot heiratet, in die er schon (seit er denken
kann) verliebt ist. Dann macht Ethelines Buchhalter ihr einen Antrag,
worauf der alte Royal sich eine List ausdenkt, um seine Familie zurückzugewinnen.
Das Ganze gestaltet sich aber alles andere als einfach. Auf seinem
Weg, die Herzen seiner Kinder und seiner Frau wieder zu erobern, kommen
dem liebenswerten Griesgram (Hackman ist diese Rolle wie auf den Leib
geschrieben) die Geldnot, ein Selbstmordversuch und ein Hund in die
Quere. Ein genialer Film. Man sehe selbst. DVD, Code 1!
Website:
www.royaltenenbaums.com
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Drama
| "Der Stellvertreter" ("Amen") von Konstantin
Costa-Gavras | mit Mathieu Kassovitz, Ulrich Tukur
Die Judenvernichtung und
die Kirche
Deutschland, irgendwann nach der Besetzung
Frankreichs durch Hitlers Truppen im zweiten Weltkrieg. Kurt
Gerstein (Ulrich Tukur) , deutscher Staatsbürger, Familienvater,
gläubiger Protestant und Wissenschaftler, steht im Dienst
der SS als Leiter der Abteilung Hygiene.
Von andreas.maeder
plebs.ch.
Weil seine Arbeit zur Bekämpfung von Krankheiten sehr geschätzt
wird, und weil er überdies fundierte Kenntnisse im Umgang
mit Zyklon B besitzt, erhält der widerwillig dem Naziapparat
angehörende Gerstein auf einer Reise in den Osten Einblick
in die abscheulichen Methoden des dritten Reichs bei der Vernichtung
der Juden im Konzentrationslager. Gerstein ist entsetzt und will
den Genozid an der jüdischen Bevölkerung mit Hilfe
der Kirche verhindern. Doch der Bischof in Berlin will nichts
von Gersteins Augenzeugenbericht hören, die Angst der Geistlichkeit
vor den Nazis und der Selbsterhaltungstrieb sind zu gross. Einzig
der junge, aufrichtige Pfarrer Riccardo (Mathieu Kassovitz) interessiert
sich für die Aussagen des abtrünnigen SS-Mannes und
will auf eigene Faust erreichen, dass der Papst sich für
die Juden einsetzt und ihre Vernichtung stoppt.
Der mit dem Oscar für sein Werk "Z" aus dem Jahre
1969 ausgezeichnete griechische Regisseur Konstantin Costa-Gavras
präsentiert mit dem Film "Der Stellvertreter"
(basierend auf dem leichnamigen Drama von Rolf Hochhuth) ein
eindringliches und anklagendes Bild des Völkermordes in
Hitlerdeutschland und der Rolle der Kirche im Zusammenhang mit
der Judenvernichtung. Die beiden Protagonisten Gerstein und Riccardo
rennen gegen das übermächtige System an, in dem sie
selbst leben, und versuchen mit ihrer Aufopferung etwas für
die Menschlichkeit zu tun. Die ganze Angst, Verzweiflung und
Resignation der Beiden in ihrem Kampf gegen den alles umschliessenden
Feind, sowie die Gleichgültigkeit ihrer Mitmenschen wird
durch die sorgfältig gezeichneten Charaktere sehr überzeugend
dargestellt. Auch die dramaturgischen Mittel, mit denen die Grausamkeit
der Nazis in den Konzentrationslager gezeigt wird, sind sorgfältig
und angemessen gewählt. Regisseur Costa-Gavras verzichtet
bewusst auf Leichen und Schreckensbilder, das Grauen wird nur
als Spiegelbild in den Gesichtern der beobachtenden Figuren sichtbar.
Wenn die leere Güterzüge als Todesschwadrone durch
die Oednis vom KZ zurück nach Deutschland rollen, entsteht
im Kopf des Zuschauers durch die Leere in den Waggons ein viel
brutaleres und intensiveres Bild, als es irgendwelche entstellte
Körper hervorrufen könnten. Der Film zeichnet auch
ein erschütterndes Bild der Kirche im zweiten Weltkrieg,
die sich lieber in diplomatische Verwirrungen verstrickt, sich
in Indifferenz übt und ihre Hände in Unschuld wäscht,
anstatt dass sie sich konkret für einen Stopp des Holocausts
einsetzen würde. Der Papst kann sich wenigstens dazu durchringen,
für die Juden zu beten...
Obwohl der Film einige Längen aufweist,
gelang Costa-Gavras mittels grossem filmischen Können und
dank den hervorragenden Schauspielern ein eindrückliches
Dokument über eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte
der Menschheit, das auch den Vergleich mit dem oscardekorierten
"Schindlers Liste" nicht scheuen muss. Erhältlich
in Ihrer Videothek.
Website:
www.amen-lefilm.com
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Drama | "Swing"
Lebensecht
Der kleine Max ist bei seiner Grossmutter
in den Ferien. Fasziniert vom Gitarrenspiel eines Zigeuners im
Café, beschliesst er, dieses Instrument ebenfalls zu lernen
und tauscht seinen Discman gegen ein wertloses altes Stück.
Von eva.nandini-clement
plebs.ch. Regelmässig
besucht er von nun an den Musiker Miraldo, macht Fortschritte
im Spiel und freundet sich mit der Tochter seines Lehrers, Swing,
an. Max ist fasziniert von ihrer Freiheit und Schönheit.
Die beiden verbringen viele intensive, überglückliche,
verspielte, die Freiheit und das Leben geniessende Stunden miteinander.
Bei einem grossen Fest des sympathischen Zigeunervolkes wird
auch der Zuschauer gepackt und trunken von deren Leidenschaft
und überfliessender Lebensfreude. (Die Filmmusik-CD ist
garantiert ein Treffer!) Max dokumentiert all seine Erlebnisse
und das, was er von den Gipsies gelernt und erfahren hatte, in
einem Tagebuch. Am Ende des Films stirbt Miraldo schlagartig.
Traditionsgemäss werden all seine Sachen samt Wohnwagen
und Gitarre verbrannt. Max und Swing setzten die Überreste
des Instruments auf einem Floss im Fluss aus. Als Abschiedsgeschenk
übergibt Max Swing seine Hefte, obwohl Swing nie lesen gelernt
hat. Max wird von seiner modernen, ungeduldigen, ständig
umziehenden Weltenbürgerinnen-Mutter abgeholt, was ein Abschied
von Swing und dem Leben, das er kennen und lieben gelernt hatte,
bedeutet. Ein wunderbarer, ergreifender, reicher Film voller
Lebensfreude, Liebe, Musik, Schönheit und Freiheit. Die
meisten Persönlichkeiten im Film, wie etwa die MusikerInnen
und die ZigeunerInnen spielen sich selber. (Miraldos Mutter erzählt
ihre echte Lebensgeschichte, musiziert wird unter anderem zum
Beispiel mit Mitzura.) In ausgewählten Videotheken.
Website:
www.swing-lefilm.com
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