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Nr. 144 / Juni 2006

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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"The Da Vinci Code - Sakrileg" von Ron Howard (Thriller / Drama) | Buena Vista
Symbol, Skandal und Sakrileg

Hocherfolgreich, obwohl hochumstritten: Das schafft nur "The Da Vinci Code", das Filmspektakel des Jahres. Je mehr kritisiert, desto lieber gesehen. Ob sich der Gang ins Kino wirklich lohnt, ist allerdings fraglich.

Von Franziska Leuenberger.

Am Anfang steht ein Mord, und dieser Mord erschüttert das Christentum. Als im Pariser Louvre der Leichnam des Direktors Jacques Sauniere (Jean-Pierre Marielle) gefunden wird, ist bald klar, dass es sich hierbei nicht um ein alltägliches Strafdelikt handelt. Der Polizei-Kryptografin Sophie Neveu (Audrey Tatou), die Nichte des Opfers, obliegt es nun, zusammen mit Symbolik-Professor Robert Langdon (Tom Hanks) den Fall zu klären. Für die beiden beginnt ein Kampf gegen Zeit und Polizei, denn Langdon ist der Hauptverdächtige. Gefahr droht den beiden aber und vor allem auch von christlicher Seite: Seit 2000 Jahren kämpft die katholische Bewegung Opus Dei um die Verhüllung eines sagenumwobenes Geheimnisses: War Jesus mit Maria Magdalena liiert und hatten die beiden ein Kind? Dies jedenfalls behauptet eine Bruderschaft um den ermordeten Sauniere, die für Neveu am Ende des Films eine unwiderrufliche Bedeutung erhält. Die Flucht mit Langdon gelingt, doch die Hilfe von Gralexperte Sir Leigh Teabing (Ian McKellen) nimmt eine bedenkliche Entwicklung an. Albino-Mönch Silas (Paul Bettany) bringt schliesslich den ganzen Film hindurch ein Motiv ins Spiel, welches für die Religion eigentlich nicht neu ist: Es wird gemordet.

Fiktion ohne Realität
"The Da Vinci Code" hat bereits vor dem Filmstart heftigste Diskussionen ausgelöst wie kaum jemals zuvor ein anderer Film. Parallelen zu "The Passion Of The Christ" sind erkennbar. Als Skandal für die katholische Kirche bleibt "The Da Vinci Code" jedoch ungeschlagen, selbst wenn es sich bei dem Thriller um pure Fiktion handelt. Kirchliche Gruppen wollen vor Kinos protestieren, aus Angst, die provokativen Überlegungen der Filmemacher könnten für die Zuschauer zur Realität werden. Der Film ist ein Frontalangriff auf den Vatikan. Eine gerechte Interpretation von Dan Browns Bestseller "Sakrileg"? So hochumstritten der Film, so unumstritten die Gewissheit, dass die Kirche in den nächsten Wochen sicherlich noch für viel (zündenden) Gesprächsstoff sorgt. Der Film emotionalisiert, weil er am Grundstein eines Glaubens rüttelt; der Film schreckt auf, nicht nur wegen seines Genres als Thriller, sondern weil er als Medium einfach ungeheure Macht ausübt.

Monument ohne Spannung
Film im Kino schauen oder lieber zuhause Dan Browns Bestseller lesen? Folgt man Neveu und Langdon hautnah bei ihrer Flucht von Paris nach London, wird klar, dass ein Grossteil der hundert Million Dollar Produktionskosten fast nur in der Werbung gelandet sein kann. Die Wirkung wird nicht ausbleiben: Noch viele Kinogänger werden ins Kino rennen, um den Film zu sehen, von dem jedermann spricht. Fulminante Filmstarts in aller Herren Länder sind Beweis genug dafür. Monumentales Kino ist sicherlich auch dank Soundtrack von Hans Zimmer garantiert. Von Hochspannung während ganzer 150 Minuten kann aber niemand sprechen, daneben enttäuschen auch etwa die schauspielerischen Leistungen von Audrey Tatou oder Jean Reno.

Seit dem 18. Mai 2006 im Kino.

Originaltitel: The Da Vinci Code - Sakrileg (USA 2006)
Regie: Ron Howard
Darsteller: Tom Hanks, Audrey Tatou, Jean Reno, Paul Brettany, Ian McKellen, Jean-Pierre Marielle, Alfred Molina u.a.
Dauer: 150 Minuten
CH-Verleih: Buena Vista International

www.sonypictures.com


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