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"The Da Vinci Code - Sakrileg" von
Ron Howard (Thriller / Drama) | Buena Vista
Symbol, Skandal und Sakrileg
Hocherfolgreich, obwohl hochumstritten:
Das schafft nur "The Da Vinci Code", das Filmspektakel
des Jahres. Je mehr kritisiert, desto lieber gesehen. Ob sich
der Gang ins Kino wirklich lohnt, ist allerdings fraglich.
Von Franziska Leuenberger.
Am Anfang steht ein Mord, und dieser
Mord erschüttert das Christentum. Als im Pariser Louvre
der Leichnam des Direktors Jacques Sauniere (Jean-Pierre Marielle)
gefunden wird, ist bald klar, dass es sich hierbei nicht um ein
alltägliches Strafdelikt handelt. Der Polizei-Kryptografin
Sophie Neveu (Audrey Tatou), die Nichte des Opfers, obliegt es
nun, zusammen mit Symbolik-Professor Robert Langdon (Tom Hanks)
den Fall zu klären. Für die beiden beginnt ein Kampf
gegen Zeit und Polizei, denn Langdon ist der Hauptverdächtige.
Gefahr droht den beiden aber und vor allem auch von christlicher
Seite: Seit 2000 Jahren kämpft die katholische Bewegung
Opus Dei um die Verhüllung eines sagenumwobenes Geheimnisses:
War Jesus mit Maria Magdalena liiert und hatten die beiden ein
Kind? Dies jedenfalls behauptet eine Bruderschaft um den ermordeten
Sauniere, die für Neveu am Ende des Films eine unwiderrufliche
Bedeutung erhält. Die Flucht mit Langdon gelingt, doch die
Hilfe von Gralexperte Sir Leigh Teabing (Ian McKellen) nimmt
eine bedenkliche Entwicklung an. Albino-Mönch Silas (Paul
Bettany) bringt schliesslich den ganzen Film hindurch ein Motiv
ins Spiel, welches für die Religion eigentlich nicht neu
ist: Es wird gemordet.
Fiktion ohne Realität
"The Da Vinci Code" hat bereits vor dem Filmstart heftigste
Diskussionen ausgelöst wie kaum jemals zuvor ein anderer
Film. Parallelen zu "The Passion Of The Christ" sind
erkennbar. Als Skandal für die katholische Kirche bleibt
"The Da Vinci Code" jedoch ungeschlagen, selbst wenn
es sich bei dem Thriller um pure Fiktion handelt. Kirchliche
Gruppen wollen vor Kinos protestieren, aus Angst, die provokativen
Überlegungen der Filmemacher könnten für die Zuschauer
zur Realität werden. Der Film ist ein Frontalangriff auf
den Vatikan. Eine gerechte Interpretation von Dan Browns Bestseller
"Sakrileg"? So hochumstritten der Film, so unumstritten
die Gewissheit, dass die Kirche in den nächsten Wochen sicherlich
noch für viel (zündenden) Gesprächsstoff sorgt.
Der Film emotionalisiert, weil er am Grundstein eines Glaubens
rüttelt; der Film schreckt auf, nicht nur wegen seines Genres
als Thriller, sondern weil er als Medium einfach ungeheure Macht
ausübt.
Monument ohne Spannung
Film im Kino schauen oder lieber zuhause Dan Browns Bestseller
lesen? Folgt man Neveu und Langdon hautnah bei ihrer Flucht von
Paris nach London, wird klar, dass ein Grossteil der hundert
Million Dollar Produktionskosten fast nur in der Werbung gelandet
sein kann. Die Wirkung wird nicht ausbleiben: Noch viele Kinogänger
werden ins Kino rennen, um den Film zu sehen, von dem jedermann
spricht. Fulminante Filmstarts in aller Herren Länder sind
Beweis genug dafür. Monumentales Kino ist sicherlich auch
dank Soundtrack von Hans Zimmer garantiert. Von Hochspannung
während ganzer 150 Minuten kann aber niemand sprechen, daneben
enttäuschen auch etwa die schauspielerischen Leistungen
von Audrey Tatou oder Jean Reno.
Seit dem 18. Mai 2006 im Kino.
Originaltitel: The Da Vinci Code - Sakrileg
(USA 2006)
Regie: Ron Howard
Darsteller: Tom Hanks, Audrey Tatou, Jean Reno, Paul Brettany,
Ian McKellen, Jean-Pierre Marielle, Alfred Molina u.a.
Dauer: 150 Minuten
CH-Verleih: Buena Vista International
www.sonypictures.com
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