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"Douches Froides" von Antony Cordier
(Drama) | Frenetic Films
Kalte Duschen, warme Luft
Der erste Spielfilm des französischen
Regisseurs Antony Cordier erzählt, etwas unentschlossen
und wenig packend zwischen Gesellschaftsdrama und Coming-of-Age
Film pendelnd, von den familiären, amourösen sowie
sportlichen Freuden und Nöten eines siebzehnjährigen
Judokämpfers.
Von Christoph Aebi.
Mickael ist Kapitän eines Judo-Teams
und bereitet sich auf sein Abitur vor. Er wächst im Arbeitermilieu
auf: Der Vater, ein Taxifahrer, gibt einen grossen Teil seines
Einkommens gleich wieder für alkoholische Getränke
irgendwelcher Art aus. Die Mutter verdient als Putzfrau etwas
dazu, kann aber dennoch die chronischen Geldprobleme nicht lindern.
So spart die Familie, wo es nur geht; benützt Kerzen als
Lichtquelle und die heisse Luft des Backofens als Haartrockner.
Mickael lernt somit früh, auf vieles zu verzichten und ist
froh, wenn er der heimischen Misere entrinnen und sich dem Judo
oder seiner Freundin Vanessa widmen kann. Als die reiche Familie
Steiner in den Ort zieht, deren Sohn Clément in den Judo-Klub
eintritt und Cléments Vater als neuer Sponsor des Clubs
auftritt, prallen zwei soziale Welten aufeinander und verändern
Mickaels Leben Schritt für Schritt.
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Ménage à trois
Mickael und Vanessa freunden sich mit Clément an, die
Dinge nehmen ihren Lauf und schlussendlich finden sich die drei
im Anschluss an das Judo-Training auf der Tatami-Matte wieder,
wo das sportliche Ringen nahtlos in einen flotten Dreier übergeht.
Mickael, der gelernt hat, alles zu teilen und auf vieles zu verzichten,
bemerkt zuerst gar nicht, was dies für ihn bedeutet. Als
er aber gezwungen ist, sechs Kilo runterzuhungern um bei einem
anstehenden wichtigen Wettkampf in einer tieferen Gewichtsklasse
antreten zu können, und Clément nicht nur im Judo,
sondern auch in Liebesangelegenheiten je länger je mehr
zu seinem Konkurrenten wird, kommt es zum Eklat.
Warme Luft
"Douches Froides", welcher
im Rahmen der Filmreihe "French Touch" in den Kinos
läuft, will sowohl Gesellschafts- und Sozialdrama, als auch
ein Film über das Erwachsenenwerden sein, ist schlussendlich
aber keines von beidem so richtig. Für eine wirklich gute
und packende Studie über die Unterschiede zwischen der Arbeiter-
und der Unternehmerschicht sind die Figuren, besonders diejenigen
der reichen Familie Steiner, zu klischiert gezeichnet. Dafür
fehlt dem Regisseur Antony Cordier das geniale Händchen
eines Ken Loach, über den er vor zwei Jahren einen kurzen
Dokumentarfilm drehte. Die Beweggründe für das Verhalten
der Jugendlichen lassen sich nicht immer wirklich nachvollziehen,
so dass einen der Film nicht richtig packt und schlussendlich
seltsam kalt lässt. Einzig dem Hauptdarsteller Johan Libéreau,
aus über 250 Jugendlichen für seine Rolle als Mickael
ausgewählt, nimmt man wirklich ab, was er spielt. Für
eine Erstlingsrolle in einem Kinofilm ist dies beachtlich und
rettet den Film vor dem totalen Untergang.
Ab dem 22. Juni 2006 im Kino.
Originaltitel: Douches Froides (Frankreich
2005)
Regie: Antony Cordier
Darsteller: Johan Libéreau, Salomé Stévenin,
Florence Thomassin, etc.
Dauer: 102 Minuten
CH-Verleih: Frenetic Films
www.bacfilms.com/site/douchesfroides
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