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Nr. 144 / Juni 2006

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Asterix und die Normannen
Meine Mutter war eine schöne Frau
Innere Werte
 

René Goscinny/Albert Uderzo: "Asterix und die Normannen" (Funny) | Egmont Ehapa
Normannen, die auszogen, um das Fürchten zu lernen

Unter dem Titel "Asterix und die Wikinger" ist zurzeit die achte Zeichentrickfilmfassung eines Asterix-Bandes in den Kinos zu sehen. Die Story basiert auf Band neun der Asterix-Reihe, "Asterix und die Normannen". Pünktlich zum Filmstart wird der Klassiker in einer Soft- und einer Hardcoverversion neu aufgelegt.

Von Bettina Bhend.

Es ist eigentlich ganz gemütlich im hohen Norden, im Land der Normannen. Es ist zwar schweinekalt, aber ein Schädel voller Calvados und ein leckeres Wildschwein à la Crème machen das lausige Wetter längst wieder wett. Wenn da nur diese Sache mit der Angst nicht wäre: Die Normannen kennen sie nicht! Schwierig wird das vor Allem, wenn der kleine Jung-Normann zum Aufessen der Crèmesuppe gebracht werden soll, die Geschichten von gefährlichen Riesen aber als Druckmittel kläglich versagen. Oder wenn ein Normanne an schrecklichem Schluckauf leidet, das kaum heilbar ist, weil er sich nicht erschrecken lassen kann. Was tun? Die Normannen beschliessen auszuziehen, um das Fürchten zu lernen, weil Angst nicht nur Schluckauf und frechen Kindern den Kampf ansagt, sondern bekanntlich auch Flügel verleiht. Und wie es das Schicksal, beziehungsweise die schrecklichen Götter Thor und Odin wollen, verschlägt es die Männer aus dem hohen Norden an die Küste Galliens.

Die Kunst des Angst Habens
Im friedlichen Gallien versuchen die beiden Helden der Geschichte, Asterix und sein stark gebauter Freund Obelix, zur selben Zeit dem verweichlichten Pariser Beatnik Grautvornix das Fürchten auszutreiben. Bei einem Spaziergang am Strand sichtet der junge Gast aus der grossen Stadt die Flotte der Normannen: Da stehen sie dann, der Junge aus Lutetia und die Männer aus dem Norden, an der Küste, Auge in Auge: Dem einen ist die Angst ins Gesicht geschrieben, ihm graut vor dem Anblick der anderen, er erblasst ob deren beeindruckenden und furchtlosen Auftreten. Die anderen fürchten sich nicht im Geringsten, sie verlassen forsch ihr Drachenboot und marschieren an Land. Der Mutlose ist ins Gallierdorf gekommen, um seine Furcht zu verlieren, die Normannen hingegen, um das Fürchten zu lernen. Skurriler kann es nicht kommen - oder doch? Die Normannen suchen sich mit Grautvornix natürlich den grössten Hasenfuss aus, um sich in die grosse Kunst des Angst Habens einführen zu lassen - mit mässigem Erfolg, wie man sich unschwer vorstellen kann. Das Fürchten wird den Männern aus dem hohen Norden schlussendlich doch noch beigebracht, allerdings anders, als erwartet.

Wortwitz und Alltagslatein
Wie immer in den Geschichten um Asterix und seine Freunde darf auch bei "Asterix und die Normannen" mit einer gehörigen Portion Wortwitz gerechnet werden. So tragen die Normannen solch nette Namen wie Maulaf, Telegraf Dauerschlaf und Stenograf; um ihre Bewunderung auszudrücken, wird nebst "Beim Odin" und "Beim Thor" auch gerne "BeiSpielhaft" ausgerufen und das Legendäre Olimpix Paris ist im Zusammenhang mit dem Talentlosen Barden Troubadix natürlich auch eine Erwähnung wert. Schliesslich darf auch die übliche Lektion Alltagslatein nicht fehlen: Wir lernen, wie eine Bohnenstange bei den Römern bezeichnet wird (faba), und ebenso, dass auch schon in der Antike die chicsten Wagen aus Mediolanum (aka Mailand) stammten.

"Asterix und die Normannen" hat alles, was man von einem Asterix-Band erwarten kann: Die Story ist witzig bis geistreich, die Zeichnungen sind im gewohnt klassischen Stil gehalten und - das sei zum Schluss noch verraten - auch die Römer kriegen einmal mehr ihre Portion Prügel ab.

48 Seiten, CHF 8.90 (Softcover)
48 Seiten, CHF 18.30 (Hardcover)

www.asterix.de
www.ehapa.de

Zum Film "Asterix und die Wikinger"

Regisseur ist gemeinsam mit Co-Autor für die achte Zeichentrickverfilmung eines ""-Abenteuers verantwortlich. Die Story von "Asterix und die Wikinger" lehnt sich stark an "Asterix und die Normannen" an, nimmt sich aber auch einige Freiheiten heraus: So darf der Kinobesucher mit einer süssen, aber äusserst eigenwilligen Wikingertochter namens Abba rechnen, welche neuen Wind in die Geschichte bringen wird. Der Trickfilm ist zur Zeit in den Schweizer Kinos zu sehen, als Synchronsprecher der Schweizerdeutschen Fassung amtieren unter anderen Erich Vock, Mike Müller, Edward Piccin und Sandra Studer.


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