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René Goscinny/Albert Uderzo: "Asterix
und die Normannen" (Funny) | Egmont Ehapa
Normannen, die auszogen, um das Fürchten zu lernen
Unter dem Titel "Asterix und
die Wikinger" ist zurzeit die achte Zeichentrickfilmfassung
eines Asterix-Bandes in den Kinos zu sehen. Die Story basiert
auf Band neun der Asterix-Reihe, "Asterix und die Normannen".
Pünktlich zum Filmstart wird der Klassiker in einer Soft-
und einer Hardcoverversion neu aufgelegt.
Von Bettina Bhend.
Es ist eigentlich ganz gemütlich im hohen
Norden, im Land der Normannen. Es ist zwar schweinekalt, aber
ein Schädel voller Calvados und ein leckeres Wildschwein
à la Crème machen das lausige Wetter längst
wieder wett. Wenn da nur diese Sache mit der Angst nicht wäre:
Die Normannen kennen sie nicht! Schwierig wird das vor Allem,
wenn der kleine Jung-Normann zum Aufessen der Crèmesuppe
gebracht werden soll, die Geschichten von gefährlichen Riesen
aber als Druckmittel kläglich versagen. Oder wenn ein Normanne
an schrecklichem Schluckauf leidet, das kaum heilbar ist, weil
er sich nicht erschrecken lassen kann. Was tun? Die Normannen
beschliessen auszuziehen, um das Fürchten zu lernen, weil
Angst nicht nur Schluckauf und frechen Kindern den Kampf ansagt,
sondern bekanntlich auch Flügel verleiht. Und wie es das
Schicksal, beziehungsweise die schrecklichen Götter Thor
und Odin wollen, verschlägt es die Männer aus dem hohen
Norden an die Küste Galliens.
Die Kunst des Angst Habens
Im friedlichen Gallien versuchen die beiden Helden der Geschichte,
Asterix und sein stark gebauter Freund Obelix, zur selben Zeit
dem verweichlichten Pariser Beatnik Grautvornix das Fürchten
auszutreiben. Bei einem Spaziergang am Strand sichtet der junge
Gast aus der grossen Stadt die Flotte der Normannen: Da stehen
sie dann, der Junge aus Lutetia und die Männer aus dem Norden,
an der Küste, Auge in Auge: Dem einen ist die Angst ins
Gesicht geschrieben, ihm graut vor dem Anblick der anderen, er
erblasst ob deren beeindruckenden und furchtlosen Auftreten.
Die anderen fürchten sich nicht im Geringsten, sie verlassen
forsch ihr Drachenboot und marschieren an Land. Der Mutlose ist
ins Gallierdorf gekommen, um seine Furcht zu verlieren, die Normannen
hingegen, um das Fürchten zu lernen. Skurriler kann es nicht
kommen - oder doch? Die Normannen suchen sich mit Grautvornix
natürlich den grössten Hasenfuss aus, um sich in die
grosse Kunst des Angst Habens einführen zu lassen - mit
mässigem Erfolg, wie man sich unschwer vorstellen kann.
Das Fürchten wird den Männern aus dem hohen Norden
schlussendlich doch noch beigebracht, allerdings anders, als
erwartet.
Wortwitz und Alltagslatein
Wie immer in den Geschichten um Asterix und seine Freunde darf
auch bei "Asterix und die Normannen" mit einer gehörigen
Portion Wortwitz gerechnet werden. So tragen die Normannen solch
nette Namen wie Maulaf, Telegraf Dauerschlaf und Stenograf; um
ihre Bewunderung auszudrücken, wird nebst "Beim Odin"
und "Beim Thor" auch gerne "BeiSpielhaft"
ausgerufen und das Legendäre Olimpix Paris ist im Zusammenhang
mit dem Talentlosen Barden Troubadix natürlich auch eine
Erwähnung wert. Schliesslich darf auch die übliche
Lektion Alltagslatein nicht fehlen: Wir lernen, wie eine Bohnenstange
bei den Römern bezeichnet wird (faba), und ebenso, dass
auch schon in der Antike die chicsten Wagen aus Mediolanum (aka
Mailand) stammten.
"Asterix und die Normannen" hat
alles, was man von einem Asterix-Band erwarten kann: Die Story
ist witzig bis geistreich, die Zeichnungen sind im gewohnt klassischen
Stil gehalten und - das sei zum Schluss noch verraten - auch
die Römer kriegen einmal mehr ihre Portion Prügel ab.
48 Seiten, CHF 8.90 (Softcover)
48 Seiten, CHF 18.30 (Hardcover)
www.asterix.de
www.ehapa.de
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Zum Film "Asterix und die Wikinger"
Regisseur ist gemeinsam mit Co-Autor für
die achte Zeichentrickverfilmung eines ""-Abenteuers
verantwortlich. Die Story von "Asterix und die Wikinger"
lehnt sich stark an "Asterix und die Normannen" an,
nimmt sich aber auch einige Freiheiten heraus: So darf der Kinobesucher
mit einer süssen, aber äusserst eigenwilligen Wikingertochter
namens Abba rechnen, welche neuen Wind in die Geschichte bringen
wird. Der Trickfilm ist zur Zeit in den Schweizer Kinos zu sehen,
als Synchronsprecher der Schweizerdeutschen Fassung amtieren
unter anderen Erich Vock, Mike Müller, Edward Piccin und
Sandra Studer.
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