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Nr. 144 / Juni 2006

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Jules Verne: "Reise zum Mittelpunkt der Erde" (Hörspiel) | Der Hörverlag
Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

Professor Lidenbrock, kauziger Experte in Sachen Steine und Mineralien, findet in einem alten isländischen Buch eine Wegbeschreibung ins Erdinnere. Mit seinem Neffen Axel steigt er durch einen Vulkankrater hinab und entdeckt eine atemberaubende unterirdische Welt voll faszinierender Landschaften und Lebewesen.

Von Barbara Lehnherr.

Professor Lidenbrock ist ein wirklich liebenswerter Mensch, aber auch ein bisschen komisch, wie Wissenschaftler manchmal sind. Er hat ständig neue, verrückte Ideen und sucht nach großen Entdeckungen. Wenn er eine spannende Spur gefunden hat, sind ihm keine Anstrengung und keine noch so extrem scheinende Aktion zu viel. Deshalb ist sein Neffe Axel auch wenig begeistert, als Professor Lidenbrock das ganze Haus in Aufregung versetzt. In einem Antiquariat hat er einen Fund gemacht: ein uraltes isländisches Buch des isländischen Alchimisten Arne Saknussemm aus dem 16. Jahrhundert, aus dessen Seiten auf altem Pergament eine verschlüsselte Botschaft in alter Runenschrift herausflattert. Den Inhalt vermag der Professor nicht zu entschlüsseln, dies gelingt jedoch Axel, der als wissenschaftlicher Assistent in Professor Lidenbrocks Haus lebt. Die Botschaft enthält einen Hinweis auf eine Einstiegsmöglichkeit ins Innere der Erde. Eine wissenschaftliche Sensation und unsterblicher Ruhm winken den beiden Gelehrten, wenn dieses Abenteuer gelingen würde. Sofort machen sie sich auf den Weg, und ihre Reise in die Unterwelt wird zugleich zu einer Reise durch die Zeit und durch die frühsten Epochen der Erdgeschichte, in denen es noch Riesenwälder und Dinosaurier gab.

Als ob man dort wäre
Jules Vernes Buch ist nicht einfach nur ein utopischer Roman. Er hat es in einer Art und Weise geschrieben, die den Leser von der ersten Seite an fesselt und bis am Schluss nicht mehr loslässt. Die Hörbuch-Adaption wird der faszinierenden Sprache von Jules Verne bis ins letzte gerecht und übertrifft sie teilweise sogar. Die Umsetzung der Stimmen und Klänge des Erdinneren sind so realitätsnah, dass man sich tatsächlich mitten in der Unterwelt wähnt. Die Charaktere des Professors und seines Neffen werden durch die Vertonung erst richtig zum Leben erweckt und ein immenser Chor aus Stimmen und Klängen, Geröllschlag, Wasserrauschen und Höhlenatmosphäre machen das Hörspiel so zu einer akustischen Expedition.

Grosses Hör-Vergnügen
Die Vertonung eines solchen Klassikers der Abenteuer-Literatur birgt sicher viele Gefahren und Hindernisse. Diese wurden von den Produzenten jedoch gekonnt und sicher aus dem Weg geräumt, so dass das Zuhören ein pures Vergnügen ist. Die manchmal vielleicht etwas umständliche und leicht veraltete Sprache von Jules Verne verliert durch die Vertonung genau diese negativen Aspekte und es wird so, wie schon erwähnt, nur noch das positive, die farbenfrohe Darstellung und der reiche Wortschatz, hervorgehoben.

2 CD, 156 Minuten, CHF 35.20


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