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Nr. 144 / Juni 2006

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Paul Devereux: "Der heilige Ort" (Sachbuch) | AT Verlag
Der heiligen Natur auf der Spur

Orte gibt es auf der Welt so viele wie Sand am Meer. Doch noch lange nicht jeden Ort empfinden wir als heilig. Der Autor Paul Devereux illustriert in "Der heilige Ort" auf eindrückliche Weise, wie die Menschen das Heilige in der Natur entdeckten.

Von Franziska Leuenberger.

"Dieses Buch zeichnet mit breiten Strichen den Wandel des heiligen Orts nach: vom unveränderten Naturplatz in der Landschaft über die ersten Ausschmückungen solcher Orte durch den Menschen bis hin zur vollständigen Monumentalisierung und dem Bau von Tempeln." Mit diesen Worten fasst der Autor Paul Devereux im Vorwort zusammen, was er unter der "Geschichte des heiligen Ortes" versteht: Die Geschichte vom "Wechselspiel zwischen dem physischen Ort und menschlichen Bewusstseinsprozessen, das vor dem Hintergrund kulturell bedingter Glaubenssysteme und Wahrnehmungsweisen abläuft." Wie viele Touristen pilgern nach dem britischen Stonehenge, ohne die Bedeutung dieses heiligen Ortes richtig zu kennen? Ohne zu begreifen, wieso das Steinmal an eben gerade diesem Ort steht und nicht in London? Devereux' Suche nach Antworten auf solche und weitere Fragen führte ihn in die verschiedensten Länder zu den unterschiedlichsten Kulturen. Stonehenge mag eine überlaufene Touristenattraktion bleiben, doch Devereux kommentiert auch einen Opferplatz der Sami im nördlichen Norwegen oder das Steinmosaik von Tie Creek in Manitoba, USA. Diese Vielfalt sowie die reiche Bebilderung machen "Der heilige Ort" zu einem einzigartigen Werk.

Übersichtliche "Naturgeschichte"
Paul Devereux gelingt mit seinem Werk nicht nur erstmals überhaupt eine Art "Naturgeschichte" des heiligen Ortes, sondern auch eine übersichtliche und verständliche Darstellung von unterschiedlichsten Stätten und Landschaften. In vier Kapitel unterteilt, verfolgt das Buch die Themen "Das alte Bewusstsein", "Naturplätze, frühe Zeichen", "Geisterfelsen, heilige Steine" sowie "Landschaften der Seele". Titel also, die fast so mythisch klingen, wie bestimmte Orte rund um den Globus von unseren Vorfahren empfunden wurden. Das Buch regt zum Nachdenken an, lädt zum Träumen ein - von vergangenen Kulten, von vergangenen Götterbräuchen.

Rückzug von der Moderne
Gelegentliche Zusammenfassungen des Autors erleichtern auch demjenigen Leser den Zugang zum illustren Werk, der sich kaum mit Heiligem und Glauben beschäftigt. Das Buch bedeutet einen Rückzug von der Moderne, sei es, um "Orte des Erinnerns" zu besuchen, "Schattenspiele" zu beobachten, "Das Reine Land" zu entdecken oder um sich auf "Seltsame Wege" zu begeben.

192 Seiten, CHF 59.90


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