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Paul Devereux: "Der heilige Ort"
(Sachbuch) | AT Verlag
Der heiligen Natur auf der Spur
Orte gibt es auf der Welt so viele
wie Sand am Meer. Doch noch lange nicht jeden Ort empfinden wir
als heilig. Der Autor Paul Devereux illustriert in "Der heilige Ort" auf eindrückliche
Weise, wie die Menschen das Heilige in der Natur entdeckten.
Von Franziska Leuenberger.
"Dieses Buch zeichnet mit breiten Strichen
den Wandel des heiligen Orts nach: vom unveränderten Naturplatz
in der Landschaft über die ersten Ausschmückungen solcher
Orte durch den Menschen bis hin zur vollständigen Monumentalisierung
und dem Bau von Tempeln." Mit diesen Worten fasst der Autor
Paul Devereux im Vorwort zusammen, was er unter der "Geschichte
des heiligen Ortes" versteht: Die Geschichte vom "Wechselspiel
zwischen dem physischen Ort und menschlichen Bewusstseinsprozessen,
das vor dem Hintergrund kulturell bedingter Glaubenssysteme und
Wahrnehmungsweisen abläuft." Wie viele Touristen pilgern
nach dem britischen Stonehenge, ohne die Bedeutung dieses heiligen
Ortes richtig zu kennen? Ohne zu begreifen, wieso das Steinmal
an eben gerade diesem Ort steht und nicht in London? Devereux'
Suche nach Antworten auf solche und weitere Fragen führte
ihn in die verschiedensten Länder zu den unterschiedlichsten
Kulturen. Stonehenge mag eine überlaufene Touristenattraktion
bleiben, doch Devereux kommentiert auch einen Opferplatz der
Sami im nördlichen Norwegen oder das Steinmosaik von Tie
Creek in Manitoba, USA. Diese Vielfalt sowie die reiche Bebilderung
machen "Der heilige Ort" zu einem einzigartigen Werk.
Übersichtliche "Naturgeschichte"
Paul Devereux gelingt mit seinem Werk nicht nur erstmals überhaupt
eine Art "Naturgeschichte" des heiligen Ortes, sondern
auch eine übersichtliche und verständliche Darstellung
von unterschiedlichsten Stätten und Landschaften. In vier
Kapitel unterteilt, verfolgt das Buch die Themen "Das alte
Bewusstsein", "Naturplätze, frühe Zeichen",
"Geisterfelsen, heilige Steine" sowie "Landschaften
der Seele". Titel also, die fast so mythisch klingen, wie
bestimmte Orte rund um den Globus von unseren Vorfahren empfunden
wurden. Das Buch regt zum Nachdenken an, lädt zum Träumen
ein - von vergangenen Kulten, von vergangenen Götterbräuchen.
Rückzug von der Moderne
Gelegentliche Zusammenfassungen des Autors erleichtern auch demjenigen
Leser den Zugang zum illustren Werk, der sich kaum mit Heiligem
und Glauben beschäftigt. Das Buch bedeutet einen Rückzug
von der Moderne, sei es, um "Orte des Erinnerns" zu
besuchen, "Schattenspiele" zu beobachten, "Das
Reine Land" zu entdecken oder um sich auf "Seltsame
Wege" zu begeben.
192 Seiten, CHF 59.90
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