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Alex Barclay: "Schattenturm" (Thriller)
| Lübbe
Showdown am Leuchtturm
Ihren ersten Thriller vor dem 30.
Geburtstag zu schreiben, das war der lang gehegte Wunsch der
irischen Journalistin Alex Barclay. Und sie hat es geschafft.
Doch mit dem Erscheinen der englischen Originalausgabe ("Darkhouse")
hat sie nicht nur ihr persönliches Ziel erreicht, sondern
auch die Welt der Literatur um ein gut gelungenes Werk bereichert.
Von Fee Anabelle Riebeling.
New York City: Die Entführung der kleinen
Hayley Gray scheint einen glücklichen Ausgang zu nehmen.
Doch dann überschlagen sich plötzlich die Ereignisse.
Statt das Mädchen gerettet und den Entführer verhaftet
zu haben, sieht sich der ermittelnde Detective Joe Lucchesi mit
drei Leichen konfrontiert. Seiner Frau und seinem Sohn zuliebe
quittiert er daraufhin bis auf weiteres seinen Job beim NYPD.
Um die erschütternden Ereignisse besser verarbeiten und
vergessen zu können, verlassen die Lucchesis die USA und
beginnen ein neues, beschaulicheres Leben in dem irischen Fischerdorf
Mountcannon.
Es kommt immer anders als man denkt
Nach den obligatorischen Anfangsschwierigkeiten
lebt sich die Familie schnell ein: Joes Frau restauriert liebevoll
das neue Zuhause und den dazugehörigen Leuchtturm, Joe selbst
findet Gefallen am gemütlichen Küstenleben und Sohn
Shaun schliesst schnell Freundschaften und bändelt sogar
mit einer Gleichaltrigen an. Die Entscheidung, die alte Heimat
zu verlassen, scheint die richtige gewesen zu sein. Doch das
lieb gewonnene Gefühl der Sicherheit gerät ins Schwanken,
als Shauns Freundin verschwindet und wenig später tot aufgefunden
wird.
Albtraum mit halbem Happyend
Ein derartiges Verbrechen hat es in
dem kleinen Küstenort noch nie gegeben und so sehen die
Einwohner die Schuld schnell bei den Neuhinzugezogenen. Als Shaun
unter Verdacht gerät, entbrennt in Joe das alte Feuer und
er mischt sich in die laufenden Ermittlungen der irischen Polizei
ein. Trotz dem ihm entgegengebrachten Misstrauen, ist er es,
der Licht ins Dunkel bringt: Er klärt den Mord an der Freundin
seines Sohnes und auch die Verbrechen an vielen anderen Frauen
in Amerika und Irland auf - und riskiert dabei das Leben
seiner Liebsten.
Schlaflose Nächte garantiert
Barclay schafft, was andere nur beabsichtigen:
Sie hält die Spannung bis zur letzten Seite und sogar noch
darüber hinaus. Zwei verschiedene Erzählebenen greifen
ineinander und gewähren dem Leser konstant einen kleinen
Wissensvorsprung gegenüber Joe Lucchesi. Der Leser steigt
automatisch in die Ermittlungen mit ein. Er wird zu einem aussenstehenden
Profiler, seine Erkenntnisse könnten weiterhelfen. Das Bedürfnis
einzugreifen wird immer stärker, aber er kann nichts dagegen
tun. Das strapaziert die Nerven und fesselt zugleich. Und doch
ist es am Ende nicht der Leser, der den Fall löst - denn
die letzte Wendung konnte er nicht vorhersehen. Dafür fehlt
ihm einfach die Erfahrung.
Dieser Debütthriller ist ein Muss für
alle Nervenkitzel-Fans. Mit nur einer Nebenwirkung: Er macht
süchtig.
384 Seiten, CHF 34.90
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