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Dieter E. Zimmer: "Nabokov reist im Traum
in das Innere Asiens" (Reiseabenteuerbuch/Anthologie) |
Rowohlt
Lesen und träumen und reisen
"Ich sehe, wie er sich inmitten
des Gepolters abrutschender Steine von seinem Sattel hinunterbeugt
und in dem an einem langen Stock befestigten Netz mit einer weiten
Ausholbewegung einen königlichen Verwandten unserer Apollofalter
fängt."
Von Vera Sirin.
Dieses Buch besteht aus zwei Teilen. Der erste
Teil besteht aus dem Reisebericht von Nabokov, in welchem er
eine fiktive Reise seines Vaters so beschreibt, als wäre
er dabeigewesen. Der zweite Teil beschreibt die Reise von russischen,
englischen, granzösischen und deutschen Entdeckungsreisenden,
welche im ausgehenden 19. Jahrhundert in die Dsungarei, nach
Ostturkestan, in die Mongolei, nach Westchina und nach Tibet
reisten. Zur selben Zeit und am selben Ort spielt die geträumte
Reise von Nabokov und seinem Vater.
Zwei Reisen, eine Geschichte
Beide Reisen sind zur selben Zeit und am selben Ort angesiedelt,
doch die eine hat tatsächlich stattgefunden, während
die andere nur erträumt ist. Erstaunlicherweise mangelt
es der geträumten Reise keineswegs an farbenprächtigen,
schillernden und vor allen Dingen historisch korrekten Details.
Nabokov machte seinem Ruf als peinlich genauer Rechercheur alle
Ehre mit diesem Reisebericht. Dieter E. Zimmer spürte seinen
Quellen nach und listete sie fein säuberlich im Anhang auf.
In Wirklichkeit war Nabokokvs Vater Politiker und kein Schmetterlingsforscher,
jedoch arbeitete Nabokov selbst am Museum of Natural History
einige Jahre lang als Schmetterlingsexperte. Zweifellos ist dieser
Band ein Leckerbissen für alle philologischen Glasperlenspieler.
Ein "must-have"
Dies ist ein Buch, welches man sich gerne ins Bücherregal
stellt. Es ist reich illustriert mit zeitgenössischen Fotos
und Stichen. Jedoch wie bei allen Büchern, die eine gute
Figur im Bücherregal machen, braucht es einen gewissen Durchhaltewillen
beim Lesen. Einige Längen und detaillierte Beschreibungen
wollen durchgestanden und erkämpft werden. Doch trotz fehlender
Spannung und Unterhaltsamkeit bringt einem dieses Buch sowohl
seine Zeit als auch seinen Ort näher. Man kann sich gut
in die Expeditionsteilnehmer hineinfühlen. Auch der Erzählstil
der ersten Hälfte ist darauf ausgelegt, den Leser in die
Geschichte "hineinzuziehen". Der Erzähler wechselt
unmerklich von der Er- in die Ich-Perspektive.
Ein must-have für alle Philologen, Glasperlenspieler,
Schmetterlingsforscher und solche, die es werden wollen.
318 Seiten, CHF 52.20
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Info
Nabokov wurde durch seinen Roman "Lolita"
weltberühmt. Stanley Kubricks Verfilmung der Geschichte
des Lehrers Humbert Humbert welcher sich in die minderjährige
Tochter seiner Vermieterin verliebt gilt als Klassiker der Filmgeschichte.
Literarisch gesehen ist "Die Gabe" das wohl bedeutendste
Werk Nabokovs.
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