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Nr. 142 / April 2006

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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NUR APRILSCHERZE

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April, April

Das Editorial diesmal von:
Lukas Hunziker, Chefredaktor & Co-Leiter Ressort Lesen

Über die Macht der Medien wird heftig und häufig diskutiert. Zu Recht, denn der Einfluss der Medien auf Individuum und Gesellschaft ist gewaltig. Die Medien liefern nicht nur Informationen, sondern bilden auch Meinungen und dies nur schon, weil eine absolut unvoreingenommene Berichterstattung ein Ding der Unmöglichkeit ist. Als Journalist kann man sich zwar um Objektivität bemühen, erreichen kann man sie nie. Doch sind sich die Leser, Hörer und Zuschauer dessen bewusst? Mediengläubigkeit ist ein oft gehörtes Schlüsselwort, das mal mit Furcht, mal mit Abschätzigkeit ausgesprochen wird. Was aber meint Mediengläubigkeit? Die relativ harmlose Gewohnheit, den Medien schlicht zu viel Glaube zu schenken? Oder aber eine Ersatzreligion, deren heiliges Buch die Tageszeitung und deren Gottesdienst die Fernsehnachrichten sind?

Letzteres hat zweifellos etwas Bedrohliches und ist weniger realitätsfern, als wir vielleicht glauben. In den Vereinigten Staaten beispielsweise sind Politik und Medien seit je her enger verknüpft als bei uns. Ob die US-Medien wirklich so sehr zur politischen Meinungsmache beigetragen haben, wie es die Gerüchte besagen, sei dahingestellt. Dass Medienberichte nicht selten falsche Ängste und Unruhen in der Bevölkerung auslösen, ist jedoch eine Tatsache. Heute schmunzeln wir über die Geschichte von Orson Welles' Hörspiel "Krieg der Welten", welches von vielen Hörern für Realität gehalten wurde und eine Massenflucht vor den vermeintlichen Ausserirdischen auslöste. Aber können wir mit Sicherheit sagen, dass es uns anders gehen würde? Es muss ja nicht immer gleich die Invasion vom Mars sein; reicht es nicht schon, wenn wir unsere Meinung über Tagesaktualitäten und politische Vorgänge von den Medien bilden lassen? Der Grenze zwischen Information und Beeinflussung ist fliessend; dessen sollten sich sowohl Medienschaffende wie Konsumenten bewusst sein.

Das Netzmagazin hat die Aprilausgabe zum Anlass genommen, die Mediengläubigkeit seiner Leserinnen und Leser auf die Probe zu stellen. In jedem Ressort war am 1. April ein Scherzartikel zu finden, der mehr oder weniger glaubwürdig war. Wir kündigten ein Pink Floyd Konzert für die Schweiz an, gaben die Todesstunde von Campari bekannt, verkauften einen Teil Spaniens an die USA und berichteten über ein Buch, das die dunklen Machenschaften des Netzmagazins aufdeckt. Viele Leserinnen und Leser dürften an der Glaubwürdigkeit einiger dieser Artikel gezweifelt haben. Aber wir sind sicher, dass auch so manche und mancher auf einen unserer Aprilscherze reingefallen ist.

Ab sofort sind die Scherzartikel als solche gekennzeichnet. Den anderen Artikeln, welche unsere Aprilausgabe zieren, darf man Glauben schenken. Das ausführliche und abwechslungsreiche Dossier des Ressorts Denken beschäftigt sich diesen Monat nicht wie gewohnt mit einem spezifischen Thema, sondern hat den Denken-Autorinnen und -Autoren freie Hand bei der Themenwahl gelassen. Das Ressort Hören stellt den verschlafenen Provokanten Adam Green vor und sprach mit den volljährig gewordenen Punkrockern von "Mudhoney". Vladimir Nabokov, Autor von "Lolita" und Schmetterlingsforscher, gibt sich im Ressort Wissen die Ehre.

Wir hoffen, dass Sie als kritische Leserin oder als kritischer Leser nicht alles glauben, was Sie in den Medien sehen, hören oder lesen. Sollten Sie aber auf einen unserer Aprilscherze reingefallen sein, würden wir uns freuen, wenn Sie uns dies an leserbriefe@netzmagazin.ch mitteilen würden.

Alles Gute im April!

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