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Nr. 140 / Februar 2006

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Henning Mankell: "Die Pyramide" (Lesung) | Hörbuch Hamburg
Auch ein Romanheld hat Anspruch auf einen würdigen Abgang

Wie der gesamte Band "Wallanders letzter Fall", ist auch die Geschichte "Die Pyramide" eine Enttäuschung. Daran kann auch ein hervorragender Ulricht Pleitgen nichts ändern.

Von Wolfgang Haan.

Henning Mankell schuf rund um den grantelnden einsamen Kommissar Wallander einige bemerkenswerte Romane. Als letzte Publikation erschien "Wallanders letzter Fall". Obwohl als Letztes erschienen, spielen alle der fünf enthaltenen Geschichten noch vor dem ersten Roman "Mörder ohne Gesicht". Allein auf Grund der Kürze der einzelnen Episoden von "Wallanders letzter Fall" darf man keine kriminalistischen oder literarischen Offenbarungen erwarten. Bestürzend ist jedoch, dass es der Autor in keiner Geschichte schafft, Spannung aufzubauen oder die Neugier des Hörers auf den weiteren Verlauf zu wecken.

Stimmgewalt und Stimmakrobatik - alles umsonst
"Die Pyramide" wurde von Hörbuch Hamburg dem oben genannten Band entnommen und weist alle vorgenannten Mängel auf. Menschlich betrachtet erfahren wir viel vom Verhältnis Wallanders zu seinem störrischen und eigensinnigen Vater. Doch das allein reicht nicht aus, um über vier CDs hinweg das Interesse des Hörers aufrecht zu erhalten. Daran kann auch die wie immer hervorragende Lesung von Ulrich Pleitgen nichts ändern. Dieser versucht durch Stimmgewalt und -akrobatik, alles aus dem Plot herauszuholen, was an Dramatik, Spannung und mysteriösen Geschehnissen vorhanden sein könnte. Doch Wallander hangelt sich von Hinweis zu Hinweis und stolpert förmlich über so manches Indiz, das sich letztendlich als der Schlüssel zum weiteren Vorankommen entpuppt.

Ein störrischer Vater bei den Pyramiden
Dabei steckt echtes Potential in der Geschichte. Zwei unabhängig voneinander eintretende Ereignisse beschäftigen den jungen Wallander. Bei einem Flugzeugabsturz können aus dem Wrack nur noch die verkohlten Überreste zweier Männer geborgen werden. Kurze Zeit später kommen bei einem Wohnungsbrand zwei ältliche Schwestern ums Leben. Wie sich herausstellt, betrieben die neben ihrem kümmerlichen Handarbeitsgeschäft noch ein weiteres, wesentlich lukrativeres Gewerbe.
Währenddessen reist Wallanders störrischer Vater nach Ägypten zu den Pyramiden. Dort bekommt er Ärger mit der örtlichen Polizei und muss ins Gefängnis. Als Wallander davon erfährt, reist er trotz der beiden komplizierten Ermittlungsfälle unverzüglich ab, um seinen Vater aus dem Gefängnis zu holen. Und wie der Zufall es will, führt gerade diese Reise zu einem glücklichen Ausgang in den Ermittlungen.

Trotz der Bemühungen von Ulrich Pleitgen kommt kaum Spannung bei diesem Hörbuch auf. Altbacken und flach der Spannungsaufbau, unglaubwürdig die Indizienkette bis zur Auflösung. Wallander hätte ein würdigeres Ende seiner Karriere verdient.

4 CDs, CHF 46.00


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