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Henning Mankell: "Die Pyramide"
(Lesung) | Hörbuch Hamburg
Auch ein Romanheld hat Anspruch auf einen würdigen
Abgang
Wie der gesamte Band "Wallanders
letzter Fall", ist auch die Geschichte "Die Pyramide"
eine Enttäuschung. Daran kann auch ein hervorragender Ulricht
Pleitgen nichts ändern.
Von Wolfgang Haan.
Henning Mankell schuf rund um den grantelnden
einsamen Kommissar Wallander einige bemerkenswerte Romane. Als
letzte Publikation erschien "Wallanders letzter Fall".
Obwohl als Letztes erschienen, spielen alle der fünf enthaltenen
Geschichten noch vor dem ersten Roman "Mörder ohne
Gesicht". Allein auf Grund der Kürze der einzelnen
Episoden von "Wallanders letzter Fall" darf man keine
kriminalistischen oder literarischen Offenbarungen erwarten.
Bestürzend ist jedoch, dass es der Autor in keiner Geschichte
schafft, Spannung aufzubauen oder die Neugier des Hörers
auf den weiteren Verlauf zu wecken.
Stimmgewalt und Stimmakrobatik - alles
umsonst
"Die Pyramide" wurde von
Hörbuch Hamburg dem oben genannten Band entnommen und weist
alle vorgenannten Mängel auf. Menschlich betrachtet erfahren
wir viel vom Verhältnis Wallanders zu seinem störrischen
und eigensinnigen Vater. Doch das allein reicht nicht aus, um
über vier CDs hinweg das Interesse des Hörers aufrecht
zu erhalten. Daran kann auch die wie immer hervorragende Lesung
von Ulrich Pleitgen nichts ändern. Dieser versucht durch
Stimmgewalt und -akrobatik, alles aus dem Plot herauszuholen,
was an Dramatik, Spannung und mysteriösen Geschehnissen
vorhanden sein könnte. Doch Wallander hangelt sich von Hinweis
zu Hinweis und stolpert förmlich über so manches Indiz,
das sich letztendlich als der Schlüssel zum weiteren Vorankommen
entpuppt.
Ein störrischer Vater bei den Pyramiden
Dabei steckt echtes Potential in der
Geschichte. Zwei unabhängig voneinander eintretende Ereignisse
beschäftigen den jungen Wallander. Bei einem Flugzeugabsturz
können aus dem Wrack nur noch die verkohlten Überreste
zweier Männer geborgen werden. Kurze Zeit später kommen
bei einem Wohnungsbrand zwei ältliche Schwestern ums Leben.
Wie sich herausstellt, betrieben die neben ihrem kümmerlichen
Handarbeitsgeschäft noch ein weiteres, wesentlich lukrativeres
Gewerbe.
Währenddessen reist Wallanders störrischer Vater nach
Ägypten zu den Pyramiden. Dort bekommt er Ärger mit
der örtlichen Polizei und muss ins Gefängnis. Als Wallander
davon erfährt, reist er trotz der beiden komplizierten Ermittlungsfälle
unverzüglich ab, um seinen Vater aus dem Gefängnis
zu holen. Und wie der Zufall es will, führt gerade diese
Reise zu einem glücklichen Ausgang in den Ermittlungen.
Trotz der Bemühungen von Ulrich Pleitgen
kommt kaum Spannung bei diesem Hörbuch auf. Altbacken und
flach der Spannungsaufbau, unglaubwürdig die Indizienkette
bis zur Auflösung. Wallander hätte ein würdigeres
Ende seiner Karriere verdient.
4 CDs, CHF 46.00
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