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Fonky Family: "Marginale Musique"
| Sony BMG
Kater überwunden
Fonky Family liefern mit ihrem dritten
Studioalbum ihren dritten Klassiker. Eine Meisterleistung, die
Grösse beweist. Und den französischen Rap wiederbelebt.
Von Gregor Frei.
Der Rap français ist am Boden, er steckt
in der Krise, er leidet an Katererscheinungen? All das wussten
Schweizer Möchtegern-Kenner in letzter Zeit zu berichten,
auch das Netzmagazin (siehe
Nr. 139).
Und jetzt: Alles falsch. Der Rap von unserem
westlichen Nachbarn erlebt soeben seine Wiedergeburt. Verantwortlich
dafür ist ein Album, das alles andere als revolutionär
wirkt. Um einen Kater zu überwinden, braucht es aber keine
Revolutionen, sondern noch einmal ein Bier. Das wissen wir alle.
Auch die Fonky Family. Deshalb macht sie genau dort weiter, wo
sie vor dem Schlaf des Gerechten aufgehört hat: Melancholie
trifft auf Dynamik und ergibt Euphorie, Klassik trifft auf Techno
und ergibt Hip Hop. Darüber emotionsgeladene Texte, die
auf falsche Prahlereien verzichten, um das düstere Leben
im Banlieu in seiner Ganzheit zu begreifen. Dieses Rezept bewährt
sich auch neun Jahre nach dem Erdbeben-Debütalbum "Si
Dieu Veut".
"Personne nous représente, alors
on le fait nous-memes pour ce qu'on n'entend jamais" singen
die vier Wortführer der Fonky Family im Titelstück
"Marginale Musique". Sie erinnern dabei an die Herkunft
des Hip Hops als Stimme der Vergessenen. Kombiniert mit stimmungsvollen
Selbststudien wie "Le Quartier" erreicht das Album
eine Authentizität, die man den in kriminellem Gehabe erstarrten
französischen Rappern nicht mehr zugetraut hätte. Und
angesichts der Asche verbrannter Autos auch viel aktuelle Brisanz.
"C'est le frere contre le frere, et le fils contre le pere",
so die FF in "La Guerre". Obwohl dies keine neue Erkenntnis
ist: "Marginale Musique" belebt nicht nur den französischen
Rap wieder, das Album ist auch ein hilfreicher Beitrag zur Diskussion
über die Ursachen der Banlieu-Kämpfe.
Produziert wurde der Glückzurückbringer
zum grössten Teil von den FF-Mitgliedern Pone, Le Rat Luciano
und Sat. Gedankt sei ihnen.
www.fonkyfamily.fr
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