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Nr. 140 / Februar 2006

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Fonky Family
 

Fonky Family: "Marginale Musique" | Sony BMG
Kater überwunden

Fonky Family liefern mit ihrem dritten Studioalbum ihren dritten Klassiker. Eine Meisterleistung, die Grösse beweist. Und den französischen Rap wiederbelebt.

Von Gregor Frei.

Der Rap français ist am Boden, er steckt in der Krise, er leidet an Katererscheinungen? All das wussten Schweizer Möchtegern-Kenner in letzter Zeit zu berichten, auch das Netzmagazin (siehe Nr. 139).

Und jetzt: Alles falsch. Der Rap von unserem westlichen Nachbarn erlebt soeben seine Wiedergeburt. Verantwortlich dafür ist ein Album, das alles andere als revolutionär wirkt. Um einen Kater zu überwinden, braucht es aber keine Revolutionen, sondern noch einmal ein Bier. Das wissen wir alle. Auch die Fonky Family. Deshalb macht sie genau dort weiter, wo sie vor dem Schlaf des Gerechten aufgehört hat: Melancholie trifft auf Dynamik und ergibt Euphorie, Klassik trifft auf Techno und ergibt Hip Hop. Darüber emotionsgeladene Texte, die auf falsche Prahlereien verzichten, um das düstere Leben im Banlieu in seiner Ganzheit zu begreifen. Dieses Rezept bewährt sich auch neun Jahre nach dem Erdbeben-Debütalbum "Si Dieu Veut".

"Personne nous représente, alors on le fait nous-memes pour ce qu'on n'entend jamais" singen die vier Wortführer der Fonky Family im Titelstück "Marginale Musique". Sie erinnern dabei an die Herkunft des Hip Hops als Stimme der Vergessenen. Kombiniert mit stimmungsvollen Selbststudien wie "Le Quartier" erreicht das Album eine Authentizität, die man den in kriminellem Gehabe erstarrten französischen Rappern nicht mehr zugetraut hätte. Und angesichts der Asche verbrannter Autos auch viel aktuelle Brisanz. "C'est le frere contre le frere, et le fils contre le pere", so die FF in "La Guerre". Obwohl dies keine neue Erkenntnis ist: "Marginale Musique" belebt nicht nur den französischen Rap wieder, das Album ist auch ein hilfreicher Beitrag zur Diskussion über die Ursachen der Banlieu-Kämpfe.

Produziert wurde der Glückzurückbringer zum grössten Teil von den FF-Mitgliedern Pone, Le Rat Luciano und Sat. Gedankt sei ihnen.

www.fonkyfamily.fr


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