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Baze: "Mis Meitli" | Nation Music
Whisky-Brillen-Rap
Nur ein Jahr nach dem Debütalbum
folgt auch schon der nächste Schlag von Chlyklass-Member
Baze: "Mis Meitli" erfrischt wie erwartet.
Von Gregor Frei.
Es gibt Rapper, die finden die einen supertoll
und die anderen zum Schreien scheisse. Es gibt Rapper, die findet
niemand toll, und dennoch haben sie Erfolg. Und dann gibt es
noch Rapper, die finden alle toll. Nur sind das selten Europäer
und schon gar nicht Schweizer. Die Ausnahme, welche die Regel
bestätigt, wohnt in Bern, heisst Basil Anliker und hat wenig
mit der Vorstellung eines klassischen MCs gemeinsam: Er trägt
eine Brille, bekundet oft seine Sympathien für Metal, und
das Booklet seines neuen Albums zeigt kein einziges Bild, auf
dem er seine Poser-Qualitäten unter Beweis stellen kann.
Bazes Beliebtheit ist mit seiner überdurchschnittlichen
Fähigkeit zur Ironie verbunden: Sein Wechselspiel zwischen
ernsthafter Tiefe und plumper Arroganz ist ungewöhnlich
und neu, seine Selbstironie gibt ihm Glaubwürdigkeit, dank
welcher er sich nicht hinter einem Rapper-Ich verstecken muss.
Daneben hat er viel seiner charakteristischen Flowakrobatik zu
verdanken: Wenn der ehemalige Partner von Thomes rappt, dann
sind das nicht Raps über ein Beat, sondern Raps MIT einem
Beat. Wie kein Zweiter folgt er der Rhythmik der Musik und zerstückelt
so seine Zeilen in Wörter, die mit dem Beat zusammen auf
und ab springen. Das ist Geschmacksache, rundet die Tracks aber
ab und macht sie erst zu Songs. Gerade diese Sehnsucht zur Einheit
dürfte viel dazu beigetragen haben, dass kein einziges Featuring
auf dem Album vorzufinden ist und fast alle Lieder von Sad produziert
wurden.
Der letzte und vielleicht wichtigste Grund,
dass Baze irgendwie alle toll finden, ist die zielsichere Dringlichkeit,
die Baze in seine Stimme legt. Songs wie "Mis" oder
"Morn wider nümm" kommen aus den innersten Tiefen
des Herzens. Deshalb stört es auch keineswegs, wenn Baze
jedes Jahr ein Album veröffentlicht. Im Gegenteil.
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