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Neil Diamond: "12 Songs" | SonyBMG
Hell No!
Was machen, wenn man nach einer Karriere
alt und erfolglos geworden ist? Na, zu Rick Rubin gehen. So einfach
ist es aber nicht, wie wir am Beispiel von Neil Diamond sehen.
Von Philipp Albrecht.
Zuerst ist man begeistert. Denn Johnny Cash
kann leider keine Platten mehr mit Rick Rubin aufnehmen, also
ist ein anderer gekommen. Auch er ist alt und verbraucht. Hat
jahrzehntelang nichts anderes gemacht als Platten aufzunehmen
und aufzutreten. Also man ist begeistert. Auch noch, als man
zum ersten Mal bei "12 Songs" reinhört. Dann flaut's
aber schnell ab. Wieso? Schuld ist nicht Rubin, denn der hat
seine Arbeit gut gemacht, hat sich dem Künstler angepasst
(wie auch bei Shakira), die Musik der Person angepasst (wieder
Shakira), wie ein Schneider den Anzug dem Kunden anpasst. Nein,
schuld ist Neil Diamond selber, weil charakterschwach und schnulzenlastig.
Diamond hat die Seele anstatt dem Teufel Las Vegas verkauft.
Dabei wär alles so einfach. Das Piano,
das leise donnernd schwarz malt, die akustische Gitarre, die
klar und kurz gezupft oder sanft gestreichelt wird und die Streicher,
die leise kommen und leise gehen und doch immer irgendwie da
sind. Das Problem ist die Langeweile, die sich nach drei Songs
anschleicht. Diamond mag sich ja opulent orchestriert prächtig
durch einen Las-Vegas-Abend schnulzen, aber cool alt werden und
sterben wie Johnny Cash kann er nicht. Dabei sieht das Cover
so geil aus!
www.neildiamond.com
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