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Burnt Friedman & Jaki Liebezeit: "Secret
Rhythms 2" | Nonplace / recrec
Geheime Rhythmen
Burnt Friedmann und Jaki Liebezeit
suchen jenseits des 4/4-Takts nach geheimen Rhythmen - und stossen
auf Musik mit Sogwirkung.
Von Ralph Hofbauer.
Beinahe überall, wo jemand mit dem Fuss
im Takt wippt, mit dem Kopf nickt oder mit dem Arsch wackelt,
ist er. Sei es Rock, HipHop, Country, Drum'n'Bass oder Reggae,
die gerade Rhythmik des "Four-to-the-Floor" findet
sich in allen erdenklichen Musikstilen. Burnt Friedmann und Jaki
Liebezeit haben beschlossen, den Kampf gegen das Metronom aufzunehmen
und nach neuen rhythmischen Mustern zu suchen, die eigentlich
schon uralt sind, finden sich ungerade Rhythmen doch auch in
den Ursprüngen der Musik verschiedenster Völker.
Die beiden Brüder im Geiste Burnt Friedman
und Jaki Liebezeit wollten schon immer mehr von Musik als einen
schneidigen Takt und eine fetzige Melodie. Jaki Liebezeit sorgte
als Perkussionist von Can dafür, dass diese als Visionäre
in die Annalen der 70er eingingen. Burnt Friedman beschäftigt
sich seit über zehn Jahren mit allerlei Projekten, mit denen
er auf musikalische Entdeckungsreise geht, unter anderem mit
dem Duo Flanger. Nachdem "Secret Rhythms 1" vor drei
Jahren für Friedman und Liebekind ein erster gemeinsamer
Schritt auf unerforschtem Terrain war, legen sie nun das zweite
Opus Magnum aus ihrem Groove-Labor vor.

Musik als Mantra
Die Musik der beiden lässt sich
weder als Elektronik oder Ambient adäquat beschreiben, noch
mit Begriffen wie Jazz oder Dub schubladisieren, obwohl sie Spurenelemente
all dieser Spielarten enthält. Am ehesten lässt sie
sich vielleicht mit Nik Bärtschs "Ritual Groove"-Projekt
vergleichen, das jeden Montag im Bazillus in Zürich live
zu sehen ist. Musik als kollektives Mantra also. Rhythmische
und harmonische Figuren werden wiederholt, bis plötzlich
zwischen den Instrumenten Energien hin- und her zu springen beginnen.
Allmählich beginnen sich die Songs zu gutmütigen Wellen
aufzutürmen, um sanft wieder zu verebben und der nächsten
Welle Platz zu machen. Komplexe rhythmische Muster und Harmoniefiguren
werden zu einem hypnotischen Fluss verwoben, Texturen verdichten
und verschieben sich, um schliesslich zu sich selbst zurückzufinden.
Der Einsatz der Saiten-, Blas- und Schlag-Instrumente ist minimal,
das Resultat pure Magie.
Nur einmal wird der instrumentale Fluss unterbrochen,
als sich die Stimme von David Sylvian über die warme Klanglandschaft
erhebt. Der Effekt ist ein ähnlicher wie beim Album "Venice"
von Fennesz, wo es ebenfalls Sylvians Stimme ist, die unvermittelt
aus einem Instrumentalalbum auftaucht. Eine weitere Gemeinsamkeit
dieser beiden Alben: Sie sind beide phänomenal.
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