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Nr. 140 / Februar 2006

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Burnt Friedmann & Jaki Liebezeit

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Burnt Friedman & Jaki Liebezeit: "Secret Rhythms 2" | Nonplace / recrec
Geheime Rhythmen

Burnt Friedmann und Jaki Liebezeit suchen jenseits des 4/4-Takts nach geheimen Rhythmen - und stossen auf Musik mit Sogwirkung.

Von Ralph Hofbauer.

Beinahe überall, wo jemand mit dem Fuss im Takt wippt, mit dem Kopf nickt oder mit dem Arsch wackelt, ist er. Sei es Rock, HipHop, Country, Drum'n'Bass oder Reggae, die gerade Rhythmik des "Four-to-the-Floor" findet sich in allen erdenklichen Musikstilen. Burnt Friedmann und Jaki Liebezeit haben beschlossen, den Kampf gegen das Metronom aufzunehmen und nach neuen rhythmischen Mustern zu suchen, die eigentlich schon uralt sind, finden sich ungerade Rhythmen doch auch in den Ursprüngen der Musik verschiedenster Völker.

Die beiden Brüder im Geiste Burnt Friedman und Jaki Liebezeit wollten schon immer mehr von Musik als einen schneidigen Takt und eine fetzige Melodie. Jaki Liebezeit sorgte als Perkussionist von Can dafür, dass diese als Visionäre in die Annalen der 70er eingingen. Burnt Friedman beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit allerlei Projekten, mit denen er auf musikalische Entdeckungsreise geht, unter anderem mit dem Duo Flanger. Nachdem "Secret Rhythms 1" vor drei Jahren für Friedman und Liebekind ein erster gemeinsamer Schritt auf unerforschtem Terrain war, legen sie nun das zweite Opus Magnum aus ihrem Groove-Labor vor.

Musik als Mantra
Die Musik der beiden lässt sich weder als Elektronik oder Ambient adäquat beschreiben, noch mit Begriffen wie Jazz oder Dub schubladisieren, obwohl sie Spurenelemente all dieser Spielarten enthält. Am ehesten lässt sie sich vielleicht mit Nik Bärtschs "Ritual Groove"-Projekt vergleichen, das jeden Montag im Bazillus in Zürich live zu sehen ist. Musik als kollektives Mantra also. Rhythmische und harmonische Figuren werden wiederholt, bis plötzlich zwischen den Instrumenten Energien hin- und her zu springen beginnen. Allmählich beginnen sich die Songs zu gutmütigen Wellen aufzutürmen, um sanft wieder zu verebben und der nächsten Welle Platz zu machen. Komplexe rhythmische Muster und Harmoniefiguren werden zu einem hypnotischen Fluss verwoben, Texturen verdichten und verschieben sich, um schliesslich zu sich selbst zurückzufinden. Der Einsatz der Saiten-, Blas- und Schlag-Instrumente ist minimal, das Resultat pure Magie.

Nur einmal wird der instrumentale Fluss unterbrochen, als sich die Stimme von David Sylvian über die warme Klanglandschaft erhebt. Der Effekt ist ein ähnlicher wie beim Album "Venice" von Fennesz, wo es ebenfalls Sylvians Stimme ist, die unvermittelt aus einem Instrumentalalbum auftaucht. Eine weitere Gemeinsamkeit dieser beiden Alben: Sie sind beide phänomenal.

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