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Nr. 138 / Dezember 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Bloc Party (Earshakerdays) (25.November 2005) | Volkshaus, Zürich
"We're going to win this!"

Endlich war es so weit. Im Rahmen der Earshakerdays trafen die verschiedensten Bands im Volkshaus aufeinander. Skandinavische oder Englische, es war sicherlich ein Festival, das einiges zu bieten hatte. Am Ende überzeugte aber nur ein grossartiger Act: Bloc Party machten das Ereignis zum Musikfest.

Von Dominik Petermann.

Obwohl die Earshakerdays als Festival aufgezogen waren, trug das Ganze doch einen ziemlich alltäglichen Konzertanstrich. Die Bands, die am frühen Abend die Bühne betraten, hinterliessen eine Art Vorgruppen-Nachgeschmack. Allen voran Madrugada, die nicht sehr animierend wirkten, um es mal bescheiden auszudrücken. Der Fangemeinde schien es aber dennoch gefallen zu haben. Den absoluten Höhepunkt bildeten die Londoner Bloc Party. Sie fegten über das Publikum hinweg und bewiesen, warum sie der Headliner dieses Abends waren. Die vier Engländer traten mit wuchtiger Präsenz auf die Bühne, zeigten, dass jeder sein Instrument einverleibt hat, und trugen ihre Stücke in herrlicher Spiellaune vor. Man sieht der Band die Freude am Auftritt an. Eine Mischung aus eiserner Disziplin und kreativer Inszenierung. Als hätte Gott die Musik nur für diese Herren gemacht. Sänger und Gitarrist Kele Okereke behauptet, die Gitarre sei ihm schon als Kind in den Schoss gefallen, und die Erkenntnis, dass er auch als Sänger taugt, liess nicht lange auf sich warten. 1998 traf er auf den zweiten Gitarristen Russell Lissack, um fortan das Leben als Musiker zu bestreiten. Mit der Engagierung des Bassisten Gordon "Gordy" Moakes und des herausragenden Schlagzeugers Matt Tong, samt ihren musikalischen Einflüssen, gelang ihnen die perfekte Konstellation, die sie heute als Band ausmacht.

Den bescheidenen Anfang bildete "So Here We Are", und liess ein fulminantes Konzert erahnen. Und das war es auch. Von "Positive Tension" über "Banquet" bis zu den Über-Hits "Like Eating Glass" und "Helicopter" liessen die Londoner nichts aus, um das Publikum zu beeindrucken. Neue Songs, darunter auch die vor kurzem erschienene Single "Two More Years" waren zu hören, was die Genialität von Bloc Party einmal mehr zum Ausdruck brachte. Definitiv eine Band, die uns noch lange mit ihren musikalischen Exzessen erfreuen wird. Leidenschaftlich hämmerte Drummer Matt Tong seine Rhythmen aufs Fell und faszinierte eindrücklicher als auf dem Tonträger mit unglaublichen Breaks und gekonnten Taktwechseln. Man war fast versucht zu denken, er mache die halbe Band aus, obwohl die Künste der anderen Mitglieder auch nicht zu verachten sind. Vor allem die dissonanten Riffs von Kele, im Einklang mit der charismatisch "schwarzen" Stimme und seinem Cockney-Akzent. Melodiöse Gitarrensoli und progressive Basslinien komplettieren schliesslich das Gesamtwerk Bloc Party. Ein wahrhafter Erguss musikalischen Könnens, rhythmisch und kraftvoll vorgetragen.

Dass England eine Vormachtsstellung im Export junger Indie-Bands geniesst, ist klar. Wir liebten die Kaiser Chiefs, waren überwältigt von Maxïmo Park, hörten die Futureheads. Trotz allem bleibt der Preis für die beste Newcomer Band Bloc Party zu überreichen. Und auch gleich der Preis für das beste Debütalbum dieses Jahres. Wie wenn sie es gewusst hätten, singen sie in "Price of Gas" selbstbewusst: "We're going to win this!" Eine junge, ambitionierte Band, die das Zepter an sich gerissen hat, um fortan die Musikwelt zu revolutionieren. Sie kamen, sahen und siegten.

www.blocparty.com


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