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Nr. 138 / Dezember 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Mañana (16. November 2005) | AVO Session, Basel
Reifeprüfung bestanden.

Die AVO Session ist für Basel das, was für Montreux das Jazzfestival ist. Auch im zwanzigsten Jahr ist das Programm gewohnt exquisit. Für Schweizer Bands ist ein Auftritt an der AVO Session ein wichtiges Showcase: Wir waren bei Mañana dabei.

Von David Bauer und Shelley Jambresic (Fotos).

Mañana hatten wohl einen kleinen Aha-Effekt, als sie auf der Bühne der AVO Session standen. Eben noch hatten sie kleine, angesagte Clubs in London und Liverpool gerockt - nun stehen sie auf der scheinbar riesigen Bühne der AVO Session in Basel im Vorprogramm der norwegischen Popikonen A-Ha - und wirken etwas verloren. Den fünf Jungs aus dem Baselbiet eilt der Ruf voraus, das Potential für internationale Erfolge zu haben. Auch der Schreibende hat sie schon gebührend gelobt. An diesem Abend, in ihrer Heimatstadt (ja, vergebt mir Jungs, ich weiss, dass ihr aus Lausen kommt; aber das ist keine Stadt), sind diese Vorschusslorbeeren eine schwere Bürde. Das Publikum weiss um den guten Ruf der jungen Band, hat entsprechend hohe Erwartungen und wird bei jedem noch so kleinen Fehler aufhorchen. Keine einfache Aufgabe für eine erfolgsverwöhnte Band: Das bisherige Karrierehighlight ist gleichzeitig eine Reifeprüfung.

Professionell, aber ohne Charme
Entsprechend nervös ist der Beginn. Mañana eröffnen das Konzert mit einem langgezogenen Intro. Auch dem zweiten Song schicken sie einen langen Instrumentalpart voraus, bevor sich Sänger Manuel Bürkli erstmals ans Mikrofon vorwagt. Prompt trifft er einige Töne nicht ganz, die Kopfstimme wirkt weniger klar und stabil als man es von ihm gewohnt ist. Auch in den folgenden Songs kommen Mañana nicht richtig aus sich heraus, zu beschäftigt scheinen sie mit sich selber und dem Bemühen, bloss keine Fehler zu machen. Dabei wirken Mañana zwar immer professionell, zumeist stilsicher, doch geht ihnen der Charme und die Eindringlichkeit der Songs ab, die sie sonst auszeichnen.

Keine Zitterpartie
Mit "To Be", ihrem fünften Song im Set, finden Mañana zu gewohnter Souveränität. Es ist wohl kein Zufall, dass dieser Song an diesem Abend den Wendepunkt markiert: Es ist einer der besten neuen Songs und eine potentielle Single für das bald erscheinende Debütalbum. Mit dem anschliessenden "Monster" gelingt es der Band endgültig, das "Monster" AVO Session in die Knie zu zwingen. Plötzlich spielen Mañana befreit auf, die Qualität der Performance ist eine ganz andere als noch zu Beginn des Gigs. Und auch die Ansagen von Bürkli zwischen den Songs bezeugen, dass die Nervosität nun der Spielfreude gewichen ist. Bei den abschliessenden drei Songs, "Some Kid", der bisherigen Erfolgssingle "Miss Evening" und "Psycho" können die fünf Baselbieter dann aus dem Vollen schöpfen und dem Publikum zeigen, dass sie zu Recht diesen prestigeträchtigen Auftritt erhalten haben. Während die Schweiz kurz vor neun Uhr in der Türkei noch am Zittern ist, haben Mañana ihre Reifeprüfung bestanden - wenn auch nicht mit Bravour, wie man das vielleicht hätte erwarten können.

Auf dem richtigen Weg
Noch fehlt der Band das Selbstvertrauen, auch vor solcher Kulisse ihr Ding von Anfang bis Schluss durchzuziehen. Vielleicht wäre es anders gekommen, hätten Mañana gleich mit einem ihrer stärksten Songs begonnen, die sie sich nun für das Ende aufgespart haben. Auch punkto Bühnenpräsenz können sich Mañana noch verbessern. Manchmal hat man den Eindruck, die fünf Jungs würden sich von der Weite der Bühne erdrücken lassen, anstatt sie als Podium für ihren grossen Auftritt zu nutzen. Manuel Bürkli spielt in den Ansagen zwischen den Songs zwar gut mit dem Publikum. Dafür wirken seine Gesten während der Songs teils etwas gar bemüht. Sie lenken mehr von den Texten ab, als dass sie sie unterstreichen würden. Alles in allem muss man aber sagen: Die Band ist auf dem richtigen Weg. Wenn das lang ersehnte Debütalbum erst veröffentlicht ist, dürfte dieser Weg noch weit nach oben führen. 

www.manana.fm

In dieser Ausgabe:
Reportage über Mañana in England


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