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dEUS (11. November 2005) | Bierhübeli,
Bern
Hemden-Revolution
Ein heisser Abend im Berner Bierhübeli
mit belgischen Göttern in schweissgetränkten Hemden:
dEUS ist zurück.
Von Philipp Albrecht und Sonja Valentino (Fotos).
Das purpurne Licht schien milchig in den hölzernen
Konzertsaal des Berner Bierhübeli, als die fünf Belgier
mit dem Titelsong ihres im September erschienen Albums "Pocket
Revolution" den fast schon irreal anmutenden Abend eröffneten.
Ein seltsam wirres Geschrei ging durch die Reihen, man wollte
es fast nicht wahrhaben, dass sie nun vollzählig da standen,
mit neuem Album in der Tasche und Selbstvertrauen in der Brust.
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In den Unweiten des Farbspektrums
zuhause: dEUS |
Vier der fünf Nordosteuropäer
waren in Hemden gekleidet, eine Implikation für edles Auftreten
und saubere Zurückhaltung, die selbstverständlich nicht
umgesetzt wurde. Sänger Tom Barman liess ungehalten die
Pupillen drehen, während der neue zweite Mann bei dEUS,
Mauro Pawlowski, ungehalten ins Mikrophon schrie und das Gleichgewicht
herauszufordern suchte. Sowieso sind dEUS 2005 erstaunlich beweglich
auf Tour. Barman schwingt wiederholt im Slowmotion-Licht des
Stroboskops den ganzen Körper, die Gitarre hängt lässig
herunter. Während diesen Parts erklingen ungewohnt discoeske
Beats und Bassläufe, die meisterhaft mit dEUS-Strukturen
älterer Songs assimilieren.
In der Folge stieg das Thermometer im Bierhübeli
auf höchste Werte. Man tanzte und sprang und hörte
mit Genugtuung das ungehaltene Kreischen nicht weniger Spät-Teenager.
Von einem dessen Vertreter übernahm Barman dann mit schweissgetränktem
Hemd den Joint. Ein Zug reichte, der Joint wurde zurückgenommen
und unverzüglich heilig gesprochen. "What we talk about
/ When we talk about love", sang darauf Barman erneut hüftschwingend
und meinte nach dem Song mit leiser Enttäuschung in der
Stimme, dass beim letzten Mal in Bern alle am Boden gesessen
und gekifft hätten. Die kollektive Freude im nicht ganz
gefüllten Bierhübeli erreichte schliesslich den Höhepunkt,
als die Geige in der letzten Zugabe zum ersten dEUS-Hit "Suds
And Soda" anstimmte. Nach einem perfekten Querschnitt durch
das dEUS-Werk seit 1994, mit einem kurzen Abstecher in Barmans
Nebenprojekt Magnus, war das ein Schluss, wie er besser nicht
hätte sein können.
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