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Nr. 138 / Dezember 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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dEUS (11. November 2005) | Bierhübeli, Bern
Hemden-Revolution

Ein heisser Abend im Berner Bierhübeli mit belgischen Göttern in schweissgetränkten Hemden: dEUS ist zurück.

Von Philipp Albrecht und Sonja Valentino (Fotos).

Das purpurne Licht schien milchig in den hölzernen Konzertsaal des Berner Bierhübeli, als die fünf Belgier mit dem Titelsong ihres im September erschienen Albums "Pocket Revolution" den fast schon irreal anmutenden Abend eröffneten. Ein seltsam wirres Geschrei ging durch die Reihen, man wollte es fast nicht wahrhaben, dass sie nun vollzählig da standen, mit neuem Album in der Tasche und Selbstvertrauen in der Brust.

In den Unweiten des Farbspektrums zuhause: dEUS
Vier der fünf Nordosteuropäer waren in Hemden gekleidet, eine Implikation für edles Auftreten und saubere Zurückhaltung, die selbstverständlich nicht umgesetzt wurde. Sänger Tom Barman liess ungehalten die Pupillen drehen, während der neue zweite Mann bei dEUS, Mauro Pawlowski, ungehalten ins Mikrophon schrie und das Gleichgewicht herauszufordern suchte. Sowieso sind dEUS 2005 erstaunlich beweglich auf Tour. Barman schwingt wiederholt im Slowmotion-Licht des Stroboskops den ganzen Körper, die Gitarre hängt lässig herunter. Während diesen Parts erklingen ungewohnt discoeske Beats und Bassläufe, die meisterhaft mit dEUS-Strukturen älterer Songs assimilieren.

In der Folge stieg das Thermometer im Bierhübeli auf höchste Werte. Man tanzte und sprang und hörte mit Genugtuung das ungehaltene Kreischen nicht weniger Spät-Teenager. Von einem dessen Vertreter übernahm Barman dann mit schweissgetränktem Hemd den Joint. Ein Zug reichte, der Joint wurde zurückgenommen und unverzüglich heilig gesprochen. "What we talk about / When we talk about love", sang darauf Barman erneut hüftschwingend und meinte nach dem Song mit leiser Enttäuschung in der Stimme, dass beim letzten Mal in Bern alle am Boden gesessen und gekifft hätten. Die kollektive Freude im nicht ganz gefüllten Bierhübeli erreichte schliesslich den Höhepunkt, als die Geige in der letzten Zugabe zum ersten dEUS-Hit "Suds And Soda" anstimmte. Nach einem perfekten Querschnitt durch das dEUS-Werk seit 1994, mit einem kurzen Abstecher in Barmans Nebenprojekt Magnus, war das ein Schluss, wie er besser nicht hätte sein können.

www.deus.be


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