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Nr. 138 / Dezember 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Milestone
Rückblende
 

Meilenstein: Beastie Boys
Finger lickin` good

So lautet nicht nur ein Song der Beastie Boys, nein, derart lässt sich ihr ganzes Schaffen der letzten 24 Jahre bezeichnen. Darum folgt nach "Anthology: The Sounds of Science" (1999) ihre zweite Retrospektive "Solid Gold Hits" (2005). Einmal wund lecken, bitte.

Von Sonja Valentino.

1981 formierten sich Michael Diamond (aka Mike D/Gesang), Adam Yauch (aka MCA/Bass), John Berry (Gitarre) und Kate Schellenbach (Schlagzeug) zu einer Hardcore-Band namens "Boys entering anarchistic states towards internal excellence Boys". Kurz Beastie Boys, danke dafür. Bereits ein Jahr später brachten sie die EP "Polly Wog Stew" heraus und gaben Konzerte im Raume New York. Im selben Jahr verliess der Gitarrist Berry die Band und wurde durch Adam Horovitz (Ad-Rock) ersetzt. 1983 folgte dann ihre erste Single "Cookie Puss", ein überraschendes Stück Musik, weit weg vom Hardcore-Punk, dafür nahe beim Hip Hop. Diese Single sollte wegweisend sein für die weitere Entwicklung der jungen New Yorker. Eine Entwicklung bei der Kate Schellenbach nicht mitziehen wollte, konnte oder durfte. Während Kate ihre musikalische Karriere später bei Luscious Jackson weitertrieb, führten Mike D, Ad-Rock und MCA ihre Arbeit fortan zu dritt weiter.

Verlosung

Wir verlosen 5 Exemplare von "Solid Gold Hits". Zu beantworten ist folgende Frage:

Wie viele Studioalben haben die Beastie Boys bisher veröffentlicht?

Mail mit der richtigen Antwort und Adresse an hoeren@netzmagazin.ch. Einsendeschluss ist der 31. Dezember 2005.

Teilnahmebedingungen

Zusammen mit dem Produzenten Rick Rubin entstand dann 1986 ihr Debut "License To Ill", das heute noch zu den erfolgreichsten Hip-Hop-Alben aller Zeiten zählt. Es erlangte auf Anhieb Platin-Status und verblüffte mit der Vermischung von harten Gitarrenklängen mit innovativen Hip-Hop-Beats. Nachdem sich die Beastie Boys 1988 ungütlich von Rick Rubin und seiner Plattenfirma Def Jam getrennt hatten, gingen sie nach Kalifornien und unterzeichneten bei Capitol Records. 1989 kam dann "Paul`s Boutique" heraus, eine von den Dust Brothers produzierte und von den Kritikern und vom Publikum mehrheitlich verschmähte Platte. Erst Jahre später avancierte sie zum Liebling vieler Beastie-Boys-Fans. "Paul`s Boutique" unterscheidet sich aber nicht nur verkaufstechnisch von "License To Ill", sondern auch musikalisch. So wurden auf dem zweiten Album die rockig-punkigen Elemente weggelassen und durch funkige Samples ersetzt. Kein Wunder, dass sich etliche vom unerwarteten Stilbruch vor den Kopf gestossen fühlten. Dennoch, die Single "Hey Ladies" wurde ein durchschlagender Erfolg.

Wer hat die längsten Arme im Land: Beastie Boys
Nachdem die Beasties ihr eigenes Label Grand Royal auf die Beine stellten, kam 1992 unter den Fittichen von Mario Caldato Jr. "Check your Head" auf den Markt. Diesmal nahmen die Beastie Boys die Instrumente wieder selber zur Hand, was dem Album einen rockigeren Schwerpunkt gibt. Auch 1994 ist Mario Caldato Jr. mit von der Partie und es entsteht "Ill Communication", eine erneute Durchmischung von Funk und Punk. Vor allem die Single-Auskopplung "Sabotage" fand grossen Zuspruch beim Publikum. Für den Riesenerfolg des Songs ist aber mit Sicherheit auch das von Spike Jonze gedrehte Video mit verantwortlich, das in trashiger siebziger Jahre Krimiserienmanier daherkam. Überhaupt setzten die Beastie Boys nicht nur mit ihrer Musik Meilensteine, sondern auch mit den dazugehörigen Clips. Man erinnere sich an die psychedelisch kaputte Ästhetik von "So Watcha Want" (aus "Check Your Head"). Oder an "Intergalactic" (aus "Hello Nasty"), wo sie als verrückte Wissenschaftler versuchen einen überdimensionierten und breakenden Roboter zu bekämpfen, oder einfach an "Hey Ladies" (aus "Paul`s Boutique"), wo sie auf ihre eigene unverkennbare und selbstironische Art den Disco durchgeben.

1998 versuchen sich die Beastie Boys, neben Mario Caldato Jr., als Mitproduzenten an ihrem Album "Hello Nasty". Ihr wohl popigstes Album. 2004 dann ihre persönliche Ode an New York mit "To The 5 Boroughs", auf welcher sie unter anderem den 11. September 2001 thematisieren und verarbeiten. Bereits schon früher zeigten sich die drei als politisch aktive Band. So stehen sie bereits seit Jahren für die Demokratisierung des Tibets ein und organisieren jährlich seit 1996 ein zwei Tage dauerndes Festival zum Erlangen von Spenden und Aufmerksamkeit für die Probleme Tibets.

www.beastieboys.com

Beastie Boys: "Solid Gold Hits" | EMI
Solide und goldrichtig

Von Sonja Valentino.

Wie es scheint, wollen auch die Beastie Boys im Weihnachtsgeschäft mitmischen und zwar gewaltig. Sie schicken mit "Solid Gold Hits" eine fulminante Rückschau auf ihre Arbeit der letzten gemeinsamen Jahre ins Rennen. 15 deftige Songs, die allesamt sofort an Tumult und Tanzen denken lassen, aber nicht an besinnliches Weihnachtskerzenlichtgeflimmer. Schön. Man wird durch alle Alben getrieben, vor und zurück und vor allem laut. Hineingezogen werden wir durch das brachial-hypnotische "So Watcha Want", um danach gleich zu "Brass Monkey" den Arsch wackeln zu lassen. Den Höhepunkt findet die Leibesertüchtigung dann in "Hey Ladies". In der Mitte des Albums, der nachdenkliche Part mit "An Open Letter To N.Y.C." Dann geht's aber gleich wieder los mit "Root Down", "Shake Your Rump" und und und. Ein Ende findet das Ganze in der Partyhymne "Fight For Your Right".
Kurzum, "Solid Gold Hits" ist ein furioses Stück Best of und lässt auch geübte Beastie-Boys-Hörer aus der Puste kommen.


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