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Labelserie: Fat Cat
Kraut und Rüben
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Animal Collective |
Fat Cat hat den Herbst und die anstehende
Winterzeit schon mal wunderbar eingeläutet. Vier tolle Alben
von Amandine, Songs of Green Pheasant, Animal Collective und
Vashti Bunyan wurden veröffentlicht. Alle natürlich
mit dem Gütesiegel "fabelhaft" ausgezeichnet.
Von Daniela Valentino.
Vom hippen Plattenladen für auserwählte
Elektronik und Technomusik in Covent Garden/London, hat sich
Fat Cat innerhalb weniger Jahre zum unabhängigen Kultlabel
schlechthin gemausert. Seit 1997 aktiv tätig, vereint das
Plattenlabel, nun in Brighton ansässig, unterschiedlichste
Musikstile, die weit über den Rand elektronischer Musik
hinausreichen. Von Múm über Animal Collective und
Vashti Bunyan bis hin zu To Rococo Rot fördert Fat Cat all
jene Musik, für die man mehr als nur einen lauten Ghettoblaster
benötigt. Etwas Feinfühligkeit und der gute Wille,
sich in eine CD hineinzuleben sind Voraussetzung für den
ungetrübten Genuss von Fat Cat-Alben.
Da wird einem geholfen
Seit Beginn der Gründung von
Fat Cat betreut das Label auch andere, parallel laufende Projekte.
Eines davon sind die Split-Serien, welche exklusiv nur auf 12"
Vinyl erhältlich sind. Die Platten vereinen bekannte Künstler
auf der A-Seite mit weniger bekannten Namen auf der B-Seite.
Eine klasse Taktik, welche auf diese Weise kleinen Grössen
zu einer breiten Hörerschaft verhilft.
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Amandine |
Ebenfalls interessant ist die von Fat
Cat betriebene DIY-Seite. Eine Internetseite mit so genanntem
Leitfaden für Leute, die beabsichtigen, ihr eigenes Label
zu gründen, bzw. ihre eigene Musik selbst zu veröffentlichen.
Auf der Demo-Seite finden sich ausserdem unveröffentlichte
Demos, die dem Label per Post zugesandt wurden, für deren
Unterstützung das Label jedoch weder die Zeit noch die Mittel
aufbringen konnte. Die jeweiligen Mp3's sind auf der Seite gratis
zu downloaden.
Animalisches Kollektiv
Fat Cat ist berüchtigt dafür,
die verschiedensten Bands unter Vertrag zu haben. Da trifft sich
also Kraut und Rüben, Xinlisupreme und Dr. Smith & Professor
Ludlow, zum Beispiel. Erstere eine erstaunliche Band aus Japan,
letztere rätselhafte Produzenten aus dem Vereinigten Königreich.
Doch neben vielen kleineren Bands gibt es auch einige grössere
Künstler, die das Label hervorgebracht hat. Zu den Shooting
Stars gehören Sigur Rós, keine Frage. Auch wenn sie
jetzt unter die Fittiche vom Labelgiganten EMI genommen wurden.
Die vier Isländer hätten es sich wohl nicht im Traum
auszumalen gewagt, dass ihre doch sehr eigenständige Musik
dermassen grossen Anklang finden würde. Mittlerweile füllt
die Band ohne weiteres Konzertlokale mit ein paar Tausend Besuchern.
Wer die Band jedoch bereits live erleben durfte, weiss, dass
der grosse Erfolg ihrem Charme keinen Abbruch getan hat. Sigur
Rós sind noch immer die Herzlichkeit in Person.
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Sigur Rós |
Ebenfalls in aller Munde sind momentan
Animal Collective, welche gerade ihr siebtes Album "Feels"
veröffentlicht haben. Kritikerstimmen behaupten, sie seien
popkompatibler, reifer und kompakter als zuvor. Die Soundcollagen
von Animal Collective galten bisher als vielschichtig, improvisiert
und hypnotisch - für jemanden, der die Band nicht kennt,
mag wohl zwar auch das aktuelle Album so klingen. Animal Collective
sind eben einfach ein bisschen anders.
Im Bunde der aktuellen Neuerscheinungen findet
auch Vashti Bunyan einen Platz. 35 Jahre sind nun mittlerweile
vergangen, seit Vashti Bunyan ihr erstes und einziges Album veröffentlicht
hat. Die britische Folk-Sängerin gilt heute als unbestrittene
Kult-Legende. Mit "Lookaftering" veröffentlicht
sie also ihr zweites Album - eine ruhige Folk-Platte, die an
Schlaf- und Kinderlieder erinnert. Der Titel des Albums wurde
in Anlehnung an die Betreuung ihrer Kinder gewählt. Selbst
die Illustration auf dem Cover stammt von ihrer Tochter.
www.fat-cat-co.uk
Im Netzmagazin-Archiv:
CD-Kritik
zu Animal Collective "Feels"
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Aktuelle Neuerscheinungen
Amandine: "This is where our hearts collide"
| Namskeio
Heissgliebti Amandine
Amandine sind erst seit vergangenem Frühling
bei Fat Cat mit dabei, doch man sagt ihnen bereits jetzt eine
bedeutende Zukunft voraus. Kein Wunder: Das Schweden-Quartett
legt hier ein klagend süsses Album vor, dessen melancholischen
und zierlichen Melodien von Piano, Akkordeon und Gitarre getragen
dich bis in den Schlaf begleiten. Zierlich eingesetzte Bläser
und Violinen sorgen für noch mehr Wehmut und machen das
Album zum begleitenden Wintersoundtrack. Ihre Wurzeln haben Amandine
sowohl in der traditionell amerikanischen Folkmusik, als auch
im Alt-Country. Diese musikalischen Einflüsse drücken
jedoch nur spärlich durch, womit wir es hier eher mit einem
bittersüssen Independent Pop-Album zu tun haben. Einfach
nur zum Seufzen.
Songs of Green Pheasant: "Songs of Green Pheasant"
| Namskeio
Unfassbar?
Songs of Green Pheasant ist das Soloprojekt
von Duncan Sumpner, Lehrer und Künstler aus Sheffield. Knapp
drei Jahre ist es her, seit Duncan sein Demo an Fat Cat versandt
hat. Da diese ihn aufgrund einer fragwürdigen E-Mail-Adresse
"nicht gleich" erreichen konnten, haben wir also erst
jetzt das Vergnügen das Album kennen zu lernen. Sehr minimalistisch
gehalten, schleicht sich das Erstlingswerk auf Samtpfoten, bzw.
leichten Fasanfüssen heran. Grundton bildet Duncans sanfter
und fragiler Gesang, der klanglich nicht oft in den Vordergrund
rückt, sondern vielmehr Raum für die spärlich
gezupften Gitarrensaiten lässt. Wäre Musik materiell
und fassbar, so könnte man Songs of Green Pheasant wohl
kaum zwischen die Finger bekommen. Die Melodien und der Gesang
scheinen vielmehr weit weg zu liegen und irgendwo im Nirgendwo
zu schweben.
Vashti Bunyan: "Lookaftering"
| Namskeio
Ode an die Unvergänglichkeit
Popkulturell betrachtet sind dreieinhalb
Jahrzehnte eine halbe Ewigkeit. Vashti Bunyans follow-up von
"Just Another Diamond Day" klingt
indessen, als sei die Welt so lange stillgestanden.
Es nicht ein ganz einfaches Unterfangen, "Lookaftering"
an momentanen musikalischen Strömungen zu messen. Vielleicht
klingt es aber etwa so, wie wenn Beth Gibbons nach "Out
of Season" genau dort weitergemacht hätte und lediglich
ihr Instrumentarium entschlackt und auf Perkussion gänzlich
verzichtet hätte. Vielleicht. Und so bleibt nicht viel anderes
übrig, als "Lookaftering" mit dem Debut zu vergleichen.
Wobei in erster Linie auffällt, dass vieles beim Alten geblieben
ist, und nur die Naivität von "JADD" einer Ernsthaftigkeit
gewichen ist, wie man sie in Bunyans Stimme früher nie hörte.
Die Hippiezeiten sind endgültig vorbei und dies hört
man der Platte auch an. So entstand mit Unterstützung von
Akustikgitarre, Streichquartett, Oboe, Glockenspiel und Piano
erneut ein organisches Folkalbum, auf dem weitgehend auf Experimente
verzichtet wird.
Wie auch schon vor 35 Jahren bleibt nicht
nur Bunyans Folkstimme gewöhnungsbedürftig, sondern
die gesamte Produktion. Und dies macht die Platte trotz ihrer
Purheit ein Stück weit entbehrlich. Die heimliche Stärke
von "Lookaftering" liegt jedoch erneut in der Zeitlosigkeit.
Und antizyklische Erscheinungen gibt es in dieser Industrie weiss
Gott nicht alle Tage. So wird man vielleicht auch noch von "Lookaftering"
sprechen, wenn Banhart und seine Hippiefreunde längst in
Vergessenheit geraten sind. (mif)
In dieser Ausgabe:
Rückblende
über Vashti Bunyan
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