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Nr. 137 / November 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ghost Recon 2: Summit Strike
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Ghost Recon 2 Summit Strike (Tactical Shooter) | Ubisoft
Allseits verbessert

Ubisoft setzt die Tradition fort: Nach einem erfolgreichen Vollpreistitel vergeht wenig Zeit, bis ein neues Spiel auf der gleichen Technik basierend zum kundenfreundlichen Preis veröffentlicht wird. Dieses Mal: "Ghost Recon 2 Summit Strike".

Von Toprak Yerguz.

Was "Island Thunder" für das erste "Ghost Recon" und "Black Arrow" für "Rainbow Six 3" war, ist nun "Tom Clancy's Ghost Recon 2 Summit Strike" für "Ghost Recon 2": Ein Spiel, das auf der Technik der ursprünglichen Version basiert, aber spielerisch erweitert wurde.

Herr Clancys Universum
Wie alle oben aufgeführten Titel oder "Splinter Cell", so spielt auch "Summit Strike" wiederum in Tom Clancys Universum. Das bedeutet einerseits ein gewisser Realismusanspruch wie zum Beispiel Authentizität bei Waffen und Umgebungen. Andererseits machen sich langsam Ermüdungserscheinungen bei den Szenarien bemerkbar. In Irgendwostan (Kasachstan) rennen wir durch die Levels auf der Suche nach dem irgendwostanischen (pakistanischen) Bösewicht Rahil. Tom Clancys Universum war einst dafür bekannt, politische Tendenzen früh zu thematisieren, mittlerweile wiederholen sich die Szenarien aber zu oft. Eine Abwechslung täte gut.
Pazifistische Naturen werden zwar ohnehin einen Bogen um einen Titel wie "Summit Strike" machen, aber die übertriebene Glorifizierung amerikanischer Einsätze dürfte auch weniger sensiblen Gemütern sauer aufstossen, zumal sich einige militärische Ausrüster im Menu auf dem Werbeteller präsentieren dürfen.
Wer sich davon allerdings vom Kauf abhalten lässt, verpasst ein Spiel, das mit seinen vielen Modi andere Vollpreisspiele um Längen schlägt.

I'm going in
Der grosse Unterschied zwischen Team Rainbow, dessen neuester Einsatz ebenfalls in dieser Ausgabe besprochen wird, und den Ghosts, ist deren Einsatzgebiete. "Rainbow Six"-Spiele finden in städtischen Szenarios statt, während sich "Ghost Recon"-Einsätze im offenen Gelände abspielen. Dementsprechend sind die Befehle an die eigenen Teammitglieder unterschiedlich: Den Ghosts befehlen wir mittels Tasten- oder Sprachbefehle (per Headset) Flankenangriffe oder "Stellung halten" statt den im Stadtkampf üblichen "Tür öffnen und Raum säubern".
Das Szenario spiegelt sich natürlich auch in der optischen Darstellung wider. "Summit Strike" geizt nicht mit riesigen Levels, die das Auge verwöhnen: Gleich in der ersten Mission erwartet uns eine trügerisch schöne Berglandschaft mit leichtem Schneefall, und gegen Ende des Spiels finden wir uns in wüstenähnlichen Schluchten, durch welche der Wind pfeift. Ein Lob gebührt den Verantwortlichen für diese abwechslungsreichen und ansprechenden Levels.
Ein weiterer Vorteil dieser grossen Szenarien ist die relative Freiheit, die verschiedenen Missionsziele anzugehen. Zwar kann man "Summit Strike" kaum als nichtlinear bezeichnen, aber dennoch werden unterschiedliche Vorgehensweisen innerhalb einer Mission vom Programm akzeptiert. Die Grösse der Levels beeinflusst auch die empfundene Geschwindigkeit des Spiels: Durch die weiten Wege und die grosse Sichtweite erscheint das Spiel langsamer und taktischer als zum Beispiel das auf engem Raum stattfindende "Rainbow Six: Lockdown".

Gemeinsam gegen Rahil
Die Steuerung der Spielfigur geht einfach von der Hand. Lobenswerterweise kann man zwischen der Egosicht und einer Sicht über der Schulter wählen. Besser noch: Beide Optionen spielen sich einwandfrei. Einzig im Splitscreen wird den Spielern die Egosicht aufgezwungen.
Vor einem Einsatz werden die Waffen gewählt, danach geht es vom Ausgangspunkt in die Mission. Mit einigen grundlegenden Befehlen lassen sich die drei weiteren Teammitglieder problemlos kommandieren. Getreu dem Anspruch auf etwas Realismus sollte dies aber vorsichtig geschehen, denn wenige Kugeltreffer reichen schon, um ein Teammitglied ernsthaft zu verwunden.
Ein Dutzend Missionen im Einzelspielermodus scheint auf den ersten Blick trotz der Grösse der Einsätze eher knapp bemessen. Aber glücklicherweise haben die Entwickler umfangreiche Mehrspieleroptionen integriert. Jeder Einsatz lässt sich zunächst einmal mit bis zu vier Spielern gemeinsam per Splitscreen durchspielen, was für sich bereits ein Vielfaches an Spielspass bietet. Aber damit nicht genug: Neben den Kooperativmissionen dürfen sich die Spieler auch aneinander messen. Auf über 20 Karten, darunter überarbeitete Levels der Vorgänger, kann jeder alleine oder im Team in einer Fülle unterschiedlicher Spielformen gegeneinander antreten. Sehr löblich ist, dass beim Online- oder System Link-Spiel mehrere Spieler pro Xbox am Spiel teilnehmen können.
Offline oder online, kooperativ oder gegeneinander: Die unzähligen Mehrspielermodi sind über alle Zweifel erhaben. Technisch solide umgesetzt und variabel gestaltet ist es leicht abzusehen, dass "Summit Strike" noch lange Zeit seine Fans fesseln wird, nachdem im Einzelspielermodus alle Missionen abgeschlossen wurden.

Randnotizen
"Summit Strike" wirkt durchdacht und abgeschlossen, einzig für die etwas unübersichtliche Menüstruktur kann man Ubisoft einen kleinen Vorwurf machen. Hoffentlich lassen sich nicht allzu viele Spieler vom platten Militarismus abstossen, da sich unter dem befleckten Kleid ein grundsolides Spiel verbirgt, welches für gestandene Menschen mit stabilem Gemüt viele Stunden Spass bietet.
Möglicherweise wird man im Onlinespiel Hobbysöldner antreffen, die über die Vorzüge einer bestimmten Waffe halbstündige Monologe liefern können. Wer aber genügend Freunde hat (online oder offline), die einen gesunden Abstand zu solchen Spielen halten können, hat mit "Summit Strike" die viel bessere Alternative zum berühmteren "Lockdown". Und das zum reduzierten Preis.

www.ghostrecon.com/de/ghostrecon2ss/


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