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Nr. 137 / November 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Achtneunzehn
Asterix - Gallien in Gefahr
Das Unbehagen
Die Macht des Volkes
Punisher - Irisches Erbe
 

Albert Uderzo: "Asterix - Gallien in Gefahr (Band 33)" (Funny) | Ehapa
Der Himmel fällt auf den Kopf!

Beim Teutates, das einzige, was Asterix und seine Gemeinschaft des letzten unbesetzten Dorfes des frühgeschichtlichen Galliens fürchten, scheint eingetroffen! Doch auch für dieses Unglück weiss der pfiffige kleine blonde Krieger Rat.

Von Matti Johan Martin.

Lange hat die Comicwelt auf einen neuen Band warten müssen. Und als es soweit war, wurde ein riesiges Werbetamtam veranstaltet. Und es stellte sich auch die riesige Neugier der weltumspannenden Asterixcommunity ein. Mit Brüssel wurde eine gebührende Stätte gefunden, an welcher die Weltöffentlichkeit erste Informationen zum 33ten Band erfahren konnte. Doch leider kann der Schuss auch nach hinten losgehen.
Eins gleich vorweg: auch wenn die grosse Medienbestie marketingtechnisch angeworfen wurde und sogleich jedem bewusst wurde, dass da ein gewaltiger Hype im Hintergrund lauert, wurde keineswegs versucht aus Darmausscheidungen Gold zu machen.
Auch wenn mittlerweile viele kritische Stimmen zu vernehmen waren, gehört auch dieser Band in die Asterixsammlung. Nicht dass die Qualität hier überragend wäre, sondern aus dem einfachen Grund, dass die Bilderzählungen rund um Asterix' Abenteuer schon seit langem einfach zum Kulturgut gehören. Auch wenn manche Szenestimmen munkeln, dass Uderzo gar nicht mehr selber zum Stift griffe und die Kolorierung längst mittels Computer gemacht wird. Nun: einen dezenten Hinweis gibt das Impressum, denn für Tuschezeichnungen und Kolorierung zeichnet sich Frédéric Mébarki verantwortlich. Und der Gebrauch von IT-Technik wird seit längerem an Kunsthochschulen gelehrt.
Und ganz nebenbei: Rembrandt hat nicht alle ihm zugeschriebenen, weil von ihm als Meister einer Malerwerkstatt signierten, Bilder selbst gemalt. Damit sei aber nicht gesagt, dass Uderzo überhaupt nichts mehr mache (wie manche unterstellen). Uderzo ist zwar eine Popikone resp. seine Schöpfung, aber Uderzo hält nicht wie die meisten Popstars und Sternchen einfach nur den Kopf in die Kameras oder macht den Hampelmann (ein bisschen Arschwackeln auf der Bühne und Playback Songs ,singen', die ein anderer geschrieben hat).
Soviel Respekt hat der Mann einfach verdient!
Was bringt der neue Band. Nun gut, rein vom grafischen Standpunkt aus gesehen, gibt es nur einen Schluss: Die Zeichnungen sind wieder auf dem gewohnt hohen Niveau. Und gewisse Dinge sind farblich klar als Computerbearbeitungen zu erkennen (Spiegelungen), was aber durchaus zu den Plotelementen gehört.
Wer schon mitbekommen hat, dass gewisse Anspielungen an ,If I got an Hämmer' Arnie auftauchen, hat richtig vermutet, wenn er gewisse SF Elemente vermutete. Puristen werden laut aufschreien, vor allem wenn sie die altphilologischen und historischen Anknüpfungspunkte pädagogisch herausstrichen. Aber Uderzo und Goscinny haben schon früher Anspielungen an ihre Zeit verarbeitet, etwa die Beatles oder Sean Connery.
Und so historisch korrekt war der ganze Asterixmythos nie gewesen. Es bliebe einzig zu bemängeln, dass SF nicht in einen Asterix gehöre.
Nun, die Geschichte beginnt eigentlich mit einem Hammer, die Geschöpfe des Waldes und des Dorfs sind erstarrt. Der Grund wird schnell klar, als der Himmel auf den Kopf zu fallen scheint. Doch es handelt sich um sehr weit herkommende Besucher, welche das Dorf vor ihren aggressiven Erzfeinden warnen bzw. auch beschützen wollen. Am Ende müssen beide fremden Parteien mit der Erkenntnis zu ihren Welten zurückkehren, dass die gesuchte Geheimwaffe ihnen nichts nützt, da sie beide andere physiologische Voraussetzungen haben als Menschen. Tönt etwas platt. Und ist es auch zuweilen, da nun mal Goscinny ein vor dem Herrn selten begnadeter Geschichtenerfinder und Texter gewesen ist. Wer hätte die Fussstapfen schon richtig ausfüllen können? Bevor das ganze Konzept von jemandem total umgekrempelt würde, ist da die Urheberschaft Uderzos doch tief im Herzen allen lieber. Oder kann sich jemand einen Garth Ennis als Asterixautoren vorstellen?
Jeder Asterixfan wird sich sowieso den neuen Band einverleiben, um sich mit seinen Kollegen darüber zu streiten. Und wer weiss, vielleicht wird in ein paar Jahren ja der neue Band in ein anderes Licht gerückt als heute. Man erinnere sich nur an die z.T. harten Kritiken an ,Asterix im Morgenland', das heute auch ein wenig anders beurteilt wird.
Schlussendlich bleibt nur zu sagen, dass der neue Band nicht die ultima ratio darstellt. Dafür haben sich Uderzo und Goscinny selbst schon zu hohe Messlatten gelegt.
Aber dennoch ist es wieder ein Vergnügen, die Geschichte schauend zu lesen. Und es hat genügend Verweise an das SFGenre und an die Gegenwart, die für manches Schmunzeln sorgen.

47 Seiten, CHF 18.30

www.asterix.de
de.asterix.com

Verlosung

Das Netzmagazin verlost 5 Exemplare des neuen "Asterix". Um teilzunehmen beantworten Sie bitte folgende Frage:

Nach welchem Asterixband wurde eine belgische Briefmarke gestaltet?

Schicken Sie uns eine E-Mail mit dem Betreff "Asterix" an gewinnen@netzmagazin.ch. Nicht vergessen: richtige Antwort, Name, Telefonnummer und vollständige Adresse. Teilnahmeschluss ist der 31. November 2005. Viel Glück!


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