|
Andrea Schacht: "Das Werk der Teufelin"
(Hörbuch) | Random House
Historisches Verwirrspiel
Die Begine Almut und der Benediktinerpater
Ivo ermitteln in Köln anno 1376 in einem mysteriösen
Mordfall: ein reicher Domherr wird in der Kathedrale tot aufgefunden,
erschlagen von einer herabstürzenden Glocke. Doch als Pater
Ivo den Leichnam genauer inspiziert, bemerkt er, dass der Domherr
noch eine andere schwere Wunde aufweist und nun weiss der Pater
auch, weshalb die letzten Worte des Domherrn der Rache galten.
Von Claudia Wehrli.
"Sucht die Teufelin am Eigelstein"
- im Konvent der Begine Almut. Im Konvent treffen mehr oder
weniger gleichzeitig zwei Frauen ein, die Schutz suchen; eine
ehemalige Bademagd und ein 17jähriges Mädchen, das
Almut im Stall gefunden hat. Die letzten Worte des Domherrn sind
für Pater Ivo Grund genug, ins Konvent am Eigelstein zu
gehen, um sich dort umzuhören und schon bald wird klar,
dass die beiden Neuankömmlinge unter Verdacht stehen, dem
Domherrn seine peinliche Verletzung zugefügt zu haben. Johanna,
die Bademagd scheint nämlich ebenso etwas zu verstecken
wie die junge Angelika; die Lebensgeschichten beider Frauen weisen
Lücken und Ungereimtheiten auf sind deshalb verdächtig.
Verzwickter Fall
Almut muss sich nicht nur um ihre beiden neuen Schützlinge
kümmern, sondern auch um den ausgerissenen Novizen Ewald,
der bei Pater Ivo sein Gelübde ablegen sollte. Zu Beginn
sieht es noch so aus, als sei das "Problem Ewald" ein
geringfügigeres, doch je tiefer Almut in die Wirren ihres
Falles vordringt, desto klarer wird ihr, dass auch der Novize
in die Geschichte verstrickt ist. Als auch noch der Bruder des
toten Domgrafen auftaucht und dem Vogt Druck aufsetzt, den Mörder
endlich zu finden, wird die Vorsteherin des Konventes in Haft
genommen und einer peinlichen Befragung unterzogen. Almut muss
jetzt auch noch die Verantwortung für den Konvent übernehmen
und ausserdem dafür sorgen, dass ihre Vorsteherin wieder
aus der Haft entlassen wird. Sie muss in dem Mordfall also dringend
etwas unternehmen um dem Vogt den wahren Schuldigen präsentieren
zu können.
Gelungene Vertonung eines spannenden Krimis
Dieser zweite Band einer ganzen Reihe um die Begine Almut und
Pater Ivo führt die beiden Hauptcharaktere näher zusammen,
ihre Wortgefechte sind äusserst amüsant und lassen
ahnen, dass sich zwischen den beiden irgendwann noch etwas anbahnen
könnte. Man erfährt die Hintergründe von Almuts
Beitritt zum Beginenkonvent und auch der zu Beginn streng und
sehr gläubig wirkende Pater Ivo enthüllt gegen Schluss
der Geschichte, dass auch er nicht unbedingt das ist, was er
auf den ersten Blick zu sein scheint. Sandra Maria Schöner
liest das Buch mit sehr angenehmer Stimme und gestaltet die an
sich schon sehr spannende Geschichte zu einem Hörvergnügen.
Die 5 CDs sind im Nu durchgehört und machen Lust auf eine
Fortsetzung, schon nur um zu erfahren, was es mit Pater Ivos
Geheimnis auf sich hat. In gebundener Buchform ist die Fortsetzung
mit dem Titel "Die Sünde aber gebiert den Tod"
(Blanvalet) schon vorhanden.
5 CDs, 350 Minuten, CHF 36.00
|
Zur Autorin
 |
|
|
© by Fotostudio Balsereit |
Andrea Schacht, Jahrgang 1956, war lange
Zeit als Wirtschaftsingenieurin in der Industrie und als Unternehmensberaterin
tätig, bevor sie sich der Schriftstellerei zuwandte. Die
Autorin lebt mit ihrem Mann und ihrer Muse - Katze Mira - in
Bad Godesberg. Mira übrigens stand auch Patin für `Teufelchen´,
dem wir in "Das Werk der Teufelin" begegnen. Auch sonst
lässt sich Andrea Schacht gerne von den geschmeidigen Vierbeinern
inspirieren: den Ausschlag für die ebenfalls bei Blanvalet
erscheinende "Ring-Trilogie" gab der Abdruck einer
Katzenpfote in einem 1900 Jahre alten römischen Lehmziegel
(zu besichtigen in der "Römervilla" nahe Ahrweiler!)
Quelle: Random House
|
|