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Nr. 137 / November 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Henning Mankell, Arne Dahl, Ake Edwardson, Hakan Nesser: "Eiskalter Mord - Krimigeschichten aus Skandinavien" (Hörbuch) | Der Hörverlag
Süsse Frucht in bitterer Hülse

Skandinavien ist momentan einer der Spitzenexporteure von guten Krimis. Das Hörbuch "Eiskalter Mord" versammelt vier kurze 'Krimigeschichten' von erfolgreichen Autoren aus den Ländern der rot gestrichenen Holzhäuser. Diese überzeugen jedoch nicht mit dem, das sie versprechen.

Von Lukas Hunziker.

Der 12jährige Hoover hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geheimnisse der Bewohner des Blocks in dem er wohnt zu überwachen. Er spioniert seine chinesischen Nachbarn aus, rätselt über die Gerüchte über den unverheirateten Programmierer von nebenan und wundert sich, warum die Wohnung der immer Schmutz hereinschleppenden Brüder Antonson blitzsauber ist. Als er eines Tages erfährt, dass im vierzehnten Stock ein Mann wohnt, der wegen dreifachen Mordes im Gefängnis gewesen war, beschliesst er, seine Nachforschungen auf diesen Mann zu konzentrieren. Doch schon bald glaubt Hoover, dass dieser ihn zu seinem nächsten Opfer auserkoren hat.

Kein eiskalter Mord weit und breit
Die Geschichte des kleinen Detektiven Hoover stammt aus der Feder von Henning Mankell und markiert den Anfang der vier Krimis. Obwohl sie zweifellos unterhaltsam und gut geschrieben ist, überzeugen die nachfolgenden Geschichten jedoch etwas mehr, was jedoch auch an den Erwartungen liegen könnte, die man an einen Mankell-Krimi stellt. Krimi ist jedoch eigentlich für alle vier Geschichten das falsche Wort und dem reisserischen Titel "Eiskalter Mord" wird keine der Geschichten gerecht, zumal es zu so einem eiskalten Mord während der 75 Minuten niemals kommt. Dies soll jedoch nicht heissen, dass die Geschichten langweilig sind. Arne Dahls "Oberfreak", die zweite Geschichte, vermag durchaus Spannung zu erzeugen: Ein Chemiker erfindet ein Mittel, das Farbe zur Kennzeichnung von gestohlenen Geldscheinen unsichtbar macht, und wird kriminell - bis sich seine Erfindung gegen ihn wendet. Weniger spannend, dafür sehr amüsant ist die letzte Geschichte, "Regnerischer Vormittag" von Hakan Nesser, in der ein geheimnisvoller Mann auf dem Bauch auf dem Rasen im Regen liegt und als Grund dafür Samuel Beckett angibt.

Gut gelesen
Jede Geschichte wird von einem anderen Sprecher gelesen. Diese wurden passend ausgewählt; jede Stimme passt zu den Charakteren, aus deren Leben sie erzählt. Trocken, rau aber nicht emotionslos geben Jochen Nix, Volker Risch, Helmut Winkelmann und Hans-Jörg Krumpholz den vier 'Krimis' Farbe und unterhalten den Leser gut. Weniger gelungen ist wie gesagt die Präsentation der CD. Weder Titel, noch Coverfoto noch der Beschreibungstext auf der Rückseite der CD-Hülle passen zu den vier Geschichten, und es ist leicht, in seinen Erwartungen enttäuscht zu werden. Denn von "Mord im Fjord", wie die CD ankündigt, kann wirklich keine Rede sein.

"Eiskalter Mord" ist eine Sammlung von vier Geschichten mit Krimielementen, nicht aber von Krimis. Wer kauzige Kommissare und Leichen erwartet, wird enttäuscht sein, wer sich vom Look der CD jedoch nicht voreinnehmen lässt, wird mit vier originellen Geschichten gut unterhalten.

1 CD, 75 Minuten, CHF 18.00


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