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Henning Mankell, Arne Dahl, Ake Edwardson,
Hakan Nesser: "Eiskalter Mord - Krimigeschichten aus
Skandinavien" (Hörbuch) | Der Hörverlag
Süsse Frucht in bitterer Hülse
Skandinavien ist momentan einer der
Spitzenexporteure von guten Krimis. Das Hörbuch "Eiskalter
Mord" versammelt vier kurze 'Krimigeschichten' von erfolgreichen
Autoren aus den Ländern der rot gestrichenen Holzhäuser.
Diese überzeugen jedoch nicht mit dem, das sie versprechen.
Von Lukas Hunziker.
Der 12jährige Hoover hat es sich zur
Aufgabe gemacht, die Geheimnisse der Bewohner des Blocks in dem
er wohnt zu überwachen. Er spioniert seine chinesischen
Nachbarn aus, rätselt über die Gerüchte über
den unverheirateten Programmierer von nebenan und wundert sich,
warum die Wohnung der immer Schmutz hereinschleppenden Brüder
Antonson blitzsauber ist. Als er eines Tages erfährt, dass
im vierzehnten Stock ein Mann wohnt, der wegen dreifachen Mordes
im Gefängnis gewesen war, beschliesst er, seine Nachforschungen
auf diesen Mann zu konzentrieren. Doch schon bald glaubt Hoover,
dass dieser ihn zu seinem nächsten Opfer auserkoren hat.
Kein eiskalter Mord weit und breit
Die Geschichte des kleinen Detektiven
Hoover stammt aus der Feder von Henning Mankell und markiert
den Anfang der vier Krimis. Obwohl sie zweifellos unterhaltsam
und gut geschrieben ist, überzeugen die nachfolgenden Geschichten
jedoch etwas mehr, was jedoch auch an den Erwartungen liegen
könnte, die man an einen Mankell-Krimi stellt. Krimi ist
jedoch eigentlich für alle vier Geschichten das falsche
Wort und dem reisserischen Titel "Eiskalter Mord" wird
keine der Geschichten gerecht, zumal es zu so einem eiskalten
Mord während der 75 Minuten niemals kommt. Dies soll jedoch
nicht heissen, dass die Geschichten langweilig sind. Arne Dahls
"Oberfreak", die zweite Geschichte, vermag durchaus
Spannung zu erzeugen: Ein Chemiker erfindet ein Mittel, das Farbe
zur Kennzeichnung von gestohlenen Geldscheinen unsichtbar macht,
und wird kriminell - bis sich seine Erfindung gegen ihn wendet.
Weniger spannend, dafür sehr amüsant ist die letzte
Geschichte, "Regnerischer Vormittag" von Hakan Nesser,
in der ein geheimnisvoller Mann auf dem Bauch auf dem Rasen im
Regen liegt und als Grund dafür Samuel Beckett angibt.
Gut gelesen
Jede Geschichte wird von einem anderen
Sprecher gelesen. Diese wurden passend ausgewählt; jede
Stimme passt zu den Charakteren, aus deren Leben sie erzählt.
Trocken, rau aber nicht emotionslos geben Jochen Nix, Volker
Risch, Helmut Winkelmann und Hans-Jörg Krumpholz den vier
'Krimis' Farbe und unterhalten den Leser gut. Weniger gelungen
ist wie gesagt die Präsentation der CD. Weder Titel, noch
Coverfoto noch der Beschreibungstext auf der Rückseite der
CD-Hülle passen zu den vier Geschichten, und es ist leicht,
in seinen Erwartungen enttäuscht zu werden. Denn von "Mord
im Fjord", wie die CD ankündigt, kann wirklich keine
Rede sein.
"Eiskalter Mord" ist eine Sammlung
von vier Geschichten mit Krimielementen, nicht aber von Krimis.
Wer kauzige Kommissare und Leichen erwartet, wird enttäuscht
sein, wer sich vom Look der CD jedoch nicht voreinnehmen lässt,
wird mit vier originellen Geschichten gut unterhalten.
1 CD, 75 Minuten, CHF 18.00
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