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J. R. R. Tolkien: "Das Silmarillion"
(Vollständige Lesung) | Der Hörverlag
Von einem Zauberer erzählt
Mit seinen vielen hundert Namen, seinen
zahlreichen Figuren und seiner komplexen Geographie gehört
J.R.R. Tolkiens "Silmarillion" bestimmt nicht zu den
leserfreundlichsten Büchern. Der Hörverlag wagte den
Versuch, das Werk als vollständige Lesung zu inszenieren.
Das Resultat ist mehr als nur überzeugend.
Von Lukas Hunziker.
Das Silmarillion ist neben "Der Hobbit"
und "Der Herr der Ringe" das dritte grosse Buch Tolkiens,
welches in Mittelerde spielt. Es erzählt jedoch nicht nur
von einem Abenteuer und einem Krieg, sondern von unzähligen
grossen Abenteuern und Kriegen, von der Schöpfung der Welt
angefangen bis dorthin, wo "Der Herr der Ringe" aufhört.
Der Schöpfer und der Zerstörer
"Das Silmarillion" beginnt
mit der Schöpfung der Welt 'Arda' durch Illuvatar und die
Ainur, seine Gehilfen. Aus ihrem gemeinsamen Gesang entsteht
'Arda', in dessen Schicksal jedoch von Anfang an das Böse
eingewebt wird. Denn einer der Ainur, Melkor, lässt eigene
Töne in den schöpferischen Gesang einfliessen, da er
mehr Macht erlangen will. Als er zusammen mit einigen anderen
Ainur, die danach die Valar genannt werden, auf 'Arda' hinabsteigt,
wendet er sich gegen seine Gefährten, und während sie
das Gute in der Welt erschaffen, schmiedet Melkor Pläne,
dieses zu zerstören.
Drei Steine und ein verhängnisvoller
Eid
Obwohl Melkor die zentrale Figur des
"Silmarillion" ist, dreht dieses sich, wie der Name
schon sagt, vor allem um die Silmaril, drei mächtige und
wunderschöne Edelsteine. Geschaffen werden sie vom Elbenkönig
Feanor und in ihnen ruht das Licht der zwei Weltbäume, die
vor dem Zeitalter von Sonne und Mond Arda bescheinen. Doch Melkor
gelingt es, diese Bäume zu zerstören und die Silmaril
zu stehlen, worauf Feanor im Zorn einen schrecklichen Eid schwört,
der ein dunkles Schicksal über sein Geschlecht und alle
Völker in Arda heraufbeschwört.
Liebesgeschichten mit psychologische Tiefe
"Das Silmarillion" ist kein
gewöhnlicher Roman, sondern eine fiktive Chronik, in der
es keine wirkliche Hauptfigur gibt. Im Gegenteil: mehrere hundert
Namen finden sich darin, was für den Hörer (wie auch
für den Leser) eine gewaltige Herausforderung darstellt.
Doch diese Herausforderung lohnt sich, denn die Geschichten,
die erzählt werden, sind einzigartig. Der Juwel des Buches
ist die Erzählung von Beren, einem sterblichen Menschen,
der sich in Lúthien, eine unsterbliche Elbenprinzessin,
verliebt. Um sie zu bekommen, muss er ihrem Vater einen der Silmaril
bringen - eine schlicht unlösbare Aufgabe. Diese Liebesgeschichte
gehört zum Schönsten, was Tolkien geschrieben hat,
aber auch die anderen Geschichten im "Silmarillion"
sind voller Poesie. Spannung, psychologische Tiefe und die grosse
Komplexität der beschrieben Welt tragen weiter dazu bei,
dass man das "Silmarillion", wie auch die anderen Geschichten
Tolkiens, nicht so schnell vergessen wird.
Perfekt inszenierte Lesung
Es ist verständlich, wenn man
der Hörfassung zuerst kritisch gegenübersteht. Die
Idee einer vollständigen Lesung ohne Musik und Soundeffekte
mag einem erst einmal gar nicht gefallen. Doch sämtliche
Zweifel verflüchtigen sich schon nach wenigen Minuten. Denn
Achim Höppner, die deutsche Synchronstimme Gandalfs in der
Filmtrilogie, war als Sprecher für das "Silmarillion"
eine schlicht geniale Wahl. So wunderbar rollt er das r, so subtil
verleiht er den Charakteren Tiefe und so wunderschön gibt
er der archaischen Sprache Kraft, dass man danach das "Simarillion"
für immer mit seiner Stimme verbinden wird. Je länger
man seiner Stimme lauscht, desto zufriedener ist man, dass keine
Musik und keine Soundeffekte von seiner Lesung ablenken. Das
Hörbuch enthält zudem ein über 80seitiges Booklet,
in dem sich neben Infos zu Tolkien und dem "Silmarillion"
auch ein Stammbaum der Elben, eine Landkarte und ein Namensverzeichnis
zur Orientierung finden. Grossartig!
Dem Hörverlag ist es gelungen, das "Silmarillion"
als Lesung so gut zu inszenieren, dass auch eine Hörspielfassung
nicht hätte besser sein können. Auch die Elben hätten
Achim Höppner gerne zugehört, wie er von den Silmaril,
den Valar und Melkor erzählt. Ein Muss für jeden Tolkienfan.
13 CDs, 926 Minuten, CHF 71.50
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Verlosung
Das Netzmagazin verlost 1 Exemplar des Hörbuchs
"Das Silmarillion". Um teilzunehmen beantworten Sie
bitte folgende Frage:
Wie heisst Moria in der Sprache der
Zwerge?
Schicken Sie uns eine E-Mail mit dem Betreff
"Silmarillion" an gewinnen@netzmagazin.ch.
Nicht vergessen: richtige Antwort, Name, Telefonnummer und vollständige
Adresse. Teilnahmeschluss ist der 31. November 2005. Viel Glück!
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