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Nr. 137 / November 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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J. R. R. Tolkien: "Das Silmarillion" (Vollständige Lesung) | Der Hörverlag
Von einem Zauberer erzählt

Mit seinen vielen hundert Namen, seinen zahlreichen Figuren und seiner komplexen Geographie gehört J.R.R. Tolkiens "Silmarillion" bestimmt nicht zu den leserfreundlichsten Büchern. Der Hörverlag wagte den Versuch, das Werk als vollständige Lesung zu inszenieren. Das Resultat ist mehr als nur überzeugend.

Von Lukas Hunziker.

Das Silmarillion ist neben "Der Hobbit" und "Der Herr der Ringe" das dritte grosse Buch Tolkiens, welches in Mittelerde spielt. Es erzählt jedoch nicht nur von einem Abenteuer und einem Krieg, sondern von unzähligen grossen Abenteuern und Kriegen, von der Schöpfung der Welt angefangen bis dorthin, wo "Der Herr der Ringe" aufhört.

Der Schöpfer und der Zerstörer
"Das Silmarillion" beginnt mit der Schöpfung der Welt 'Arda' durch Illuvatar und die Ainur, seine Gehilfen. Aus ihrem gemeinsamen Gesang entsteht 'Arda', in dessen Schicksal jedoch von Anfang an das Böse eingewebt wird. Denn einer der Ainur, Melkor, lässt eigene Töne in den schöpferischen Gesang einfliessen, da er mehr Macht erlangen will. Als er zusammen mit einigen anderen Ainur, die danach die Valar genannt werden, auf 'Arda' hinabsteigt, wendet er sich gegen seine Gefährten, und während sie das Gute in der Welt erschaffen, schmiedet Melkor Pläne, dieses zu zerstören.

Drei Steine und ein verhängnisvoller Eid
Obwohl Melkor die zentrale Figur des "Silmarillion" ist, dreht dieses sich, wie der Name schon sagt, vor allem um die Silmaril, drei mächtige und wunderschöne Edelsteine. Geschaffen werden sie vom Elbenkönig Feanor und in ihnen ruht das Licht der zwei Weltbäume, die vor dem Zeitalter von Sonne und Mond Arda bescheinen. Doch Melkor gelingt es, diese Bäume zu zerstören und die Silmaril zu stehlen, worauf Feanor im Zorn einen schrecklichen Eid schwört, der ein dunkles Schicksal über sein Geschlecht und alle Völker in Arda heraufbeschwört.

Liebesgeschichten mit psychologische Tiefe
"Das Silmarillion" ist kein gewöhnlicher Roman, sondern eine fiktive Chronik, in der es keine wirkliche Hauptfigur gibt. Im Gegenteil: mehrere hundert Namen finden sich darin, was für den Hörer (wie auch für den Leser) eine gewaltige Herausforderung darstellt. Doch diese Herausforderung lohnt sich, denn die Geschichten, die erzählt werden, sind einzigartig. Der Juwel des Buches ist die Erzählung von Beren, einem sterblichen Menschen, der sich in Lúthien, eine unsterbliche Elbenprinzessin, verliebt. Um sie zu bekommen, muss er ihrem Vater einen der Silmaril bringen - eine schlicht unlösbare Aufgabe. Diese Liebesgeschichte gehört zum Schönsten, was Tolkien geschrieben hat, aber auch die anderen Geschichten im "Silmarillion" sind voller Poesie. Spannung, psychologische Tiefe und die grosse Komplexität der beschrieben Welt tragen weiter dazu bei, dass man das "Silmarillion", wie auch die anderen Geschichten Tolkiens, nicht so schnell vergessen wird.

Perfekt inszenierte Lesung
Es ist verständlich, wenn man der Hörfassung zuerst kritisch gegenübersteht. Die Idee einer vollständigen Lesung ohne Musik und Soundeffekte mag einem erst einmal gar nicht gefallen. Doch sämtliche Zweifel verflüchtigen sich schon nach wenigen Minuten. Denn Achim Höppner, die deutsche Synchronstimme Gandalfs in der Filmtrilogie, war als Sprecher für das "Silmarillion" eine schlicht geniale Wahl. So wunderbar rollt er das r, so subtil verleiht er den Charakteren Tiefe und so wunderschön gibt er der archaischen Sprache Kraft, dass man danach das "Simarillion" für immer mit seiner Stimme verbinden wird. Je länger man seiner Stimme lauscht, desto zufriedener ist man, dass keine Musik und keine Soundeffekte von seiner Lesung ablenken. Das Hörbuch enthält zudem ein über 80seitiges Booklet, in dem sich neben Infos zu Tolkien und dem "Silmarillion" auch ein Stammbaum der Elben, eine Landkarte und ein Namensverzeichnis zur Orientierung finden. Grossartig!

Dem Hörverlag ist es gelungen, das "Silmarillion" als Lesung so gut zu inszenieren, dass auch eine Hörspielfassung nicht hätte besser sein können. Auch die Elben hätten Achim Höppner gerne zugehört, wie er von den Silmaril, den Valar und Melkor erzählt. Ein Muss für jeden Tolkienfan.

13 CDs, 926 Minuten, CHF 71.50

Verlosung

Das Netzmagazin verlost 1 Exemplar des Hörbuchs "Das Silmarillion". Um teilzunehmen beantworten Sie bitte folgende Frage:

Wie heisst Moria in der Sprache der Zwerge?

Schicken Sie uns eine E-Mail mit dem Betreff "Silmarillion" an gewinnen@netzmagazin.ch. Nicht vergessen: richtige Antwort, Name, Telefonnummer und vollständige Adresse. Teilnahmeschluss ist der 31. November 2005. Viel Glück!


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