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Nr. 137 / November 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ian McEwan: "Saturday" (Hörbuch) | Diogenes
An einem Samstag im Februar...

Bereits kurz nach der Veröffentlichung in Buchform erscheint Ian McEwans von Kritikern und Lesern gefeierter Roman "Saturday" nun auch in gekürzten Fassung als Hörbuch heraus - gelesen von Jan Josef Liefers.

Von Stephan Sigg.

Auf die Hörbuchfassung von "Saturday" brauchte man nicht lange warten. Nur wenige Wochen nach der Veröffentlichung von McEvans neuem Bestseller kommt bereits die gekürzte Hörbuchfassung in die Läden. Der Schauspieler Jan Josef Liefers liest ohne Special Effekts. Nur er und seine Stimme und das sechs CDs lang. Liefers setzt seine Stimme gekonnt ein, so dass Mc Ewans Text stets im Vordergrund bleibt und die ganze Aufmerksamkeit erhält. Liefers ist ein ruhiger Sprecher mit einem Feingefühl für Details. So gelingt es ihm gleich zu Beginn des Romans blendend, seine Zuhörer in die Arbeit des 48-jährigen Neurochirurgen Henry Perowne, dem Protagonist in "Saturday" einzuführen. Trotz vielen medizinischen Fachausdrücken ist man nicht überfordert oder genervt, sondern fühlt sich, als wären einem die Begriffe bekannt.

Etwas liegt in der Luft
"Saturday" beschreibt einen Tag, einen Samstag, im Leben von Henry Perowne. Der erfolgreiche Neurochirurg erwacht am 15. Februar 2003 ungewöhnlich früh und beobachtet durch das Fenster die Stadt beim Erwachen. Dabei geht er im Kopf die Ereignisse der vergangenen Woche durch. Sein Leben ist beinahe perfekt. Eine erfolgreiche Karriere, eine lange Ehe und zwei wohlerzogene Kinder. Aber dieser Morgen ist nicht wie alle anderen. Zwar ist alles noch still, aber irgendetwas liegt in der Luft, auch wenn eigentlich nur eine Demonstration gegen die Teilnahme der Briten am Irakkrieg angekündigt wurde. Perowne hat andere Pläne: Der 48-Jährige Mann aus der gehobenen Mittelklasse will den freien Tag für das wöchentliche Squashspiel nutzen und hinterher werden ihn seine Kinder besuchen. Aber bringt ein eigentlich harmloser Autounfall seinen ganzen Alltag durcheinander. So dringt plötzlich und völlig unerwartet der Terror in das beschauliche Leben der Perownes ein.

Trauriger Realitätsbezug
Ian McEwans neuer Roman ist nicht so beklemmend wie seine früheren Werke à la "Der Zementgarten" (1978). Das tut der Spannung jedoch keinen Abbruch, im Gegenteil, man kann sich besser auf die verschiedenen Personen und ihre Beziehung untereinander konzentrieren. Der traurige Realitätsbezug des Buches ist, dass sich fast zeitgleich zur Veröffentlichung von "Saturday"am 7. September 2005 die Terroranschläge in London ereigneten. Ein spannender Roman - spannend in Szene gesetzt von Jan Josef Liefers.

6 CDs, 401 Minuten, CHF 51.90


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