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Ian McEwan: "Saturday" (Hörbuch)
| Diogenes
An einem Samstag im Februar...
Bereits kurz nach der Veröffentlichung
in Buchform erscheint Ian McEwans von Kritikern und Lesern gefeierter
Roman "Saturday" nun auch in gekürzten Fassung
als Hörbuch heraus - gelesen von Jan Josef Liefers.
Von Stephan Sigg.
Auf die Hörbuchfassung von "Saturday"
brauchte man nicht lange warten. Nur wenige Wochen nach der Veröffentlichung
von McEvans neuem Bestseller kommt bereits die gekürzte
Hörbuchfassung in die Läden. Der Schauspieler Jan Josef
Liefers liest ohne Special Effekts. Nur er und seine Stimme und
das sechs CDs lang. Liefers setzt seine Stimme gekonnt ein, so
dass Mc Ewans Text stets im Vordergrund bleibt und die ganze
Aufmerksamkeit erhält. Liefers ist ein ruhiger Sprecher
mit einem Feingefühl für Details. So gelingt es ihm
gleich zu Beginn des Romans blendend, seine Zuhörer in die
Arbeit des 48-jährigen Neurochirurgen Henry Perowne, dem
Protagonist in "Saturday" einzuführen. Trotz vielen
medizinischen Fachausdrücken ist man nicht überfordert
oder genervt, sondern fühlt sich, als wären einem die
Begriffe bekannt.
Etwas liegt in der Luft
"Saturday" beschreibt einen
Tag, einen Samstag, im Leben von Henry Perowne. Der erfolgreiche
Neurochirurg erwacht am 15. Februar 2003 ungewöhnlich früh
und beobachtet durch das Fenster die Stadt beim Erwachen. Dabei
geht er im Kopf die Ereignisse der vergangenen Woche durch. Sein
Leben ist beinahe perfekt. Eine erfolgreiche Karriere, eine lange
Ehe und zwei wohlerzogene Kinder. Aber dieser Morgen ist nicht
wie alle anderen. Zwar ist alles noch still, aber irgendetwas
liegt in der Luft, auch wenn eigentlich nur eine Demonstration
gegen die Teilnahme der Briten am Irakkrieg angekündigt
wurde. Perowne hat andere Pläne: Der 48-Jährige Mann
aus der gehobenen Mittelklasse will den freien Tag für das
wöchentliche Squashspiel nutzen und hinterher werden ihn
seine Kinder besuchen. Aber bringt ein eigentlich harmloser Autounfall
seinen ganzen Alltag durcheinander. So dringt plötzlich
und völlig unerwartet der Terror in das beschauliche Leben
der Perownes ein.
Trauriger Realitätsbezug
Ian McEwans neuer Roman ist nicht
so beklemmend wie seine früheren Werke à la "Der
Zementgarten" (1978). Das tut der Spannung jedoch keinen
Abbruch, im Gegenteil, man kann sich besser auf die verschiedenen
Personen und ihre Beziehung untereinander konzentrieren. Der
traurige Realitätsbezug des Buches ist, dass sich fast zeitgleich
zur Veröffentlichung von "Saturday"am 7. September
2005 die Terroranschläge in London ereigneten. Ein spannender
Roman - spannend in Szene gesetzt von Jan Josef Liefers.
6 CDs, 401 Minuten, CHF 51.90
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