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Bernd Brunner: "Eine kurze Geschichte
der Bären" (Sachbuch) | Claassen
Auf den Bär gekommen
Eine Geschichte des Bären ist
auch eine Geschichte des Menschen, denn kein anderes Lebewesen
hat Meister Petz so geprägt wie der nackte Affe. Bernd Brunner
legt eine hervorragende Abhandlung über die Vergangenheit
der Bären in der Welt der Menschen vor, die inhaltlich wie
optisch verwöhnt.
Von Lukas Hunziker.
Bevor man in Europas Norden den Affen kannte,
war der Bär jenes Tier, das dem Menschen am ähnlichsten
war. Nicht nur sah er, wenn man ihn häutete, wegen seiner
hellen Färbung und seines dann viel schlankeren Körpers
fast wie ein Mensch aus. Der Bär kann auch auf zwei Beinen
gehen und ernährt sich ebenfalls mit Beeren, Wurzeln, Kleintieren
und hatte eine Vorliebe für Süsses. Obwohl die Beziehungen
zwischen Menschen und Bären in verschiedenen Kulturkreisen
sehr unterschiedlich war, gab es sie seit jeher bis heute.
Von Bärenkämpfen und Bärensex
Bernd Brunner geht in seinem Buch
auf die verschiedensten Aspekte der Geschichte von Bär und
Mensch ein. Angefangen bei der Bedeutung des Bären für
unsere Vorfahren, für die Mythen und Märchen, über
die Kapitel zu den Höhlenbären und Pandas bis hin zu
den Bärenlauten stellt er dem Leser Meistern Petz vor. Man
lernt die dunklen Kapitel des Tanzbären, der beliebten Jagdtrophäe
Bär und des dämonisierten Killers kennen, aber auch
den Teddybären (benannt übrigens nach Theodore Roosevelt),
das zahme Haustier oder die Leihmutter Bärin. Ebenfalls
sehr interessant ist der forschungsgeschichtliche Exkurs. Denn
lange war das Wissen über den Bären eine Mischung aus
Beobachtung und Mythos. So glaubte man einst, Bären würden
sich wie Menschen in der Missionarstellung vorpflanzen.
Bilder so viel das Herz begehrt
Das Buch ist äusserst angenehm
geschrieben und setzt keinerlei Vorkenntnisse, sondern nur Interesse
voraus. Bernd Brunner spickt seine Kapitel mit lustigen Anmerkungen
und Geschichten, wie jener vom Bären, der zum Säufer
wurde und sich immer wieder in einer Bar von den Gästen
Drinks zahlen liess. Aber auch optisch ist das Buch eine Freude.
Fast auf jeder Seite illustriert ein Bild den Text, meist in
Farbe, und diverse Bärenbilder aus der Kunstgeschichte sind
abgedruckt. Jedes Bild das Brunner erwähnt ist auf derselben
Seite abgeduckt, so dass man sich als Leser richtig verwöhnt
vorkommt. An Leserfreundlichkeit ist das Buch ein Musterbeispiel
und man wünschte sich, dass mehr Verlage solche Bücher
machen würden. Claassen sei gedankt!
"Eine kurze Geschichte des Bären"
ist ein spannendes, umfassendes und wirklich sehr leserfreundliches
Buch. Es besticht mit einfacher Sprache, einem fesselnden Thema
und zahlreichen Abbildungen. Pures Lesevergnügen!
223 Seiten, CHF 28.50
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Noch mehr Bären
"Eine kleine Geschichte der Bären"
ist nicht die einzige Bärengeschichte, die momentan auf
den Ladentischen ausliegt. Ebenfalls sehr empfehlenswert ist
"Der Bär - Krafttier der Schamanen und Heiler"
von Wolf-Dieter Storl. Storls Bärenbuch setzt allerdings
mehr Akzente auf die Bedeutung des Bären in Mythen, Märchen
und Sagen, während Bernd Brunner mehr auf das Naturwissenschaftliche
und Historische eingeht.
Im Archiv:
Rezension
von "Der Bär - Krafttier der Schamanen und Heiler"
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