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Nr. 137 / November 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ernst Peter Fischer: "Einstein trifft Picasso und geht mit ihm ins Kino oder die Erfindung der Moderne" (Sachbuch) | Piper
Alles ist Geometrie

Als sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts Wissenschaft und Kunst auf drastische Weise veränderten, entstand die Moderne. Mithilfe von Picassos kubistischen Kunstwerken versucht Ernst Peter Fischer dem Laien einen Einblick in Einsteins Relativitätstheorie zu gewähren. Kunst und Physik sollen sich ergänzen und anhand von anschaulichen Beispielen erklärt werden: Allerdings bedeutet es nicht, dass wenn man Schwieriges einfach erklärt, dieses verständlicher wird.

Von Petra Gehrmann.

Den Begriff Relativitätstheorie hat wohl jeder schon gehört, aber es wird den meisten wohl so gehen wie mir: Verstanden, was damit genau gemeint ist, haben wohl die wenigsten. Bereits wenn man Diskussionen über die vierte Dimension verfolgt, wird es schwierig sich das alles vorzustellen. Dem will nun Ernst Peter Fischer Abhilfe schaffen, indem er Kunst und Wissenschaft zusammenspannt, die sich gegenseitig erklären sollen; und will so nebenbei auch gleich die "Erfindung der Moderne" definieren.

"Alles ist Geometrie in Einsteins relativistischer Physik und alles ist Geometrie in Picassos kubistischen Bildern"
Die Verbindung von Kunst und Wissenschaft ist zwar nicht neu, aber, dass Gedankengänge der Physik anhand der Kunst klarer gemacht werden, ist gerade für die Erklärung der Moderne sicherlich eine gute Idee. Teils Geschichts-, Kunst- und Gesellschaftsbuch konzentriert sich Fischer aber hauptsächlich darauf, aus diesen verschiedenen neuen Gedankengängen Stützen zum Verständnis von Einsteins Relativitätstheorie und zugleich auch Geistreiches zu anderen Theorien zu fabrizieren. Ob er das wirklich gut macht, ist als Physikmuffel schwer zu beurteilen, aber anregend und interessant ist es allemal.

Nichts ist wie es scheint.....
Schwieriges einfach zu erklären, macht es für den Laien nicht einfacher schwierige Sachverhalte zu verstehen. In einfache Sätze gekleidet, handelt es sich bei diesem Buch definitiv um eines, das nicht nur mehrmals, sondern auch sehr langsam gelesen werden muss. Und man sollte sich nicht entmutigen lassen, wenn man nicht sofort alles verstehen sollte, falls dies überhaupt möglich ist. Aber trotzdem regt das Werk von Fischer zum Nachdenken über Dinge an, über die man ansonsten nicht nachdenkt.
Verzichten hätte Fischer allerdings auf flapsige und kurzsichtige Kommentare können, wie die Andeutung, dass man heute nicht mehr weiss, wie man etwas wahrnimmt und nur noch sinnlos unterhalten wird. Er sollte sich auf Dinge beschränken wie Physik und sich nicht nebenher als Gesellschaftskritiker aufspielen.
Mit den beiden Leitfiguren, Einstein und Picasso, der Wissenschaft und Kunst ihrer Zeit, versucht er die neuen Gedankenansätze der Moderne zu erklären. Und das ist durchaus spannend.

254 Seiten, CHF 31.70


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