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Ernst Peter Fischer: "Einstein trifft
Picasso und geht mit ihm ins Kino oder die Erfindung der Moderne"
(Sachbuch) | Piper
Alles ist Geometrie
Als sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts
Wissenschaft und Kunst auf drastische Weise veränderten,
entstand die Moderne. Mithilfe von Picassos kubistischen Kunstwerken
versucht Ernst Peter Fischer dem Laien einen Einblick in Einsteins
Relativitätstheorie zu gewähren. Kunst und Physik sollen
sich ergänzen und anhand von anschaulichen Beispielen erklärt
werden: Allerdings bedeutet es nicht, dass wenn man Schwieriges
einfach erklärt, dieses verständlicher wird.
Von Petra Gehrmann.
Den Begriff Relativitätstheorie hat wohl
jeder schon gehört, aber es wird den meisten wohl so gehen
wie mir: Verstanden, was damit genau gemeint ist, haben wohl
die wenigsten. Bereits wenn man Diskussionen über die vierte
Dimension verfolgt, wird es schwierig sich das alles vorzustellen.
Dem will nun Ernst Peter Fischer Abhilfe schaffen, indem er Kunst
und Wissenschaft zusammenspannt, die sich gegenseitig erklären
sollen; und will so nebenbei auch gleich die "Erfindung
der Moderne" definieren.
"Alles ist Geometrie in Einsteins
relativistischer Physik und alles ist Geometrie in Picassos kubistischen
Bildern"
Die Verbindung von Kunst und Wissenschaft
ist zwar nicht neu, aber, dass Gedankengänge der Physik
anhand der Kunst klarer gemacht werden, ist gerade für die
Erklärung der Moderne sicherlich eine gute Idee. Teils Geschichts-,
Kunst- und Gesellschaftsbuch konzentriert sich Fischer aber hauptsächlich
darauf, aus diesen verschiedenen neuen Gedankengängen Stützen
zum Verständnis von Einsteins Relativitätstheorie und
zugleich auch Geistreiches zu anderen Theorien zu fabrizieren.
Ob er das wirklich gut macht, ist als Physikmuffel schwer zu
beurteilen, aber anregend und interessant ist es allemal.
Nichts ist wie es scheint.....
Schwieriges einfach zu erklären,
macht es für den Laien nicht einfacher schwierige Sachverhalte
zu verstehen. In einfache Sätze gekleidet, handelt es sich
bei diesem Buch definitiv um eines, das nicht nur mehrmals, sondern
auch sehr langsam gelesen werden muss. Und man sollte sich nicht
entmutigen lassen, wenn man nicht sofort alles verstehen sollte,
falls dies überhaupt möglich ist. Aber trotzdem regt
das Werk von Fischer zum Nachdenken über Dinge an, über
die man ansonsten nicht nachdenkt.
Verzichten hätte Fischer allerdings auf flapsige und kurzsichtige
Kommentare können, wie die Andeutung, dass man heute nicht
mehr weiss, wie man etwas wahrnimmt und nur noch sinnlos unterhalten
wird. Er sollte sich auf Dinge beschränken wie Physik und
sich nicht nebenher als Gesellschaftskritiker aufspielen.
Mit den beiden Leitfiguren, Einstein und Picasso, der Wissenschaft
und Kunst ihrer Zeit, versucht er die neuen Gedankenansätze
der Moderne zu erklären. Und das ist durchaus spannend.
254 Seiten, CHF 31.70
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