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"Die Geschichte meiner Schreibmaschine"
von Paul Auster und Sam Messer | Rowohlt
Ein Schriftsteller, ein Maler und eine Schreibmaschine
Das vorliegende Bändchen "Die
Geschichte meiner Schreibmaschine" zeigt das Ergebnis einer
25 jährigen Zusammenarbeit zwischen Paul Auster und seiner
Olympia und ist eigentlich das Werk von Sam Messer, der die Schreibmaschine
selbst zum Kunstwerk erhoben hat.
Von Petra Gehrmann.
Der Inhalt ist schnell erklärt: Der bekannt
Autor Paul Auster hat mit diesem Bändchen eine Liebeserklärung
an seine Schreibmaschine Olympia verfasst. Auf dieser Olympia
hat er seit 1974 alle seine Texte geschrieben und keiner noch
so neuen Technik ist es gelungen sie zu ersetzen.. In seiner
kurzen Geschichte beschreibt Auster auch sein bedeutungsvolles
Treffen mit dem Künstler Sam Messer, und noch viel wesentlicher:
von Sam Messer und der Schreibmaschine. Seitdem scheint nun der
Maler Messer beinahe besessen vom Anblick der Schreibmaschine
zu sein, was vielleicht auch auf Gegenseitigkeit beruht, denn
Auster schreibt in seiner Erklärung: "aber ich hab
nie bezweifelt, dass die Schreibmaschine mit ihm gesprochen hat.
Und bestimmt ist es ihm im Lauf der Zeit gelungen, sie zu überreden,
ihm ihr Herz zu öffnen"
"...hat das verdammte Ding mich niemals
im Stich gelassen"
Die Liebe Austers zu seiner Schreibmaschine
lässt sich auch als eine Liebe zum "Unvergänglichen"
in einer Zeit des schnellen Wandels sehen. Ein Computer kann
durch einen Absturz alles verlieren, dagegen schreibt die Olympia
für die "Ewigkeit". Aber auch die Ewigkeit ist
nicht mehr das, was sie mal war und dieses Wissen zeigt Auster
darin, dass er die "Ewigkeit" auf 50 Farbbänder
begrenzt. Dann ist es aus mit der Freundschaft, die ihn jetzt
schon fast die Hälfte seines Lebens begleitet hat.
"Langsam, aber sicher ist aus dem
Ding ein lebendiges Wesen geworden."
So schreibt Auster über seine
Schreibmaschine und wenn man sich die Bilder von Messer dazu
ansieht, muss man ihm einfach nur zustimmen. Ob in Öl oder
in kraftvollen Zeichnungen, mit oder ohne Paul Auster, steht
doch immer wieder Olympia im Mittelpunkt. Die Schreibmaschine
wirkt dabei nie vergeistigt, vielmehr scheint sie beinahe zu
Atmen und wirken sehr, sehr sinnlich. Dem entsprechen auch Austers
Worte: "Die Schreibmaschine hat jetzt Launen und Wünsche,
sie kann finstere Wut und ausgelassene Freude ausdrücken,
und sieht man sie in ihrer grauen metallenen Hülle, könnte
man fast schwören, dass man dort drin ein Herz schlagen
hört."
Die leichte, tändelnde Liebeserklärung
von Paul Auster bildet einen guten Rahmen um die Schreibmaschine
mit den teils schönen, teils beunruhigenden, teils genialen
Bildern von Sam Messer darzustellen. Ein sehr schöner Bildband!
62 Seiten, CHF 30.10
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