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Nr. 137 / November 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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"Die Geschichte meiner Schreibmaschine" von Paul Auster und Sam Messer | Rowohlt
Ein Schriftsteller, ein Maler und eine Schreibmaschine

Das vorliegende Bändchen "Die Geschichte meiner Schreibmaschine" zeigt das Ergebnis einer 25 jährigen Zusammenarbeit zwischen Paul Auster und seiner Olympia und ist eigentlich das Werk von Sam Messer, der die Schreibmaschine selbst zum Kunstwerk erhoben hat.

Von Petra Gehrmann.

Der Inhalt ist schnell erklärt: Der bekannt Autor Paul Auster hat mit diesem Bändchen eine Liebeserklärung an seine Schreibmaschine Olympia verfasst. Auf dieser Olympia hat er seit 1974 alle seine Texte geschrieben und keiner noch so neuen Technik ist es gelungen sie zu ersetzen.. In seiner kurzen Geschichte beschreibt Auster auch sein bedeutungsvolles Treffen mit dem Künstler Sam Messer, und noch viel wesentlicher: von Sam Messer und der Schreibmaschine. Seitdem scheint nun der Maler Messer beinahe besessen vom Anblick der Schreibmaschine zu sein, was vielleicht auch auf Gegenseitigkeit beruht, denn Auster schreibt in seiner Erklärung: "aber ich hab nie bezweifelt, dass die Schreibmaschine mit ihm gesprochen hat. Und bestimmt ist es ihm im Lauf der Zeit gelungen, sie zu überreden, ihm ihr Herz zu öffnen"

"...hat das verdammte Ding mich niemals im Stich gelassen"
Die Liebe Austers zu seiner Schreibmaschine lässt sich auch als eine Liebe zum "Unvergänglichen" in einer Zeit des schnellen Wandels sehen. Ein Computer kann durch einen Absturz alles verlieren, dagegen schreibt die Olympia für die "Ewigkeit". Aber auch die Ewigkeit ist nicht mehr das, was sie mal war und dieses Wissen zeigt Auster darin, dass er die "Ewigkeit" auf 50 Farbbänder begrenzt. Dann ist es aus mit der Freundschaft, die ihn jetzt schon fast die Hälfte seines Lebens begleitet hat.

"Langsam, aber sicher ist aus dem Ding ein lebendiges Wesen geworden."
So schreibt Auster über seine Schreibmaschine und wenn man sich die Bilder von Messer dazu ansieht, muss man ihm einfach nur zustimmen. Ob in Öl oder in kraftvollen Zeichnungen, mit oder ohne Paul Auster, steht doch immer wieder Olympia im Mittelpunkt. Die Schreibmaschine wirkt dabei nie vergeistigt, vielmehr scheint sie beinahe zu Atmen und wirken sehr, sehr sinnlich. Dem entsprechen auch Austers Worte: "Die Schreibmaschine hat jetzt Launen und Wünsche, sie kann finstere Wut und ausgelassene Freude ausdrücken, und sieht man sie in ihrer grauen metallenen Hülle, könnte man fast schwören, dass man dort drin ein Herz schlagen hört."

Die leichte, tändelnde Liebeserklärung von Paul Auster bildet einen guten Rahmen um die Schreibmaschine mit den teils schönen, teils beunruhigenden, teils genialen Bildern von Sam Messer darzustellen. Ein sehr schöner Bildband!

62 Seiten, CHF 30.10


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