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Peter Noll: "Diktate über Sterben
und Tod" (Tagebuch) | Pendo
Tabuthema: Tod
Ein erfolgreicher Schweizer Jurist
bekommt mit 56 Jahren die Krebs-Diagnose. Statt einer Behandlung
entscheidet er sich dafür, die Krankheit anzunehmen. Und
schreibt über die ihm verbleibende Zeit ein Tagebuch.
Von Stephan Sigg.
Peter Noll (1926 - 1982) war einer der angesehensten
Schweizer Juristen, Verfasser von zahlreichen Publikationen und
unter anderem als Professor für Strafrecht an der Universität
Zürich tätig. Doch dann erfährt er im Alter von
56 Jahren, dass er an Blasenkrebs im fortgeschrittenen Stadium
erkrankt ist. Noll entscheidet sich gegen eine Behandlung, die
möglicherweise sein Leben verlängern hätte können.
Stattdessen will er bewusst in den Tod gehen und hält die
ihm verbleibende Zeit vom 28. Dezember 1981 bis zum 30. September
1982 in einem Tagebuch fest.
Das Leben besser leben
"Diktate über Sterben und
Tod" erschien 1984 zum ersten Mal und wurde gleich zum grossen
Bestseller. In der Neuauflage ist auch die Totenrede von Max
Frisch zu finden. Peter Noll war mit Max Frisch gut befreundet.
Noll hat sich die Totenrede ausdrücklich von ihm gewünscht
mit der Beifügung: "Du hast ja noch etwas Zeit",
wie Max Frisch in seiner Rede schreibt. "Du hast ja noch
etwas Zeit" - nicht depressiv, nicht selbstbemitleidend.
Genau so liest sich auch das Tagebuch von Peter Noll. Der Autor
setzt sich mit seiner Situation, dem Sinn des Lebens und der
Frage nach dem Tod auseinander und meint: "Wir leben das
Leben besser, wenn wir es so leben, wie es ist, nämlich
befristet."
Wichtiger Beitrag
Angesicht des Todes geht der Alltag
in Laax und Zürich, wo sich der Autor aufhält, trotzdem
weiter: Treffen und Gespräche mit Freunde, geschäftliche
und private Angelegenheiten. Peter Noll stimmt den Leser nachdenklich.
Er tut das auf eine sympathische, persönliche Art, ohne
sich in langem Lamentieren zu verlieren oder belehrend zu wirken.
Auch einundzwanzig Jahre nach der Erstveröffentlichung haben
Nolls Notizen nicht an Aktualität und Ausstrahlung verloren.
Der Bestseller hat sich zum unbestrittenen Standardwerk bei Experten
wie Laien entwickelt. Peter Noll leistet mit seinem Buch einen
wichtigen Beitrag zu den aktuellen Diskussionen im Bereich Sterbehilfe.
357 Seiten, CHF 32.00
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