|
Andreas Brandhorst: "Der Zeitkrieg"
(Space Opera) | Heyne
Spiel ohne Grenzen
Es kommt zum finalen Showdown zwischen
den Bewahrern der kausalen Zeitlinie und den Chaosstiftern, welche
mittels Manipulationen der Kausalität in der originären
Zeitlinie einen Ozean der verschiedensten Universen schufen.
Von Matti Johan Martin.
Die Aeternen haben den zweiten Zeitkrieg gewonnen.
Einzig spezielle Individuen wurden der Manipulationen gewahr
und kämpfen im Widerstand gegen sie. Wie bereits im zweiten
Band "Metamorph" angedeutet, werden jedoch die Aeternen
selbst manipuliert. Als dies Agorax erkennt, ist es jedoch bereits
zu spät, um die vermeintliche Auslöschung des gesamten
Universums noch aufzuhalten. Denn die Vernichtungsmaschine Omnivor
hat sich unbemerkt schon einen Grossteil einverleibt.
Und es kommt, wie es kommen musste: das Schicksal des Universums
hängt von den beiden Hauptprotagonisten Valdorian und Diamant
ab, die im ersten Band "Diamant" vorgestellt wurden.
Und nach bitteren Erfahrungen beider, bleibt für Valdorian
nur die Selbstauslöschung. Dennoch bleibt eine Botschaft
am Schluss übrig, die ein wenig kitschig erscheint. Falls
du zwischen Macht und Liebe entscheiden musst, dann wähle
die Liebe.
Denn ein Gnom wartet nur darauf mit dir zu spielen, obwohl du
meinst, du stündest ausserhalb des Schachbretts.
Was ist bloss los mit dem Lektorat?
Nun ja, es gibt viele Ausrichtungen
in der Space Opera. Einige schildern mehr Militärisches,
andere legen den Fokus auf zwischenmenschliche Beziehungen. Beide
haben ihre Berechtigung, denn die Geschmäcker sind nun mal
verschieden. Und was wäre Star Wars ohne den Mix zwischen
Schlachten und Lieb-, Freund- und Feindschaften? "Der Zeitkrieg"
verbindet alle diese Felder, kombiniert sie mit den gängigen
Topoi der Hard SF (Paralleluniversen, Kausalitätsparadoxa
etc.) und wird so zu einem hervorragenden Leseerlebnis. Der Plot
ist zwar an sich nichts neues, aber die Meisterschaft Brandhorsts
in der Leserführung durch den Plot ist schon beachtlich.
So gut wie nie verliert sich der Leser an den verschiedenen Orten
in Raum und Zeit des Romans. Haupt- und einige Nebenfiguren werden
in ihren Persönlichkeiten sehr gut geschildert, die Tragik
ihrer Rollen wirkt sehr plastisch. Schade nur, dass der Lesespass
etwas durch das Lektorat getrübt wird. Es tauchen nicht
nur falsche Pluralendungen auf. Da werden sogar ganze Endungen
weggelassen. So etwa stehen zwei adjektivierte Verben hintereinander.
Das erste mit der richtigen Endung -des, das zweite steht ganz
ohne Suffix da in der Stammform des Verbs.
So etwas stört doch etwas beim Lesen dieses Romans, der
zum Verschlingen anstachelt.
Wenn da nicht bloss an der falschen Stelle gespart wird. Die
deutsche Sprache bereitet den meisten Korrekturhilfen, die auf
den englischen Sprachen beruhen, doch arge Probleme.
Nichtsdestotrotz sollte diese Trilogie in keiner SF Sammlung
fehlen!
590 Seiten, CHF 18.00
www.kantaki.de
www.randomhouse.de/heyne/
Im Archiv:
Band
2
Band
1
|