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Nr. 137 / November 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Eva Rossmann: "Wein & Tod" (Krimi) | Folio
Mord im Winzermilieu

Ein neuer Fall für Mira Valensky, die sich inzwischen zur Chefreporterin gemausert hat: Dieses Mal wird ein Starwinzer aus dem österreichischen Weinviertel umgebracht. Die mittlerweile schon erfahrene Schnüfflerin lässt sich natürlich von nichts und niemandem abhalten, den Fall aufzuklären und liefert damit die Grundlage für einen weiteren spannenden Krimi.

Von Stephan Sigg.

Eigentlich hätte Mira Valensky schon lang einen Orden verdient: Die kriminalistischen Erfolge der Reporterin mit Hang zu gutem Essen und Wein würden bestimmt so manchen Polizisten vor Neid erblassen lassen. Dieses Mal verschlägt es die frisch ernannte Chefreporterin in die Provinz des Weinviertels auf das Weingut des aufstrebenden Starwinzers Hans Berthold. Sie soll ein interessantes Porträt über ihn und seine Familie machen und findet sich, ehe sie es sich versieht in ihrem nächsten Kriminalfall wieder: Hans Berthold wird beim Joggen erschossen. War es Suizid oder Mord?

Hartumkämpftes Weinbusiness
Mira Valensky quartiert sich bei der Winzerfamilie ein, um den Mörder aufzuspüren und deckt dabei bald viele dunkle Geheimnisse im hartumkämpften Weinbusiness auf. Von wegen beschauliches Landleben und gemütliche Weinromantik! Im kleinen, beschaulichen Dorf, in dem die Bertholds zuhause sind, ist die Konkurrenz gross und aggressiv. Die Berthold-Witwe Eva will nach dem Tod ihres Mannes alleine weitermachen. Dabei hat sich nicht damit gerechnet, dass ihr viele Steine in den Weg gelegt werden und Sabotagakten ihr das Leben schwer machen. Denn mit dem Tod von Hans Berthold ist der Mörder noch nicht am Ziel angelangt.

Vertraut wie eine gute Freundin
Auch Eva Rossmanns neues Buches zeichnet sich durch perfekte Recherche und genaue Sachkenntnis aus. Der Leser kann sich die Arbeit auf dem Weingut bestens vorstellen und den Trauben beinahe beim Reifen zusehen. Im Unterschied zu den anderen Valensky-Krimis verliert "Wein & Tod" aber zwischendurch etwas an Spannung. Die Lektüre wird zwar keineswegs langweilig, doch die österreichische Krimi-Autorin Nr.1 erzählt zahlreiche Nebenhandlungen, die den Hauptplot vorübergehend in den Hintergrund treten lassen. Die Frage nach dem Mörder wird erst am Schluss beantwortet und natürlich muss Schnüfflerin Mira Valensky bis dahin gemeinsam mit ihrer bosnischen Putzfrau Vesna einige heikle Situationen meistern - nicht nur beruflich, sondern auch privat. Denn neben ihrer renovationsgeschädigten Wohnung entdeckt auch Valenskys Hauskatze Gismo die Freude an der frischen Luft - anfangs nicht gerade zu Frauchens Begeisterung.

Ein unterhaltsamer, origineller Krimi mit einer sympathischen Protagonistin, die dem Leser nach ihren zahlreichen Fällen so vertraut ist wie eine gute Freundin. So freut man sich schon jetzt auf Valenskys nächsten Fall. In welcher Branche wird der wohl spielen?

253 Seiten, CHF 34.30

Zur Autorin

Eva Rossmann wurde 1962 in Graz geboren und sie lebt im niederösterreichischen Weinviertel. Verfassungsjuristin, dann Journalistin u. a. beim ORF, der NZZ und den "Oberösterreichischen Nachrichten". Seit 1994 arbeitet sie als Autorin und freie Journalistin, u. a. für das Gastromagazin "A la Carte". Für ihr frauenpolitisches Engagement wurde sie im Jahr 2000 vom PR-Verband Österreichs zur "Kommunikatorin des Jahres" gewählt. Um für ihren neuen Kriminalroman zu recherchieren, arbeitete sie monatelang in der Küche von Manfred Buchingers "Zur Alten Schule" mit. Sie veröffentlichte zahlreiche Sachbücher. In den letzten Jahren hat sich Eva Rossmann als Krimiautorin einen Namen gemacht.

Quelle: Folio


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