AKTUELL   ARCHIV & SUCHE   NEWSLETTER   INFOS   KONTAKT

Nr. 137 / November 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

THEMA    NEUHEITEN    COMICS    AUSGELESEN    AUSGESCHRIEBEN    KALENDER

 

« ZURÜCK

 

WEITER »

HIGHLIGHTS
VERLOSUNGEN
BELLETRISTIK
SACHBUCH

HÖRBUCH

Überblick

ROMANE:
Martin Amis
Jürg Amann
Prune Berge
Kerstin Cantz
John Cleland
Ronit Galapo
Jess Jochimsen
Alfred Komarek
Andrej Kurkow
Irène Némirovski
Detlef Opitz
Christine Rinderknecht
Friedrich Karl Wächter
Tom Wolfe
Hong Ying

ERZÄHLBÄNDE:
Patricia Highsmith
Gert Hoffmann
Hanna Johansen
Petros Markaris
Giuseppe Pontiggia
Kirstin Schulz

THRILLER & KRIMIS:
Zoran Dvenkar
Frank Gyoke
Mary Higgins Clark
Henning Mankell
Eva Rossmann

PHANTASTIK:
Andreas Brandhorst
Da Chen
Sergej Lukianenko
Hermann Ritter

KINDERBÜCHER:
Geraldine McCaughrean

ESSAYS & TAGEBÜCHER:
Peter Noll
V.S. Naipaul

LYRIK:
Gioconda Belli

WEITERE:
Deutsche Kurzprosa der Gegenwart
Paul Auster
Literatura Espanola
Kurt Schwitters
Das grosse Ringelnatzbuch
 

Frank Goyke: "Der Geselle des Knochenhauers" (Krimi) | Die Hanse
Spannender historischer Krimi

Als in einer öffentlichen Badestube ein fremder Geschäftsmann ermordet wird, steht der Rat der Stadt Hildesheim vor einem Rätsel. Der Konsul Tile Brandis nimmt die Ermittlungen auf. Doch am nächsten Tag stirbt ein weiteres Opfer und bald darauf geschieht noch ein Mord. Haben die drei Untaten etwas mit einander zu tun? Mit Hilfe eines Mönchs, eines Novizen und eines Wandergesellen deckt der Konsul die Hintergründe der Verbrechen auf.

Von Claudia Wehrli.

Gleich zu Beginn wird der Leser auch in die Geschichte des Jakob Findelkind eingeweiht: er arbeitet als Geselle bei seinem Ziehvater, dem Knochenhauer (Metzger) Klingenbiel. Dieser hat den Jungen nicht adoptiert, sondern nur aufgezogen, da man nichts über die Eltern des Jungen wusste. Jakob ist in seine Meisterin verliebt und sie schürt seinen Liebeswahn noch zusätzlich weil sie weiss, dass sie bald alles von ihm verlangen kann. Jakob träumt davon, selbst Meister zu werden, doch als Findelkind, ohne Geld, Bürgerrecht und Ansehen hat er keine Chance, diesen Traum je verwirklichen zu können. Ausser er würde Marie Klingenbiel, seine Meisterin heiraten

Verbrechensaufklärung oder Wahrung der eigenen Interessen?
Konsul Brandis, der die Mordfälle aufzuklären versucht, erhält Hilfe von einem Mönch und einem Novizen des nahe gelegenen Klosters. Der Mönch wurde vom Stellvertreter des Bischofs beauftragt, Beweise dafür zu finden, dass die Lutheraner für die Morde verantwortlich waren. In den Nachbarstädten wurden Klöster aufgelöst und der Kirchenbesitz der Stadt zugesprochen, das kann der Stellvertreter Fannemann auf keinen Fall auch für "seine" Diözese zulassen! Die Frage, ob Hildesheim lutherisch werden soll oder nicht, schwebt denn auch immer im Raum und das Tauziehen um die Konfession der Stadt spielt immer wieder in den Haupterzählstrang hinein. Pater Eusebius, ein weit gereister, kluger Mann, glaubt jedoch nicht an die Schuld der Lutheraner und bald ist auch sein Interesse den wahren Täter zu finden so gross, dass er trotz Anweisung zur Geheimhaltung mit Tile Brandis zusammen arbeitet.

Spannung bis zum Schluss
Der Leser weiss von Anfang an, dass der Geselle Jakob seinen Meister, sowie auch dessen Tochter auf dem Gewissen hat und dass Marie die Meisterin ein falsches Spiel mit dem Gesellen treibt, um selbst zu so viel Reichtum wie möglich zu kommen. Doch das Rätsel, wer den fremden Kaufmann ermordet hat, kann der Leser nicht selbst lösen. Man bekommt keinerlei Hinweise auf das Motiv oder den möglichen Täter, auch wenn in der Geschichte genug zwielichtige Figuren auftauchen. Einerseits gibt das dem Leser die Gelegenheit, den Fall aus der Sicht des Konsul Brandis sozusagen "live" mitzuverfolgen, anderseits werden Hobbydetektive dabei nicht auf ihre Kosten kommen.

Alles in allem ein spannender Krimi aus der Serie "Hansekrimi". Das Buch liest sich flüssig und macht Lust auf mehr und für geschichtlich interessierte Leser bietet das Buch einen spannenden Einblick ins 16. Jahrhundert und die Zeit der deutschen Reformation.

264 Seiten, CHF 18.10

Zum Autor

Frank Goyke, 1961 in Rostock geboren. Von 1983 bis 1988 Studium der Theaterwissenschaft in Leipzig. Tätigkeiten als Redakteur und Lektor in Berlin. Von 1991 bis 1996 Dramaturg an einem Berliner Off-Theater. Seit 1997 freier Schriftsteller, Lektor und Herausgeber in Berlin. Er veröffentlichte bereits 15 Kriminalromane, zuletzt "Hexentanz" (1997), "Getreu bis in den Tod" (2000) und "Heldenschlacht" (2001). Sein Roman "Dummer Junge, toter Junge" wurde 1996 mit dem "Marlowe" der Raymond-Chandler-Gesellschaft als bester deutschsprachiger Kriminalroman ausgezeichnet.

Quelle: Europäischer Verlagsanstalt


« ZURÜCK

NACH OBEN

WEITER »

Erscheint jeden Monat am 3. neu.

© 2000 - 2005 "DAS NETZMAGAZIN." Alle Rechte vorbehalten. Powered by Bürki Hosting, Spiez.