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Petros Markaris: "Balkan Blues"
(Erzählungen) | Diogenes
Go hellas!
Nach drei Romanen veröffentlicht
der Diogenes Verlag erstmals Kurzgeschichten des griechischen
Autors Petros Markaris. Die Geschichten widerspiegeln die soziale
Situation randständiger Einwanderer in Griechenland.
Von Thomas Iseli.
Der 1937 in Instanbul geborene Petros Markaris
studierte Volkswirtschaft bevor er Schriftsteller wurde. Er ist
Verfasser von Theaterstücken, Schöpfer einer beliebten
griechischen Fernsehserie, Übersetzer von Brecht, vielen
anderen deutschen Dramatikern und Co-Autor des Filmemachers Theo
Angelopoulos. Petros Markaris lebt in Athen, was in seinen Romanen
deutlich wird. Denn jeder der bisher veröffentlichen Krimis
("Live!" (2005), "Nachtfalter" (2003), "Hellas
Channel" (2001)) spielt in Athen. Stets ist es die Aufgabe
des Kommissar Charitos ein meist sehr verstricktes Problem zu
lösen. Im Laufe der Geschichten deckt der griechische Mordspezialist
Skandale auf, die nur dank seiner Stur- und Hartnäckigkeit
an die Öffentlichkeit kommen. Dabei kämpft er nicht
nur gegen Lügner, Verräter und Mörder, sondern
auch gegen "sein" Athen mit Verkehrsstaus, Hitzewellen
und Luftverschmutzung.
Leichen in Athen
Zum ersten Mal publiziert der Diogenes Verlag Kurzgeschichten
von Markaris. Die erste und längste Geschichte zeigt das
Bild der modernen Griechen: Soeben hat Hellas die Europameisterschaft
gewonnen. Ganz Athen ist aus dem Häuschen und besingt den
Triumph. Das Volk feiert euphorisch und freut sich auf die bevorstehende
Olympiade. Nur Kostas Charitos ist nicht mit Feiern zumute. Er
sitzt in seinem Büro und rätselt über drei in
Athen aufgetauchte Leichen. Diese wurden vom Sicherheitsdienst
der Olympischen Spiele entdeckt. Sofort rätselt auch die
Öffentlichkeit und die Presse, die vermutet, dass Terroristen
am Werk waren um den Blick der internationalen Medien auf sich
zu lenken. Die Aufklärung des Falles gestaltet sich nicht
leicht. Doch wie immer wird Charitos dank seiner Kühnheit
und indem er vor nichts zurückschreckt den Fall mit einem
südländischen Kalkül an gesundem Menschenverstand
lösen können.
Einwanderer in Griechenland
Neben der Einführungsgeschichte
mit Kostas Charitos umfasst "Balkan Blues" weitere
acht Geschichten aus der Griechischen Hauptstadt. Diese drehen
sich stets um Einwanderer, Albaner, Bulgaren und Russen, die
sich in der Olympiastadt dem harten Kampf um Arbeit, Geld und
Glück stellen. Trotz den vielen gegenüber Einwandern
negativ eingestellten Personen in seinen Geschichten lässt
Markaris die Hoffnung durchschimmern, dass alle gemeinsam und
friedlich in seinem Athen leben können. Die Stories um menschliche
Schicksale am Rande der Gesellschaft lassen Hoffnung aufkommen.
Markaris schreibt frisch, schnell, interessant und stets sind
seine Gedanken nachvollziehbar. Balkan Blues ist Unterhaltung
mit einem politischen Hintergrund und darum absolut weiterzuempfehlen.
224 Seiten, CHF 34.90
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Zum Autor
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Foto: Hans-Gustav Harksen, Diogenes-Archiv |
Petros Markaris, geboren 1937 in Istanbul,
studierte Volkswirtschaft, bevor er zu schreiben begann. Er ist
Verfasser von Theaterstücken, Schöpfer einer beliebten
griechischen Fernsehserie, Übersetzer von Brecht und vielen
anderen deutschen Dramatikern, und er ist Co-Autor des Filmemachers
Theo Angelopoulos. "Hellas Channel" ist sein erster
Roman. Petros Markaris lebt in Athen.
Quelle: Diogenes
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