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Patricia Highsmith: "Katzen" (Stories,
Gedichte, Essay) | Diogenes
Mörderische Büsis
"Ich mag Katzen, weil sie anmutig
und leise und dekorativ sind", schreibt Patricia Highsmith
in einem Essay. In ihrer Phantasie können sie aber auch
mal mehr, sogar bei einem Mord können sie ihre Pfötchen
im Spiel haben.
Von Lukas Hunziker.
Es dauert eine Weile, bis die vier Scrabblespieler
erkennen, was der Kater Bill in die Wohnung geschleppt hat: zwei
menschliche Finger. Nach einem ersten Schock beginnen sich die
vier, zwei Männer, eine Frau und ein Mädchen, erste
Detektivfragen zu stellen. Könnten die Finger von einem
Unfallort stammen oder muss von einem Mord ausgegangen werden?
Wer ist der Tote? Könnte der Ehering einen Hinweis auf seine
Identität geben? Eines jedoch können die vier ausschliessen:
die Katze war nicht in den Mord verwickelt - ganz im Gegensatz
zur zweiten Geschichte. In dieser rettet nämlich nur eine
Reihe von Zufällen die Katze Ming vor den bösen Absichten
des Freundes ihres Frauchens, bis Ming sich zu einem Kampf auf
Leben und Tod mit diesem gezwungen sieht. Ebenfalls als Mörder
wird die Katze Puss-Puss in der dritten Geschichte ins Haus von
Edith und Charles geholt. Deren Haus wird nämlich von einem
unheimlich und blitzschnellen Tier heimgesucht, welches Edith
das 'Yuma' nennt, und die Katze soll ihm den Garaus machen.
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Patricia Highsmith bei Diogenes
Bei Diogenes erscheint seit Frühling
2002 eine Werkausgabe von Patricia Highsmith, mit ihren neu übersetzten
bekannten Büchern, aber auch mit bisher unveröffentlichten
Stories. Alle Bände werden nach den Originaltexten durchgesehen
und mit einem Nachwort versehen. Die Gesamtausgabe soll 32 Bände
umfassen.
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Gelungene Auswahl
Die drei kurzen Katzengeschichten
stammen aus drei verschiedenen Kurzgeschichtenbänden Highsmiths.
Alle drei sind Musterbeispiele für das Erzähltalent
der Autorin; aus einer scheinbar alltäglichen und unspektakulären
Situation wird eine unterhaltsame Geschichte gemacht. Dreimal
wird es spannend, dreimal ist es lustig, dreimal hat man das
Gefühl, eine tolle Erzählung gelesen zu haben. Auch
der abgedruckte Essay von Highsmith über die Rolle von Katzen
in ihrem Leben ist sehr kurzweilig und amüsant. Kaum sensationell
sind dagegen die drei unveröffentlichten Gedichte, deren
bisherige Anonymität der Leser nicht gross bedauert. Süss
hingegen sind die sieben Zeichnungen von Katzen, welche das Büchlein
zieren, alle ebenfalls aus der Hand Highsmiths.
"Katzen" versammelt sieben Texte
und sieben Zeichnungen der berühmten Autorin zu einem idealen
Geschenkbüchlein, nicht nur für Katzenliebhaber.
146 Seiten, CHF 21.90
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Zur Autorin
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Foto: Simone Sassen, Diogenes-Archiv |
Patricia Highsmith, geboren am 19.1.1921
in Fort Worth (Texas), gestorben am 4.2.1995 in Locarno (Tessin),
begraben in Tegna (Tessin). Mit acht Jahren entdeckte Patricia
Highsmith in Karl Menningers psychiatrischer Studie "The
Human Mind" die Abgründe der menschlichen Seele und
damit eines ihrer späteren Themen. Schreibtalent zeigte
sie dann im College, wo sie das "Barnard Quarterly"
herausgab und eigene Erzählungen »mit Zeichnungen
der Autorin« abdruckte. Sie wollte Schriftstellerin oder
Malerin werden, vor allem aber »ein eigenes Zimmer haben,
weit weg von zu Hause«. Superman kam ihr zu Hilfe: Sie
fand einen Job als Texterin für die Abenteuer des Comic-Helden.
Und dann half Hitchcock: Zehn Tage nach Erscheinen ihres ersten
Romans erwarb er für 6800 $ die Filmrechte an "Zwei
Fremde im Zug" und machte Patricia Highsmith weltberühmt.
Sie war die »Dichterin der unbestimmbaren Beklemmung«,
wie Graham Greene sie nannte, keine Kriminalautorin. Identität,
Lug und Trug, das Unvermeidbare des Bösen und die Unmöglichkeit
der Liebe waren die Themen ihrer Bücher, in denen nie nach
Schuldigen gesucht wird oder nach Indizien.
Quelle: Diogenes
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