AKTUELL   ARCHIV & SUCHE   NEWSLETTER   INFOS   KONTAKT

Nr. 137 / November 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

THEMA    NEUHEITEN    COMICS    AUSGELESEN    AUSGESCHRIEBEN    KALENDER

 

« ZURÜCK

 

WEITER »

HIGHLIGHTS
VERLOSUNGEN
BELLETRISTIK
SACHBUCH

HÖRBUCH

Überblick

ROMANE:
Martin Amis
Jürg Amann
Prune Berge
Kerstin Cantz
John Cleland
Ronit Galapo
Jess Jochimsen
Alfred Komarek
Andrej Kurkow
Irène Némirovski
Detlef Opitz
Christine Rinderknecht
Friedrich Karl Wächter
Tom Wolfe
Hong Ying

ERZÄHLBÄNDE:
Patricia Highsmith
Gert Hoffmann
Hanna Johansen
Petros Markaris
Giuseppe Pontiggia
Kirstin Schulz

THRILLER & KRIMIS:
Zoran Dvenkar
Frank Gyoke
Mary Higgins Clark
Henning Mankell
Eva Rossmann

PHANTASTIK:
Andreas Brandhorst
Da Chen
Sergej Lukianenko
Hermann Ritter

KINDERBÜCHER:
Geraldine McCaughrean

ESSAYS & TAGEBÜCHER:
Peter Noll
V.S. Naipaul

LYRIK:
Gioconda Belli

WEITERE:
Deutsche Kurzprosa der Gegenwart
Paul Auster
Literatura Espanola
Kurt Schwitters
Das grosse Ringelnatzbuch
 

Andrej Kurkow: "Die letzte Liebe des Präsidenten" (Roman) | Diogenes
Tagebuch des Präsidenten

In seinem neuen Roman beschreibt Andrej Kurkow das Leben des ukrainischen Präsidenten. Nicht seine Amtsführung stehen im Zentrum der liebevollen, detailgetreuen Erzählung. Vielmehr dreht sich die Geschichte um private, skurille und humorvolle Kuriosa und Anekdoten aus drei Lebensabschnitten des Politikers.

Von Thomas Iseli.

Sergej Stepanowitsch ist Präsident der Ukraine und Protagonist des neuen Romans von Andrej Kurkow. In Häppchen von 2 bis 3 Seiten springt Kurkow zwischen drei Lebensabschnitten des mächtigsten Mannes des grössten Rivalen von Russland. In seiner Jugendzeit in den frühen Neunzigern machte er wertvolle Erfahrungen, die ihn später näher bringen. Seine Härte demonstriert er beim Eisschwimmen (was er später auch bei Präsident Putin unter Beweis stellen kann), das ihn bei den Mädchen beliebt macht. Er heiratet früh und lässt sich kurz darauf wieder scheiden.

Sender im Herz
Schliesslich heiratet er die Schwester der Frau seines schizophrenen Bruders. Als Präsident hat es der höchste Ukrainer nicht leicht. Dass ihm sein Sofa aus dem Arbeitszimmer gestohlen wurde, ist noch das kleinste Problem: ihm wurde kürzlich ein Herz verpflanzt und es stellt sich heraus, dass seine politischen Gegner dieses mit einem Sender versehen habe, um alles im Umfeld des Präsidenten abzuhören. Stepanowitsch ist einsam und lebt mit einem kleinen Umfeld von Beratern und Stabschefs, deren Namen er teilweise nicht einmal weiss. Privates Glück bleibt ihm vergönnt, er zieht gnadenlos Bilanz über sein Leben, das gegen Ende der Geschichte eine interessante Wende erfährt.

Tagebuchstil
In seinem Roman vereint Kurkow drei Lebensabschnitte im Tagebuchstil. Der Roman ist mehr als nur eine Geschichte, sie dokumentiert das gesamte Leben von Stepanowitsch und schafft mit seiner grotesken Situationen manchen Lacher. Er demonstriert mit seinem schwarzen Humor das Leben in Russland und den Übergang in die postsowjetische Gesellschaft. Einmal angefangen, möchte man das Buch am liebsten nicht mehr aus der Hand legen. Die Tagebucheinträge sind frisch, direkt und kommen ohne grosse Umschweife zur Sache. Für Schweizer Leser bietet Kurkow ein besonderer Leckerbissen. Ein Teil der Geschichte spielt in Zürich und Leukerbad. Hier merkt man, wie gekonnt und genau der in Kiew lebende Kurkow recherchiert. In einer Szene liest sein Protagonist sogar ein Buch von Martin Suter.

Kurkow in der Schweiz
Vor "Die letzte Liebe des Präsidenten" hat Kurkow vier Romane veröffentlicht. Das Sprachtalent - er studierte Fremdsprachen in Kiew und spricht heute elf Sprachen - weilte Mitte Oktober in Uzwil/St. Gallen und las in Deutsch aus seinem neuen Roman. Nach Gelegenheitsjobs als Kameramann, Redaktor und Gefängniswärter wurde der 1961 geborene Schriftsteller Verfasser von Drehbüchern und Dokumentarfilmen. Er gilt als das Talent in der russischen Literatur. Vom Guardian wird er bezeichnet als "einer der interessantesten russischsprachigen Schriftsteller, die heute leben."

704 Seiten, CHF 39.90

Zum Autor

Foto: Marc S. Hadas, Diogenes-Archiv
Andrej Kurkow wurde am 23.4.1961 in St. Petersburg (Leningrad) geboren, lebt aber seit seiner Kindheit in Kiew. Schon als Siebzehnjähriger wurde er mit seinen Kurzgeschichten zum Vorlesen bei Hochzeiten und anderen Festen eingeladen. Er absolvierte das Kiewer Fremdspracheninstitut (neben Englisch und Japanisch spricht er noch 9 weitere Sprachen) und wollte Diplomat werden, was ihm aber mangels Beziehungen nicht gelang. Als Student hatte er eine Kakteenzucht mit einigen hundert verschiedenen Pflanzen - die ihm aber alle eingingen, als er sich verliebte. Nach dem Studium arbeitete er kurz als Herausgeber einer Ingenieurszeitschrift, bis er den Chefredakteur bei einem Plagiat erwischte. Es folgte der Militärdienst, den er als Gefängniswärter im Gefängnis von Odessa ableistete. Danach wurde er Kameramann und begann, Drehbücher zu schreiben. Seit 1996 ist er freier Mitarbeiter bei Radio und Fernsehen und freier Schriftsteller. Nach seinen Drehbüchern wurden bisher 17 Filme gedreht, neben vielen Erzählungen, die in Literaturzeitschriften abgedruckt waren, hat er bisher 4 Kinderbücher und 4 Romane veröffentlicht.

Quelle: Diogenes


« ZURÜCK

NACH OBEN

WEITER »

Erscheint jeden Monat am 3. neu.

© 2000 - 2005 "DAS NETZMAGAZIN." Alle Rechte vorbehalten. Powered by Bürki Hosting, Spiez.