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Nr. 137 / November 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ronit Galapo: "Die Windfrau" (Roman) | Heyne
"Finde das Meer!"

Eine heranreifende Frau und ihr Lehrer sind auf der Suche nach dem Meer in der Wüste. Doch beide sind keine gewöhnlichen Menschen, sondern stecken voller magischer Gaben und Fähigkeiten.

Von Magdalena Pfaffl.

Ronit Galapo wuchs in einem isrealischen Kibbutz auf und diente in der isreaelischen Armee, bevor sie in Tel Aviv studierte; ein Hintergrund, der neugierig macht auf ihren Roman "Die Windfrau". Doch Galapo lässt weniger ihre isrealische Herkunft durchblicken sondern viel mehr ihre seit Jahren gehaltenen Vorträge und Seminare über "die Freiheit des Menschen".

Ein außergewöhnliches kleines Mädchen
Tasha, das bedeutet "die das Meer findet", ist die Heldin des Romans. Sie wird in einem kleinen Dorf der afrikanischen Wüste geboren und Galapo beginnt ihren Roman vielversprechend mit Ausführungen über Gebräuche und die rätselhaft-fremdartigen Sitten der Dorfbewohner. Sie beschreibt die spannenden ersten Jahren des jungen Mädchens, dass schon früh viel Leiden erfahren muss: Die Dorfbewohner geben ihrer aufkeimenden Schönheit die Schuld für das Fehlen von Schönheit in ihrem Dorf und verstoßen sie.

Vertrauen und Verrat
Mit dem rätselhaften Ceyon verlässt sie das Dorf auf dem Weg in das Ungewisse. Doch Ceyon und Tasha müssen keinen Durst oder Hunger leiden, denn sie beide haben magische Fähigkeiten, mit denen sie fast alles bewirken können. Während Tasha zur jungen Frau reift ziehen die Beiden durch die Dörfer und er lehrt sie die Nutzung ihrer Fähigkeiten und referiert über Moral und Philosophie. Doch dann muss Tasha erkennen, dass er sie verraten hat ...

"Show, don't tell!"
Schon früh nach dem Auszug der Helden aus dem Wüstendorf zerstört Galapo die anfangs aufgebaute Spannung wieder. Für das Autoren-Dogma "Show, don't tell", gibt sie ein Negativbeispiel bester Sorte. Durch ihre ständigen spannungslosen Schilderungen des Geschehenen glaubt sich der Leser weiterhin in der Einleitung und merkt gar nicht, dass die Geschichte Tashas längst begonnen hat. Auch das Mysterium um Ceyons Herkunft lüftet sie, in dem sie einfach geradeheraus erzählt, woher er gekommen ist und alle Einzelheiten des Ordens ohne weitere Umschweife vor dem Leser ausbreitet. Kein Wunder, dass sie es auf diese Weise nicht schaffen kann, den Leser zu fesseln.

Ein dogmatisches Lehrwerk?
Was also bezweckt Galapo mit ihrem Roman, wenn es nicht die Unterhaltung ist? Der Leser könnte sich an dogmatische Schulbücher früherer Zeiten erinnern, die das Kind - in der Tat ist "die Windfrau" mit ihren kurzen Kapiteln von nur wenigen Seiten und einfachem Satzbau ein wenig wie ein Kinderbuch geschrieben - zu der "einzig wahren Geisteshaltung" hin erziehen soll. Überall stecken konstruierte Lehrsätze und Beispiele.

Wer Galapos Vorträge oder ähnliche Veranstaltungen mag, dem mag "die Windfrau" vielleicht gefallen, doch für alle Anderen kann man das Buch wohl leider nicht empfehlen.

335 Seiten, CHF 31.80

Zur Autorin

© by Ronit Galapo
Ronit Galapo wurde 1960 in Israel geboren. Sie wuchs in einem Kibbutz auf, dienter als Offizier in der israelischen Armme und studierte an der Universität Tel Aviv. In den letzten fünfzehn Jahren hat sie in tausenden von Vorträgen und Seminaren über die Freiheit des Geistes die Menschen begeistert.

Quelle: Heyne


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