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Ronit Galapo: "Die Windfrau" (Roman)
| Heyne
"Finde das Meer!"
Eine heranreifende Frau und ihr Lehrer
sind auf der Suche nach dem Meer in der Wüste. Doch beide
sind keine gewöhnlichen Menschen, sondern stecken voller
magischer Gaben und Fähigkeiten.
Von Magdalena Pfaffl.
Ronit Galapo wuchs in einem isrealischen Kibbutz
auf und diente in der isreaelischen Armee, bevor sie in Tel Aviv
studierte; ein Hintergrund, der neugierig macht auf ihren Roman
"Die Windfrau". Doch Galapo lässt weniger ihre
isrealische Herkunft durchblicken sondern viel mehr ihre seit
Jahren gehaltenen Vorträge und Seminare über "die
Freiheit des Menschen".
Ein außergewöhnliches kleines
Mädchen
Tasha, das bedeutet "die das Meer findet", ist die
Heldin des Romans. Sie wird in einem kleinen Dorf der afrikanischen
Wüste geboren und Galapo beginnt ihren Roman vielversprechend
mit Ausführungen über Gebräuche und die rätselhaft-fremdartigen
Sitten der Dorfbewohner. Sie beschreibt die spannenden ersten
Jahren des jungen Mädchens, dass schon früh viel Leiden
erfahren muss: Die Dorfbewohner geben ihrer aufkeimenden Schönheit
die Schuld für das Fehlen von Schönheit in ihrem Dorf
und verstoßen sie.
Vertrauen und Verrat
Mit dem rätselhaften Ceyon verlässt sie das Dorf auf
dem Weg in das Ungewisse. Doch Ceyon und Tasha müssen keinen
Durst oder Hunger leiden, denn sie beide haben magische Fähigkeiten,
mit denen sie fast alles bewirken können. Während Tasha
zur jungen Frau reift ziehen die Beiden durch die Dörfer
und er lehrt sie die Nutzung ihrer Fähigkeiten und referiert
über Moral und Philosophie. Doch dann muss Tasha erkennen,
dass er sie verraten hat ...
"Show, don't tell!"
Schon früh nach dem Auszug der
Helden aus dem Wüstendorf zerstört Galapo die anfangs
aufgebaute Spannung wieder. Für das Autoren-Dogma "Show,
don't tell", gibt sie ein Negativbeispiel bester Sorte.
Durch ihre ständigen spannungslosen Schilderungen des Geschehenen
glaubt sich der Leser weiterhin in der Einleitung und merkt gar
nicht, dass die Geschichte Tashas längst begonnen hat. Auch
das Mysterium um Ceyons Herkunft lüftet sie, in dem sie
einfach geradeheraus erzählt, woher er gekommen ist und
alle Einzelheiten des Ordens ohne weitere Umschweife vor dem
Leser ausbreitet. Kein Wunder, dass sie es auf diese Weise nicht
schaffen kann, den Leser zu fesseln.
Ein dogmatisches Lehrwerk?
Was also bezweckt Galapo mit ihrem Roman, wenn es nicht die Unterhaltung
ist? Der Leser könnte sich an dogmatische Schulbücher
früherer Zeiten erinnern, die das Kind - in der Tat
ist "die Windfrau" mit ihren kurzen Kapiteln von nur
wenigen Seiten und einfachem Satzbau ein wenig wie ein Kinderbuch
geschrieben - zu der "einzig wahren Geisteshaltung"
hin erziehen soll. Überall stecken konstruierte Lehrsätze
und Beispiele.
Wer Galapos Vorträge oder ähnliche
Veranstaltungen mag, dem mag "die Windfrau" vielleicht
gefallen, doch für alle Anderen kann man das Buch wohl leider
nicht empfehlen.
335 Seiten, CHF 31.80
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Zur Autorin
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© by Ronit Galapo |
Ronit Galapo wurde 1960 in Israel geboren.
Sie wuchs in einem Kibbutz auf, dienter als Offizier in der israelischen
Armme und studierte an der Universität Tel Aviv. In den
letzten fünfzehn Jahren hat sie in tausenden von Vorträgen
und Seminaren über die Freiheit des Geistes die Menschen
begeistert.
Quelle: Heyne
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