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Weitere Stimmen zu Tolkien
Einen Tolkienleser zu finden ist nicht
so schwierig, auch nicht unter den Mitarbeitern des Netzmagazins.
Welche Erfahrungen sie mit den Hobbits und Orks gemacht haben,
verraten sie gleich selbst.
Claudia Wehrli
Ich habe mit dem Lesen von Tolkiens Büchern erst angefangen,
nachdem der erste Film in die Kinos kam. Zwar hatte ich davor
einmal einen Versuch gestartet, "Der Herr der Ringe"
zu lesen, brach die Lektüre jedoch kurz nach der Episode
in den Minen von Moria ab. Die Filme haben mich danach aber wieder
dazu angeregt, das Buch noch einmal in Angriff zu nehmen und
dieses Mal legte ich es nicht so schnell wieder aus der Hand.
Vor allem die Vielfalt und die Detailgenauigkeit der verschiedenen
Kulturen beeindruckten mich und natürlich auch die Geschichte
an sich, denn es ist eine wahrhaft grosse Geschichte, die nicht
nur die Ereignisse erzählt, die im Buch selbst geschildert
werden, sondern ein ganzes Universum und tausende von Jahren
umspannt. Die Anhänge hatten es mir denn auch fast mehr
angetan als die blosse Erzählung und ich begann, "Der
Hobbit" und "Das Silmarillion" zu lesen, welches
mich vor allem durch seine Poesie fesselte und durch die Tatsache,
dass dies alles nur entstanden war, um einen Hintergrund für
Tolkiens Elbischen Sprachen zu schaffen. Die Leistung, ein solch
komplettes Universum zu schaffen, sowie Tolkiens Art zu schreiben
machen für mich die Faszination seiner Werke aus. |
Magdalena Pfaffl
Meine ersten - und letzten - Erfahrungen mit J.R.R. Tolkien
machte ich vor einigen Jahren, als mir meine Mutter den ersten
Band der "Herr der Ringe" Trilogie während einer
Krankheit zu lesen gab. Die drei dicken Bücher, das schien
viel, verdammt viel zu lesen, aber ich wagte es trotzdem; die
Karten auf den ersten paar Seiten des Buches machten mich neugierig.
Die ersten 20-30 Seiten gefielen mir. Tolkien verstand es gut
seine Fantasy-Welt in allen Farben zu beschreiben und auszumalen,
aber irgendwann wurde es langweilig. Es fehlte mir einfach die
Handlung; etwas, was mich fesselte. Die Detailbeschreibung jedes
einzelnen Haares auf den Hobbitfüßen war für
mich einfach zu langweilig. Nach ungefähr 80 Seiten legte
ich das Buch dann weg. Später sagte man mir, ich wäre
ziemlich genau an der Stelle gewesen, an der die Handlung einsetzte.
Noch einmal versucht habe ich es trotzdem nicht, auch wenn ich
es mir oft vorgenommen habe. Nach wie vor - und auch durch
die Filme - möchte ich die Trilogie eines ruhigen Tages
im englischen Original noch einmal zur Hand zu nehmen. |
Lena Vurma
In Italien in den Herbstferien und es regnete in Strömen.
Ich, 15, pubertär und eine Revolution startend gegen die
neue Freundin meines Vaters. Lange Hotelzimmerstunden. Hier öffneten
sich die Tore zum Auenland. Gemeinsam gegen das Böse kämpfen,
schwärmerisch jede Zeile über Aragorn, den einsamen
Wolf, verinnerlichen, in eine Welt abtauchen, in der die Bäume
wuchtig ihre Meinung raus schreien. Das war Fantasy und Flucht
zugleich. Und was ich von Ringen halte, sollte nun klar sein... |
Carmen Ginsig
Wenn jemand "Herr der Ringe" von John R. R. Tolkien
verstehen will, ist er gut beraten, wenn er zuerst "Der
kleine Hobbit" liest. Es ist die Geschichte einer abenteuerlichen
Reise des Hobbits Bilbo Beutlin durch eine fremde Welt voller
Phantasiegestalten. Das ist der Grundstein der spannenden Trilogie.
Angesiedelt ist die Geschichte in der Kinderliteratur, was den
Erwachsenen jedoch nicht hindern sollte, in die zauberhafte Welt
der Elfen, Zwerge und Zauberer einzutauchen. |
Christian De Simoni
Der typische Tolkienianer wandelt mit offenen Augen und Ohren
durch eine elaborierte Art Lummerland: Jeder Gegenstand, jedes
Wesen und was auch immer er wahrnimmt, erhält erstens einen
wohlklingenden Namen und zweitens eine überaus wichtige
Bedeutung. Zeichendeuterisch wandelt er durch dieses wohlklingende,
bedeutungsschwangere Wunderland und versucht die Welt zu retten.
Was ihm nach etlichen hundert Seiten gelingt. Der Vergleich mit
Harry Potter, den ich ebenso wenig gelesen habe, drängt
sich auf. Der Vergleich mit Alice im Wunderland wäre übertrieben,
da gänzlich entgegengesetzt. Zur Kur, für Hardcore-Tolkienianer,
sei ebendies empfohlen: Lewis Carroll, Ionesco, Beckett und Sternes
Tristram Shady. |
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