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Kettcar (29. September 2005) | Abart, Zürich
Ausverkauft in Zürich
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Mindestens so assoziativ wie dieses
Foto sind Kettcars Texte |
Von Deutschen und T-Shirts, störenden
Taschen und fehlenden Feuerzeugen: Kettcar im Abart.
Von Philipp Albrecht.
"Wow! Ausverkauft in Zürich!"
sagte Sänger Marcus Wiebusch nach gut drei gespielten Songs.
Das überraschte an diesem verregneten zweitletzten Septembertag
nur die fünf Hamburger, nicht aber das Publikum. Denn man
sprach Deutsch im Abart. Draussen standen Autos mit deutschen
Nummernschildern und drinnen bestellte man ein Bier statt einer
Stange. Stören tat das niemanden. Schlimmer waren indes
die unerträgliche Hitze, das Gedränge und beim Autor
die Tatsache, dass er seine Tasche nicht mehr abgeben durfte,
weil da in der Garderobe kein Platz mehr war.
Auf der Bühne standen also fünf
gestandene Herren, die den Bierfluss mit Pop-Hymnen förderten.
Das schnelle, wachrüttelnde "Deiche", das schon
ihr aktuelles Album "Von Spatzen und Tauben, Dächern
und Händen" eröffnet, führte auch an diesem
Abend in die Live-Welt von Kettcar ein. "Deiche" schlägt
präzise die Brücke zwischen dem rockigeren Erstling
"Du und wie viel von deinen Freunden" und dem poppigeren,
zugänglicheren neuen Werk. Während rund anderthalb
Stunden tanzte und schrie also die vom kettcarschen Trinkpop
betrunkene und erstaunlich eingeschworene Gesellschaft fröhlich
herum. Es lachte gemeinsam, als zum Beispiel Bassist Reimer Bustorff
die Geschichte vom Schweizer erzählte, der ein auf der Website
bestelltes T-Shirt mit 1'550 statt 15.50 Euro bezahlte ("Ihr
Schweizer habt ja das Geld"), und klatschte, nachdem die
Band weitere Geschichten erzählte, die sie in ihrer Klischiertheit
auffallend von Wiebuschs assoziativen Texten unterschieden. Am
Ende stimmten alle zu "Balu" ein, Feuerzeuge wurden
keine in die Luft gestreckt, ein Indiz dafür, dass Kettcar
weder Bon Jovi noch Coldplay sind. Gut so.
www.abart.ch
www.kettcar.net
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