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Nr. 137 / November 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kettcar (29. September 2005) | Abart, Zürich
Ausverkauft in Zürich

Mindestens so assoziativ wie dieses Foto sind Kettcars Texte
Von Deutschen und T-Shirts, störenden Taschen und fehlenden Feuerzeugen: Kettcar im Abart.

Von Philipp Albrecht.

"Wow! Ausverkauft in Zürich!" sagte Sänger Marcus Wiebusch nach gut drei gespielten Songs. Das überraschte an diesem verregneten zweitletzten Septembertag nur die fünf Hamburger, nicht aber das Publikum. Denn man sprach Deutsch im Abart. Draussen standen Autos mit deutschen Nummernschildern und drinnen bestellte man ein Bier statt einer Stange. Stören tat das niemanden. Schlimmer waren indes die unerträgliche Hitze, das Gedränge und beim Autor die Tatsache, dass er seine Tasche nicht mehr abgeben durfte, weil da in der Garderobe kein Platz mehr war.

Auf der Bühne standen also fünf gestandene Herren, die den Bierfluss mit Pop-Hymnen förderten. Das schnelle, wachrüttelnde "Deiche", das schon ihr aktuelles Album "Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen" eröffnet, führte auch an diesem Abend in die Live-Welt von Kettcar ein. "Deiche" schlägt präzise die Brücke zwischen dem rockigeren Erstling "Du und wie viel von deinen Freunden" und dem poppigeren, zugänglicheren neuen Werk. Während rund anderthalb Stunden tanzte und schrie also die vom kettcarschen Trinkpop betrunkene und erstaunlich eingeschworene Gesellschaft fröhlich herum. Es lachte gemeinsam, als zum Beispiel Bassist Reimer Bustorff die Geschichte vom Schweizer erzählte, der ein auf der Website bestelltes T-Shirt mit 1'550 statt 15.50 Euro bezahlte ("Ihr Schweizer habt ja das Geld"), und klatschte, nachdem die Band weitere Geschichten erzählte, die sie in ihrer Klischiertheit auffallend von Wiebuschs assoziativen Texten unterschieden. Am Ende stimmten alle zu "Balu" ein, Feuerzeuge wurden keine in die Luft gestreckt, ein Indiz dafür, dass Kettcar weder Bon Jovi noch Coldplay sind. Gut so.

www.abart.ch
www.kettcar.net


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