AKTUELL   ARCHIV & SUCHE   NEWSLETTER   INFOS   KONTAKT

Nr. 136 / Oktober 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

HARRY POTTER    INTERVIEW    NEUHEITEN    COMICS    AUSGELESEN    AUSGESCHRIEBEN    KALENDER

 

« ZURÜCK

 

WEITER »

HIGHLIGHTS
VERLOSUNGEN
BELLETRISTIK
SACHBUCH
HÖRBUCH

Überblick

GESCHICHTE:
Das Nibelungenlied
Der Europäische Adel
Die Ketzer
Die Neandertaler
Die Nürnberger Interviews
Pompeji
Sumerer und Akkader
Stonehenge
Und keine Schlacht bei Marathon
Was ist deutsch?

KUNST & RELIGION:
Die Zauberflöte
Meisterwerke der antiken Kunst
Unglaubensgespräch

NATUR & GESELLSCHAFT:
Der Bär
Die Billiglüge
Feuerfrau und Löwenmutter

RATGEBER:
Dr. Ankowitschs Kleines Universal- Handbuch
55+: Die Kunst des Älterwerdens
Mister Aussichtslos
Wie werde ich ein verdammt guter Schriftsteller

ESSEN & TRINKEN:
Einmachen
Gequälte Brötchen
Hack
Teegeflüster
Zimt
 

Wolf-Dieter Storl: "Der Bär - Krafttier der Schamanen und Heiler" (Sachbuch) | AT Verlag
Bärige Menschengeschichte - Menschliche Bärengeschichte

Kaum ein Einwanderer hat dieses Jahr so viel Aufsehen erregt wie der italienische Bär, welcher seine Sommerferien im Bündnerland verbrachte. Die Faszination für Meister Petz kennen wir wohl alle, aber nur die wenigsten von uns wissen, welche Bedeutung er für uns Menschen seit je her gehabt hat. Denn glaubt man Wolf-Dieter Storl, stammt der Mensch eher vom Bären ab als vom Affen.

Von Lukas Hunziker.

Schon lange ist der Bär für den Menschen mehr als nur ein weiteres Viech, das im Wald herumtrampelt. Schon für unsere steinzeitlichen Vorfahren war der Bär ein besonderer Zeitgenosse; Bärenkulte gab es in Europa schon vor mindestens 70'000 Jahren. Ein dafür bedeutender Fund wurde in der Schweiz gemacht: Emil Bächler fand im 'Drachenloch' in den Glarner Alpen einen Knochenaltar mit dem Schädel eines Höhlenbären. Ob Urschweizer und Höhlenbären tatsächlich zusammen gewohnt haben - und diese Theorie gibt es - ist jedoch unklar. Tatsache ist jedoch, dass der Bär nicht nur im Kanton Glarus kulturgeschichtlich wichtig war, sondern fast überall auf der Welt. Für die amerikanischen Ureinwohner ist der Bär noch heute Heilkundiger und Krafttier.

Touristen und Wilderer als (un)natürliche Feinde
In 21 Kapiteln führt Wolf-Dieter Storl den Leser in die Kulturgeschichte des Bären ein. Man erfährt, welche Bedeutung dem Bär als Gottheit und heiliges Tier in verschiedenen Kulturkreisen zukam, welche Kräuter und Pflanzen ihren volkstümlichen Namen dem Bären verdanken und welches Verhältnis das mittelalterliche Christentum zum Lieblingstier der Heiden hatte. Auch auf die Rolle des Bären in Märchen und Geschichten geht Storl ein und erklärt, was Frau Holle und Meister Petz gemeinsam haben. Schockierend und nachdenklich stimmend sind die Kapitel, die sich mit den Problemen des Bären mit dem modernen Menschen befassen. Denn der grösste Feind des Vizekönigs der Tiere ist auch heute der Mensch, genauer gesagt der Tourist und der Wilderer, der für Bärengalle auf dem Schwarzmarkt ein Vermögen verdient.

270 Seiten faszinierendes Wissen
Storls Buch ist weder eine trockene wissenschaftliche Abhandlung über den Meister Petz noch eine esoterische Würdigung, wie man beim Lesen des Titels vielleicht meinen könnte. Das Buch erzählt ganz einfach die Geschichte des Bären, wissenschaftlich fundiert, aber an jedermann gerichtet. Mit Anekdoten, Mythen und Märchen aufgelockert bringt Storl dem Leser das eindrucksvolle Tier näher und nährt die Faszination für unsere pelzigen Verwandten. Es ist erstaunlich, wie viel Interessantes man auf den 270 Seiten lernt, und dies ohne sich anstrengen zu müssen. Viel wichtiger und schöner ist aber, dass man eine tiefe Sympathie für Bären entwickelt und glaubt, die pelzigen Riesen zu verstehen. Und man beneidet Storl für seine Erlebnisse mit Bären, auch wenn einige davon ziemlich brenzlig waren.

Sehnsucht nach Schweizer Bären
Der Leser von "Der Bär" wird es nach der Lektüre sicherlich bedauern, dass unser pelziger Einwanderer sich nicht um Dauerasyl in den Schweizer Alpen bemüht hat. Gerade die Schweiz, deren Hauptstadt den Bären sogar im Wappen trägt, hat eine bärige Vergangenheit, die sich bis in die Steinzeit zurückverfolgen lässt und es wäre ein schönes Gefühl, zu wissen, dass das heilkundige Krafttier noch immer frei neben uns lebt. Würden wir ihn bei einem erneuten Besuch in Ruhe lassen, könnte er sich vielleicht auch zum Bleiben entschliessen (natürlich nur, wenn er es nicht bis nach Zürich schafft, denn wenn Meister Petz die dort momentan herumlungernden farbigen Artgenossen auf den Geschäftsstrasse sähe, würde er den Schweizer Pass wohl für immer abgeben).

Solange wir sie nicht in unseren Bergen antreffen können, müssen wir uns begnügen, die Bärenseele im Buch von Wolf-Dieter Storl kennen zu lernen. Ein guter Trost. Denn solange jemand so spannende und schöne Bücher schreibt, werden wir Meister Petz bestimmt nicht vergessen.

278 Seiten, CHF 38.00

Verlosung

Das Netzmagazin verlost 1 x1 Exemplar von "Der Bär - Krafttier der Schamanen und Heiler". Um teilzunehmen beantworten Sie bitte folgende Frage:

Welches ist der grösste noch lebende Bär?

Schicken Sie uns eine E-Mail mit dem Betreff "Bär" an gewinnen@netzmagazin.ch. Nicht vergessen: richtige Antwort, Name, Telefonnummer und vollständige Adresse. Teilnahmeschluss ist der 31. Oktober 2005. Viel Glück!


« ZURÜCK

NACH OBEN

WEITER »

Erscheint jeden Monat am 3. neu.

© 2000 - 2005 "DAS NETZMAGAZIN." Alle Rechte vorbehalten. Powered by Bürki Hosting, Spiez.