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Wolf-Dieter Storl: "Der Bär -
Krafttier der Schamanen und Heiler" (Sachbuch) | AT Verlag
Bärige Menschengeschichte - Menschliche Bärengeschichte
Kaum ein Einwanderer hat dieses Jahr
so viel Aufsehen erregt wie der italienische Bär, welcher
seine Sommerferien im Bündnerland verbrachte. Die Faszination
für Meister Petz kennen wir wohl alle, aber nur die wenigsten
von uns wissen, welche Bedeutung er für uns Menschen seit
je her gehabt hat. Denn glaubt man Wolf-Dieter Storl, stammt
der Mensch eher vom Bären ab als vom Affen.
Von Lukas Hunziker.
Schon lange ist der Bär für den
Menschen mehr als nur ein weiteres Viech, das im Wald herumtrampelt.
Schon für unsere steinzeitlichen Vorfahren war der Bär
ein besonderer Zeitgenosse; Bärenkulte gab es in Europa
schon vor mindestens 70'000 Jahren. Ein dafür bedeutender
Fund wurde in der Schweiz gemacht: Emil Bächler fand im
'Drachenloch' in den Glarner Alpen einen Knochenaltar mit dem
Schädel eines Höhlenbären. Ob Urschweizer und
Höhlenbären tatsächlich zusammen gewohnt haben
- und diese Theorie gibt es - ist jedoch unklar. Tatsache
ist jedoch, dass der Bär nicht nur im Kanton Glarus kulturgeschichtlich
wichtig war, sondern fast überall auf der Welt. Für
die amerikanischen Ureinwohner ist der Bär noch heute Heilkundiger
und Krafttier.
Touristen und Wilderer als (un)natürliche
Feinde
In 21 Kapiteln führt Wolf-Dieter Storl den Leser in die
Kulturgeschichte des Bären ein. Man erfährt, welche
Bedeutung dem Bär als Gottheit und heiliges Tier in verschiedenen
Kulturkreisen zukam, welche Kräuter und Pflanzen ihren volkstümlichen
Namen dem Bären verdanken und welches Verhältnis das
mittelalterliche Christentum zum Lieblingstier der Heiden hatte.
Auch auf die Rolle des Bären in Märchen und Geschichten
geht Storl ein und erklärt, was Frau Holle und Meister Petz
gemeinsam haben. Schockierend und nachdenklich stimmend sind
die Kapitel, die sich mit den Problemen des Bären mit dem
modernen Menschen befassen. Denn der grösste Feind des Vizekönigs
der Tiere ist auch heute der Mensch, genauer gesagt der Tourist
und der Wilderer, der für Bärengalle auf dem Schwarzmarkt
ein Vermögen verdient.
270 Seiten faszinierendes Wissen
Storls Buch ist weder eine trockene wissenschaftliche Abhandlung
über den Meister Petz noch eine esoterische Würdigung,
wie man beim Lesen des Titels vielleicht meinen könnte.
Das Buch erzählt ganz einfach die Geschichte des Bären,
wissenschaftlich fundiert, aber an jedermann gerichtet. Mit Anekdoten,
Mythen und Märchen aufgelockert bringt Storl dem Leser das
eindrucksvolle Tier näher und nährt die Faszination
für unsere pelzigen Verwandten. Es ist erstaunlich, wie
viel Interessantes man auf den 270 Seiten lernt, und dies ohne
sich anstrengen zu müssen. Viel wichtiger und schöner
ist aber, dass man eine tiefe Sympathie für Bären entwickelt
und glaubt, die pelzigen Riesen zu verstehen. Und man beneidet
Storl für seine Erlebnisse mit Bären, auch wenn einige
davon ziemlich brenzlig waren.
Sehnsucht nach Schweizer Bären
Der Leser von "Der Bär" wird es nach der Lektüre
sicherlich bedauern, dass unser pelziger Einwanderer sich nicht
um Dauerasyl in den Schweizer Alpen bemüht hat. Gerade die
Schweiz, deren Hauptstadt den Bären sogar im Wappen trägt,
hat eine bärige Vergangenheit, die sich bis in die Steinzeit
zurückverfolgen lässt und es wäre ein schönes
Gefühl, zu wissen, dass das heilkundige Krafttier noch immer
frei neben uns lebt. Würden wir ihn bei einem erneuten Besuch
in Ruhe lassen, könnte er sich vielleicht auch zum Bleiben
entschliessen (natürlich nur, wenn er es nicht bis nach
Zürich schafft, denn wenn Meister Petz die dort momentan
herumlungernden farbigen Artgenossen auf den Geschäftsstrasse
sähe, würde er den Schweizer Pass wohl für immer
abgeben).
Solange wir sie nicht in unseren Bergen antreffen
können, müssen wir uns begnügen, die Bärenseele
im Buch von Wolf-Dieter Storl kennen zu lernen. Ein guter Trost.
Denn solange jemand so spannende und schöne Bücher
schreibt, werden wir Meister Petz bestimmt nicht vergessen.
278 Seiten, CHF 38.00
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Verlosung
Das Netzmagazin verlost 1 x1 Exemplar von
"Der Bär - Krafttier der Schamanen und Heiler".
Um teilzunehmen beantworten Sie bitte folgende Frage:
Welches ist der grösste noch
lebende Bär?
Schicken Sie uns eine E-Mail mit dem Betreff
"Bär" an gewinnen@netzmagazin.ch.
Nicht vergessen: richtige Antwort, Name, Telefonnummer und vollständige
Adresse. Teilnahmeschluss ist der 31. Oktober 2005. Viel Glück!
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