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Nr. 134 / August 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Till Eulenspiegel
Bühnentipps
 

Ein Freilicht-Theater des Theater Kanton Zürich
Till Eulenspiegel

© Foto: Bruno Bührer

Ein fröhlich heiterer und erfrischend kecker Theaterabend von Stefan Colombo und unter der Regie von Jürg Schneckenburger.

Von Kurt Büchler.

Ihre Freilicht-Inszenierungen erfreuen sich grosser Beliebtheit. Diesmal heftet sich das Theater Kanton Zürich an die Fersen von Till Eulenspiegel, dem deutschen Schalk-Narren und Gaukler, erzählt ein paar seiner merkwürdigen Abenteuer, Schelmenstreiche und Zoten. Der gewitzte und rotzig freche Bengel, immer auf den eigenen Vorteil bedacht, übertölpelt egal wen, lustvoll und ausgiebig. Niemanden verschont er mit seinem Spott, und schon gar nicht die Obrigkeit. Was Wunder, dass die ihm übel will, dem Gauner und Betrüger. Aber bei aller Zechprellerei, Wortklauberei und Schadenfreude schimmert doch ab und zu auch ein wenig von dem hervor, was gemeinhin ein gutes Herz genannt wird. So sind schliesslich fast alle froh, dass er der Letzte bleibt, der lacht.
«Dyl Ulenspiegel» erschienen um 1510. Als Verfasser galt der Braunschweiger Zollschreiber Hermann Bote (1467-1520), was von der neueren Forschung allerdings bestritten wird. Gemäss dem Roman wurde Till Eulenspiegel um 1300 in Kneitlingen am Elm geboren und starb 1350 in Mölln. Ob es ihn wirklich gab, weiss man nicht. Das Buch war schon bald ein Bestseller und bereits im 16. Jahrhundert in viele Sprachen übersetzt. Die Geschichten sind immer weiter verändert worden und aus dem ursprünglich derben Charakter wurde ein immer sympathischerer Possenreisser.

Stefan Colombo ging von den 96 Historien der ersten Fassung aus und liess in seinem Stück eine mittelalterliche Welt entstehen, bevölkert mit Habenichtsen, Handwerkern, Krämer- und Händlerseelen. Auch Arzt, Pfarrer, gutsituierte Ratsherren und der Landvogt fehlen nicht. Till Eulenspiegel foppt, überlistet und bestiehlt sie hemmungslos alle, vorzugsweise die Oberen. Dass ihm der Galgen droht, gehört ebenso dazu, wie dass er ihm dank seiner Gerissenheit immer wieder entkommt.
Stefan Colombo, Schauspieler, Autor und Regisseur, 1963 in Zürich. Seit 1988 Co-Leiter Theater Sgaramusch als Autor und Schauspieler. Jürg Schneckenburger, Regisseur und Leiter des jugendclubs momoll theater, 1961 in Schaffhausen.

Theater Kanton Zürich, 052 212 14 42

24. August Hüntwangen
26. August Dübendorf
27. August Stäfa
29. August Seegräben

wwww.theaterkantonzuerich.ch


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