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Nr. 134 / August 2005

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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"Die fetten Jahre sind vorbei" von Hans Weingartner (Polit-Drama/ Komödie) | Impuls
Möbel verrückende Erziehungsberechtigte

Eine kleine Crew, 2 Digitalkameras, wenig Equipment und vier Schauspieler. Der österreichische Regisseur Hans Weingartner beweist, dass mit spannender Idee, gut erzählter Geschichte und differenziertem Spiel ein Film erfolgreich sein kann. Von Deutschland bis nach Cannes und wieder zurück auf eine DVD.

Von Lena Vurma.

Die Berliner Peter und Jan bezeichnen sich als "Die Erziehungsberechtigten" und brechen in Villen ein, um dort den Haushalt auf den Kopf zu stellen, ohne etwas zu stehlen. Dies soll der reichen Oberschicht lehren, sich nicht zu sicher zu fühlen in ihren Hochsicherheitsburgen. Als sich Jan in Peter's Freundin Jule verliebt, nimmt er sie auf einen nächtlichen Einstieg in eine Villa mit. Doch Übermut tut selten gut - und der harmlose Einbruch endet mit einer Entführung.

Angst ist ne geile Droge
Der Film ist intelligent und witzig, denn die Dialoge wirken echt und aus dem Leben gegriffen und auch die Suche nach Ideologien und die Verzweiflung, dass alles schon einmal da gewesen ist, behandelt ein wichtiges und wohl immer aktuelles Thema der Jugendlichen. Die erste Hälfte des Filmes kümmert sich vor allem um die Einführung der drei Charaktere und erklärt, warum sie so sind, wie sie sind - der zweite Teil ist etwas rasanter und komplexer, denn die Entführung des reichen Hardenberg bringt die verschiedenen Extreme zur Sprache und macht deutlich, dass es nicht nur Schwarz und Weiss gibt. Der digitale Dokustil der Kamera, manchmal wacklig, manchmal grobkörnig macht das Ganze noch authentischer und bringt die Charaktere näher - eine Anti-Globalisierungskomödie mit viel Adrenalin.

Einfach und konsequent auch beim Bonusmaterial
"Die Fetten Jahre sind vorbei" erscheint in einer Doppel-DVD, wobei auf der ersten Disc der Hauptfilm ist, auf der zweiten das Bonusmaterial. Schade, dass der Film nur in Deutsch und ohne Untertitel geliefert wird. Das alternative Ende zeigt die Filmversion, wie sie in Cannes vorgeführt wurde, der neue Schluss wurde danach nachgedreht. Spannend und aufschlussreich ist das Making-of, welches einiges über die Machart des Filmes und die Vorgehensweise des Regisseurs verrät. Eine völlig neue Facette vermögen die geschnittenen Szenen zu vermitteln, welche Peter in ein neues Licht rücken. Daumen hoch für die Bonus-DVD: Einfach, aber inhaltlich top - wie der Film eben.

Seit dem 23. Juni 2005 im Handel.

Originaltitel: Die fetten Jahre sind vorbei (Deutschland 2004)
Regie: Hans Weingartner
Darsteller: Daniel Brühl, Julia Jentsch, Stipe Erceg
Dauer: 126 min.
Bildformat: 16:9
Sprachen: Deutsch
Untertitel: keine
Audio: Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1
Bonusmaterial: 60 Minuten. Making-of, Alternatives Ende, Geschnittene Szenen, Trailer deutsch, Teaser
Vertrieb: Impuls

www.diefettenjahre.de

Im Archiv:
Filmrezension
Interview mit Hans Weingartner


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